In der Reihe »Klassiker in neuer Rechtschreibung« gibt Klara Neuhaus-Richter die 10.000 wichtigsten Bücher der Weltliteratur in der empfohlenen Schreibweise nach Duden heraus. Friedrich Nietzsche: Der Antichrist. Fluch auf das Christentum »Wo der Wille zur Macht fehlt, gibt es Niedergang«, schreibt Friedrich Nietzsche und empfindet das Christentum als Religion des Mitleidens, was er als Ausdruck von Verfall deutet, der einem gesunden Sozialdarwinismus im Wege steht. Abgeschlossen 1888. Erstdruck in: »Nietzsches Werke«, Band 8, Leipzig (C.G. Naumann) 1889. Textgrundlage ist die Ausgabe: Friedrich Nietzsche: Werke in drei Bänden. Herausgegeben von Karl Schlechta. München: Hanser, 1954. Die Paginierung obiger Ausgabe wird in dieser Neuausgabe als Marginalie zeilengenau mitgeführt. Neu herausgegeben und mit einer Biografie des Autors versehen von Klara Neuhaus-Richter, Berlin 2021. Umschlaggestaltung von Rainer Richter unter Verwendung einer Porträtzeichnung von Josefine Weinschrott. Gesetzt aus der Minion Pro, 11 pt. Henricus - Edition Deutsche Klassik GmbH Über den Autor: 1844 in Röcken als Sohn eines lutherischen Pfarrers geboren, wächst Friedrich Wilhelm Nietzsche nach dem frühen Tod des Vaters im sogenannten »Naumburger Frauenhaushalt« mit Mutter, Schwester, Großmutter, zwei ledigen Tanten und dem Dienstmädchen auf. Nach dem mit knapper Not bestandenen Abitur studiert er Philologie zunächst in Bonn, dann in Leipzig. 1868 wird er als Einjährig-Freiwilliger der preußischen Artillerie durch einen schweren Reitunfall dienstunfähig und erhält 1869 eine außerordentliche Professur an der Universität Basel. Er verkehrt im Hause Richard Wagners in Tribschen, den er zunächst verehrt und später radikal ablehnt. Ähnlich geht es ihm mit Arthur Schopenhauer, dessen Philosophie ihn zunächst fasziniert, er dann aber grundlegend mit ihm bricht. 35-jährig geht er mit angeschlagener Gesundheit in Pension, lebt als freier Autor in Sils-Maria und verbringt die Wintermonate in Italien. Er verliebt sich in die junge Louise von Salomé, die jedoch seinen Heiratsantrag ablehnt. Geplagt von immer stärkeren Krankheitsschüben zieht er sich immer weiter zurück in eine weitgehende Isolation. Nach ersten Anzeichen beginnenden Größenwahns erleidet er im Januar des Jahres 1889 ¿ wohl infolge einer Syphiliserkrankung ¿ einen geistigen Zusammenbruch und wird in eine Irrenanstalt eingewiesen. Zunächst pflegt die Mutter, später die Schwester den geistig Umnachteten. Am 25. August 1900 stirbt mit Friedrich Nietzsche ein überaus eigenwilliger Denker und vielschichtiger Autor und ein überragender Aphoristiker. Das seit 1890 einsetzende Interesse an seinem Werk hat der heute weltberühmte Philosoph nicht mehr wahrgenommen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
5/5
28.09.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Excellent
Höchst spannend und interessant. Stellt eine Theorie der christlichen Herkunft dar und beschreibt klar und begründet, welche Folgen dies hatte / hat. Ausserdem meiner Meinung nach unverzichtbar, wenn man die anderen Werke Nietsches verstehen möchte.
Bewertung
aus Cinuos-chel
5/5
03.12.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Schnell lesbar, gut verständliche Sprache, schönes Design (auch inwendig)
Der Inhalt lässt sich nur schwer objektiv bewerten, schliesslich ist das Geschmackssache. Zum allgemeinen Erscheinungsbild kann ich aber sagen, dass das Cover sehr schön gemacht ist und gut in der Hand liegt. Das Buch hat auch innwendig ein schönes und praktisches Design. Die Buchstaben sind recht gross, es lässt sich also schnell lesen. Die ca. 150 Seiten hatte ich in rund 4 Stunden gelesen. Auch generell lässt sich der Inhalt gut verstehen - die Sprache und das Vokabular sind keine Herausforderung.
Bewertung
5/5
20.01.2016
Buch (Taschenbuch)
Polemisch aber unglaublich geistreich!
Der Antichrist von Nietzsche muss man gelesen haben. Zwar könnten einige Passagen missverstanden werden, aber seine starke Polemik und Wut in diesem Büchlein, sind für mich pure intellektuelle Bereicherung. Schlussendlich ist es nicht nur eine Kritik am Christentum, es ist eigentlich eine Kritik an der Menschheit.
Der gute alte Nietzsche spricht mir teilweise so sehr aus der Seele! Auch wenn ich mir immer wieder selber sagen muss, dass die Menschen eigentlich gut sind, überkommen mich auch manchmal ganz schwarze Tage an denen ich keine Hoffnung für die Menschheit sehe, in denen ich zum Zyniker werde. Zum Beispiel in folgendem Abschnitt spricht mir Nitzsche wirklich aus der Seele:
»Ich unterdrücke an dieser Stelle einen Seufzer nicht. Es gibt Tage, wo mich ein Gefühl heimsucht, schwärzer als die schwärzeste Melancholie - die Menschen-Verachtung.
Und damit ich keinen Zweifle darüber lasse, was ich verachte, wen ich verachte: der Mensch von heute ist es, der Mensch, mit dem ich verhängnisvoll gleichzeitig bin. Der Mensch von heute - ich ersticke an seinem unreinen Atem . . . Gegen das Vergangene bin ich, gleich allen Erkennenden, von einer grossen Toleranz, das heisst grossmütigen Selbstbezwingung: ich gehe durch die Irrenhaus-Welt ganzer Jahrtausende, heisse sie nun Christentum, christlicher Glaube, christliche Kirche, mit einer düsteren Vorsicht hindurch, - ich hüte mich, die Menschheit für ihre Geisteskrankheiten verantwortlich zu machen. Aber mein Gefühl schlägt um, bricht heraus, sobald ich in die neuere Zeit, in unsre (sic!) eintrete. Unsre (sic!) Zeit ist wissend . . . Was ehemals bloss krank war, heute ward es unanständig, - es ist unanständig, heute Christ zu sein. Und hier beginnt mein Ekel. - Ich sehe mich um: es ist kein Wort von dem mehr übrig geblieben, was ehemals Wahrheit hiess, wir halten es nicht mehr aus, wenn ein Priester das Wort Wahrheit auch nur in den Mund nimmt. Selbst bei dem bescheidensten Anspruch auf Rechtschaffenheit muss man heute wissen, dass ein Theologe, ein Priester, ein Paps mit jedem Satz, den er spricht, nicht nur irrt, sondern lügt, - dass es ihm nicht mehr freisteht, aus Unschuld, aus Unwissenheit zu lügen.«
(S. 66 & 67)
Und sogar, dass Nietzsche gegen Anarchisten schimpft, lasse ich diesem grossen Denker durchgehen - man kann ja schliesslich nicht überall der Selben Meinung sein . . .
Für jeden Menschen, der sich mit Religionen, Religionskritik, Philosophie oder der Menschheit auseinandersetzt (also eigentlich für alle Menschen), ist das eine Pflichtlektüre!
Bewertung
4/5
15.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Harter Tobak
Das Buch steht wirklich sehr schön da, ist aber wirklich schwere kost. Man kann es nicht überfliegen weil keine wirkliche Handlung stattfindet. inhaltlich ist es aber sehr interessant und es lohnt sich zu lesen.
Patrick
aus Aarau
4/5
08.04.2021
Hörbuch-Download
Schwere kost
In der Hörbuch-Version evtl. etwas schwerer zum "mitkommen", als wenn man es aktiv liest.
Dennoch würde ich jedem empfehlen mindestens einmal darin zu lesen. Jedoch kann ich es auch durchaus nachvollziehen, wenn jemandem das Buch nicht gefällt.
In der damaligen Zeit so über die Kirche zu schreiben gebührt äusserstem Respekt und deshalb einen extra Stern.
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