Sonja wartet auf ihre jüngere Schwester Ilse. Sie hätte längst zu Hause sein sollen. In Oslo fällt der erste Schnee. Plötzlich klopft es an der Tür. Draußen stehen drei Polizisten. Es ist das Jahr 1942.
Der preisgekrönte Roman »Beinahe Herbst« handelt vom Schicksal der jüdischen Familie Stern im okkupierten Norwegen, von der Kraft der ersten großen Liebe, vom Hoffen und Verlieren, von kleinen Zufällen und großen Träumen.
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Beinahe Herbst „Alles beginnt…
Lesefee23.05 aus Stepenitztal am 27.04.2021
Bewertungsnummer: 2756154
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Beinahe Herbst „Alles beginnt im Herbst.“ „Beinahe Herbst“ ist ein Roman von Marianne Kaurin. Er erschien im September 2019 im Arctis Verlag und ist in sich abgeschlossen. Norwegen 1942: Deutschland hat Norwegen besetzt, die Judenverfolgung beginnt nun auch hier. Auch die Familie Stern wird eines morgens von Polizisten überrascht. Doch wo ist Ilse? „Beinahe Herbst“ ist ein bewegender und tiefgehender Roman. Der Schreibstil ist sehr speziell. Er ist sehr abgehakt und auf eine gewisse Art und Weise unpersönlich und sachlich. Die personale Erzählperspektive wechselt zwischen den Figuren und lässt viele Dinge ungesagt, unerklärt, offen. Dennoch schafft es diese Art der Darstellung einem unter die Haut zu gehen. Angedeutete Gedankenfetzen der Figuren - „Hätte, könnte, sollte“ – aber da ist die Angst, die Ungewissheit, die Sorge um die eigene Familie. Zudem die Frage, was das Richtige ist und scheinbar fehlt auch noch die Erkenntnis, was mit den Juden passieren wird, wenn sie abgeholt werden… Das Schicksal der Familie Stern wird im Roman in einem relativ kurzen Zeitfenster sehr präzise beschrieben und ist mir sehr nahe gegangen. Obwohl ich mit dem Schreibstil insgesamt nicht gut zurechtgekommen bin, hatte ich während des Lesens die gesamte Zeit ein mulmiges Gefühl im Bauch und habe die Gräueltaten der Nationalsozialisten ein weiteres Mal klar vor Augen geführt bekommen. Die Figurendarstellung ist, wie der Schreibstil auch, eher minimalistisch, aber ausreichend. Man bekommt einen klaren Eindruck der Familie Stern und ihrer Familienmitglieder, man lernt die geschwisterliche Rivalität kennen, die einzelnen Wünsche und Gedanken, die Familienordnung. Ebenfalls bekommt man gute Einblicke in die Gedanken und Überlegungen der Nachbarn, die teilweise ahnen, was passieren könnte, aber es dann doch nicht für ernst genug halten und die Familie lieber vor schlechten Nachrichten schützen möchten oder nicht den Mut aufbringen, der Überbringer schlechter Nachrichten zu sein. Alles in allem ist „Beinahe Herbst“ ein besonderer Roman. Er beschreibt die Judenverfolgung in Norwegen 1942, gleichzeitig aber auch das Erwachsenwerden und die Liebe. Die Stimmung ist dabei durchgehen bedrückend, nur wenige fröhliche Momente finden einen Platz in der Geschichte. In der Handlung selbst hätte ich mir ein wenig mehr Hintergrundinformationen und Erklärungen gewünscht, das Nachwort erklärt dann aber noch einmal ein paar historische Fakten, was mir sehr gut gefallen hat. Mein Fazit: Ich denke, „Beinahe Herbst“ eignet sich gut für den Schulunterricht und für Leser, die etwas über den Holocaust erfahren möchten. Der Roman geht einem nahe und schafft ein mulmiges, bewegendes Gefühl. Er hallt noch lange nach und bringt einen zum Nachdenken. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen, da ich mit dem Schreibstil nicht recht warm werden konnte.
ein sehr beeindruckender Roman, der aufwühlt
Manja Teichner aus Krefeld am 26.11.2019
Bewertungsnummer: 1270020
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Meine Meinung
Der Roman „Beinahe Herbst“ stammt von der Autorin Marianne Kaurin. Ich empfand das Cover und auch den Klappentext als neugierig machend und so habe ich das eBook nach dem Laden dann auch flott gelesen.
Die Charaktere dieses Romans hier empfand ich als glaubhaft und realistisch. Als Leser kann man sie greifen, man kann mit ihnen mitfühlen, doch das Leid selbst kann man ihnen nicht abnehmen.
Ilse wirkt zunächst doch eher oberflächlich. Man muss aber genauer hinschauen, dann sieht man sie ist eigentlich ein ganz normaler Teenager, mit ganz alltäglichen Problemen.
Sonja, ihre ältere Schwester wirkt verlässlich und sie hat einen Traum, den sie am Ende dann auch für sich verfolgt.
Der Vater scheint hilflos zu sein. Für ihn geht die Familie über alles, er will für sie da sein. Die Mutter ist das genaue Gegenteil, sie wirkte verängstig auf mich, scheint total verzweifelt und weiß weder ein noch aus.
Und dann ist da noch die kleinste Schwester. Sie ist so unschuldig auf mich, so süß, sie muss man in den Arm nehmen und einfach lieb haben.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr knapp und klar gehalten. Zuerst mag es ein wenig ungewöhnlich sein, doch durch diese Art wird man als Leser richtig berührt und es wird innerhalb kurzer Zeit sehr viel vermittelt. Ich wurde hier wirklich mit jedem Wort mehr, das ich gelesen habe, ans Buch gefesselt und ich habe das Buch auch so in einem Rutsch gelesen.
Die Handlung selbst hat mich total gepackt. Sie hat mich beeindruckt, aufgewühlt und emotional sehr beschäftigt. Die jeweiligen Stimmungen, wie Angst oder auch Hilflosigkeit oder auch Verzweiflung, ich konnte sie alle nachempfinden, auf mich wirkte alles authentisch und absolut realistisch dargestellt.
Die Autorin versetzt den Leser hier ja ins Jahr 1942, in die Zeit des Zweiten Weltkrieges, des Nationalsozialismus. Es ist so erschreckend was damals alles passiert ist, das dies auch Norwegen betroffen hat, war mir bisher noch gar nicht bewusst.
Gerade auch in ihrem Nachwort geht die Autorin näher darauf ein, für mich ist es unfassbar welche Zahlen sie dort nennt. Dadurch ist es noch wichtiger, dieses Buch zu lesen, um zu verstehen und es nicht zu vergessen.
Fazit
Kurz gesagt ist „Beinahe Herbst“ von Marianne Kaurin ein Roman, der mich gepackt und nachhaltig beeindruckt hat.
Authentisch beschriebene Charaktere, ein klarer knapp gehaltener Schreibstil der Autorin und eine Handlung, die ich erschütternd, bewegend und sehr aufwühlend empfunden habe, haben mich zum Nachdenken angeregt und begeistert.
Wirklich zu empfehlen!
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