Wo sich noch in der Mitte des 19. Jahrhunderts Teiche, Wiesen und Gärten erstreckten und die Rote und die Schwarze Wasserkunst die Leipziger Bevölkerung mit Trinkwasser versorgten, entstand zwischen 1880 und 1910 ein exklusives Viertel mit prächtigen Villen und großbürgerlichen Wohnhäusern. Nachdem 1884 das »Neue Concerthaus« und 1887 ein neues Gebäude für das »Königliche Conservatorium für Musik« eingeweiht worden waren, nannte man das Quartier im Volksmund bald Musikviertel. Im Mittelpunkt stehen die bis heute erhaltenen Hauptwerke der Architektur des Historismus wie das Reichsgericht (heute Bundesverwaltungsgericht), die Universitätsbibliothek, die Hochschule für Grafik und Buchkunst und die Hochschule für Musik und Theater. Obwohl viele Wohn- und Geschäftshäuser den Bomben des Zweiten Weltkriegs zum Opfer fielen, bildet das Musikviertel heute mehr denn je ein Zentrum des exklusiven Wohnens wie des studentischen Lebens.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
aus Heyerode
5/5
26.05.2025
Buch (Taschenbuch)
Die Nordvorstadt Leipzigs entdecken
Ich mag Leipzig, es gibt dort soooo viel zu sehen und zu erleben. Die Stadt ist einfach besonders, für mich auch wegen des Bezuges zum Buch und zur Literatur.
Ich habe schon einige Stadtführer zu Leipzig - nun habe ich mir noch einen zugelegt, der in die kleinste Handtasche passt. Er ist aus dem Hause des Leipziger Lehmstedt Verlages und thematisiert die Nordvorstadt.
Wir steigen ein in diesen Stadtführer mit den Infos zur Geschichte "Gestern und Heute" Der eigentliche Spaziergang beginnt beim Hotel Astoria. 40 Anlaufpunkte sind es, die im Buch erläutert werden - in Wort und Bild. Hinten im Buch aufklappbar gibt es einen farbigen Stadtplan mit der eingezeichneten Route der 40 Stationen.
Wie man es von den kompakten Stadtführern aus dem Hause Lehmstedt kennt, gibt es auch seitlich neben den eigentlichen Texten mitunter rot gedruckt kleine Biografien von Persönlichkeiten des Stadtteils.
Prima - sehr informativ und reich bebildert.
MaWiOr
aus Halle
5/5
26.11.2016
Buch (Taschenbuch)
Der Leipziger Stadtteil…
Der Leipziger Stadtteil Plagwitz war bis zu seiner Eingemeindung 1891 eine selbstständige Gemeinde, die aber bereits im 19. Jahrhundert durch viele Industrieansiedlungen geprägt war. Nach der dramatischen Deindustrialisierung nach der Wende entwickelt sich Plagwitz nun wieder zu einem beliebten Wohngebiet. Hein Peter Brogiato unternimmt in seinem schmalen Stadtführer eine Exkursion durch weite Teile des Stadtviertels und angrenzende Gebiete. Sein Spaziergang beginnt am Elsterflutbett mit der Klingerbrücke und dem Karl-Heine-Denkmal und führt dann über die Karl-Heine-Straße vorbei an prächtigen Villen der Gründerzeit, die nach einer liebevollen Sanierung wieder in alter Schönheit erstrahlen, und an den Gebäudekomplexen des ehemaligen Kaufhauses Joske sowie des ehemaligen Joseph-Konsums. Zwei kurze Abstecher führen zur Philippuskirche und zur Helmholtzschule bzw. zur ehemaligen Baumwollspinnerei. Über die Markranstädter und Naumburger Straße geht es dann direkt „ins Herz“ des ehemaligen Plagwitzer Industriegebietes. Einige Gebäude auf dem weitläufigen, 2,5 Hektar großen Areal wurden nach 2000 abgerissen, aber einige wenige unter Denkmalschutz stehende Bauten existieren noch, wie ehem. Philipp Swiderski, Unruh & Liebig oder die Eisengießerei Kaspar Dambacher. Über die Zschochersche und Weißenfelser Straße führt der Spaziergang schließlich zum Ausgangspunkt zurück. An insgesamt 46 Sehenswürdigkeiten und Baudenkmälern macht der Autor Halt und gibt in den jeweiligen Begleittexten zahlreiche historische und architektonische Informationen zu ihnen. Darüber hinaus werden sie alle mit einem Farbfoto vorgestellt. Über Leipziger Persönlichkeiten, benachbarte Baudenkmäler oder andere interessante Fakten geben weitere Rand-Informationskästen Auskunft. Insgesamt ein sehr kompakter und stabiler, aber auch ansprechender Plagwitz-Führer, der bequem in die Jackentasche passt. Wie vom Verlag zu erfahren war, sind weitere „Leipziger Spaziergänge“ geplant.
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