Ein kriegsversehrter Ermittler, ein Mörder unter Künstlern und eine Stadt am Abgrund ... Paris im Dezember 1924: Es ist ein bitterkalter Morgen, als die Leiche des sechzehnjährigen Clément Faucogney am Place du Panthéon entdeckt wird. Der Anblick des entstellten Körpers ist selbst für Ermittler Julien Vioric kaum zu ertragen - und er ist den Schützengräben von Flandern nur knapp entronnen. Die Beweise führen Vioric in die Passage de l'Opéra, zu einer jungen Frau, die sich auf der Suche nach ihrer Schwester in größte Gefahr begeben hat. Doch noch weiß sie nichts davon. Sie ist bereits dem Charme der Pariser Dichter und der betörenden Schönheit der Stadt verfallen. Nicht ahnend, dass sie der Schlüssel zu allem ist. Nicht ahnend, dass sie bereits im Visier des Mörders steht ...
Bildgewaltig schreibt Britta Habekost über das historische Paris der Surrealisten, das von einem grausamen Serienmörder heimgesucht wird.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
kupferkluempchen
5/5
21.01.2022
eBook (ePUB)
Schaurig-spannende Zeitreise in das historische Paris
Inhalt:
Paris 1924: Ein Mörder versetzt mit seinen brutalen Taten die Stadt in Angst und Schrecken. Kommissar Julien Vioric trifft bei seiner Suche auf die junge Lysanne Magloire, die hofft, in Paris ihre seit Jahren verschollene Schwester zu finden.
Auf ihrem Weg stossen die beiden auf eine Gruppe junger Männer, die sich Surrealisten nennen. Wirklich nur harmlose Künstler, oder Mitwisser eines gefährlichen Verbrechers, dessen Taten wie Racheakte an der Gesellschaft scheinen? Unversehens geraten Vioric und Lysanne in große Gefahr.
Meinung:
Mit diesem historischen Kriminalroman ist Britta Habekost eine außergewöhnliche und unvergleichliche Erzählung gelungen. Neben einem spannenden Kriminalfall gewährt die Autorin in ihrem wirklich einzigartigen und sehr bildgewaltigen Schreibstil Einblicke in eine schaurige Welt an der Rändern der von uns gewohnten Realität.
Die Leser:innen werden hineingezogen in den Sog des gleichzeitig faszinierenden und abstossenden Geschehens der düsteren Seite von Paris im Jahre 1924. Einmal angezogen von dieser wirklich außergewöhnlichen Kombination, lässt die fesselnde Beschreibung von Schauplätzen und Charakteren ein Verlassen der Geschichte vor der endgültigen Auflösung einfach nicht mehr zu.
Dabei gelingt es der Autorin nicht nur, ihre eigenen Gedanken zu Papier zu bringen, sondern ihre Leser:innen ebenfalls anzuregen, die Welt aus einem anderen Blickwinkel wahrzunehmen.
Fazit:
Außergewöhnlich spannend, außergewöhnlich atmosphärisch, außergewöhnlich lesenswert!
black_snapper
aus Heidelberg
5/5
24.11.2021
eBook (ePUB)
Sind Sie noch bei Trost? Ich hoffe nicht.
Paris in den 20er Jahren, ein brutaler Mörder treibt sein Unwesen, eine junge Frau vom Land strandet auf der Suche nach ihrer Schwester in der Stadt, ein Ermittler mit einer seltsamen Beziehung zu seinen Lederhandschuhen stößt immer wieder auf die geistigen Ergüsse einer Horde Surrealisten. Was für eine Kombination!
Wenn man die verschiedenen Ebenen aufdröselt, dann hat man zum einen die Serienmorde und deren Aufklärungsbemühen, zum anderen die Interaktionen der Mitglieder der Ermittlungsbehörde mit den Surrealisten, sowie deren Umfeld und die Geschichte eines ungleichen Schwesternpaars vom Land.
Die Ermittlungen sind sehr spannend und führen den Leser erst sehr spät und nach einigen Wendungen auf die richtige Fährte. Die Morde konnte ich lange nicht einordnen, nicht unter einen Hut bekommen. Dazu fehlte mir das Wissen um surrealistische Literatur. Und die schließlich zum Ziel führende hat es in sich! Abartig, verrückt, grausig, durchgedreht, abgehoben. Was für eine geniale Idee, daraus einen Krimi zu stricken!
Kommen wir zu den Surrealisten, die eine grundlegende Rolle im Buch spielen. André Breton, der den Titel zum Buch liefert, Louis Aragon, Man Ray und andere Zeitgenossen sind historische Personen, die wunderbar in die Geschichte eingewebt wurden. Ihre Ansichten, ihr Weltbild, ihre Arbeit, ihre Gedanken und Ziele kommen hervorragend zum Tragen. Ich konnte hier sehr viel lernen. Verbindungen zu anderen Prominenten wie Dali und Gala sind ebenfalls sehr gut gelungen. Meine Highlights waren die surrealistische Weihnachtsfeier und die Befragung sämtlicher Mitglieder durch den leitenden Ermittler. Hier habe ich ziemlich schmunzeln müssen.
Insgesamt ist das Buch aber keine Komödie. Es geht nicht nur um die Mordfälle, sondern auch um Identität, Charakterstärke, Zugehörigkeit, Verzeihen, den Begriff Heimat, um Kriegstraumata und deren kollektive und individuelle Verarbeitung.
Normalerweise verliere ich nicht allzu viele Worte über den Schreibstil, aber hier kann ich nicht anders, als ihn in den allerhöchsten Tönen zu loben. Diese Britta Habekost eigene Bildgewaltigkeit zieht sich durch alle Kapitel bis zum Schluss.
Die Paris-Stimmung wird folgendermaßen beschrieben: „Buttergelbes Licht der Gaslaternen spiegelt sich in den Messingknöpfen der Gendarmen und tropft dann hinab in das Grau der Pflastersteine.“ Spätestens nach dem Satz war ich im Paris der 20er angekommen. Oder auch dieser Satz: „Als würde der grell erleuchtete Teppich des Lebens hier ein wenig ausfransen.“ oder einfach nur „Das Licht war pudrig.“
Stimmungen und Dynamik fängt sie so ein: „Er schwamm hinter ihr wie ein Hai in blutigem Kielwasser.“ Wem stellen sich da nicht die Nackenhaare auf? „Er sah diese zerfasernden Schatten im Augenwinkel und kam sich vor wie jemand, der alleine die Arktis durchquert.“ Mir wurde kalt. „Auf Fußspitzen tänzelnde Neugierde ließ die Reihen hin und her wogen.“ Ich sah die wunderfitzige Menge deutlich vor mir.
Desweiten haben mir kleine Beobachtungen sehr gut gefallen: Eine Frau im Café, die ihrem Begleiter die Zigarette aus dem Mundwinkel nimmt und selbst weiter raucht. Ein Mann, der sich einen Tabakkrümel von der Zunge zupft. Die Pariser, die Ende Dezember in Straßencafés neben wärmespendenden Kohlenbecken sitzen. Ich habe das Buch gelesen, und in meinem Kopf ist ein Kinofilm gelaufen.
Für mich hat in diesem Buch einfach alles gepasst und deswegen vergebe ich die volle Punktzahl mit Zusatzsternchen und eine unbedingte Leseempfehlung.
Jeanette Lube
aus Magdeburg
5/5
02.11.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Angst geht um in Paris
Dieses Buch erschien 2021 im Penguin Verlag und beinhaltet 461 Seiten.
„Ein kriegsversehrter Ermittler, ein Mörder unter Künstlern und eine Stadt am Abgrund…“
Die Handlung spielt in Paris im Dezember 1924. Die Leiche des sechzehnjährigen Clément Faucogney wird an einem bitterkalten Morgen am Place de Panthéon entdeckt. Der Körper ist so entstellt, dass er selbst für den Ermittler Julien Vioric kaum zu ertragen ist. Dabei ist er den Schützengräben von Flandern nur knapp entronnen. Vioric wird durch Beweise in die Passage de l´Opéra zu einer jungen Frau geführt, die sich auf der Suche nach ihrer Schwester in größte Gefahr begeben hat. Doch bisher weiß sie nichts davon. Dem Charme der Pariser Dichter und der betörenden Schönheit der Stadt ist sie bereits verfallen. Sie ahnt nicht, dass sie der Schlüssel zu allem ist. Sie ahnt nicht, dass sie bereits im Visier des Mörders steht…
Als ich dieses Cover sah, war ich bereits schockverliebt. Ein Krimi, der in meiner Lieblingsstadt Paris spielt und dann auch noch so einen tollen Titel trägt, den durfte ich mir keinesfalls entgehen lassen. Zudem haben es mir die Zwanziger Jahre besonders angetan. Der Schreibstil der Autorin Britta Habekost ist einfach genial. Durch ihren Schreibstil gelang es mir, sofort in eine Geschichte einzutauchen, die so wunderschön und doch so grausam ist. Allein die tolle Sprache, der sich die Autorin bedient, ist es wert, dieses Buch in die Hände zu nehmen und zu genießen. Lysanne, was für ein schöner Name, ist die junge Frau, die sich auf das abenteuerliche Paris einlässt, um ihre Schwester zu suchen, von der sie schon einige Jahre nichts mehr gehört hat. Auf der Suche nach ihr wird sie mit Dingen konfrontiert, von denen sie nicht einmal in ihren schlimmsten Albträumen zu träumen gewagt hätte. Ich finde es echt toll, mit welchen Themen sich die Autorin hier auseinandergesetzt hat. Wer hat schon einmal vom Surrealismus gehört? Ja, gehört habe ich davon vielleicht schon, aber was wirklich dahinter steckt, davon wusste ich nichts Genaues. Britta Habekost hat mir die Zeit eine wundersame Weise nahegelegt, alles so bildhaft beschrieben, dass ich mir alles einfach gut vorstellen konnte, um nicht zu sagen, die ganze Geschichte lief wie ein Film vor meinen Augen ab. Ich liebe Paris so sehr, dass ich mich, wenn es auch echt gruselig war, sehr wohl fühlte und alles gut nachvollziehen konnte. Doch mehr möchte ich nicht verraten. Was hat es mit dieser geheimnisvollen Schrift auf sich? Findet es selbst heraus, indem ihr dieses Werk lest! Ich habe es an zwei Tagen regelrecht verschlungen und bin jetzt noch total fasziniert. In dieser zauberhaften Stadt ist ein grausamer Serienmörder unterwegs und man glaubt es kaum, zu welchen Taten er fähig ist. Was treibt ihn an? Ich hatte einfach unglaublich tolle Lesemomente voller Gänsehaut und Nervenkitzel. Mir fehlten teilweise die Worte. Und ich bekam Schnappatmung, echt gruselig. Damit hätte Lysanne bestimmt nicht gerechnet. Es handelt sich um einen spannenden, fesselnden, aufregenden und packenden Krimi, der mir kaum Zeit zum Verweilen ließ. Ich empfehle dieses Buch sehr gern weiter. Auf jeden Fall wird mich die Handlung noch eine ganze Weile beschäftigen. Mich hat die Autorin Britta Habekost begeistert und komplett überzeugt. Ein purer Lesegenuss! Die Seiten flogen nur so dahin. Am Ende war ich dann echt sprachlos, denn damit habe ich keinesfalls gerechnet! Toll gelöst! Spannung pur vom Anfang bis zum Ende!!!
MarcoL
aus Füssen
5/5
19.04.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Berauschend und spannend!
Paris 1924. Lysanne aus einem Dorf in Süden macht sich auf den Weg, um ihre Schwester in Paris zu suchen. Seit vier Jahren hatte sie keinen Kontakt mehr, und die Ungewissheit nagt an ihr. Auf ihrer Suche trifft sie sehr bald auf zwei Personen: Den Polizisten Vioric, der auf der Jagd nach einem bestialischen Mörder ist, und Louis Aragon, Mitglied der neu gegründeten Gruppe der Surrealisten. Die Wege und Schicksale der Personen beginnen sich zu verweben, sie verstricken sich in ein Knäuel aus alten Geschichten und neuen Bewegungen. Erst die Lösung des Rätsels um den Mörder, der die komplette Stadt in Atem hält, wird sich wohl als das Schwert des Damokles erweisen. Aber bis es soweit ist erleben wir einen Roman voller Spannung und Intensität. Die Autorin versteht es derart gut, Bilder zu erzeugen, als würde man selbst in jenem Jahr durch die Gassen von Paris streifen. Dieser historische Kriminalroman zeichnet sich durch eine besondere Detailtreue aus. Und was mir am allerbesten gefallen hat, und die eigentliche Kriminalgeschichte in den Hintergrund treten lässt, ist die Welt der Surrealisten. Aragon, André Breton, Ray Man, oder Robert Desnos, um nur einige zu nennen, treten derart plastisch hervor, man fühlt sich hineinversetzt in die euphorische Stimmung jener Anfänge dieser Kunstrichtung.
Somit ergänzen sich hier fiktive Mordfälle mit realen Personen perfekt, und ein damals verbotenes Buch wird zum Urknall vieler Ereignisse. Vioric selbst, gepeinigt von seiner Vergangenheit und traumatisiert durch den ersten Weltkrieg, wird selbst in den Strudel einer Welt gezogen, die ihm nicht besonders behagt, aber ihn dennoch unausweichlich inmitten seiner Ermittlungen torpediert, ein wankendes Schiff und gleichzeitig noch ein Fels in der Brandung.
Die Sprache, bildhaft, aber nicht zu sehr, mit sehr schönen Sätzen, hat mich begeistert und in den Bann gezogen. Gleichsam bin ich nun immens neugierig, mehr über jene Surrealisten zu erfahren (was ich auch tun werde).
Dieser historische Kriminalroman, man merkt es, hat mich fasziniert, und somit gebe ich mehr als gerne eine absoluten Leseempfehlung für alle, die gerne historische Krimis mögen und sich in eine Welt entführen lassen möchten, welche ein Stück über dem logischen und realen Denken angesiedelt ist, und sich gerne in traumwirre Sequenzen (abseites der Literatur) verlieren möchten.
Bewertung
5/5
09.12.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Im Milieu der Surrealisten im historischen Paris
Wir befinden uns im Paris der 20iger Jahre. Ein junger Adliger wird brutal ermordet aufgefunden. Julian Vioric, seines Zeichens Kommissar der französischen Kriminalpolizei, ermittelt. Hierbei lernt er die junge Lysanne kennen, die neu in der Stadt ist, um ihre Schwester zu suchen, die überstürzt ihr gemeinsames Zuhause in der Provinz verlassen hat. Lysanne hat Kontakte zu einer Gruppe surrealistischer Künstler, unter denen die Polizei ebenfalls den potentiellen Täter vermutet. Britta Habekost hat hier einen sehr spannenden, vor allem aber auch sprachlich anspruchsvollen poetischen historischen Krimi verfasst, der in meinen Augen etwas Besonderes ist, da er nicht den üblichen Klischees entspricht. Auch die Ansiedlung im Milieu der Surrealisten war mir so noch nicht vorgekommen, ich habe aufgrund der akribischen Recherche der Autorin viel Neues hinzu lernen können. Auch fühlte ich mich perfekt und spannend unterhalten und habe bis zur Auflösung beim fulminanten Finale mitgerätselt. Deshalb von mir die volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung!
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