Produktbild: Wer sterben will, muss sterben dürfen

Wer sterben will, muss sterben dürfen Warum ich schwer kranken Menschen helfe, ihr Leben selbstbestimmt zu beenden

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20,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

11.10.2021

Verlag

DVA

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

21,6/14,6/2,7 cm

Gewicht

399 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-421-04877-6

Beschreibung

Rezension

»Eine hilfreiche Orientierung.« ("Deutschlandfunk "Andruck"")
»Michael de Ridders persönlichstes Buch. [...] Es klärt auf, ohne zu belehren. Es ergreift Partei, ohne parteiisch zu sein. Es verpflichtet sich dem Recht auf Selbstbestimmung, und der inhaltlichen Objektivität. So bleibt zu wünschen, dass der sachliche Ton des Buches die künftige Debatte bestimmt.« ("Humanes Leben Humanes Sterben")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

11.10.2021

Verlag

DVA

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

21,6/14,6/2,7 cm

Gewicht

399 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-421-04877-6

Herstelleradresse

DVA Dt.Verlags-Anstalt
Neumarkter Str. 28
81673 München
DE

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... und doch darf es am Ende der Arzt entscheiden, ob Du leidensfrei sterben darfst...

Bewertung aus Dortmund am 25.12.2021

Bewertungsnummer: 1628332

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ich bin auf dieses Buch über eine sehr wohlwollende Rezension beim BDH (Bund Deutscher Heilpraktiker) gestoßen. Und anhand des Titels hatte ich die Hoffnung, dass es sich auf Grundlage des Urteils des Bundesverfassungsgerichtes mit den Sterbewünschen von Menschen auseinandersetzt. Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Beschluss zum §217 StGB (der für nichtig befunden wurde) entschieden, dass sich der Sterbewunsch einer Beurteilung entzieht. Der Arzt, der Autor dieses Buches, ist wohl anerkannter Unterstützer der Sterbehilfe. Und als solcher auch Klagender gegenüber dem Staat, der ab 2017 allen “geschäftsmäßigen” Unterstützer*innen von Sterbewilligen Strafen androhte - sogar dem Taxifahrer, der die Leute zu EXIT in die Schweiz transportiert… Nun, man bekommt recht früh einen Eindruck, dass der Autor eine bürgerlich-klassische Schulbildung genossen hat, werden doch die Sterbeprozesse von Franz Kafka und Sigmund Freud in einer Art erzählt, die jeden gymnasialen Deutschlehrer freudige Schauer über den Rücken laufen lassen würde. Kann man mögen, muss man aber nicht. Ich mochte es nicht. Gleich zu Beginn wurde so eine Intellektualität postuliert, die sich auch als Grundhaltung durch das Buch und durch das Wirken von de Ridder zieht. Der Autor nimmt sich dann eben doch heraus, als Arzt darüber zu entscheiden, ob das Leiden des sterbewilligen Patienten ausreicht, um ihnen die letzte, letale Medizin zu verschreiben. Dazu lässt er sich auf spirituelle, philosophische Diskussionen mit seinen Patienten ein, um ihren nachhaltigen Willen zu ergründen. Er verlangt von den vorstelligen Patienten - wohlgemerkt in ihrer jeweiligen Leidens- und/oder Sterbephase - Gesinnungsaufsätze, die er sich dann zu beurteilen erlaubt. Ob das ein Sterbenskranker mit Hauptschulabschluss das auch hinbekommt? Aus einem einzigen Grund kann ich diese Haltung akzeptieren: Um sich selber moralisch abzusichern, um seine Sterbeunterstützung in seine eigenen Wertmaßstäbe einzuordnen. Das sollte Herr de Ridder dann aber auch so schreiben. Denn: Was macht Herr de Ridder anders als die anderen “paternalistischen” Ärzte, die ihre Patienten in der Vergangenheit - und heute - von oben herab nach ihrem Gusto zu behandeln - oder eben nicht? Vor allem frage ich mich, welchen intellektuellen Horizont muss ein Sterbewilliger haben, damit die Begründung den Anforderungen von Herrn de Ridder genügt. Reicht die Mittlere Reife aus? Nein, bei allem Lob von anderer Seite konnte ich keine Sympathie entwickeln. Ich sehe eher einen reichlich eitlen Herrn, der sich gerne in literarischen Schwurbeleien verliert, der mit dem Trumpf, Arzt zu sein (der den Rezeptblock - für das Gift - in der Hand hält), sich also zum Richter aufspielt und sich eben genau jene Beurteilung vorzunehmen erlaubt, die das Bundesverfassungsgericht abgelehnt hat. Er verlangt Begründungen, er verlangt, dass die Menschen ausreichend leiden (und dieses nachvollziehbar begründen), bevor er ihnen seine Hilfe gewährt. Worin unterscheidet sich diese Haltung von der eines Priesters, der sich - von außen - die spirituelle Moralbeurteilung herausnimmt? Drei Fallbeispiele von Sterbebegleitungen werden geschildert. Drei Szenerien, die auch bei den Buddenbrocks vorkommen könnten. Vielleicht bin ich zu bodenständig, um mich darin wiederzufinden. Jedenfalls habe ich andere Bücher von Palliativmediziner*innen gelesen, die mich wesentlich mehr angerührt haben. Dieses Buch schildert juristische Aspekte des o.g. Urteiles vom Februar 2020. Und es ordnet diese Entscheidung unter Beachtung der Diskussionen in der Ärzteschaft selber ein. Aber mir, als irgendwann Sterbender, war dieses Buch keinerlei Hilfe. Und Herr de Ridder wäre mir auch keine Hilfe. Er spricht nicht meine Sprache, er befindet sich nicht auf meiner Frequenz. Und so sehr Leiden, bis ich seinen Ansprüchen genüge, damit er mir Sterbehilfe angedeihen lässt, will ich eigentlich auch nicht, das wäre mir alles zu katholisch.

... und doch darf es am Ende der Arzt entscheiden, ob Du leidensfrei sterben darfst...

Bewertung aus Dortmund am 25.12.2021
Bewertungsnummer: 1628332
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ich bin auf dieses Buch über eine sehr wohlwollende Rezension beim BDH (Bund Deutscher Heilpraktiker) gestoßen. Und anhand des Titels hatte ich die Hoffnung, dass es sich auf Grundlage des Urteils des Bundesverfassungsgerichtes mit den Sterbewünschen von Menschen auseinandersetzt. Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Beschluss zum §217 StGB (der für nichtig befunden wurde) entschieden, dass sich der Sterbewunsch einer Beurteilung entzieht. Der Arzt, der Autor dieses Buches, ist wohl anerkannter Unterstützer der Sterbehilfe. Und als solcher auch Klagender gegenüber dem Staat, der ab 2017 allen “geschäftsmäßigen” Unterstützer*innen von Sterbewilligen Strafen androhte - sogar dem Taxifahrer, der die Leute zu EXIT in die Schweiz transportiert… Nun, man bekommt recht früh einen Eindruck, dass der Autor eine bürgerlich-klassische Schulbildung genossen hat, werden doch die Sterbeprozesse von Franz Kafka und Sigmund Freud in einer Art erzählt, die jeden gymnasialen Deutschlehrer freudige Schauer über den Rücken laufen lassen würde. Kann man mögen, muss man aber nicht. Ich mochte es nicht. Gleich zu Beginn wurde so eine Intellektualität postuliert, die sich auch als Grundhaltung durch das Buch und durch das Wirken von de Ridder zieht. Der Autor nimmt sich dann eben doch heraus, als Arzt darüber zu entscheiden, ob das Leiden des sterbewilligen Patienten ausreicht, um ihnen die letzte, letale Medizin zu verschreiben. Dazu lässt er sich auf spirituelle, philosophische Diskussionen mit seinen Patienten ein, um ihren nachhaltigen Willen zu ergründen. Er verlangt von den vorstelligen Patienten - wohlgemerkt in ihrer jeweiligen Leidens- und/oder Sterbephase - Gesinnungsaufsätze, die er sich dann zu beurteilen erlaubt. Ob das ein Sterbenskranker mit Hauptschulabschluss das auch hinbekommt? Aus einem einzigen Grund kann ich diese Haltung akzeptieren: Um sich selber moralisch abzusichern, um seine Sterbeunterstützung in seine eigenen Wertmaßstäbe einzuordnen. Das sollte Herr de Ridder dann aber auch so schreiben. Denn: Was macht Herr de Ridder anders als die anderen “paternalistischen” Ärzte, die ihre Patienten in der Vergangenheit - und heute - von oben herab nach ihrem Gusto zu behandeln - oder eben nicht? Vor allem frage ich mich, welchen intellektuellen Horizont muss ein Sterbewilliger haben, damit die Begründung den Anforderungen von Herrn de Ridder genügt. Reicht die Mittlere Reife aus? Nein, bei allem Lob von anderer Seite konnte ich keine Sympathie entwickeln. Ich sehe eher einen reichlich eitlen Herrn, der sich gerne in literarischen Schwurbeleien verliert, der mit dem Trumpf, Arzt zu sein (der den Rezeptblock - für das Gift - in der Hand hält), sich also zum Richter aufspielt und sich eben genau jene Beurteilung vorzunehmen erlaubt, die das Bundesverfassungsgericht abgelehnt hat. Er verlangt Begründungen, er verlangt, dass die Menschen ausreichend leiden (und dieses nachvollziehbar begründen), bevor er ihnen seine Hilfe gewährt. Worin unterscheidet sich diese Haltung von der eines Priesters, der sich - von außen - die spirituelle Moralbeurteilung herausnimmt? Drei Fallbeispiele von Sterbebegleitungen werden geschildert. Drei Szenerien, die auch bei den Buddenbrocks vorkommen könnten. Vielleicht bin ich zu bodenständig, um mich darin wiederzufinden. Jedenfalls habe ich andere Bücher von Palliativmediziner*innen gelesen, die mich wesentlich mehr angerührt haben. Dieses Buch schildert juristische Aspekte des o.g. Urteiles vom Februar 2020. Und es ordnet diese Entscheidung unter Beachtung der Diskussionen in der Ärzteschaft selber ein. Aber mir, als irgendwann Sterbender, war dieses Buch keinerlei Hilfe. Und Herr de Ridder wäre mir auch keine Hilfe. Er spricht nicht meine Sprache, er befindet sich nicht auf meiner Frequenz. Und so sehr Leiden, bis ich seinen Ansprüchen genüge, damit er mir Sterbehilfe angedeihen lässt, will ich eigentlich auch nicht, das wäre mir alles zu katholisch.

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Wer sterben will, muss sterben dürfen

von Michael de de Ridder

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