Border Collies gelten als die besten Hütehunde der Welt. In Schottland und Irland bringt man ihnen bei, eine Herde weitestgehend selbständig zu hüten.
Barnie, ein Border Collie mit großartigem Stammbaum, hat schon bei fünf Herden versagt. Immer wieder überwältigt ihn seine panische Angst vor Schafen, die auf einem schlimmen Erlebnis beruht.
Schafe merken so etwas natürlich schnell und haben es immer schamlos ausgenutzt und seine Angst damit vermehrt.
Seine letzte Chance ist die Probezeit bei Schäfer Bastian. Dort trifft er auf eine neugierige junge Heidschnucke, die schon immer mehr sein wollte als ein dummer grasfressender Wollteppich.
Sie heißt Zuckerschnucke und versteckt ihre Intelligenz gut, denn sie fürchtet die Boshaftigkeit ihrer denkfaulen Mitschafe. Sie ahnt, dass der gutmütige Barnie ein Außenseiter ist wie sie selber, und will ihn heimlich bei den Hüte-Tests unterstützen. Dabei entdeckt sie zu ihrer Verblüffung andere intelligente Ausnahme-Schafe. Acht Schnucken und Lämmer tun sich zusammen und machen mit, obwohl - oder gerade weil - es absurd scheint, einem Hund zu helfen. Nachts tüfteln sie in ihrem Geheimclub Strategien aus und versuchen schlauer zu sein als Schäfer, Haupthund und Herde. Schließlich müssen sie aber einsehen, dass gut gemeint das Gegenteil von gut ist. Und doch findet sich für Barnie eine glückliche Lösung, mit der alle zufrieden sind, sogar der eifersüchtige Haupthund Gobbo, der Barnie anfangs gar nicht leiden konnte.
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Tolles Buch - nicht nur für Kinder! Mal etwas anderes: mit Tiefgang zwischen den Zeilen und Leichtigkeit beim Schreibstil
Bewertung aus Feldkirch am 10.08.2021
Bewertungsnummer: 1547688
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Wie viele Veröffentlichungen (Hörspiele, Bücher) von Marieluise Ritter "auch" für Kinder - aber definitiv nicht nur!
Ihre Geschichten sind so vielschichtig, es gibt immer Aspekte, die die Kinder schneller aufgreifen, andere regen v.a. Erwachsene zum Nachdenken an.
In diesem Buch sind Barnie (Border Collie) und Zuckerschnucke (Heidschnucke) wieder sympathische, aufgeweckte und sensible Hauptcharaktere, die mit unterschiedlichen Herausforderungen zu kämpfen haben.
Aufgrund der abwechslungsreichen und kreativen Schreibweise ist dieses Buch für Kinder schön zu lesen.
Die schönen Bilder runden die Geschichte toll ab - es hätten ruhig noch mehr Bilder sein dürfen!
Wir haben den Großteil des Buches zusammen gelesen (Kinder sind 8 und 10), weil wir dann gemeinsam lachen, mitbibbern, überlegen und diskutieren konnten und es gemeinsam einfach grad noch mal so viel Spaß gemacht hat. Wenn die Länge nicht den Rahmen sprengen würde: es wäre auch ein tolles Hörspiel geworden.
Die Geschichte zeigt auf, dass es trotz vieler Gemeinsamkeiten (bei Schafen, Hunden, Menschen....) zum Glück auch Unterschiede gibt. Dass es nicht immer gut oder richtig sein muss, dem Standard (welchem Standard und wer definiert den überhaupt?) zu entsprechen, sondern dass es für jeden einen individuellen Weg gibt, sein Glück & seinen Seelenfrieden zu finden.
Und dass manchmal sehr viel mehr mitfühlende und mitdenkende Seelen (Schafe, Hunde, Menschen) in der Nähe sind, als man auf den ersten Blick denkt.
Nebenbei haben wir auf unaufdringliche Weise auch noch viel Wissenswertes rund um Schafe, Schäfer & ihre Aufgaben sowie Hütehunde gelernt.
Wir haben dieses Buch bereits im Freundeskreis sowohl an Kinder als auch an Erwachsene verschenkt und durchweg positiv-überraschtes Feedback bekommen.
"Es trägt zum inneren Gleichgewicht bei, die Welt mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten."
Andreas aus Gladbeck am 20.04.2021
Bewertungsnummer: 1466801
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Mit zunehmendem Alter fällt es schwerer, sich in Kinder und deren Sicht der Dinge einzulassen. Diese leben in ihrem eigenen "Mikrokosmos", in dem andere Regeln und Abläufe herrschen. Da wird das Kinderzimmer zum Beispiel zu einem Schloss, einem Pferdestall, einem StarWars Universum oder einem Baumhaus. Der Fantasie der Kinder sind (glücklicherweise) keine Grenzen gesetzt. Wahrscheinlich wird es ihnen daher auch nicht schwerfallen, sich auf dieses Buch einzulassen.
Ehrlich gesagt, brauchte ich zu Beginn ein wenig Zeit, mich auf diese Geschichte einzulassen. Das liegt aber eher daran, dass ich immer eine Weile brauche mich mit einem Buch zu erden, um in die Geschichte zu kommen. Meist habe ich abends gelesen und habe damit den Alltagsstress gut hinter mir lassen können. Oft ging mir beim Lesen ein Lächeln über das Gesicht und manchmal brachte mich das ein oder andere Kapitel zum Nachdenken.
Das Buch selber liegt mir als Taschenbuch-Ausgabe vor. Es ist ordentlich verarbeitet und hat ein Hochglanz-Cover. Auf der Frontseite schaut mich der tierische Protagonist der Geschichte "Barnie" mit seinen unterschiedlichen gefärbten Augen direkt an. Auf der Rückseite gibt es eine kurze Inhaltsangabe und Informationen zur Autorin Marieluise Ritter, sowie zur Illustratorin Sylvia Ritter. Die Seiten sind beidseits gut gefüllt und die Schriftgröße ist gut gewählt. Hin und wieder finden sich kursiv dargestellte Abschnitte, in denen die "Erzählerin" uns ein paar weitere Informationen zur Geschichte liefert oder einfach mal ihre Meinung äußert. Aufgelockert wird der Text durch teils farbig und Schwarz-weiß gestaltete Illustrationen.
Wer meine Rezensionen kennt weiß, dass ich nicht viel über die Geschichte selber berichte. Aber woher soll der ein oder andere Interessierte dann wissen, warum er das Buch lesen sollte? Da bleibt mir nur zu sagen, sich einfach mal wieder auf ein Abenteuer einzulassen. Wie ich schon oben kurz anriss, eine andere Perspektive einzunehmen und die Welt mit anderen Augen zu sehen.
Wie ich schon schrieb, hat mir der Inhalt des Buches das ein oder andere Lächeln auf das Gesicht gezaubert. Vor allem liegt es an der Darstellung und der Interaktion der im Buch auftauchenden menschlichen und tierischen Charaktere. Marieluise Ritter gelingt es den Leser in die unterschiedlichen Welten von Menschen und Tieren mitzunehmen, indem sie uns an den Gedanken der Protagonisten teilhaben lässt. So erfährt der Leser was der Schäfer Bastian und die anderen menschlichen Akteure denken fühlen und von sich geben und auf der anderen Seite nimmt sie uns mit in die mögliche Gedankenwelt der tierischen Darsteller wie den Hunden Barnie, Gobbo und Zuckerschnucke. Um aber auch nicht die "Realität" nicht völlig zu vermischen, können Mensch und Tier nicht miteinander "reden". Klar gibt es hier, wie im echten Leben, Kommandos für die Hüte-Hunde, aber auch die Hunde können durch ihr agieren auf ihre Wünsche aufmerksam machen.
Dadurch, dass der Leser in die unterschiedlichen Welten von Mensch und Tier eintauchen kann und damit alle versteht, bekommt er einen tieferen Einblick von allem. So entsteht eine tolle Geschichte, die zum Weiterlesen anregt und ein schönes Ende findet. Hin und wieder musste ich an "Shaun das Schaf" denken. Auch hier gibt es ein "intelligentes" Schaf, welches aber mit der Zeit herausfindet, dass es nicht alleine ist. Intelligenz bedeutet aber hier nicht, dass die Schafe wie Menschen Denken oder Handeln. Sie unterscheiden sich aber von den anderen Tieren der Herde, welche sich in erster Linie nur für das Futter vor ihrer Nase interessieren. Zuckerschnucke findet in der Herde aber schnell Gleichgesinnte und so bilden sie den Club der "Heimlichen Denker". Sie beobachten ihren Schäfer Bastian und sein tägliches Tun; die Gruppen von Menschen, welche sich als "Touristen" der Schafherde nähern und auch den Hüte-Hund Gobbo und dem neu hinzugekommenen Border Collie Barnie. Toll ist es einfach, wie sie genau diese andere Welt wahrnehmen. So hört Zuckerschnucke immer zu, wenn Bastian das Radio einschaltet. Sie versucht die dort gehörten Dinge zu verstehen und sich ein Bild von der Welt zu machen. Dabei entstehen aber immer wieder lustige Wortschöpfungen und Blickweisen. So hört sie zum Beispiel im Radio einen Nachrichten-Bericht über "Rebellen und Schafschützen", macht daraus aber "Reh-Bellen und Schaafschützen". Daraus ergibt sich dann für sie die Frage, warum den nun auch Rehe das Bellen erlernen. Sollen sie die Hüte-Hunde unterstützen? Der Wagen, der eines Tages Barnie mitbringt, ist auch kein "LKW" sondern ein "Elkkaweh". Diese Wortwitze und Gedankengänge ziehen sich durch das ganze Buch und bringen eine gehörige Portion Humor in die Geschichte.
Es bleibt aber nicht nur beim Spaß und Humor. Marieluise Ritter baut in ihre Geschichte aber auch Wissen und Informationen ein. Klar geht es dabei in erster Linie um das Leben und dem Beruf des Schäfers mit allen seinen Facetten. Es ist aber nicht wie ein Lehrbuch aufgebaut. Vielmehr kommen diese Hintergründe häppchenweise dazu und so habe ich vieles über den Sinn und Zweck der Schafherden in der Lüneburger Heide in Erfahrung bringen können. In der "Danksagung" zum Schluss kann man sich auch die diversen Informationsquellen ansehen, die Marieluise Ritter zu Rate gezogen hat.
Zu guter Letzt erzählt die Autorin aber auch von Ängsten, Hoffnungen und Wünschen von Mensch und Tier. Und genau das hat mich zwischendurch zum Nachdenken angeregt. Ein Appel sich seinen Ängsten zu stellen, seinen Weg zu gehen, über seinen Schatten zu springen, sich selber wahr zu nehmen und Selbstbewusst zu werden, mutig zu sein, Gemeinschaft zu erleben, Freundschaften zu schließen, auch mal Fehler machen zu dürfen und sich mit der Zeit immer weiter zu entwickeln. Hier spielt die Autorin ihre langjährige Erfahrung als Märchenerzählerin für Erwachsene und Kinder, sowie Vorleserin und Geschichtenschreiberin für Theater, Hörspiele, Bilderbücher und Erzählbände für Kinder und Erwachsene aus.
Ich kann das Buch nicht nur der angesprochenen Altersgruppe von 8 bis 12 Jahren empfehlen, sondern auch jugendlichen und erwachsenen Lesern. Hier gibt sich auch die Gelegenheit mit seinem Kind ins Gespräch zu kommen und die im vorherigen Abschnitt genannten Themen zu thematisieren. Es eignet dadurch auch hervorragend als "Vorlesebuch". Die tollen eingestreuten Illustrationen sind kindgerecht gehalten und fördern die Fantasie des Lesers. Lassen sie sich einfach darauf ein und lassen den Alltag hinter sich!
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