1981, ein Dorf in Oberbayern. Die zehnjährige Annika S. ist mit dem Fahrrad auf dem Heimweg, doch sie kommt nie an. Tage des qualvollen Wartens verstreichen, bis die Polizei einen erschütternden Fund macht – eine Kiste, vergraben im Wald, darin die Leiche des Mädchens, das dort erstickt ist. Eine mögliche Spur in das nahe gelegene Internat wird nur halbherzig verfolgt. War das ein Fehler? Jahre später verurteilt man einen Verdächtigen, der bis heute seine Schuld bestreitet. Christa von Bernuth bringt Licht ins Dunkel dieses Kriminalfalls, der ganz Deutschland erschütterte.
Ungekürzte Lesung mit Gergana Muskalla 1 mp3-CD | ca. 10 h 8 min
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Bewertung
5/5
22.01.2022
Buch (Taschenbuch)
Das vergrabene Kind
Ein kleines Mädchen ist mit dem Fahrrad unterwegs nach Hause. Auf einem einsamen Waldweg verschwindet die kleine Annika spurlos. Bald gibt es eine Lösegeldforderung, obwohl die Familie nicht wohlhabend ist. Auf eine tagelange Suche folgt schließlich die grausame Gewissheit: Annika ist tot, erstickt in einer vergrabenen Kiste. In der Folge kommt es zu Ermittlungspannen, Spuren verlieren sich. Jahre später werden diese Versäumnisse bitter rächen, denn trotz Verurteilung bleiben Zweifel an der Schuld des Angeklagten.
Basierend auf einem wahren Fall aus den 80er Jahren verwebt die Autorin Fakten und Fiktion und beschreibt, wie tief und lebensbestimmend die Spuren sein können, die ein ungelöstes Verbrechen im Leben aller Beteiligten hinterlässt.
Jasmin Henseleit
aus Wuppertal
5/5
15.05.2021
eBook (ePUB)
Ein sehr emotionaler und aufwühlender True-Crime-Roman!
1981, ein Dorf in Oberbayern. Die zehnjährige Annika Schön ist mit dem Fahrrad auf dem Heimweg von einer Freundin, doch sie kommt nie zu Hause an. Tage des qualvollen Wartens verstreichen, bis die Polizei einen erschütternden Fund macht – eine Kiste, vergraben im Wald, darin die Leiche des Mädchens, das dort erstickt ist. Eine mögliche Spur in das nahe gelegene Internat wird nur halbherzig verfolgt. Jahre später verurteilt man einen Verdächtigen, doch es bestehen Zweifel an seiner Täterschaft.
"Tief in der Erde" von Christa von Bernuth und dem Goldmann-Verlag ist ein Kriminalroman nach einer wahren Begebenheit, der am 15. März 2021 erschienen ist. Basierend auf dieser wahren Geschichte und ihren eigenen Recherchen hat Christa von Bernuth, selbst ehemalige Internatsschülerin, einen Roman geschrieben, der den alten Fall neu aufrollt. Auf der Suche nach der Wahrheit, was damals wirklich geschah. Die Autorin hat tatsächliche Ereignisse aufgegriffen, die sich in einer bestimmten Gegend zu einer bestimmten Zeit abspielten. Obwohl zahlreiche Abläufe und handelnde Personen verändert, ergänzt und in ihren Verschränkungen romanhaft gestaltet sind, hat mich diese Geschichte emotional unheimlich mitgenommen. Denn die Handlung geht nicht nur tief in die Erde, sondern auch ganz tief unter die Haut.
Bevor ich von diesem Kriminalroman Kenntnis nahm, habe ich von diesem schrecklichen historischen Fall des vergrabenen Mädchens nichts gewusst. Bevor ich zu lesen angefangen habe, machte ich mich im Internet über diverse Zeitungsartikel über diesen schrecklichen Vorfall schlau. Was ich dort erfuhr, hat mich sprachlos gemacht. Was 1981 geschah, ist kaum in Worte zu fassen. Nicht nur, was einem unschuldigen Mädchen und dessen Familie angetan wurde, auch wie die Ermittlungen abliefen haben mich erschüttert. Die Ermittlungsfehler von damals werden in dem Buch sehr gut recherchiert. Die Zweifel an dem Tatverdächtigen, der bis dato seit über zehn Jahren in Haft ist, werden aufgegriffen. Ich habe mich nach dem Beenden der Geschichte mit dem Fall noch etwas weiter beschäftigt und ich bin überzeugt, dass der falsche Mann unschuldig hinter Gittern sitzt und der wahre Täter, bzw. die Täter, draußen frei herumlaufen.
Die Autorin erzählt diesen True-Crime-Roman unheimlich spannend und authentisch. Der Schreibstil ist flüssig und detailliert, der für einen schnellen Lesefluss sorgt. Am Anfang konnte ich mir ein kurzes Bild von Annika und ihrer Familie machen. Eine ganz normale Familie, die von jetzt auf gleich das schlimmste erlebt, was eine Familie erleben kann. Die Schilderungen des Verschwindens, die Gründe der Täter bis hin zur Suche nach dem Mädchen haben mir eine Gänsehaut beschert. Die Ermittlungsfehler haben mich während des Lesens richtig wütend gemacht und ich war immer wieder am mitfiebern. Unglaubliches, was damals geschah und hier gedruckt wurde. Die Verzweiflung und das schreckliche Leid der Familie wurde emotional wiedergeben, ich habe mit den Protagonisten mitgelitten und ich konnte mich in dessen Ohnmacht wirklich hineinversetzen. Gerade für mich als Mutter ein Alptraum den man nicht beschreiben kann.
Der Roman besteht aus drei Teile. Kurze Kapitel werden aus verschiedenen Perspektiven der hier vorkommenden Protagonisten erzählt, die mit Ortsangaben und teilweise Uhrzeitangaben aus den Jahren 1981, 2010, 2011 und 2019 versehen sind. Dies macht die komplette Handlung nicht nur spannend, sondern auch abwechslungsreich. Da auch aus der Sicht der Täter geschrieben wird habe ich hier oft Wut verspürt und ich war von Anfang bis Ende komplett in den Bann gezogen. Die Journalistin Julia Neubacher begleitet und recherchiert im Jahre 2010 den damaligen Fall. Sie ist bei dem Zivilprozess von Martin Schön, dem Bruder der getöteten Annika dabei, der unter dem Strafprozess gegen Karl Leitmeir, dem Tatverdächtigen, damals gesundheitlich gelitten hat und er verklagt deshalb den hier genannten Täter auf Schadenersatz. Außerdem erhofft er sich aus dem Zivilverfahren endlich Gewissheit, ob Leitmeir wirklich schuldig ist. Hat er Annika am 15. September 1981 entführt und sie dann sterben lassen?
Die Vergangenheit hat bei mir deutlich mehr Emotionen hervorgerufen, doch die Gegenwart hat mich am Ende mit ziemlich heftigen Wendungen überrascht und mich ehrlich gesagt geschockt. Mich hat diese Geschichte auf jeden Fall auch nach dem Beenden des Buches nicht losgelassen. Nachdem, was ich aus der Presse usw. erfahren habe und was damals im Jahre 1981 in der Realität passierte, hoffe ich wirklich, dass die wahren Täter für dieses abscheuliche Verbrechen doch noch gefunden und bestraft werden und das der jetzige Verdächtige somit endlich seine Unschuld beweisen kann. Ein sehr emotionaler und aufwühlender True-Crime-Roman.
Bewertung
5/5
04.05.2021
Buch (Taschenbuch)
Was geschah wirklich im Sommer...
Was geschah wirklich im Sommer 1981?
Ungemein spannende True-Crime Story mit einem tollen Schreibstil, die die Leser*innen in Atem hält und sehnsüchtig auf Aufklärung hoffend zurücklässt.
Michael Sterzik
aus Wallenhorst
5/5
22.04.2021
Buch (Taschenbuch)
Tief unter die Haut - Tief in der Erde
Der vorliegende Titel: „Tief in der Erde“, erschienen im Goldmann Verlag, basiert auf einer tatsächlichen Entführung mit anschließendem Tod der zehnjährigen Ursula Herrmann. Das kleine Mädchen konnte nur tot geborgen werden, vergraben in einer Holzkiste, erstickt tief in der Erde – in einem Waldstück zwischen Schondorf und Eching am Ammersee. In einem Indizienprozess wurde fast 30 Jahre später ein Mann aus der Nachbarschaft zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt
1981, ein Dorf in Oberbayern. Die zehnjährige Annika Schön ist mit dem Fahrrad auf dem Heimweg von einer Freundin, doch sie kommt nie zu Hause an. Tage des qualvollen Wartens verstreichen, bis die Polizei einen erschütternden Fund macht – eine Kiste, vergraben im Wald, darin die Leiche des Mädchens, das dort erstickt ist. Eine mögliche Spur in das nahe gelegene Internat wird nur halbherzig verfolgt. Jahre später verurteilt man einen Verdächtigen, doch es bestehen Zweifel an seiner Täterschaft. Basierend auf dieser wahren Geschichte und ihren eigenen Recherchen hat Christa von Bernuth, selbst ehemalige Internatsschülerin, einen Roman geschrieben, der den alten Fall neu aufrollt – auf der Suche nach der Wahrheit, was damals wirklich geschah. (Verlagsinfo)
Die Autorin Christa von Bernuth hat diesen True Crime Thriller, den o.g. Kriminalfall eine Seele gegeben. Die hoch qualitative Spannung wirkt überzeugend, doch es gibt noch mehr was diesen Roman neben einer natürlichen, authentischen Atmosphäre auszeichnet. Man fühlt und spürt die Emotionen der Eltern, die Verzweiflung, die Ängste und auch die Hoffnung, dass die Tochter lebt. Christa von Bernuth schreibt mit einen brillanten, emotionalen Hammer – mit Schwung und einer fulminanten Durchschlagskraft überträgt sie genau diese Emotionen auf die Leser.
Es ist vom Vorteil, wenn man sich ggf. vor dem Leser, mit dem historischen Kriminalfall beschäftigt. Es gibt genug Quellen im Internet, die Dokumente, Berichte und auch Fotos liefern. Es geht nicht nur tief unter die Erde, es geht auch tief unter die Haut.
Auch dort wird man lesen, dass der Verurteilte, auch ein Justizopfer sein könnte. Indizien – sind keine Beweise und folgt man den historischen Fakten stellt sich heraus, dass Pleiten, Pech und Pannen dafür verantwortlich sind – neben dem persönlichen Versagen einzelner Ermittlungsbeamten - dass man diesen grausamen Kriminalfall nicht eher aufgeklärt hat. Zeugen sind verstorben – Dokumente nicht mehr auffindbar – Erinnerungen ausgelöscht, oder Menschen, die nichts mehr erzählen wollen.
Auch das wird von Christ von Bernuth im Roman verwendet. „Tief in der Erde“ hebt sich ein wenig von den gängigen True Crime Thrillern ab, nicht durch die Spannung sondern über eine sehr gefühlsbetonte erzählerische Qualität. Ihr Stil in diesem Roman ist ganz, ganz stark ausgeprägt.
Doch nicht nur die Eltern, und einer der Brüder finden sich auf der Bühne der Handlung wieder, auch die Beamten lassen sich etwas in die Seele blicken. Im Nachhinein wird sich der Leser erschrecken, dass die Polizei fast schon dilettantisch die Ermittlungen führte. Wurden sie von anderen gedeckt, gesteuert, manipuliert? Man wird diese letztlich nicht mehr aufklären können.
Die Vergangenheit hat hier deutlich mehr dazu beigetragen eine Spannung zu entwickeln und die Atmosphäre aufzubauen. Die Gegenwart befasst sich mit dem Indizienprozess und ist fast schon nebensächlich zu betrachten.
Doch es gibt auch Schwachpunkte. Die Zeit danach – nach dem Auffinden der Leiche des Mädchens, die Emotionen der Angehörigen wie auch die der Ermittlungsbeamten werden kaum erzählt. Unweigerlich schade.
Das Ende des Romans ist schwach – die Fragen, die Pleiten und Pannen, die hier offenbart wurden -. Schwingen erschöpfend mit.
Fazit
„Tief in der Erde“ von Christa von Bernuth geht „tief unter die Haut. Ein nachhaltiges Echo, dass das noch 30 Jahre später ein Grauen erzeugt. Die Autorin sollte man sich gut merken – Stil, Ausdruck und Sprache hochklassig. Ich hoffe, dass wir weitere True Crime Thriller von ihr lesen können.
Michael Sterzik
Christina Amberg
aus Stuttgart
5/5
02.04.2021
Buch (Taschenbuch)
Solider Krimi
Mein Eindruck:
Als ich das Buch in der Verlagsvorschau entdeckt habe, war ich sofort Feuer und Flamme, denn der Klappentext klang einfach zu gut.
Das Buch wird in zwei Zeitebenen erzählt in den 2010er und 1980er. Wir lernen gleich zu Anfang die Journalistin Julia Neubacher kennen, die in den Jahren 2010 ff. über den Mord an Annika Schön recherchiert und berichtet. In den 1980er Jahren lernen wir Annikas Familie kennen, allerdings auch die Täter, wie sie ihre Tat bis ins kleinste Detail planen. Die Autorin hat in ihrem Buch nicht nur die wahren Begebenheiten verbaut, sondern hat auch einiges an Fiktion mit einfließen lassen und das eine mit dem anderen verknüpft.
Der Einstieg gelang mir recht gut und die erste Hälfte des Buches ließ sich durch den angenehmen Schreibstil flüssig und leicht lesen. Auch war die Spannung in der ersten Hälfte konstant anwesend. Ab ca. der Hälfte ließ für mich die Spannung allerdings etwas nach und ich hatte das Gefühl, die Geschichte plätschert so vor sich hin. Dies änderte sich aber etwa 100 Seiten vor dem Ende wieder. Die Spannung wurde wieder angezogen und hielt sich auch konstant bis zum Ende.
Das Ende hat mich dann sehr überrascht und hat mir daher auch gut gefallen, weil ich damit überhaupt nicht gerechnet habe.
Auch die Darstellung der Charaktere gefiel mir meistens gut. Von Annika und ihrer Familie erfährt man recht viel und auch die Tiefe fehlt hier nicht. So konnte ich mich gut in sie hineinfühlen.
Julia Neubacher dagegen blieb für mich allerdings etwas blass und unnahbar. Hier hätte ich mir doch ein wenig mehr gewünscht.
Fazit:
Ein alles in allem solider Krimi, der mich die meiste Zeit doch gut unterhalten hat. Für Krimileser auf jeden Fall empfehlenswert.
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