Mai 1924: Zelda und F. Scott Fitzgerald beschließen, ein Jahr lang der Hektik New Yorks zu entfliehen. Das rebellische Südstaatenmädchen hat sich an Scotts Seite zum glamourösen Star jeder Party entwickelt. Aber während er in Südfrankreich an >Der große Gatsby< schreibt, dem Roman, der Schulden begleichen und ersehnten Weltruhm bescheren soll, fängt der lebenshungrige Flapper an, sich zu langweilen. Und zum ersten Mal seit langem beschäftigen Zelda Gedanken an die eigene künstlerische Selbstverwirklichung. Sie begreift, dass Scott ihr Talent für seine Bücher ausnutzt und ihre Schreibambitionen geschickt verhindert. Als junge Mutter überfordert und als Ehefrau enttäuscht, stürzt sich Zelda in den »Sommer der 1.000 Partys« und beginnt eine Liaison mit dem Piloten Édouard Jozan. Die Ménage-à-trois ist Auftakt einer bühnenreifen Ehekrise, gleichzeitig befeuern Zeldas Kapriolen Scotts Kreativität - ungeniert bedient er sich an ihrer beider Leben, um seinen Jahrhundertroman über verlorene Illusionen und die große Liebe zu schreiben. Wird das schillernde Literatenpaar das Drama überstehen?
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Mandel120999
5/5
02.06.2021
eBook (ePUB)
Grandioser Roman über das ausschweifende Leben der Fitzgeralds
Joséphine Nicolas beleuchtet in ihrem Roman die Jahre 1924/25, die wohl zur aufregendsten Zeit im Leben des legendären Ehepaars Zelda und F.Scott Fitzgerald zählen.
Als Leser begleitet man die beiden und ihre kleine Tochter Scottie auf ihrem Weg von Long Island nach Paris, Saint-Raphaël bei Antibes, schließlich nach Rom und Capri. Von Anfang an faszinieren die Fitzgeralds durch ihre Egozentrik, ihren ausschweifenden Lebensstil. Doch Joséphine Nicolas lässt den Leser auch unter die äußere Hülle schauen, wo sich die Unsicherheiten und Ängste des Paares offenbaren.
Die Autorin liefert ein grandioses, detaillgetreues und authentisches Bild all der Gesellschaften und Partys, deren strahlender Mittelpunkt die Fitzgeralds waren.
Gleichzeitig erlebt man hautnah mit, wie Fitzgerald an seinem Meisterwerk "Der große Gatsby" schrieb. Gefühlvoll wird die Beziehung zwischen Zelda und dem Piloten Édouard Jozan dargestellt, die zu einem Debakel für die Fitzgeralds führt.
Unbedingt erwähnenswert ist die wundervolle Sprache, die sich in ihrer Poesie und Ausdruckskraft der von Fitzgerald annähert.
Fazit: Ein wundervolles Buch, das einen auf eine Reise mit und zu den Fitzgeralds mitnimmt, die man nicht so rasch vergisst.
luisa
aus NRW
4/5
04.07.2021
eBook (ePUB)
L'ennui d'été - Ein langer Sommer
Die Tage mit Gatsby sind berauschend, heiß, lang, schwül und auch lethargisch. Die Nächte werden von Parties bestimmt.
Joséphine Nicolas ist es gelungen, den Geist der Zwanziger, den "Tanz auf dem Vulkan" und die Zügellosigkeit in einem nicht enden wollenden Sommer an der französischen Riviera auf Papier zu bannen und zu feiern. Dazu erschafft sie eine greifbare und lebhafte Charakterisierung der Frau an der Seite des großen F. Scott Fitzgerald, deren emotionale Untiefen sie absolut authentisch und nachvollziehbar ausleuchtet, ohne sich in zu großer Empathie oder Nähe für Zelda zu ergehen. So erfährt man Zelda als sehr lebensechte Figur, die man zwar nicht unbedingt mag, aber ihrer Schattenposition wegen zeitweise bedauert. Durch die gewählte Ich-Perspektive bleibt natürlich stets fraglich, wieviel von Zeldas Wahrnehmung objektiv der Wahrheit entspricht und wieviel nur dem eigenen Geltungsdrang, der eigenen Unzufriedenheit in der Ehe und mangelnder Aufmerksamkeit durch den Gatten geschuldet ist. Ebenso führt die Perspektive dazu, dass Fitzgerald selbst zu einer marginalen Randfigur wird, die in Zeldas Lebenswelt auch eine immer kleinere und auch etwas eindimensionale Rolle einnimmt, denn in Zeldas Leben ist Zelda der Star und der Hedonismus das vorrangige Lebensprinzip.
Sprachlich würde ich den Roman schon fast als "gewaltig" bezeichnen. Er strotzt vor Metaphern, Vergleichen und ungewöhnlichen Wortkombinationen, um Atmosphäre zu schaffen. Auf den ersten Seiten ist das allerdings schon zu viel des Guten, etwas dosierter eingesetzt, würde jedes einzelne Element viel mehr strahlen, so wird es einfach zu üppig und prächtig und vor allem leider auch manchmal gekünstelt. Zum Glück reduziert sich dieser Stil im Verlauf des Romans und pendelt sich auf das genau rechte Maß ein.
Ein Manko ist für mich jedoch die relative Handlungsarmut, denn eigentlich passiert in diesem langen Sommer nichts, was eine Geschichte so richtig vorantreibt. Viele Kapitel beschreiben ein Ereignis, das dann abbricht und im Folgekapitel - wenn überhaupt - nur noch eine nachgeordnete Rolle spielt. Hier fehlte mir sowohl die verbindende Linie als auch einfach eine gewisse Handlungsrelevanz.
Nichtsdestotrotz ein schöner und auch lesenswerter Roman - vor allem für einen langen, heißen Sommer, in dem man in eine Welt des süßen Nichtstuns eintauchen mag.
lielo99
aus Bad Münstereifel
4/5
21.06.2021
eBook (ePUB)
Ein Leben auf der Überholspur
Zelda und F. Scott Fitzgerald zählen zur Highsociety New Yorks. Auffallen um jeden Preis, so könnte das Verhalten Zeldas geschildert werden. Beide wollen Abstand von den USA erhalten und es zieht sie nach Europa. In Frankreich lassen sie sich zunächst in Paris und später dann im Süden des Landes nieder. Zelda stürzt sich von einem Abenteuer ins nächste. Sie fühlt sich vernachlässigt und beginnt vor lauter Frust eine Affäre. Das sorgt für dauerhaften Streit und viel Zündstoff in ihrer Beziehung. Der übermäßige Alkoholgenuss tut sein übriges und die beiden stehen vor dem Ende ihrer Beziehung.
„Der große Gatsby“ ist das bekannteste Buch von F. Scott Fitzgerald und während das Ehepaar in Frankreich weilte, wurde es von ihm geschrieben. Die „Tage mit Gatsby“ beschreibt sehr ausführlich die Entstehungsgeschichte des Romans und erschien im #dumontbuchverlag. Dabei war auch Zelda durchaus talentiert und wollte zunehmend ihre eigenen Kurzgeschichten veröffentlichen. Das ließ F. Scott nicht zu. Dass seine Frau sich darüber ärgerte, ist wohl verständlich.
Immer wieder zitiert die Autorin aus dem Buch „Der große Gatsby und schildert die Diskussionen des Paares während des Schreibprozesses. Immer wieder lässt Fitzgerald sich von seiner Frau beraten und es fällt auf, dass die Figuren ihnen beiden sehr ähneln. Der Roman zeigt sicher etliche Fakten über die Fitzgeralds und das schreibt die Autorin Joséphine Nicolas auch im Anhang. Sie recherchierte intensiv und nahm zudem die Briefe, welche zwischen Zelda und Scott hin- und hergingen als Grundlage für das Buch. Es ist in lebendiger Sprache geschrieben und die Charaktere so, wie die Autorin sich diese vorstellte. Ein Roman, der mich in die damalige Zeit eintauchen ließ und gut unterhalten konnte.
Lucy B. Kamp
5/5
13.08.2022
Buch (Taschenbuch)
Die Fitzgeralds
„Tage mit Gatsby“ von Joséphine Nicolas
Gatsby lässt an den weltberühmten Roman von F. Scott Fitzgerald „Der große Gatsby“ denken, an Verfilmungen mit Robert Redford und Mia Farrow oder Leonardo DiCaprio und Carrey Mulligan. An Glamour, Champagner, beschwingtes Leben.
F. Scott Fitzgerald reiste mit Ehefrau Zelda 1924 nach einem Jahr in New York voller Partys und zu hohen Geldausgaben nach Paris, von dort weiter nach Südfrankeich, wo er seinen Roman schreiben wollte. Die Ambitionen und auch das Talent zum Schreiben seiner Frau ignorierte er, drängte es gar zurück. Fitzgerald hatte keine Hemmungen, sich an Zeldas Ideen zu bedienen oder ihre Worte zu benutzen. Wie lebte Zelda damit, was machte es aus ihr?
Die Autorin Joséphine Nicolas vermittelt einen gefühlvollen Einblick in Zelda Fitzgeralds Seelenleben, schenkt uns „Tage mit Gatsby“.
Wir begleiten dieses schillernde Paar, werfen einen Blick auf ihre große Liebe, erleben ihre ebenso große Tragik. Die Erzählweise aus der Perspektive von F. Scott Fitzgeralds Ehefrau Zelda ist so gut, dass man mit dieser Figur verschmilzt und sie auf eine sehr intime Weise kennenlernen darf. Mit diesem Roman setzt Joséphine Nicolas Zelda Fitzgerald ein Denkmal. Eine Hommage an eine Frau voller Lebenslust, Liebe, Ambitionen. Dennoch ist Zelda Fitzgerald nicht glücklich geworden, aber ist es nicht so, dass es Menschen ruiniert, wenn sie gegen sich selbst leben müssen?
Ein wundervolles Buch, anschaulich, atmosphärisch, biografisch, interessant, unterhaltsam und nachdenklich machend. Es schildert nur eine Spanne der Lebenszeit zweier berühmter Menschen und sagt doch so viel mehr.
F. Scott Fitzgerald schaffte tatsächlich in diesem besagten Jahr 1924 seinen großen Roman zu schreiben. „Der große Gatsby“. Damals wurde vielleicht auch der Grundstein für Zeldas wachsende Traurigkeit gelegt. Die Autorin Joséphine Nicolas schildert sehr feinfühlig, wie eng das Leben der Romanfigur Gatsby mit den Fitzgeralds verknüpft ist.
Das Buch, ein wahrer Lesegenuss, eine Einladung in eine schillernde Zeitepoche und verschweigt dennoch nicht die darin liegenden dunklen Stunden. Die Autorin ist für mich eine wunderbare neue Entdeckung, ein Erzähltalent.
Zelda Fitzgerald, vom braven Südstaatenmädchen zum schillernden Partygirl bis zu psychisch kranken Figur. Wie viel Anteil hatte ihr Ehemann an ihrem tragischen Schicksal und wie hätte vielleicht alles sein können. Selbst ihre Flucht in eine Liebe zu einem Piloten hat kein gutes Ende gefunden. Tragik ist der rote Faden ihres Lebens. Zelda Fitzgerald, als Frau ein Opfer ihrer Zeit? Gepresst in eine Rolle, die sie auszufüllen hatte? Gehindert daran, die Rolle auszufüllen, in die sie gepasst hätte?
Die Zwanziger Jahre, Roaring Twenties, Gatsby, Fitzgerald, New York, Paris, Südfrankreich. Begriffe dieser besonderen Zeit. Dieser Roman erzählt im Hier und Jetzt 1924 und in Rückblenden davon was die „Tage mit Gatsby“ aus F. Scott und Zelda Fitzgerald machten.
Bewertung
5/5
20.06.2022
Buch (Taschenbuch)
Berührende Würdigung
„Tage mit Gatsby“, viele waren es, die mich verzaubert haben, mich mitnahmen auf rauschende Feste im Pariser Nachtleben und leuchtende Sommertage an der Cote Azur. Kaum ein Buch vermochte es in den letzten Jahren, mich so tief hineinzuziehen in das Erzählte.
Joséphine Nicolas zeichnet in ihrem Roman einen Ausschnitt aus der Welt des Schrifstellerpaares Scott F. und Zelda Fitzgerald der Jahre 1924/25.
Es sind Zelda Fitzgeralds Erinnerungen und Gedanken, von der Autorin überaus feinsinnig in Worte gefasst. Skizziert sie zunächst das Leben Zeldas mit ihrem Mann in den Roaring Twenties New Yorks, wird damit die Stimmung der Zeit deutlich. Fortgesetzt wird die Schilderung mit der Reise des Jetset-Paars nach Frankreich im Frühjahr 1924.
Mit nur wenigen, aber nuanciert gesetzten Worten gelingt es Joséphine Nicolas, die Landschaft und Stimmung des südfranzösischen Sommers. Sie waren die wunderbare Untermalung für die schönen, heißen, aufregenden, bitteren und so dichten Erlebnisse Zeldas in diesen Monaten, während Scott, inspiriert und unterstützt durch Zelda, seinem größten Bucherfolg „Der große Gatsby“, zum Leben verhalf.
Die Stationen sind authentisch, darüberhinaus läßt Nicolas einfühlsam das Paar über ihre geistreichen Dialoge lebendig werden, auch heftige Krisen werden erlebbar. Ob schmerzvolle Episoden oder schillernde Eskapaden, all dies ist so gewandt und kunstvoll in Worte gefasst, daß ich wie gebannt das Buch nicht aus den Händen legen mochte. Ich lebte mit Zelda, begleitete sie durch diese Zeit - sehr berührend!
Eine bittere Ironie wird deutlich: Zelda Fitzgerald wird mit diesem Roman nun etwas zuteil, das ihr berühmter Mann ihr selten geben konnte: die Aufmerksamkeit und Anerkennung, die ihre ideenreiche, sprühende Persönlichkeit und ihr eigenes überragendes Talent eigentlich verdient hätte.
Durch Joséphine Nicolas schriftstellerisches Vermögen wurde Zelda lebendig für mich. Aus der Bibliographie wird deutlich, wieviel Recherche und Vorarbeit in das Projekt geflossen ist. Daraus hat die Autorin ein so wunderbares und emotionales Buch gewoben, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.
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