Mittelalterliche Gedächtniskultur. Gedächtniskunst und frühe Mehrstimmigkeit
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
07.10.2020
Verlag
GRINSeitenzahl
25 (Printausgabe)
Dateigröße
586 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783346265067
Im Mittelalter hingegen, als sich erst die Verschriftlichung verbreitete, war es für die Kulturen eine große Herausforderung, (religiöse) Geschichten sowie ethische und rechtliche Inhalte - individuell und kollektiv - zu bewahren und zu vermitteln. Diesem Zweck diente die so genannte "ars memorativa", die Gedächtniskunst, die im 14. und 15. Jahrhundert zu einer der bemerkenswertesten Erscheinungen der spätmittelalterlichen Zivilisation wurde. Obwohl innerhalb der mnemonischen Tradition der Ursprung derselben schon lange feststand, versuchte die Wissenschaft des 19. Jahrhunderts diesen bei Pythagoras oder in den ägyptischen Hieroglyphen zu suchen. Für die antike Geisteswelt hingegen galt seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. der Dichter Simonides (557-467 v. Chr.) weitgehend als der Erfinder der Mnemotechnik. Dieser jedoch erwähnt in keiner seiner Schriften jene Erfindung, die ihm zugeschrieben wird. Wie es zu dieser Erfindung kam erzählen Cicero und Quintilian, die jedoch interessanterweise der Urheberschaft des Simonides kritisch gegenüberstehen, in nur wenigen Details voneinander abweichend.
Eine große Hilfestellung waren mir bei dieser Arbeit die Texte von Anna-Maria Busse Berger. Sie hinterfragt alteingesessene Argumente und Theorien und stellt ihnen neu gewonnene Erkenntnisse gegenüber. So entsteht ein reflektiertes, wenn auch mit noch mehr Fragen als vorher gespicktes Bild, eines Alltags im Leben der klösterlichen Chorknaben zwischen Wort und Schrift.
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