Etwas außerhalb des portugiesischen Dorfes, in dem Inspektor Valente und Polizeischwein Raquel leben, gibt es eine kleine Kommune, in der Yoga und Frieden großgeschrieben werden. Das harmonische Miteinander findet jedoch ein jähes Ende, als die Leiche einer Kursteilnehmerin auftaucht. Inspektor Valente und sein Polizeischwein Raquel müssen ihre innere Mitte finden, um den Mord an der jungen Frau aufzuklären. Doch dann verschwindet auch noch Raquel und der Inspektor bekommt ein abgetrenntes Schweineohr samt Lösegeldforderung zugeschickt - hat der Mörder das geliebte Polizeischwein entführt?
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Friede, Freude, Eierkuchen?
hasirasi2 aus Dresden am 30.03.2022
Bewertungsnummer: 1686238
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
„Im Kräutergarten der Sundance Community liegt eine Leiche.“ (S. 8) ist nicht gerade der Satz, den Inspektor Fernando Valente und sein Polizeischwein Raquel beim Sonnenbaden hören wollen, zumal die Community ansonsten für Yoga, Veganismus, Frieden und freie Liebe bekannt ist. Doch nach einer Ayahuasca-Zeremonie mit einem berauschenden Trank liegt am nächsten Morgen eine der Teilnehmerinnen tot zwischen Lavendel und Majoran. Der Notarzt diagnostiziert einen Herzinfarkt, aber der Gerichtsmediziner findet heraus, dass dieser künstlich herbeigeführt wurde. Fernando und seine Chefin / Zwillingsschwester Patricia müssen mit Raquels tatkräftiger Unterstützung herausfinden, wem der Tod der Frau nutzt. Schnell stellen sie fest, dass die Community nach außen zwar den Eindruck einer großen glücklichen Familie vermittelt, es unter der Oberfläche aber ganz schön brodelt. Dabei kommt Raquel dem Täter wohl zu nah, denn sie verschwindet und Fernando bekommt zusammen mit einem Schweineohr eine Lösegeldforderung zugeschickt …
Ich bin ein Fan der ersten Stunde dieser charmanten Krimireihe. Fernando ist eine herrlich tragikomische Gestalt, unglücklich in die verheiratete Anabela verliebt, steht er auf Arbeit unter der Knute seiner Zwillingsschwester und zu Hause unter der seiner Mutter und Großmutter, obwohl er schon fast 40 ist. Zudem versucht seine Mutter immer verzweifelter, ihn endlich unter die Haube und zu kriegen, schließlich will sie Enkelkinder! Abschalten kann er am besten beim Surfen und Kuscheln mit Rachel. Die ist einfach zum Knutschen, sehr liebenswürdig und verfressen, immer glücklich und sehr anhänglich, bringt sie so manches Herz zum Schmelzen.
Auch wen ich selbst noch nie in Portugal war, habe ich dank Heidi van Elderens Schilderungen ein genaues Bild vom Hinterland der Algarve vor Augen. Sie kann das Flair dieser Landschaft und die Eigenheiten seiner Bewohner toll vermitteln.
Der Fall ist wieder sehr komplex, im Laufe der Ermittlungen tun sich immer mehr Tatverdächtige und Motive innerhalb und außerhalb der Community auf. Es hat mir großen Spaß gemacht, Fernandos und Patricias spannende Nachforschungen zu verfolgen und zu versuchen, vor ihnen auf den Täter zu kommen – was ich natürlich nicht geschafft habe. Die Philosophie der Kommune ist gut in die Handlung eingebunden und gewährt einen Einblick in eine mir sonst fremde Welt. Auch die Beziehungen und Spannungen zwischen den verschiedenen Personen waren sehr gut nachvollziehbar.
Und nachdem Fernando Anabela diesmal nicht so wirklich zugehört hat, bin ich sehr gespannt, ob sie ihr Geheimnis im nächsten Band lüften kann – ich habe da ja eine sehr starke Vermutung ;-)!
5 Sterne und meine Leseempfehlung für diesen sehr spannenden, kurzweiligen und charmanten Krimi!
Das coolste Schwein Portugals
Marlen aus Dresden am 03.04.2022
Bewertungsnummer: 1688646
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Portugal hat ein Polizeischwein. Und was dieses Schwein bei seinen Ermittlungen erlebt, können Leser in der Reihe um Porco Iberico Raquel und ihren Besitzer, den Kriminalpolizisten Fernando Valente, miterleben. Nicht nur, dass Raquel ihre Liebe zum Motorradfahren entdeckt (im Beiwagen), sie ist überhaupt eine richtig coole Sau!
Obwohl der Titel es nicht vermuten lässt, ist dieses Buch schon der 3. Teil der Reihe. Ich frage mich, warum sich der Verlag entschieden hat einen neuen Titel zu wählen – ich fand die Vorgängerbände mit den Titeln „Mord /Sterben auf Portugiesisch“ sowohl vom Titel als auch vom Cover her schöner. Zumal auf dem jetzigen Band ein schönes deutsches rosa Hausschwein prangt, das mit dem dunklen Porco Iberico wenig zu tun hat. Schade – ich hätte ein wenig Authentizität besser gefunden.
Das Buch an sich aber ist wieder Cosy Crime vom Feinsten und dazu noch angesiedelt in der wunderschönen Gegend Alentejo. Die Verbindung Krimi und Urlaub funktioniert auch hier wunderbar und Raquel macht eine etwas mopsige, aber trotzdem gute Figur als Ermittlerin in diesem Roman.
Auch die Nebenfiguren sind herrliche Charaktere, allen voran Mafalda, Fernandos Großmutter, welche die Familie auch mit ihren 90 Jahren noch geschickt lenkt und leitet. Ein echtes Original – ich freue mich immer auf Szenen mit ihr.
Der Fall selbst spielt diesmal im Milieu einer New-Age-Kommune, von denen es in Portugal wohl so einige gibt. Eine Reihe möchtegernerleuchteter Menschen aus ganz Europa hat sich hier zu einer ganz besonderen Form des Zusammenlebens gefunden, bei der auch die freie Liebe ohne Eifersüchteleien eine große Rolle spielt – was Fernando so gar nicht nachvollziehen kann. Denn seine Angebetete Anabela ist verheiratet und erwartet gerade ein Kind von ihrem Mann.
Als bei einer Zeremonie mit einer pflanzlichen Droge eine Teilnehmerin ums Leben kommt, werden Fernando und Raquel auf den Plan gerufen, wobei Fernando sogar verdeckt in der Kommune ermitteln muss. Raquel wird im Laufe der Ermittlungen entführt und Fernando erpresst - so nimmt eine turbulente Mörderjagd seinen Lauf.
Allzu ernst sollte man diesen Krimi natürlich nicht nehmen. Aber Raquel und Fernando sind ein tolles Team, in dem in der Regel Fernando fürs Denken und Raquel fürs Essen verantwortlich ist… Es macht Spaß, mit den beiden durch den portugiesischen Frühling zu fahren und mit ihnen zu rätseln, wer unter den vielen in Frage kommenden Personen der Mörder oder die Mörderin ist. Die Auflösung des Krimis war mir diesmal ein wenig zu grotesk (ich glaube einfach nicht, dass so etwas im wahren Leben passieren würde). Aber man soll ja nie nie sagen
Ich habe mich auf jeden Fall auch diesmal wieder gut unterhalten gefühlt und viel geschmunzelt. Außerdem ist man beim Lesen die ganze Zeit in Urlaubsstimmung und würde am liebsten die Koffer packen und den nächsten Flug nach Portugal nehmen. Ein schöner Cosy Crime-Roman mit sympathischen Figuren – auch beim nächsten Teil bin ich gern wieder mit dabei!
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