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Metropol Roman

10

17,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

23.03.2021

Verlag

Rowohlt Taschenbuch

Seitenzahl

432

Maße (L/B/H)

19/11,5/3 cm

Gewicht

337 g

Farbe

Camel / Anthrazit

Auflage

4. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-499-00097-3

Beschreibung

Rezension

Nicht zuletzt geht es in diesem großen Roman um die blutig enttäuschten Träume und Irrtümer, die Charlotte und Wilhelm nur zufällig überlebten – und deren Drama jetzt hoffentlich viele berühren wird. ("Die Zeit")
Ein Lehrstück über Loyalität in Zeiten der Diktatur ... Ohne Pathos oder Besserwisserei. Ohne die sprachlich große Geste. Ruge, darin erkennt man seine literarische Kunst, findet für seine Szenen stets die richtige Tonlage. ("Der Tagesspiegel")
Eugen Ruge schreibt in "Metropol" die bewegte wie bewegende Geschichte seiner Familie fort. Damit ist ihm erneut ein Epochenroman gelungen. ("Märkische Oderzeitung")
Mit "Metropol" setzt Eugen Ruge fort, was Arthur Koestler mit "Sonnenfinsternis" 1940 angefangen hat ... In der Belletristik gibt es erstaunlich wenig Vergleichbares. ("Berliner Zeitung")
Der Roman ist ein Pageturner ... ein atemberaubendes Stück Zeitgeschichte ... Ein großer Roman. ("SWR 2 "Lesenswert"")
Die Geschichte seiner kommunistischen Familie ist das Lebensprojekt des Schriftstellers Eugen Ruge. In "Metropol" erzählt er von seiner Großmutter, einer Agentin, die während des Großen Terrors in Moskau lebte ... Schon ihre wahre Geschichte klingt so spektakulär, als wäre sie erfunden ... Ein ebenso klug komponiertes wie spannendes Buch. ("Der Spiegel")
Eugen Ruge ist ein zurückhaltender Erzähler ... Charlottes Innensicht entwickelt eine beklemmende Kraft, die sich in Verbindung mit den historischen Tatsachen noch verstärkt ... Ein faszinierender Roman. ("Bücher am Sonntag (Beilage NZZ am Sonntag)")
Exzellent. ("Weekendavisen")
Eindrücklich wie ein Albtraum und erschreckend komisch. ("Dagbladet Informationen")
Große Kunst. ("Kristeligt Dagblad")

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

23.03.2021

Verlag

Rowohlt Taschenbuch

Seitenzahl

432

Maße (L/B/H)

19/11,5/3 cm

Gewicht

337 g

Farbe

Camel / Anthrazit

Auflage

4. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-499-00097-3

Herstelleradresse

Rowohlt Taschenbuch
Kirchenallee 19
20099 Hamburg
DE

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  • Helga Pamminger

    aus Wiener Neustadt

    5/5

    01.05.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    1936 Hotel Metropol, Moskau

    Lotte und Wilhelm Germain, begeisterte Kommunisten aus Deutschland sind nach Russland gegangen, um der Sache dienen zu können. Sie arbeiten für den Nachrichtendienst der Komintern, als Lotte von den Schauprozessen in Moskau erfährt, in denen angeblichen Feinden des Regimes angeklagt sind. Zu einem der Angeklagten hatten auch sie Kontakt. Sie werden im Hotel Metropol in Moskau in einer Art offenen Gefangenschaft mehr als ein Jahr verbringen. Was macht diese Atmosphäre der Angst, des Unglaubens, der Not, der verlorenen Ideale und er Denunziation mit dem Menschen. Mit jedem etwas anderes. Ungemein eindrücklich schreibt der Autor über diese Zeit im Leben seiner Großmutter, akribisch recherchiert.

  • Connie Ruoff

    5/5

    02.04.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Josef Stalin, Lion Feuchtwanger und Lotte Germaine

    Josef Stalin, Lion Feuchtwanger und Lotte Germaine oder Es gibt in Moskau keine Hunde mehr. Zum Inhalt »Metropol« Eugen Ruge Eugen Ruge erzählt in »Metropol« einen weiteren Teil der Geschichte seiner Familien. Dieser Teil ergänzt »In Zeiten des abnehmenden Lichts«. Großmutter Charlotte wird zur Protagonistin des Romans. Zeitgeschehen und Hintergrund Der Leser wird in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg und vor dem Zweiten Weltkrieg entführt. Die Habsburger Monarchie ist gestürzt. Die russische Oktoberrevolution 1917 endete mit der Machtübernahme der linksrevolutionären Bolschewiki. Das Ziel war die Oktoberrevolution auf eine Weltrevolution zu erweitern und die »Diktatur des Proletariats« zu errichten. Dafür wurde die Komintern, als straff organisierte kommunistische Weltpartei gegründet, um die Koordination und Leitung mit dem Ziel »Weltrevolution«, zu übernehmen. Zu Beginn der 1920er Jahre, nach der Konsolidierung der Sowjetmacht, war die Partei für den Staat und das Ziel Weltrevolution verantwortlich. Das ändert sich wiederum 1924 nach dem Tod Lenins und dem folgenden Machtkampf, den Josef Stalin gewann. Ab 1927 war Stalin der alleine Herrscher. Die Komintern wurde zu seinem persönlichen Instrument und Werkzeug. Er trieb die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft voran und forcierte die Industrialisierung. Ab 1934 begannen die Moskauer Schauprozesse mit den »Säuberungen«. Seine politischen Gegner, ein Großteil der höheren Parteifunktionäre und Minister wurden in diesen öffentlichen Prozessen, die von der Weltöffentlichkeit als Inszenierung entlarvt wurden, zum Tode verurteilt und hingerichtet. Jegliche Opposition wurde ausgeschaltet. Der Personenkult um Stalin wurde immer größer. Auch der deutsche Schriftsteller Lion Feuchtwanger spielt eine Rolle in »Metropol«. Er war 1937 zwei Monate Ehrengast, Gesprächspartner Stalins und Beobachter im zweiten Moskauer Schauprozess. Während dieser Zeit erschien in der Sowjetunion eine Gesamtausgabe seiner Werke und der Roman »Die Geschwister Oppenheim« wurde verfilmt. Lion Feuchtwanger schrieb darüber das Buch »Moskau 1937«, das er selbst einen »Reisebericht für meine Freunde« nannte. Lotte und Jean Germaine Charlotte, die in Deutschland mit Haftbefehl gesucht wurde, gehörte zu den deutschen Kommunisten, die aus Angst vor den Nationalsozialisten nach Russland flohen. Nun in Moskau sind Charlotte und ihr Lebensgefährte Wilhelm für die Komintern tätig. Aus Charlotte und Wilhelm werden Lotte und Hans Germaine. Stalin weitet seine Macht aus und verfolgt gnadenlos alle Gegner. Lotte und Hans erleben die zweite Säuberungswelle. Mit Schrecken erfahren die beiden, dass einer dieser »Volksfeinde« M. Lurie – Mossej Lurie, der eigentlich Alexander Emel hieß, sein soll. Kurze Zeit später werden die Beiden ohne Angabe von Gründen von ihren Aufgaben bei der Komintern freigestellt und im berühmten Moskauer Hotel »Metropol« interniert. Eineinhalb Jahre in einem Hotel fast schon eingeschlossen. Nun gibt es eine Zweiklassengesellschaft im Metropol. Zahlende Gäste und internierte Genossen. In dieser Zeit werden aus Genossen schnell Volksfeinde und von denen wird die Partei gesäubert. Gegen Ende des Buchs erfährt der Leser, dass Wilhelm und Charlotte denunziert wurden. Eugen Ruge - Metropol Weltkugel Der Aufbau »Metropol« Eugen Ruge Im Prolog bereitet Eugen Ruge den Leser auf die Geschichte von Charlotte vor. Im Epilog erzählt der Autor die Hintergründe und die erstaunliche Entstehungsgeschichte des Buchs. Der Schriftsteller zeigt das Geschehen aus drei unterschiedlichen Perspektiven. Der Leser nimmt die Position von Hilde (der ersten Frau Wilhelms), Wassili Wassiljewitsch Ulrich, Vorsitzender des Militärkollegiums des Obersten Gerichts der UdSSR und Vorsitzender dieser Schauprozesse. »Das Schlimme ist, dass man nicht weiß, was er denkt. Vermutlich ist das seine Stärke. Lehnt sich zurück, hört zu. Raucht sein Pfeifchen … Das konnten sie alle nicht, Trotzki, Sinojew, Kamenew: schweigen. Mussten immer reden, sich in den Vordergrund spielen. Während Stalin im Hintergrund seine Fäden spinnt.« Der Schwerpunkt liegt aber auf der Perspektive von Charlotte. Alle drei haben ihre persönlichen Probleme, aber auch Schwierigkeiten mit dem System und Stalins Säuberungsaktionen. Im Buch wurden die im Text vorkommenden Briefe als Bild, entweder von Hand, oder mit der Maschine geschrieben, eingefügt. Das gefällt mir gut. Das wirkt sehr authentisch. Das Ebook ist im Scoobe Katalog enthalten. "Metropol" Eugen Ruge 1 Das Hörbuch »Metropol« Eugen Ruge Die ungekürzte Hörbuchfassung »Metropol« wird wirkungsvoll und beeindruckend von Ulrich Noethen und Ulrike Krumbiegel gelesen. Der Audioinhalt hat eine Länge von 12 Stunden und 29 Minuten. Das Hörbuch wurde am 8. Oktober 2019 im Argon Verlag veröffentlicht. Ich habe »Metropol« mit Audible gehört. Der andere Teil der Geschichte der Familie Ruge trägt den Titel »In Zeiten des abnehmenden Licht«, und ist ungekürzt im Bookbeatkatalog enthalten. Kritik »Metropol« Eugen Ruge »Grand Hotel Abgrund« von Stuart Jeffries war das letzte Buch, das ich rezensierte. Es ist ein Buch über die Frankfurter Schule und ihre Zeit. Die Frankfurter Schule beschäftigt sich mit den Theorien des Marxismus. Deswegen war es für mich unheimlich interessant, ein Buch über die praktische Umsetzung dieser Theorien zu lesen. Wie lebt man in einem Staat, der von einem machthungrigen Faschisten regiert wird. Eugen Ruge hat vor Ort recherchiert. Er hat sich intensiv mit der Geschichte seiner Großmutter beschäftigt. Eine Großmutter, deren Geheimnis er erst langsam entblättert. Der Autor gibt einfühlsam die Resignation, Angst und Handlungsstarre der Beteiligten wieder. Hotelgäste in einem Grand Hotel, die in Schockstarre auf ihre Abholung, Verhandlung und im schlimmsten Fall sogar Hinrichtung warteten. Keiner kann dem Anderen trauen. »Metropol« von Eugen Ruge ist ein Buch, das aufhorchen lässt. Ein Buch, das den Leser daran erinnert, wie wichtig es ist, unsere Demokratie zu stärken und gegen jeglichen Faschismus, unabhängig davon in welchem Kleid dieser erscheint, Links oder Rechts, zu schützen. Ich wusste nicht viel über diese Zeit und habe beim Lesen viel über den Zeitgeist und der Ära des Marxismus unter Stalin erfahren, das mich ermunterte, ein wenig weiter über diese Zeit zu recherchieren.. Eugen Ruge hat einen Roman geschrieben, der sich nicht nur mit den historischen Daten dieser Zeit beschäftigt, sondern auch mit dem Elend der Menschen. Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

  • Friedrich Hain

    aus Berlin

    5/5

    17.03.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Betroffen

    Ein Buch vollendet sich beim Lesen. Und die Lesenden machen dabei ihr Eigenes daraus. Mich als einen Leser mit DDR-Biografie hat dieses Buch betroffen gemacht, es betraf mich. Das beherrschende Erlebnis ist die beklemmende Atmosphäre, die beim Lesen entsteht. Wie muss es Menschen ergehen, die erleben müssen, dass eine Sache, von der sie zutiefst überzeugt sind, sich als elementarer Irrtum erweist und zudem rundherum Menschenleben fordert. Das Buch ist ein Balanceakt im Erzählen und beim Lesen, ein Schwimmen zwischen verbürgter Realität und Fiktion. Die Romanfiguren tragen reale Namen, haben reale Schicksale an realen Orten und sind doch Kunstfiguren, ihre Gedanken, Gefühle und konkreten Handlungen sind erfunden – in doppelter Hinsicht Teile einer/der Geschichte. Natürlich ist die Geschichte des Buches von heute her erzählt, mit dem geschichtlichen, dem recherchierten und dem erlebten Wissen des Autors von heute. Und sie wird ja auch so gelesen - von Menschen, die heute leben, mit dem großen historischen Abstand zu den 1930er Jahren. Und sie wird gelesen von Leuten wie mich, mit konkret erlebten oder erzählten Erinnerungen an das Leben in der DDR, die inzwischen auch schon wieder überlebt sind mit dreißig Jahren neuer Erfahrungen und neuen Wissens. Aus drei Perspektiven verfolgt der Autor das Schicksal von Kommunisten während der Stalinschen „Säuberungen“ im Moskau von 1936/1937. Diese Menschen bewegen sich zwischen ihrer reinen Überzeugung von den guten Zielen einer völlig neuartigen Gesellschaftsordnung, einem Glauben an die Richtigkeit und Wahrhaftigkeit der Politik und den schmerzhaft wachsenden Zweifeln, die die Widersprüche des realen Lebens zu eben jenen Überzeugungen und ihrem Glauben hervorbringen. In Prolog und Epilog fügt der Autor eine vierte Perspektive hinzu, die des Geschichtenerzählers, der gründlich recherchiert hat, der Tatsachen und Fiktion verwoben hat und trennen kann, und der doch auch weiß, dass selbst Historie erzählte Geschichte ist. Bedrückend der Epilog, wo er zu einer Todesliste wird. Aber auch das gehört wohl zu einem Buch, das eine Geschichte erzählt, „die eine Geschichte darüber ist, was Menschen zu glauben bereit, zu glauben imstande sind“. Und vielleicht gehört ja auch das dazu, eigenartig fremd erscheinen die wenigen Stellen im Roman, die von körperlicher Liebe erzählen – so, als sei es nicht nur den beteiligten Personen, sondern auch dem Autor peinlich, darüber zu sprechen. Es passt in die von Ungewissheit und latenter Furcht geprägte Stimmung, dass eine der menschlichsten Seiten des Lebens so stiefmütterlich, fast prüde und wie eine unangenehme Nebensache behandelt wird.

  • Bewertung

    aus Dresden

    5/5

    24.11.2019

    eBook (ePUB 3)

    Tolles Buch

    Nach "In Zeiten des abnehmenden Lichts" hat Eugen Ruge mit "Metropol" ein weiteres Mosaiksteinchen für das Verständnis der teils brutalen und mit unseren heutigen Maßstäben nicht nachvollziehbaren Zeiten der 30er Jahre in der UdSSR vorgelegt. Da die russischen Archive jetzt geöffnet sind, hat Eugen Ruge anhand der Akaderakte seiner Großmutter ihr Schicksal und das von Freunden und Bekannten im Moskau der 30er Jahre nachgezeichnet. Erschütternd und bewegend zugleich, ein bisschen auch Geschichtsbuch. Unbedingt lesenswert.

  • Ingrid

    aus Erkelenz

    5/5

    06.11.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Realität mit Fiktion geschickt verknüpft

    Vor acht Jahren hat Eugen Ruge den fiktiven Roman „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ veröffentlicht, in dem er einen Teil der Geschichte seiner Familie verarbeitet hat. Mit dem Buch „Metropol“ hat er erneut einen Roman mit autobiografischem Hintergrund geschrieben, der mich als Leserin mit in das Jahr 1936 nach Moskau nahm. Im Mittelpunkt steht die Großmutter des Autors, in der Geschichte mit ihrem gewählten Decknamen Lotte Germaine zu finden. Lotte und ihr Ehemann Wilhelm aus Deutschland sind überzeugte Kommunisten und in die Sowjetunion eingewandert. Dort arbeiten sie für den Nachrichtendienst der 3. Kommunistischen Internationale, kurz „Komintern“. Lotte ist stolz auf ihre Fremdsprachenkenntnisse und der Möglichkeit als Frau mit zwei inzwischen erwachsenen Kindern berufstätig zu sein. Während beide sich auf einer mehrwöchigen Urlaubsreise nach Jalta befinden, liest Lotte in einer Zeitung von dem gerade in Moskau stattfindenden Prozess gegen mehrere Volksfeinde. Einige der im Artikel genannten Personen sind ihr bekannt, mit einem von ihnen hatte das Ehepaar näheren Kontakt. Für die Kommunisten der damaligen Zeit gestaltete es sich schwierig, zwischen Freund und Feind, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden und sich danach entsprechend abzugrenzen und zu positionieren. Für Wilhelm und Lotte ist schnell klar, dass sie ihre Bekanntschaft zu dem Prozessangeklagten der Parteileitung melden müssen, denn ein Verschweigen könnte darauf hindeuten, dass sie selbst etwas zu verheimlichen haben und vielleicht den Angeklagten bei seinen Verbrechen unterstützten. Nur kurz nach Einreichen eines entsprechenden Berichts über die Bekanntschaft zum Angeklagten müssen beide ihre bisherige Wohnung räumen, ins angesehene Hotel Metropol ziehen und auf weitere Anweisungen warten. Für das Ehepaar beginnt eine Zeit der Hoffnung auf eine neue Zukunft, die aber gleichzeitig verbunden ist mit Ungewissheit, Skepsis und zunehmender Vorsicht im Kontakt mit Jedem, dem sie begegnen. Misstrauen macht sich nicht nur von ihrer Seite aus breit, sondern sie spüren auch die Zurückhaltung der Personen zu ihnen. Eugen Ruge schafft mit der Verknüpfung der realen geschichtlichen Ereignisse, realer Figuren und fiktiven Ausschmückungen, unter der Vorstellung wie es gewesen sein könnte, ein Zeitdokument, das mir als Leser einen Einblick in den sowjetischen Alltag Mitte der 1930er Jahre gewährte. Er vermittelte mir die steigende Unsicherheit der Sowjetbürger im Umgang miteinander. Während die Haupthandlung auf Lotte und Wilhelm fokussiert, versetzt der Autor sich in einigen Kapiteln in die tragende Rolle des an den Moskauer Prozessen beteiligten vorsitzenden Richters. Auch hier gelingt ihm eine glaubwürdige Darstellung, die mir zeigte, wie weit Menschen in ihrem Streben nach Macht und Anerkennung bei gleichzeitiger Gehorsamkeit zur obersten Führung und eisernem Festhalten an einer Ideologie zu gehen bereit sind. Außerdem widmet Eugen Ruge noch einer weiteren Mitarbeiterin der Komintern einige Kapitel. Aus ihrem Schicksal wird deutlich, welchen weiteren glücklichen Verlauf das Leben der Großmutter des Autors im Vergleich genommen hat. Der Autor versteht es, kleine Details zur Untermalung besonderer Situationen zu nutzen, die die Intensität des Erzählten verstärken. Manchmal lässt er in Lottes zunehmenden Gedankenkreisel voller Sorgen nahezu lakonisch Bemerkungen einfließen, die den Roman, dessen Unterton durchgehend bedrückend ist, stellenweise ein wenig aufheitern. Mit „Metropol“ ist Eugen Ruge erneut ein faszinierender Blick auf ein Stück Zeitgeschichte gelungen, das er authentisch in Romanform unter Einarbeitung eines Teils der eigenen familiären Erlebnisse seiner Großmutter verarbeitet hat. Gerne empfehle ich den Roman weiter.

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