Der zweite Band der Bestseller-Serie "Die Wunderfrauen": Vier starke Frauen zwischen Wirtschaftswunder und Hippiezeit, zwischen Nylons und Emanzipation, zwischen Liebe und Freundschaft. Zu Beginn der 1960er Jahre stimmen die Errungenschaften der Frauenbewegung, die neuartige Pille und die vielen neuen Möglichkeiten Luise zuversichtlich, außerdem ist in ihrem kleinen Laden viel zu tun, er ist ihr ganzer Stolz. Voller Tatendrang plant sie einen Umbau - sie möchte mit der Zeit gehen und Selbstbedienung anbieten. Doch nicht alles klappt so, wie erhofft. Zum Glück sind ihre drei Freundinnen weiterhin an ihrer Seite: die alleinerziehende Helga, Marie, die um ihre Familie kämpft und Annabel, die endlich eine Tochter bekommt - ein Contergan-Kind. Gemeinsam merken sie: Das Schicksal hat sie in den letzten Jahren enger verbunden als sie dachten ...
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Leichte Kost. Trotzdem unterhaltsam.
Buchwurm05 am 01.03.2026
Bewertungsnummer: 3061508
Bewertet: Buch (Paperback)
Inhalt:
Anfang der 60er Jahre läuft Luise Dahlmanns kleiner Laden richtig gut. Zu ihr kommen die Dorfbewohner nicht nur zum Einkaufen, sondern auch zum Tratschen oder auch um von Luise Tipps für die Essenszubereitung zu bekommen. Ihre Schwägerin Marie hat unterdessen 3 Kinder und mit ihnen und ihrer kleinen Landwirtschaft alle Hände voll zu tun. Auch Helga taucht wieder mit ihrem unehelichem Kind auf. Sie ist Frauenärztin und hat eine Stelle in der Klinik von Dr. von Thaler bekommen. Doch es ist nicht alles Gold was glänzt. Alle 3 werden immer wieder vom Schicksal heraus gefordert......
Leseeindruck:
Unterdessen sind seit Band 1 einige Jahre vergangen. Die Freundinnen Luise, Marie und Helga haben es durch Mut und Fleiß zu etwas gebracht. Ich war sofort wieder mittendrin. Der Titel "Die Wunderfrauen - Von allem nur das Beste" ist gut gewählt. Die Wirtschaft ist im Aufschwung und auch das Leben wird durch einige neue Erfindungen einfacher. Man merkt die Zeit des Umbruchs. Frauen bekommen immer mehr Rechte. Trotzdem sind sie noch oft von ihren Ehemännern abhängig. Obwohl der Roman eher leichte Kost ist, konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Durch kleinere Andeutungen am Kapitelende und der abwechselnden Erzählweise aus Sicht der jeweiligen Hauptprotagonistin, ist die Zeit wie im Flug vergangen. Interessant fand ich das Contergan Thema, das mit eingeflossen ist. Wie schrecklich muss es für die Frauen gewesen sein, plötzlich ein Kind ohne Arme oder schlimmeres zu haben.
Fazit:
Ich bin gespannt wie es weiter geht. Denn "Die Wunderfrauen - Von allem nur das Beste" hört mit einem Cliffhanger auf. Während sich Luise, Marie und Helga zu starken Frauen entwickelt haben, zeigen die Ehemänner in diesem Band ihre schlechteren Seiten. Jetzt freue ich mich, bald den Abschluss der Reihe zu lesen, der dann in den 70er Jahren spielt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.
Wirtschaftswunderzeit in einem kleinen Ort am Starnberger See
Bewertung am 30.03.2022
Bewertungsnummer: 1686120
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ich mag ja bekanntermaßen Geschichten aus der jüngeren Vergangenheit. Und als ich 2020 den 1. Band entdeckte, konnte ich nicht widerstehen. Allerdings war die Autorin Stephanie Schuster für mich bis dahin noch eine völlig Unbekannte, obwohl es von ihr bereits ein Buch gab, welches 2018 erschienen ist - „Der Augenblick der Zeit“ im Blessing Verlag ist allerdings in der Zwischenzeit nicht mehr lieferbar. Und im November 2020 folgte im Aufbau Verlag noch die Romanbiografie „Milena und die Briefe der Liebe“, welche in der Reihe „Außergewöhnliche Frauen Zwischen Aufbruch und Liebe“ erschienen ist.
Die Trilogie um die „Wunderfrauen“ ist inzwischen vollständig als Paperback erschienen. Wer sich für sie interessiert, kann sich allerdings jetzt auch den 1. Band als Taschenbuch kaufen und spart dabei 4 Euro. Ende Mai erscheint der 2. Band als Taschenbuch. Für das Taschenbuch des 3. Band habe ich noch keinen Termin entdeckt.
Die Inhaltsangabe ist etwas einseitig beschrieben. Es geht nicht nur um die Geschichte Luise Dahlmanns und ihrem Traum vom eigenen kleinen Lebensmittelgeschäft, sondern mehr oder weniger gleichberechtigt auch um die drei anderen Frauen Annabel, Helga und Marie. Der Prolog spielt im Herbst 1953. In dem Ladengeschäft von Luise findet die erste Gymnastikstunde „Fröhlich Swingen und Trimmen mit Helga“ von Helga Knaup statt. D.h. zu der Zeit existiert der Laden schon. Und dann springen wir mit dem ersten Kapitel einige Monate im Jahr 1953 zurück. Wir lernen Luise und ihren Mann Hans kennen und erfahren, wie Luise überhaupt auf die Idee mit ihrem kleinen Laden kommt. Im zweiten Kapitel lernen wir Marie Wagner kennen, die aus Schlesien geflohen ist. Ihr Traum ist es als Bereiter für den abgesetzten bayrischen König zu arbeiten. Aber es kommt anders. Und so lernt sie Martin und Manni, die beiden Brüder Luises kennen, und strandet erst einmal auf deren Hof. Im Laufe des Romans erfahren wir mehr über Maries tragisches Schicksal. Im dritten Kapitel lernen wir Annabel von Thaler kennen. Sie ist mit Konstantin von Thaler verheiratet, der eine Frauenklink als Chefarzt leitet, und hat einen fünfjährigen Sohn namens Friedrich. Sie selbst stammt nicht aus Bayern und muss ihre eigene Stellung als Hausfrau mit Personal und als Arztgattin erst finden. Da ihr Vater Pfarrer war, ist sie sehr konservativ. Und im vierten Kapitel folgt die letzte Hauptperson – Helga Knaup, die nach einem misslungenen Abitur ihre wohlhabenden Eltern verlässt und als Schwesternschülerin in der Frauenklinik Konstantin von Thalers anfängt. Helga ist kein Kind von Traurigkeit, was ihr im Laufe des Buches noch einige Schwierigkeiten einbringen wird.
Stephanie Schuster beschreibt dieses doch recht ländliche Leben in den fünfziger Jahren ausgesprochen anschaulich. Man spürt genau, dass es eine Zeit des Wandels ist. Einige Frauen haben neue Ideen und möchten diese auch gerne in die Tat umsetzten, auch wenn es den Männern nicht gefällt. Man erkennt noch vielfach braunes Gedankengut. Dies bekommen besonders Manni, bzw. Luise und Martin mit, denn Manni hat das Down Syndrom, und viele fragen sich, wie er das Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten überleben konnte. Auch die amerikanischen Besatzer werden argwöhnisch beäugt und Frauen, die mit einem GI anbändeln werden als gefallene Frauen betrachtet. Noch schlimmer ist es, wenn dann eine Frau ein uneheliches Kind bekommt.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen, denn die Autorin beschreibt vier sehr unterschiedliche Frauenschicksale. Ich musste mich allerdings erst ein wenig einlesen, denn die Autorin erzählt die Geschichte nicht gradlinig. So wechselt sie mit jedem Kapitel die Hauptperson, aber manchmal eben auch die Zeit. Da sind wir dann mit Luise z.B. schon weiter in der Geschichte und dann springt sie bei einer der anderen drei Frauen etwas in der Zeit zurück. Aber darüber bin ich letztendlich nicht mehr gestolpert. Es war spannend zu erfahren, was sich für Geschichten in der Vergangenheit der vier Frauen abgespielt haben. Was hat sie geprägt? Und was für Weltanschauungen hatten die Eltern der vier Frauen? Waren welche davon stramme Nationalsozilisten, Mitläufer oder sogar Widerständler? Und wie hat es sich auf das gegenwärtige Leben ausgewirkt?
Das Buch endet am Abend des Endspiels der Fußballweltmeisterschaft 1954 mit einem großen Knall. Der Alkohol hat die Zunge der Männer gelockert, so dass einige gut gehütete Geheimnisse zu Tage kommen. Und so lässt uns Stephanie Schuster mit einem richtigen Cliffhanger zurück, so dass wir ganz schnell mit dem 2. Band weitermachen müssen. Es folgt zwar noch der Prolog des zweiten Bandes, aber der beginnt am 4. September 1963 und gibt uns noch keinen Aufschluss darüber, was am 04. Juli 1954 letztendlich passiert ist. Dafür geht es aber definitiv gleich spannend weiter.
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