Produktbild: Der gedichtete Himmel

Der gedichtete Himmel Eine Geschichte der Romantik

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28,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

08.08.2024

Abbildungen

mit 29 Abbildungen

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

400

Maße (L/B/H)

22,3/15/3,3 cm

Gewicht

660 g

Farbe

Silbergrau

Auflage

2

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-76693-0

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

08.08.2024

Abbildungen

mit 29 Abbildungen

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

400

Maße (L/B/H)

22,3/15/3,3 cm

Gewicht

660 g

Farbe

Silbergrau

Auflage

2

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-76693-0

Herstelleradresse

C.H. Beck
Wilhelmstrasse 9
80801 München
DE

Email: produktsicherheit@beck.de

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Standardwerk der Romantik…

Juti aus HD am 06.08.2024

Bewertungsnummer: 2875345

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Standardwerk der Romantik 2.000 Seiten brauchte angeblich Friedrich Schlegel, um Romantik zu definieren. Andererseits kannst du im einem Satz sagen, dass du „fantasyhaft“ ein gesellschaftlich-kulturelles Erneuerungsprogramm durchsetzen willst (10). Am Ende heißt es, Romantik sei immer die Alternative gegen die akademisch-klassizistische Tradition (352). Fangen wir doch an mit dem Theologen Schleiermacher, der wie folgt zitiert wird: „Nicht der hat Religion, der an eine heilige Schrift glaubt, sondern, welcher keiner bedarf und wohl selbst eine machen könnte.“ (18) Ja, Schleiermacher fordert keine Rück- sondern eine Neubesinnung auf die Religion. Auch wenn sich die Menschen ihre Götter einbilden, kann man sie als „unverzichtbare menschliche Dimension erst nehmen“ (21). So lehrt auch die italienische Romantik, dass man Texte aufgrund unterschiedlicher Eigenschaften „romantisch“ nennen kann. (23) Wilhelm Meisters Lehrjahre gilt als erster Prosaroman und läutet mit Fichte und der Katschen Philosophie und der Französische Revolution das neue Zeitalter ein, selbst wenn Friedrich Nicolai lieber Friedrich den Großen, die Kartoffel und die Amerikanische Republik als Ursache sieht. Der wohl in der Literatur beheimatete Autor definiert die Romantik aber auf Seite 52 umfassend: „Als romantische Naturwissenschaftler bezeichnet man diejenigen, die um 1800 […] an der Vorstellung einer umfassenden Einheit festhielten.“ Doch kehrt Matuschek schnell zur Literatur zurück. Mit August Klingmann landen wir sogar bei der Religion. Er schafft einen Wahnsinnigen, der sich für Gott hält (101). Andererseits schreibt er auch von Jean Paul, dass dem gottlosen eine finstere Welt blüht (103). Mit europäischem Bezug weist er daraufhin, dass Hoffmanns Erzählungen im Ausland berühmter sind als in seinem Heimatland. Auch Voltaire verspottete seine „Jungfrau von Orleans“, während Schiller ihr Ansehen wiederherstellte. Das Lieblingswort des Autors ist „Kippfigur“. Man kann die romantische Literatur oder auch die romantischen Bilder von Dürer und Rafael religiös verstehen oder nicht. Und während später die nationalen Romantiker den deutschen Katholizismus als Fremdherrschaft ansehen, erklärt der Jenaer Professor: „Es sind keine religiösen oder gar theologischen Gründe, die hier die Konversion bewirken. Es ist die sinnliche Überwältigung und die römisch-katholische Kirchenarchitektur (157). Doch für Schlegel schreibt er später, dass er sich nach der Konversion von der Ironie distanziert. „Kippfiguren zwischen Gott und Abgott“ erschienen ihm wie Blasphemie (200). Ein anderer Teil der Romantik sind Vampirgeschichten. Selbst der junge Goethe hat mit „Die Braut von Corinth“ eine religionskritische – da Religion als körper- und lustfeindlich wahrgenommen wird – Ballade zum Thema verfasst (201f). Der Teil der nationalen Romantik interessierte mich weniger. Die Gotik ist auch keine deutsche, sondern eine französische Stilrichtung, dessen passender Roman Victor Hugos „Der Glöckner von Notre Dame“ ist (294). Turnvater Jahn hätte es zum Schluss für mich nicht gebraucht, auch wenn mir neu war, dass seine Übungen Vorbereitung fürs Militär für die Befreiungskriege war. Aber es ist so viel Inhalt im Buch, dass 5 Sterne gerechtfertigt sind.

Standardwerk der Romantik…

Juti aus HD am 06.08.2024
Bewertungsnummer: 2875345
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Standardwerk der Romantik 2.000 Seiten brauchte angeblich Friedrich Schlegel, um Romantik zu definieren. Andererseits kannst du im einem Satz sagen, dass du „fantasyhaft“ ein gesellschaftlich-kulturelles Erneuerungsprogramm durchsetzen willst (10). Am Ende heißt es, Romantik sei immer die Alternative gegen die akademisch-klassizistische Tradition (352). Fangen wir doch an mit dem Theologen Schleiermacher, der wie folgt zitiert wird: „Nicht der hat Religion, der an eine heilige Schrift glaubt, sondern, welcher keiner bedarf und wohl selbst eine machen könnte.“ (18) Ja, Schleiermacher fordert keine Rück- sondern eine Neubesinnung auf die Religion. Auch wenn sich die Menschen ihre Götter einbilden, kann man sie als „unverzichtbare menschliche Dimension erst nehmen“ (21). So lehrt auch die italienische Romantik, dass man Texte aufgrund unterschiedlicher Eigenschaften „romantisch“ nennen kann. (23) Wilhelm Meisters Lehrjahre gilt als erster Prosaroman und läutet mit Fichte und der Katschen Philosophie und der Französische Revolution das neue Zeitalter ein, selbst wenn Friedrich Nicolai lieber Friedrich den Großen, die Kartoffel und die Amerikanische Republik als Ursache sieht. Der wohl in der Literatur beheimatete Autor definiert die Romantik aber auf Seite 52 umfassend: „Als romantische Naturwissenschaftler bezeichnet man diejenigen, die um 1800 […] an der Vorstellung einer umfassenden Einheit festhielten.“ Doch kehrt Matuschek schnell zur Literatur zurück. Mit August Klingmann landen wir sogar bei der Religion. Er schafft einen Wahnsinnigen, der sich für Gott hält (101). Andererseits schreibt er auch von Jean Paul, dass dem gottlosen eine finstere Welt blüht (103). Mit europäischem Bezug weist er daraufhin, dass Hoffmanns Erzählungen im Ausland berühmter sind als in seinem Heimatland. Auch Voltaire verspottete seine „Jungfrau von Orleans“, während Schiller ihr Ansehen wiederherstellte. Das Lieblingswort des Autors ist „Kippfigur“. Man kann die romantische Literatur oder auch die romantischen Bilder von Dürer und Rafael religiös verstehen oder nicht. Und während später die nationalen Romantiker den deutschen Katholizismus als Fremdherrschaft ansehen, erklärt der Jenaer Professor: „Es sind keine religiösen oder gar theologischen Gründe, die hier die Konversion bewirken. Es ist die sinnliche Überwältigung und die römisch-katholische Kirchenarchitektur (157). Doch für Schlegel schreibt er später, dass er sich nach der Konversion von der Ironie distanziert. „Kippfiguren zwischen Gott und Abgott“ erschienen ihm wie Blasphemie (200). Ein anderer Teil der Romantik sind Vampirgeschichten. Selbst der junge Goethe hat mit „Die Braut von Corinth“ eine religionskritische – da Religion als körper- und lustfeindlich wahrgenommen wird – Ballade zum Thema verfasst (201f). Der Teil der nationalen Romantik interessierte mich weniger. Die Gotik ist auch keine deutsche, sondern eine französische Stilrichtung, dessen passender Roman Victor Hugos „Der Glöckner von Notre Dame“ ist (294). Turnvater Jahn hätte es zum Schluss für mich nicht gebraucht, auch wenn mir neu war, dass seine Übungen Vorbereitung fürs Militär für die Befreiungskriege war. Aber es ist so viel Inhalt im Buch, dass 5 Sterne gerechtfertigt sind.

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Der gedichtete Himmel

von Stefan Matuschek

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  • Produktbild: Der gedichtete Himmel

  • 1. Nicht nur die Aufklärung: Der zweite Impuls der europäischen Moderne
    a) Romantik als Fortschritt
    b) Beginn der europäischen Moderne um 1800

    2. Romantik als europäisches Phänomen
    a) Die Vielfalt der Romantik in Europa
    b) Das Phänomen Romantik
    c) Literarischer Stil und existenzieller Ernst: Weltschmerz
    d) Deutsche Klassik als Teil der europäischen Romantik

    3. Revolutionen: Die Französische und die romantischen
    a) Romantik als Revolutionsreaktion
    b) Subjektivierung und Ästhetisierung der Religion
    c) Mythos als Zukunftsprojekt
    d) Strategien der Offenheit

    4. Lesewelten: Die Modernisierung der Literatur
    a) Die moderne Situation der Literatur
    b) Das Fantastische
    c) Märchen für Erwachsene und Kinder
    d) Schauerromantik

    5. Nationalisierung: Politik, Wissenschaft und Populärkultur
    a) Napoleons Ende und der Anfang der Nationalliteratur
    b) ‹Rückwärts gekehrte Propheten›: Der Idealismus der Historiker
    c) Volk und Volkstümlichkeit
    d) Die Erfindung der germanischen Mythologie

    6. Romantik als Epoche, Romantik als Modell

    7. Das selbstgemachte Jenseits

    Anhang
    Anmerkungen
    Bildnachweis
    Personenregister