»Grünberg ist auf dem Gipfel seines Könnens.« NRC Handelsblad.
Der fünfzehnte Roman des niederländischen Bestsellerautors Arnon Grünberg wird von Kritik und Publikum als Höhepunkt seines schon vielfach preisgekrönten Werkes gefeiert. Ein schockierender und humorvoller Roman über einen »unmenschlich guten« Psychiater. Wegen einer fehlgelaufenen Liebesgeschichte und falschen Anschuldigungen verliert Otto Kadoke seine Approbation als Psychiater in Amsterdam. Vor dem Nichts stehend, beschließt er, die Einladung seiner Verwandten Anat, einer fanatischen Zionistin, ins Westjordanland anzunehmen. Als der überzeugte Atheist und Anti-Zionist dort ankommt, muss er sich der Etikette halber zunächst als Anats Verlobter ausgeben, verliebt sich aber schließlich ernsthaft in sie. Sie willigt jedoch nur ein, ihn zu heiraten, wenn die beiden eine gottgefällige Ehe - das heißt mit vielen Kindern - führen, um das Heilige Land zu bevölkern und den Holocaust wettzumachen. Auf Kadoke warten viele Prüfungen. Ein Roman mit fast wahnwitzigen Wendungen und urkomischen Szenen, der zeigt, wie sehr die Vergangenheit unser Verhalten bestimmt. Die tragischkomische Liebesgeschichte des Antihelden Kadoke verwebt schonungslose Gesellschaftskritik, historische Analyse und die Untersuchung tiefmenschlicher, existenzieller Fragen. Ein Buch, das in den Niederlanden Begeisterungsstürme auslöste und auch in Deutschland seine Wirkung nicht verfehlen wird.
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Ein Meisterwerk! Sehr stark und sehr lesenswert!
Wedma am 05.05.2021
Bewertungsnummer: 1491012
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Ein Meisterwerk! Eine irre, skurrile Geschichte. Sehr stark und sehr lesenswert!
Schon der erste Satz hat einen „Wow!“ hervorgerufen. So einen ersten Satz sieht man nicht oft. Und so skurril geht es auch weiter, viel weiter, im direkten und übertragenen Sinne.
Oft musste ich schmunzeln, hin und wieder auflachen, und noch öfter, insb. in der zweiten Hälfte, wusste ich nicht recht, ob man hier lachen oder weinen sollte.
Diesen Mix aus dem Tiefgang, denn es geht hier um zwischenmenschliche Beziehungen, mehrdimensional betrachtet, tief in die menschliche Seele blickend, und dem oft skurrilen Humor, der hemmungslos alles auf die Schippe nimmt: Liebe, Sex, Ehe, Familie, Mann-Frau-, Mann-Mann-, Eltern-Kinder-Beziehungen, Kinderkriegen, Religiosität, Heimat uvm., sollte man auf sich wirken lassen. So etwas kann man nicht in einer Rezension vermitteln, das erlebt man lieber selbst, lesend.
Der Autor gibt seinen Lesern nicht nur sehr spannende, tiefgehende Gedanken über die o.g. Themenbereiche. Mit seinen Ausführungen lädt er ein, über diese Aspekte des Lebens nachzudenken und die Antworten für sich erarbeiten. Eine bemerkenswerte Verknüpfung aus Unterhaltung und geistiger Arbeit entsteht dabei.
Der Handlungsverlauf überrascht einen oft genug und immer unerwartet, von einer Seite, die man kaum vorausahnen kann.
In dem Sinne auch beschreibt der Klappentext den Inhalt sehr gut: „…Ein Roman mit fast wahnwitzigen Wendungen und urkomischen Szenen, der zeigt, wie sehr die Vergangenheit unser Verhalten bestimmt. Die tragischkomische Liebesgeschichte des Antihelden Kadoke verwebt schonungslose Gesellschaftskritik, historische Analyse und die Untersuchung tiefmenschlicher, existenzieller Fragen.“
Dabei ist der Stoff so zugänglich vermittelt, wie eine Vorabendserie, dass jeder diesen Roman lesen und davon profitieren kann.
Man kann seitenlang über diesen Roman referieren. Besser: selbst lesen. So ein Meisterwerk kommt nicht alle Tage. Also: Nicht verpassen!
satirische Autobiografie Ich…
Juti aus HD am 31.08.2021
Bewertungsnummer: 2750661
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
satirische Autobiografie Ich weiß nicht, ob es das genannte Genre gibt, aber der niederländische Autor nimmt alles aufs Korn, was ihm in seinem Leben begegnet. Ich kann dieses an Wendungen reiche Buch nicht bewerten, ohne auf den Inhalt einzugehen und bitte alle, die sich mehr Spannung bewahren wollen, nicht weiterzulesen. Das Buch beginnt mit einer Patientin eines Psychiaters, die sich erst das Leben nehmen wollte, jetzt aber nur wütend auf ihren Therapeuten Kadoke ist. Kadoke hatte sie zur Pflege seiner Mutter, die ursprünglich sein Vater war und wieder zum Vater wird eingesetzt, damit sie eine Lebensaufgabe hat. Auch der Vater möchte totgemacht werden. Damit thematisiert Grunberg mit Euthanasie und Geschlechtsumwandlung gleich zwei Themen, die in den liberalen Niederlanden niemanden aufregen und damit den Gedanken grüner Gesellschaftsschichten in Deutschland entspechen. Kern der ersten Kapitel des Romans ist aber, dass Kadoke wegen seiner „alternativen Therapie“ nicht mehr als Psychiater arbeiten darf, weil seine Patientin eine Schriftsteller gefunden hat, der ihre Geschichte unter dem Pseudonym „Walvisch“ aufgeschrieben hat und Kadoke eine Vergewaltigung seiner Patientin unterstellt. Seine Patientin nennt dann in einer Talkshow Kadokes richtigen Namen. Kadoke verliert seine Zulassung, weil er seine Unschuld nicht beweisen kann und wird antisemitisch beschimpft. Anstatt als gefallener Psychiater in Amsterdam zu bleiben, wandert Kadoke zu einer entfernten Cousine nach Israel aus, mit der kurz vorher auf dem heimischen Sofa Sex hatte, wo er als agnostischer Jude unter radikale jüdische Siedler gerät. Immerhin bezeichnet er sich als Verlobter seiner Cousine Anat und wird als Wunder gefeiert, weil Anats Freundinnen stets für einen Mann gebetet haben, damit sie viele Kinder kriegen kann. Da die beiden schon älter sind, hat Anats Mutter, die im Warten auf den Messias auf jegliche Reinigung der Wohnung verzichtet, im Gebet mit ihrem im Koma liegenden Rabbi die Erleuchtung bekommen, dass sie die Potenz des zukünftigen Ehemanns ihrer Tochter überprüfen muss, damit ihre Tochter nicht wie bei ihrem ersten Ehemann mit einem impotenten zusammen lebt. Kadokes Sex mit Anat unter Aufsicht der Mutter funktioniert zunächst nicht, da er Erektionsprobleme hat. Als der Leser schon denkt, die Ehe scheitert, nimmt die Mutter das „schreckliche Ding“ in den Mund und sucht mit der Taschenlampe in Anat, ob sie auch Samen bekommen hat. Doch anstatt nun als Deckhengst ein normales bürgerliches Leben zu führen, wählt Kadoke eine neue Affäre, diesmal zu einem Mann, damit auch noch die bisexuellen Werte nicht zu kurz kommen. Das Ende einer Satire wird, wie fast üblich, dermaßen übertrieben, dass ich es nicht mehr schildern möchte. Etwas Spannung soll ja doch erhalten bleiben. Ein nichtjüdischer Autor bekäme vermutlich Ärger, die Siedlungspolitik Israels so drastisch darzustellen, aber ich kann mir tatsächlich das Leben orthodoxer Juden so vorstellen. Weil Kadoke aber teilweise um der Geschichte willen unklug handelt und weil das Ende mir nicht gefällt, gibt es 4 Sterne. Mir hätte besser gefallen, wenn Anat einfach schwanger geworden wäre, aber das wäre für Grunberg wohl zu langweilig.
Meinung aus der Buchhandlung
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Menschen (Männer), die sich im Lauf ihres Lebens in zunehmend schwierigen Lebensumständen wiederfinden. Vielleicht könnte man so die Romane von Arnon Grünberg beschreiben? Aber das ist natürlich viel zu pauschal und wird der Vielfalt dieses Autors nicht gerecht.Mit einem herrlichen, jedoch im wahrsten Sinn des Wortes irrwitzigen Humor führt uns Grünberg durch diese Geschichte. Vielleicht muss man vor diesem Buch auch warnen, teilweise werden die Grenzen des »guten Geschmacks« überschritten. Eine gewisse Portion Zynismus und Sarkasmus könnten nötig sein, um dieser schrägen, teilweise etwas derben Erzählung mit Freude zu folgen.Es lohnt jedoch, sich darauf einzulassen, denn wer kennt die Situation nicht, dass es Wendepunkte im Leben gibt, die man versucht bestmöglich zu lösen. Und holt einen die Vergangenheit nicht oft genug ein?In diesem Fall folgen wir dem assimilierten Juden und Psychiater Kadoke, der abgeklärt wirkt, aufrichtig, freundlich, integer, und wohl doch einen Hang zu gewissen Abgründen hat bzw. sich unweigerlich in diesen wiederfindet. Wir lernen einige schräge Vögel kennen, die in einer ultraorthodoxe Siedlung den Zionismus sehr lebendig leben. Natürlich ist alles Fiktion, beinahe eine Persiflage, aber Grünberg kennt die historischen Hintergründe sehr genau und hält uns durch maßlose Übertreibungen einen Spiegel vor. Bleiben wir nicht selbst oft in alten Prägungen und Vorurteilen gefangen? Ist das Leben nicht wirklich oft sehr absurd? Am Beispiel von menschlichen Sehnsüchten und unterschiedlichen Lebensentwürfen wird deutlich, wie verfahren und schwierig der Nahostkonflikt tatsächlich ist, und überhaupt jegliche Verbindungen zwischen Menschen, Religion und Politik.All diese sehr menschlichen Verwirrungen und grotesken Verwicklungen lassen sich wie gesagt nur mit einer guten Portion Ironie ertragen. Auf dieser Ebene fliegt man mit viel Spaß und befreiendem Lachen geradezu durch dieses Buch, man muss wissen, wie es weitergeht.
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