Henry Silberbaum ist kein Rabbi, wie er im Buche steht. Er liebt Kriminalromane, Polohemden, seine Espressomaschine und sein Rennrad. Aber auch seine Schüler und die Bewohner des Jüdischen Seniorenstifts in Frankfurt liegen ihm am Herzen. Als eine alte Dame überraschend stirbt, ist sich der Rabbi sicher: Das war Mord! Doch keiner glaubt ihm. Kann er den brummigen Kommissar Berking davon überzeugen, der ihn kürzlich verhaftet hat? Henry riskiert seinen Job, um die Wahheit zu finden. Und plötzlich befinden sich der Rabbi und der Kommissar mitten in einem lebensgefährlichen Mordkomplott.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bücher in meiner Hand
5/5
19.02.2022
eBook (ePUB)
Erben will gelernt sein
Krimis mit Ermittler, die eigentlich Pfarrer, Nonnen, Mönche oder eben Rabbis sind, mochte ich immer schon gerne, sie gehören zu meinem Beuteschema. Deshalb kam ich auch nicht an "Der Rabbi und der Kommissar - Du sollst nicht morden" vorbei.
Es war eine total kurzweilige Lektüre, denn (nicht nur) die Hauptfiguren sind toll gezeichnet.
Ihre Bekanntschaft schliessen Rabbi Henry Silberbaum und Kommissar Robert Berking auf eine spezielle Weise. Sie erwischen einander jeweils auf dem falschen Fuss und in einer blöden Situation und sind von einander total genervt, doch mit der Zeit nähern sich die beiden an - eine lockere, aber interessante Zusammenarbeit entsteht.
Der Mord an Ruth Axelrath erscheint Silberbaum kurios, denn erst vor wenigen Tagen war die alte Dame bei ihm und erzählte, wie sie sich ihr weiteres Leben vorstellt. In diesem Kontext scheint ihr Todesfall höchst verdächtig, erst recht als der Ehemann der Dame gegen eine Obduktion ist und seine Frau so schnell wie möglich beerdigen will. Der hat die Rechnung aber ohne den Rabbi gemacht. Silberbaum gibt nämlich nicht so schnell auf und lässt sich so einiges einfallen, damit der Tod von Frau Axelrath geklärt wird.
Vieles "klärt" er alleine, bei einigen Dingen benötigt er die Hilfe von Berking und jene eines befreundeten Arztes. Eine anfänglich undurchsichtige Rolle spielt die Altersheimleiterin Esther Simon, wogegen Buchhändler Jossi Singer dem Rabbi die eine oder andere Hilfestellung bietet. Ebenso seine Sekretärin Kimmel, an der nicht jede/r vorbeikommt.
Ich mag Rabbi Silberbaum. Er ist witzig, nicht aufs Maul gefallen und zitiert gerne aus der Literatur. Kein Wunder, hat er doch neben Mathe auch Philosophie, Literatur und Psychologie studiert - erst später folgte sein Judaistikstudium. Silberbaum hat eine Freundin in New York, aber es ist eine Fernbeziehung, bzw. eher eine Telefonbeziehung, die wahrscheinlich nicht mehr lange hält.
Michel Bergmanns Schreibstil macht es einfach, den Krimi nicht mehr aus der Hand zu legen, bis er viel zu schnell ausgelesen ist. Ich mochte den leisen, teilweise ironischen Humor, die vielen passend eingestreuten Witze und das Geschehen im Umfeld des Rabbinats, welches einen guten Einblick in die vielfältige Arbeit eines Rabbiners gibt.
Der Cliffhanger am Ende von "Du sollst nicht morden" lässt darauf schliessen, dass dies der Auftakt zu einer Reihe ist. Das freut mich, denn ich glaube, das Rabbi-Kommissar-Gespann könnte noch einige tolle Fälle gemeinsam lösen und die möchte ich auf jeden Fall verfolgen.
Die einzige Sache, die man hätte ausbauen können, ist die Sache mit dem anfänglich von einem Altersheimbewohner geerbten "Ding". Am Ende kommt dieses "Ding" nochmals vor, hätte aus meiner Sicht aber besser eingegliedert werden können. Vielleicht kommt da ja auch noch was im nächsten Band, wer weiss.
Fazit: Ein tolles Team, der Kommissar und der Rabbi - gerne mehr davon!
5 Punkte.
Lektor
aus Küsnacht
4/5
12.05.2022
eBook (ePUB)
Kurzweilig
Das moderne Frankfurt und die jüdische Gemeinde durch die Brille des schlitzohrigen Rabbis. Mit viel Charme geschrieben und köstlich zum lesen. Hoffentlich kommt bald eine Fortsetzung.
Bewertung
5/5
10.06.2022
Buch (Taschenbuch)
Eine lockere Lektüre mit viel Witz und noch mehr chuzpe!
Eine Kundin hat mir diesen Kriminalroman empfohlen – und ich bin begeistert! Ein Rabbi, ein Kommissar und ein Todesfall im Frankfurter Westend, der viele Fragen aufwirft. Rabbi Silberbaum ist sich sicher: Das war Mord! Und es gibt einige Menschen, die ein Motiv haben... Eine lockere Lektüre mit viel Witz und noch mehr chuzpe!
Bewertung
5/5
13.02.2022
Buch (Taschenbuch)
Was für ein erfrischender Krimi...
Was für ein erfrischender Krimi mit einer tollen Hauptfigur!
Mal ernst, mal voller Sarkasmus oder schwarzem Humor, Rabbi Henry ist einfach kein normaler Rabbi und der Todesfall erst recht nicht.
Ich hoffe, es kommen noch mehr Fälle für Henry Silberbaum! Einfach großartig.
Bewertung
aus Frankfurt
5/5
08.11.2021
Buch (Taschenbuch)
Absolut lesenswert!! :)
Der Rabbi und der Kommissar war wahrlich eine Lesefreude. Ich kann das Buch absolut jedem empfehlen. Es ist leicht geschrieben, spannend und witzig.
Das Geschehen spielt in Frankfurt am Main. Der Rabbi Henry Silberbaum betreut die jüdische Gemeinde Frankfurts. Eines Tages wird er zum Haus von Frau Axelrath gerufen als diese plötzlich verstarb. Am vermeintlichen Tatort fallen dem Rabbi einige Ungereimtheiten auf und so macht er sich dran, dem auf den Grund zu gehen. Der Rabbi versucht zu klären, ob es sich womöglich um einen Mord handelt oder doch nur um einen tragischen Verlust. Dabei stehen ihm die Tochter der Verstorbenen, Frau Fajner, der interessante Anwalt Reichenberger, der grummelige Polizist Berking und der Arzt Perlmann zur Seite. Vor allem mit der Hilfe des Polizisten Berking spielt der Rabbi Detektiv und versucht den Fall zu lösen.
Der Rabbi besticht durch seinen scharfsinnigen Geist, spitzfindige Zunge und Charisma. Ein toller Charakter, der Lust auf eine ganze Krimireihe macht. Während des Lesens erhält man zudem einen tollen Einblick in die jüdische Gemeinde, den Umgang mit- und untereinander. Die jiddischen Wörter werden auf den letzten Seiten übersetzt, so dass man während des Lesens ein noch besseres Verständnis für das Tägliche und die Kommunikation der jüdischen Gemeinschaft erhält. Und deren Wortwitz.
Empfehlenswert.
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