April 1942, der Deutsch-Sowjetische Krieg tobt seit einem Jahr, doch im Hause der Familie Schaposchnikow mag man nicht glauben, dass die deutschen Truppen bis nach Stalingrad vorrücken könnten. Dann aber schlägt die Rote Armee ihre Lager dort auf, und die scheinbar noch ferne Bedrohung ist plötzlich grausame Wirklichkeit. Die zahlreichen engeren und fernen Mitglieder der Familie Schaposchnikow müssen sich mit dem Alltag des Krieges auseinandersetzen. Eindringlich und voller erzählerischer Kraft entfaltet Wassili Grossman ein gigantisches Panorama Russlands, seiner Menschen und Landschaften. Nach der Entdeckung von "Leben und Schicksal" kann nun endlich der erste Teil des als Dilogie konzipiertes Werkes erscheinen. »Einer der bedeutendsten Romane des 20. Jahrhunderts« Observer »Ein Meisterwerk« Economist »Ein Meilenstein der Literatur des 20. Jahrhunderts.« Publishers Weekly »Ein fesselndes Panorama menschlicher Erfahrung« Kenneth Branagh 'A gripping panorama of the human experience' »Sie werden seine Charaktere lieben und wollen, dass sie bleiben, sie genauso in ihrem Leben brauchen wie ihre Familie - und am Ende ... wollen Sie es noch einmal lesen.« Daily Telegraph Evening Standard, *Book of the Week* »Wunderbare, bewegende Prosa.« Guardian
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Das Jahr 1942
yellowdog am 08.12.2021
Bewertungsnummer: 1620217
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Das Buch ist eine großartige Ausgabe eines Romans über den Krieg.
Der Autor Wassili Grossman schlägt zuerst einen sachlichen Ton an, aber schon bald schimmert eine gehörige Portion Ironie durch, wenn auch von der düsteren Sorte.
Grossmann lässt sich Zeit, den Leser einzuführen.Man lernt die handelnden Figuren und ihre Lebensbedingungen kennen. Bedingungen, die sich durch den aufkommenden Krieg verändern werden.
Im finalen dritten Teil des Buches übernehmen die Kampfhandlungen die größte Rolle.
Grossman schreibt ausdrucksstark. Seine Beschreibungen sind detailliert.
Seine kritische Denkweise am sowjetischen System kommt aber in diesem im Original 1952 erstmals publizierten Roman thematisch bedingt noch nicht so stark zur Geltung wie in späteren seiner Werke. Dennoch ist auch schon dieser Roman große Literatur.
Es ist aber auch ein überlanger Roman der vom Leser manchmal viel Geduld fordert.
Absolut erwähnenswert an dieser Ausgabe sind das informative Vorwort von Jochen Hellbeck sowie das interessante Nachwort von Robert Chandler.
Grossmans Helden: Die Bürger…
Volker Jentsch am 02.02.2022
Bewertungsnummer: 2759083
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Grossmans Helden: Die Bürger der Sowjetunion Wassili Grossmans Roman Stalingrad ist ein epochales Werk. Es schildert das Leiden, Leben, Lieben, das Kämpfen, Erdulden, den Mut und die Entschlossenheit der Bevölkerung der Sowjetunion im Kampf gegen Hitlers Armeen. Wir erfahren, wie diese im Krieg, in dem das Extreme zum Normalen verkommt, sich verhalten, wie sie trotz all der Zerstörungen und Niederlagen, die sie haben erfahren müssen, ihre Angst vorm Tod besiegen, mit äußerster Hingabe ihr Land verteidigen, und niemals daran zweifeln, dass am Ende der Sieg ihnen gehört. Diese Zuversicht war es, die mich überrascht, zugleich besonders beeindruckt hat. Können wir Grossmans Darstellung glauben? Grossmans Vita, inzwischen hinlänglich bekannt, spricht dafür. Ebenso der umfängliche, mit Fakten gespickte Anhang. Und wer bemängelt, daß er Stalins nur gelegentlich, und dann eher mit Milde, fast könnte man sagen, mit einem gewissen Verständnis erwähnt, dann doch deshalb, um die damalige Wirklichkeit richtig abzubilden. Denn der gemeinsame Feind war Hitler, nicht Stalin. Im Gegenteil. Stalins unerbittliche Brutalität hat vermutlich einen nicht vernachlässigbaren Beitrag zum Sieg über Deutschland beigetragen. Grosmans Roman besteht, ganz in russischer Tradition, aus mehr als tausend Seiten. Nicht alles muß gelesen werden, habe ich mir gedacht und einige Kapitel übersprungen. Übrigens gelang es mir nicht, die vielen Namen, die das Buch bevölkern, jeweils zuzuordnen, so daß ich immer wieder in der Namensliste auf den Seiten 26-32 nachschlagen mußte. Meist bin ich dann stehen geblieben, wenn Grossman über das Wasser der Wolga schreibt. Über die Luft darüber und das Farbspektrum, das durch die auf- und untergehende Sonne hervorgerufen wird. Eine der eindrucksvollsten Beschreibungen von Natur, die mir in Buchform bisher begegnet sind. Ja, und die Menschen im Roman. Ich mochte sie fast alle. Nein, nicht die paar Deutschen, die auf einigen Seiten zu Wort kommen. Tröstlich, dass Stalingrad so sich nicht wiederholen wird. Aber nichtsdestotrotz halte ich dafür, daß nicht in Vergessenheit gerät - hier im Land des einstigen Aggressors - daß es vor allem die Sowjetunion war, die ungeheuerlich viele Menschen, Städte, Dörfer, Natur hat opfern müssen, um die deutsche Kriegsmaschinerie ein für allemal zu zerstören. Nirgendwo wird das vermutlich eindringlicher und realistischer beschrieben, als in Grossmans Buch Stalingrad (und dessen Nachfolger, Leben und Schicksal, den ich noch nicht gelesen habe).
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