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Geschichten mit Marianne

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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Fred Schreiber

Spieldauer

3 Stunden und 38 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

25.11.2020

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

20

Verlag

WTF-Music

Sprache

Deutsch

EAN

4061707466434

Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

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Fred Schreiber

Spieldauer

3 Stunden und 38 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

25.11.2020

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

20

Verlag

WTF-Music

Sprache

Deutsch

EAN

4061707466434

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Groteske Versuchsanordnung…

Bories vom Berg aus München am 13.09.2020

Bewertungsnummer: 2732319

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Groteske Versuchsanordnung Der neue Band von Xaver Bayer mit dem deskriptiven Titel «Geschichten mit Marianne» enthält zwanzig Kurzgeschichten, in denen genannte Dame jeweils als Initiatorin, Begleiterin, Partnerin, Stichwortgeberin und sogar als Domina fungiert. Gemeinsam ist ihnen, dass alle diese zunächst harmlos beginnenden Geschichten einen völlig unerwarteten Verlauf nehmen, der kafkaeske Züge trägt. Das wird besonders deutlich in einer als Schnitzeljagd per WhatsApp angelegten, grotesken Erzählung, deren Handlungsort ein verfallenes «Schloss» ist. Man muss sich als Leser also auf allerlei Überraschungen gefasst machen, die allesamt irreal erscheinen und einen traumatischen Verlauf nehmen. Ein namenloser Ich-Erzähler ist mit der titelgebenden Protagonistin liiert, die Beiden wohnen nicht zusammen, leben aber häufig für einige Zeit in Mariannes diversen Domizilen. Während man von Marianne nur erfährt, dass sie sehr wohlhabend ist, deutet beim Ich-Erzähler, der in ihrer Wohnung immerhin seinen Schreibtisch stehen hat, einiges darauf hin, dass er mit Literatur zu tun hat, aber sicher ist auch das nicht. In diesen jeweils für sich stehenden Kurzgeschichten bleibt immer alles vage, was dem Leser reichlich Raum für allerlei Assoziationen und eigene Deutungen lässt. Die unbetitelten Geschichten, meist ausgelöst durch die spontane Abenteuerlust der Beiden, kippen nach einem zunächst plausibel erscheinenden Anfang plötzlich ins Irreale ab. Gleich in der ersten Geschichte ist Er bei Ihr zum Essen eingeladen, Marianne serviert ihm ein mehrgängiges Menü, während direkt vor der Haustür Terroristen ein Massaker anrichten. Nach dem seelenruhig eingenommenen Essen greifen die beiden Gourmets schließlich mit den Gewehren des Vaters in den Straßenkampf ein, wobei Marianne schon bald tödlich getroffen zusammensinkt. Ähnlich makaber endet der dörfliche Perchtenlauf, aus dem plötzlich blutiger Ernst wird, und auch ein Waldspaziergang wird unversehens zu einer tödlichen Treibjagd auf Menschen. Eine Spazierfahrt mit dem Auto, die immer weiter in unbekanntes Gelände führt, wird zur Falle und endet in einem Kreisel, aus dem es kein Zurück mehr gibt. Im Fahrstuhl zu Mariannes Wohnung zeigt das Display schon die 18te Etage an, obwohl das Haus nur zwölf hat, der Aufzug fährt einfach immer höher. In einer anderen Geschichte berichte er ihr am Telefon von zwei Drohnen, die ihn plötzlich auf allen seinen Wegen begleiten und nicht abzuschütteln sind; auch als er sie in eine Falle lockt und zerstört, sind sie bei nächster Gelegenheit wieder da. Nach einem Flohmarktbesuch, bei dem die Beiden wegen der Unkenntnis der Verkäufer äußerst Wertvolles für lächerliche Beträge ergattert haben, zerstören sie, zuhause angekommen, bei einem Glas Wein genüsslich ihre Beute. Zunächst geht ihre kostbare Brocard-Vase in Stücke, es folgen das Aquarell von Joseph Beuys und die rare Erstpressung einer LP von Can, zuletzt verbrennen sie Stück für Stück seinen ganzen Bücherkarton voller Rarissima im Ofen. Auf dem Weg zu einem Swinger-Club diskutieren die Beiden über die beste Art, sich das Leben zu nehmen, und dieses Thema beherrscht dann auch den gesamten Aufenthalt in diesem Etablissement, dessen erotische Verheißungen allesamt ungenutzt bleiben. Man merkt den Geschichten die Neugier an, mit der ihr Autor seine skurrilen literarischen Irrfahrten inszeniert, um damit seine Protagonisten in die absurdesten Situationen zu stürzen. Er tut dies in einem gefälligen Plauderton, viele seiner Kurzgeschichten beginnen denn auch völlig unverfänglich, geradezu spielerisch mit einer harmlosen Idee, womit er das bald ins Makabre kippende Geschehen wirkungsvoll konterkariert. Von diesem Wettstreit zwischen Wirklichkeit und Traum wird in angenehm lesbaren, teilweise amüsanten, aber immer auch nachdenklich machenden Geschichten erzählt, die unerwartet zum Albtraum werden. Aus übermütigem Spiel wird in einer Art grotesken Versuchsanordnung plötzlich immer bitterer Ernst.

Groteske Versuchsanordnung…

Bories vom Berg aus München am 13.09.2020
Bewertungsnummer: 2732319
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Groteske Versuchsanordnung Der neue Band von Xaver Bayer mit dem deskriptiven Titel «Geschichten mit Marianne» enthält zwanzig Kurzgeschichten, in denen genannte Dame jeweils als Initiatorin, Begleiterin, Partnerin, Stichwortgeberin und sogar als Domina fungiert. Gemeinsam ist ihnen, dass alle diese zunächst harmlos beginnenden Geschichten einen völlig unerwarteten Verlauf nehmen, der kafkaeske Züge trägt. Das wird besonders deutlich in einer als Schnitzeljagd per WhatsApp angelegten, grotesken Erzählung, deren Handlungsort ein verfallenes «Schloss» ist. Man muss sich als Leser also auf allerlei Überraschungen gefasst machen, die allesamt irreal erscheinen und einen traumatischen Verlauf nehmen. Ein namenloser Ich-Erzähler ist mit der titelgebenden Protagonistin liiert, die Beiden wohnen nicht zusammen, leben aber häufig für einige Zeit in Mariannes diversen Domizilen. Während man von Marianne nur erfährt, dass sie sehr wohlhabend ist, deutet beim Ich-Erzähler, der in ihrer Wohnung immerhin seinen Schreibtisch stehen hat, einiges darauf hin, dass er mit Literatur zu tun hat, aber sicher ist auch das nicht. In diesen jeweils für sich stehenden Kurzgeschichten bleibt immer alles vage, was dem Leser reichlich Raum für allerlei Assoziationen und eigene Deutungen lässt. Die unbetitelten Geschichten, meist ausgelöst durch die spontane Abenteuerlust der Beiden, kippen nach einem zunächst plausibel erscheinenden Anfang plötzlich ins Irreale ab. Gleich in der ersten Geschichte ist Er bei Ihr zum Essen eingeladen, Marianne serviert ihm ein mehrgängiges Menü, während direkt vor der Haustür Terroristen ein Massaker anrichten. Nach dem seelenruhig eingenommenen Essen greifen die beiden Gourmets schließlich mit den Gewehren des Vaters in den Straßenkampf ein, wobei Marianne schon bald tödlich getroffen zusammensinkt. Ähnlich makaber endet der dörfliche Perchtenlauf, aus dem plötzlich blutiger Ernst wird, und auch ein Waldspaziergang wird unversehens zu einer tödlichen Treibjagd auf Menschen. Eine Spazierfahrt mit dem Auto, die immer weiter in unbekanntes Gelände führt, wird zur Falle und endet in einem Kreisel, aus dem es kein Zurück mehr gibt. Im Fahrstuhl zu Mariannes Wohnung zeigt das Display schon die 18te Etage an, obwohl das Haus nur zwölf hat, der Aufzug fährt einfach immer höher. In einer anderen Geschichte berichte er ihr am Telefon von zwei Drohnen, die ihn plötzlich auf allen seinen Wegen begleiten und nicht abzuschütteln sind; auch als er sie in eine Falle lockt und zerstört, sind sie bei nächster Gelegenheit wieder da. Nach einem Flohmarktbesuch, bei dem die Beiden wegen der Unkenntnis der Verkäufer äußerst Wertvolles für lächerliche Beträge ergattert haben, zerstören sie, zuhause angekommen, bei einem Glas Wein genüsslich ihre Beute. Zunächst geht ihre kostbare Brocard-Vase in Stücke, es folgen das Aquarell von Joseph Beuys und die rare Erstpressung einer LP von Can, zuletzt verbrennen sie Stück für Stück seinen ganzen Bücherkarton voller Rarissima im Ofen. Auf dem Weg zu einem Swinger-Club diskutieren die Beiden über die beste Art, sich das Leben zu nehmen, und dieses Thema beherrscht dann auch den gesamten Aufenthalt in diesem Etablissement, dessen erotische Verheißungen allesamt ungenutzt bleiben. Man merkt den Geschichten die Neugier an, mit der ihr Autor seine skurrilen literarischen Irrfahrten inszeniert, um damit seine Protagonisten in die absurdesten Situationen zu stürzen. Er tut dies in einem gefälligen Plauderton, viele seiner Kurzgeschichten beginnen denn auch völlig unverfänglich, geradezu spielerisch mit einer harmlosen Idee, womit er das bald ins Makabre kippende Geschehen wirkungsvoll konterkariert. Von diesem Wettstreit zwischen Wirklichkeit und Traum wird in angenehm lesbaren, teilweise amüsanten, aber immer auch nachdenklich machenden Geschichten erzählt, die unerwartet zum Albtraum werden. Aus übermütigem Spiel wird in einer Art grotesken Versuchsanordnung plötzlich immer bitterer Ernst.

Es sind obskure Geschichten,…

yellowdog am 11.09.2020

Bewertungsnummer: 2994068

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Es sind obskure Geschichten, die der Icherzähler zum Besten gibt. Alle sind verknüpft durch die Hauptfiguren. Gleich zu Beginn ein Knalleffekt. Während auf der Straße Chaos herrscht, es wird geschossen und Kämpfe zwischen Terroristen und Polizisten toben, sitzen der Icherzähler und seine Freundin Marianne gelassen beim Abendessen. Die Grenzen zwischen Realität und Phantasie verschwimmen. Der Kontrast zwischen Gewalt und Frieden in dieser Szene hat seine irritierende Wirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. In den Folgegeschichten geht es ruhiger, aber weiterhin ungewöhnlich zu. Der Effekt verpufft aber langsam. Manche Passagen, in denen Marianne sich austobt, sind vulgär. Ich persönlich habe viel Distanz zu Xaver Bayers Weltsicht, aber das ist natürlich kein literarisches Kriterium. Was bleibt ist immerhin bemerkenswerter Wortwitz und Einfallsreichtum.

Es sind obskure Geschichten,…

yellowdog am 11.09.2020
Bewertungsnummer: 2994068
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Es sind obskure Geschichten, die der Icherzähler zum Besten gibt. Alle sind verknüpft durch die Hauptfiguren. Gleich zu Beginn ein Knalleffekt. Während auf der Straße Chaos herrscht, es wird geschossen und Kämpfe zwischen Terroristen und Polizisten toben, sitzen der Icherzähler und seine Freundin Marianne gelassen beim Abendessen. Die Grenzen zwischen Realität und Phantasie verschwimmen. Der Kontrast zwischen Gewalt und Frieden in dieser Szene hat seine irritierende Wirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. In den Folgegeschichten geht es ruhiger, aber weiterhin ungewöhnlich zu. Der Effekt verpufft aber langsam. Manche Passagen, in denen Marianne sich austobt, sind vulgär. Ich persönlich habe viel Distanz zu Xaver Bayers Weltsicht, aber das ist natürlich kein literarisches Kriterium. Was bleibt ist immerhin bemerkenswerter Wortwitz und Einfallsreichtum.

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