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Helenes Versprechen

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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Chris Nonnast

Spieldauer

18 Stunden und 16 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

26.03.2021

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

306

Verlag

Aufbau Audio

Sprache

Deutsch

EAN

9783961053629

Beschreibung

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Chris Nonnast

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18 Stunden und 16 Minuten

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Ja

Erscheinungsdatum

26.03.2021

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Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

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Aufbau Audio

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Deutsch

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9783961053629

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eine großartige Familiengeschichte- authentisch, berührend, schockierend

Elke Seifried aus Gundelfingen am 06.08.2021

Bewertungsnummer: 1545932

Bewertet: Hörbuch-Download

Ist es Glück oder nicht, dass sie, Kinderärztin Helene Bornstein im Jahr 1947 nun endlich auf dem Dampfer nach New York steht und schon bald ihren Sohn Moritz wieder in die Arme schließen kann? Schreckliche Selbstvorwürfe quälen sie und die Angst, wie es sein wird ist groß. Wie wird das Wiedersehen ausfallen? Kann er sich überhaupt noch an seine Mutter erinnern? Wie lebt er heute? Als Leser darf man Helene auf ihrem Weg nach New York und bei ihrem Start ins neue Leben dort begleiten. Man erfährt von ihren Hoffnungen, von ihren enttäuschten Erwartungen und den Missverständnissen, die die Familienzusammenführung äußerst schwer machen. Gleichzeitig darf man in zwischengeschobenen Abschnitten zurück auf die Jahre 1925 bis 1945 blicken und erfährt so vom schrecklichen Schicksal, das sie durchlebt hat, das sie nun nicht loslässt und sie auch prägt. Die Autorin beleuchtet mit ihrem Roman die Hoffnung der jüdischen Bevölkerung, dass der Spuk bald vorbei ist, das Abwägen Ausreisen oder nicht, schreibt von brennenden Synagogen, Plündereien von jüdischen Geschäften und auch von den schrecklichen Deportationen der Juden. Sie stellt aber nicht nur die Schrecken der Nazidiktatur aufrüttelnd und bewegend dar, sondern zeichnet dabei auch die Rolle der Frau in dieser Zeit äußerst gelungen. »Mir fällt beim besten Willen keine Epoche ein, in der ich lieber gelebt hätte«, pflichtete Marie bei. »Schon allein deshalb, weil es uns Frauen endlich möglich ist, unser Haar abzuschneiden und Bein zu zeigen. Davon konnte meine Mutter als junges Mädchen nur träumen.« ist nur ein Beispiel dafür. Gut gefällt mir, dass man auch solch kleine Detailinformationen wie, »Und wie stellst du fest, ob die Frau schwanger ist?« Dass ein Tier, noch dazu eine Maus, darüber Gewissheit bringen sollte, schien ihr zweifelhaft. »Wichtig ist, dass die Mäuse noch nicht geschlechtsreif sind. Von der Urinprobe werde ich ihnen drei Tage hintereinander etwas Harn spritzen. Hundert Stunden nach der ersten Injektion öffnen wir die Bauchdecke der Tiere und legen die Eierstöcke frei. Finden wir dann reife Eizellen und einen vergrößerten Uterus, ist die Frau ziemlich sicher schwanger.« oder auch von den ersten Tupperschüsseln erfährt. »Die Reihenhäuser wurden zur Zeit des Großen Krieges für weiße Mittelschicht- Amerikaner gebaut. Aber Protestanten sollten es sein. Bis vor ein paar Jahren waren Juden in dieser Gegend nicht gerade gern gesehen. Künstler mit ihren unkonventionellen Lebensweisen allerdings genauso wenig, und von denen ziehen auch immer mehr hierher.« Neu und damit für mich sehr interessant war zudem der Blick nach New York so unmittelbar nach dem Krieg, Die Autorin brauchte nicht lange, bis sie mich mit ihrem bilderreichen, flüssigen und empathischen Schreibstil emotional völlig in ihren Fängen hatte. Es waren zudem zum einen die bewegenden Szenen, von die von den Schrecken der Nazidiktatur erzählen, wie »Sie ist kurz nach unserer Deportation im Lager geboren«, sagt Lisbeth Schwarz, während sie die zu Boden gerutschte Decke aufhebt und vorsichtig über das schlafende Kind ausbreitet. »Auf den Armen eines Babys ist zu wenig Platz für die Kennzeichnung. Da haben sie halt den Oberschenkel genommen.«, die mich betroffen an den Seiten kleben haben lassen. Zum anderen aber auch solche, die mich mitten ins Herz getroffen mit Helene mitleiden ließen wie, wenn sie so enttäuscht ist, weil es so schwierig ist, eine Beziehung zu Moritz und dem Rest der Familie aufzubauen, wie, »Es ist sein letztes Jahr auf der High School und er hat viel zu tun. Lass ihm etwas Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen.« Marlis’ Worte versetzen Helene einen fiesen Stich. »Woran denn gewöhnen? Daran, dass ich lebe?« Marlis widerspricht eine Sekunde zu spät. »Blödsinn, Hella! Wie das klingt!« »Wie klingt es denn? Genau das hast du doch gemeint.« Während ich bei den Rückblenden anfangs gespannt gelesen habe, neugierig wie es dazu kam, dass Helene sich dazu entschieden hat, ihren Sohn ins Ungewisse zu verabschieden ihn wegzugeben, hat die Spannung, wusste ich ja, dass sie überlebt, dann die Betroffenheit durch die Schilderung der schrecklichen Ereignisse abgelöst. Im anderen Erzählstrang habe ich gebannt darauf gehofft, dass sich am Ende doch noch Mutterglück für sie einstellen kann, schön deshalb auch, dass dass die Geschichte mit einem Kapitel endet, in dem Helene schon zehn Jahre in Amerika lebt und man so als Leser auch erfährt, wie sich alles weiterentwickelt. Noch bewegender macht das Ganze natürlich auch die Tatsache, dass die Autorin nicht alles gänzlich erfunden, sondern aus dem wahren Schicksal einer jüdischen Kinderärztin eine fiktive Geschichte gestrickt hat. Schon alleine deshalb ist der Roman wert gelesen zu werden, viel mehr solcher fesselnder, bewegender Schicksale sollten möglichst viele Leser aufrütteln, sind sie doch ein so wesentlicher Beitrag gegen das Vergessen. Helene, ist wie alle anderen Charaktere äußerst facettenreich, authentisch und realistisch dargestellt. Der Autorin gelingt es alle extrem lebensecht und in ihrem Sein nachvollziehbar darzustellen. Ich konnte mich nicht nur mehr als gut in alle hineinversetzen, sondern nach und nach auch immer besser verstehen, warum sie so sein müssen, wie sie sind. Eine insgesamt tolle Figurenzeichnung, bei der alle eine Entwicklung durchlaufen, die durch die Rückblicke spannend gemacht ist, zeigt sie sich doch nur schrittweise und allmählich. Ich habe teilweise gelesen, teilweise gehört, ja in Kombination kann man die fesselnde Geschichte noch schneller verschlingen. Ich weiß nicht, ob ich nur in der Hörvariante konstant und vor allem so gut wie am Stück, die mit 18 Stunden, 18 Minuten doch recht lange Zeit über, komplett so aufmerksam sein hätte können. Unheimlich gerne habe ich aber einen großen Teil der Zeit der mir äußerst angenehmen Stimme, der mir bis dato völlig unbekannten Sprecherin zugehört. Chris Nonnast gelingt es ganz vorzüglich den Charakteren Leben einzuhauchen und die Atmosphäre der Szenen gelungen zu transportieren. Alles in allem ein bewegend, fesselnder Roman, der vom entsetzlichen Schicksal einer jüdischen Familie, von den Schrecken der Nationalsozialisten, dem Zweiten Weltkrieg und den Auswirkungen auf das Leben danach erzählt und dabei auch nach Amerika blickt. Eine großartige Familiengeschichte, die ihre fünf Sterne redlich verdient.

eine großartige Familiengeschichte- authentisch, berührend, schockierend

Elke Seifried aus Gundelfingen am 06.08.2021
Bewertungsnummer: 1545932
Bewertet: Hörbuch-Download

Ist es Glück oder nicht, dass sie, Kinderärztin Helene Bornstein im Jahr 1947 nun endlich auf dem Dampfer nach New York steht und schon bald ihren Sohn Moritz wieder in die Arme schließen kann? Schreckliche Selbstvorwürfe quälen sie und die Angst, wie es sein wird ist groß. Wie wird das Wiedersehen ausfallen? Kann er sich überhaupt noch an seine Mutter erinnern? Wie lebt er heute? Als Leser darf man Helene auf ihrem Weg nach New York und bei ihrem Start ins neue Leben dort begleiten. Man erfährt von ihren Hoffnungen, von ihren enttäuschten Erwartungen und den Missverständnissen, die die Familienzusammenführung äußerst schwer machen. Gleichzeitig darf man in zwischengeschobenen Abschnitten zurück auf die Jahre 1925 bis 1945 blicken und erfährt so vom schrecklichen Schicksal, das sie durchlebt hat, das sie nun nicht loslässt und sie auch prägt. Die Autorin beleuchtet mit ihrem Roman die Hoffnung der jüdischen Bevölkerung, dass der Spuk bald vorbei ist, das Abwägen Ausreisen oder nicht, schreibt von brennenden Synagogen, Plündereien von jüdischen Geschäften und auch von den schrecklichen Deportationen der Juden. Sie stellt aber nicht nur die Schrecken der Nazidiktatur aufrüttelnd und bewegend dar, sondern zeichnet dabei auch die Rolle der Frau in dieser Zeit äußerst gelungen. »Mir fällt beim besten Willen keine Epoche ein, in der ich lieber gelebt hätte«, pflichtete Marie bei. »Schon allein deshalb, weil es uns Frauen endlich möglich ist, unser Haar abzuschneiden und Bein zu zeigen. Davon konnte meine Mutter als junges Mädchen nur träumen.« ist nur ein Beispiel dafür. Gut gefällt mir, dass man auch solch kleine Detailinformationen wie, »Und wie stellst du fest, ob die Frau schwanger ist?« Dass ein Tier, noch dazu eine Maus, darüber Gewissheit bringen sollte, schien ihr zweifelhaft. »Wichtig ist, dass die Mäuse noch nicht geschlechtsreif sind. Von der Urinprobe werde ich ihnen drei Tage hintereinander etwas Harn spritzen. Hundert Stunden nach der ersten Injektion öffnen wir die Bauchdecke der Tiere und legen die Eierstöcke frei. Finden wir dann reife Eizellen und einen vergrößerten Uterus, ist die Frau ziemlich sicher schwanger.« oder auch von den ersten Tupperschüsseln erfährt. »Die Reihenhäuser wurden zur Zeit des Großen Krieges für weiße Mittelschicht- Amerikaner gebaut. Aber Protestanten sollten es sein. Bis vor ein paar Jahren waren Juden in dieser Gegend nicht gerade gern gesehen. Künstler mit ihren unkonventionellen Lebensweisen allerdings genauso wenig, und von denen ziehen auch immer mehr hierher.« Neu und damit für mich sehr interessant war zudem der Blick nach New York so unmittelbar nach dem Krieg, Die Autorin brauchte nicht lange, bis sie mich mit ihrem bilderreichen, flüssigen und empathischen Schreibstil emotional völlig in ihren Fängen hatte. Es waren zudem zum einen die bewegenden Szenen, von die von den Schrecken der Nazidiktatur erzählen, wie »Sie ist kurz nach unserer Deportation im Lager geboren«, sagt Lisbeth Schwarz, während sie die zu Boden gerutschte Decke aufhebt und vorsichtig über das schlafende Kind ausbreitet. »Auf den Armen eines Babys ist zu wenig Platz für die Kennzeichnung. Da haben sie halt den Oberschenkel genommen.«, die mich betroffen an den Seiten kleben haben lassen. Zum anderen aber auch solche, die mich mitten ins Herz getroffen mit Helene mitleiden ließen wie, wenn sie so enttäuscht ist, weil es so schwierig ist, eine Beziehung zu Moritz und dem Rest der Familie aufzubauen, wie, »Es ist sein letztes Jahr auf der High School und er hat viel zu tun. Lass ihm etwas Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen.« Marlis’ Worte versetzen Helene einen fiesen Stich. »Woran denn gewöhnen? Daran, dass ich lebe?« Marlis widerspricht eine Sekunde zu spät. »Blödsinn, Hella! Wie das klingt!« »Wie klingt es denn? Genau das hast du doch gemeint.« Während ich bei den Rückblenden anfangs gespannt gelesen habe, neugierig wie es dazu kam, dass Helene sich dazu entschieden hat, ihren Sohn ins Ungewisse zu verabschieden ihn wegzugeben, hat die Spannung, wusste ich ja, dass sie überlebt, dann die Betroffenheit durch die Schilderung der schrecklichen Ereignisse abgelöst. Im anderen Erzählstrang habe ich gebannt darauf gehofft, dass sich am Ende doch noch Mutterglück für sie einstellen kann, schön deshalb auch, dass dass die Geschichte mit einem Kapitel endet, in dem Helene schon zehn Jahre in Amerika lebt und man so als Leser auch erfährt, wie sich alles weiterentwickelt. Noch bewegender macht das Ganze natürlich auch die Tatsache, dass die Autorin nicht alles gänzlich erfunden, sondern aus dem wahren Schicksal einer jüdischen Kinderärztin eine fiktive Geschichte gestrickt hat. Schon alleine deshalb ist der Roman wert gelesen zu werden, viel mehr solcher fesselnder, bewegender Schicksale sollten möglichst viele Leser aufrütteln, sind sie doch ein so wesentlicher Beitrag gegen das Vergessen. Helene, ist wie alle anderen Charaktere äußerst facettenreich, authentisch und realistisch dargestellt. Der Autorin gelingt es alle extrem lebensecht und in ihrem Sein nachvollziehbar darzustellen. Ich konnte mich nicht nur mehr als gut in alle hineinversetzen, sondern nach und nach auch immer besser verstehen, warum sie so sein müssen, wie sie sind. Eine insgesamt tolle Figurenzeichnung, bei der alle eine Entwicklung durchlaufen, die durch die Rückblicke spannend gemacht ist, zeigt sie sich doch nur schrittweise und allmählich. Ich habe teilweise gelesen, teilweise gehört, ja in Kombination kann man die fesselnde Geschichte noch schneller verschlingen. Ich weiß nicht, ob ich nur in der Hörvariante konstant und vor allem so gut wie am Stück, die mit 18 Stunden, 18 Minuten doch recht lange Zeit über, komplett so aufmerksam sein hätte können. Unheimlich gerne habe ich aber einen großen Teil der Zeit der mir äußerst angenehmen Stimme, der mir bis dato völlig unbekannten Sprecherin zugehört. Chris Nonnast gelingt es ganz vorzüglich den Charakteren Leben einzuhauchen und die Atmosphäre der Szenen gelungen zu transportieren. Alles in allem ein bewegend, fesselnder Roman, der vom entsetzlichen Schicksal einer jüdischen Familie, von den Schrecken der Nationalsozialisten, dem Zweiten Weltkrieg und den Auswirkungen auf das Leben danach erzählt und dabei auch nach Amerika blickt. Eine großartige Familiengeschichte, die ihre fünf Sterne redlich verdient.

Wenn mehr trennt als die Zeit...

Bewertung aus Brandis am 27.07.2021

Bewertungsnummer: 1540529

Bewertet: Hörbuch-Download

Als Kind schickte die jüdische Kinderärztin Helene Bornstein ihren Sohn Moritz mit Kindertransporten nach England in Sicherheit. Mehrmals hat Helene die Chance Deutschland zu verlassen und doch blieb sie, an das Versprechen das sie ihrem Vater gab, gebunden: sich um Mutter und Schwestern zu kümmern. Und noch weiter reichte ihr Mut - sie ließ ihre Ausreisemöglichkeiten nicht verfallen sondern verhalf damit anderen zur Flucht. Letztendlich hat Helene überlebt, doch alles was ihr lieb und teuer war hat sie verloren: Freunde, Familienmitglieder und die Heimat. Nach fast zehn Jahren der Trennung freut sie sich 1947 nun auf das Wiedersehen mit Moritz in New York – ihre einzige Motivation die Schikane unter dem Nazi-Terror zu ertragen. Doch er steht ihr nun als junger Mann gegenüber – beide sind sich fremd. Können beide sich wieder annähern? Und lann sie mit ihrer schweren Bürde einen Neuanfang starten - oder wurde alle Energie im Einsatz um das blanke Überleben aufgebraucht? Auch die Entfremdung zwischen Helene und ihrer Schwester Marlis schreitet voran. Noch verstärkt durch den mangelnden Austausch des Erlebten bleibt jede mit ihrem Trauma allein Das die getrennte Zeit Probleme mit sich bringt hatte ich selber noch nicht bedacht, aber ist nur logisch, denn das Leben verläuft weiter - mit unterschiedlichsten Erleben und Erfahrungen. Sehr interessant und neu für mich war die Haltung der Amerikaner, die fast oberflächlich naiv nicht verstehen, warum Helene nicht einfach froh über ihre Rettung sein kann, können ihre durch gewisse Situationen ausgelösten Flashbacks weder nachvollziehen noch (wollen sie sie) verstehen Sehr gelungen beschreibt die Autorin das innere Gefühlsleben der Protagonisten mit falschen Erwartungen und daraus resultierenden Enttäuschungen. Der Leser kann sich dadurch gut in die Charaktere hineinversetzen und mehr als einmal habe ich mich gefragt wie es mir damit ergangen wäre. "Helenes Versprechen" fesselte mich so sehr, dass ich das Buch in knapp drei Tagen gehört habe und fast traurig war, das Ende erreicht zu haben. Von mir eine klare Lese/Hörempfehlung!

Wenn mehr trennt als die Zeit...

Bewertung aus Brandis am 27.07.2021
Bewertungsnummer: 1540529
Bewertet: Hörbuch-Download

Als Kind schickte die jüdische Kinderärztin Helene Bornstein ihren Sohn Moritz mit Kindertransporten nach England in Sicherheit. Mehrmals hat Helene die Chance Deutschland zu verlassen und doch blieb sie, an das Versprechen das sie ihrem Vater gab, gebunden: sich um Mutter und Schwestern zu kümmern. Und noch weiter reichte ihr Mut - sie ließ ihre Ausreisemöglichkeiten nicht verfallen sondern verhalf damit anderen zur Flucht. Letztendlich hat Helene überlebt, doch alles was ihr lieb und teuer war hat sie verloren: Freunde, Familienmitglieder und die Heimat. Nach fast zehn Jahren der Trennung freut sie sich 1947 nun auf das Wiedersehen mit Moritz in New York – ihre einzige Motivation die Schikane unter dem Nazi-Terror zu ertragen. Doch er steht ihr nun als junger Mann gegenüber – beide sind sich fremd. Können beide sich wieder annähern? Und lann sie mit ihrer schweren Bürde einen Neuanfang starten - oder wurde alle Energie im Einsatz um das blanke Überleben aufgebraucht? Auch die Entfremdung zwischen Helene und ihrer Schwester Marlis schreitet voran. Noch verstärkt durch den mangelnden Austausch des Erlebten bleibt jede mit ihrem Trauma allein Das die getrennte Zeit Probleme mit sich bringt hatte ich selber noch nicht bedacht, aber ist nur logisch, denn das Leben verläuft weiter - mit unterschiedlichsten Erleben und Erfahrungen. Sehr interessant und neu für mich war die Haltung der Amerikaner, die fast oberflächlich naiv nicht verstehen, warum Helene nicht einfach froh über ihre Rettung sein kann, können ihre durch gewisse Situationen ausgelösten Flashbacks weder nachvollziehen noch (wollen sie sie) verstehen Sehr gelungen beschreibt die Autorin das innere Gefühlsleben der Protagonisten mit falschen Erwartungen und daraus resultierenden Enttäuschungen. Der Leser kann sich dadurch gut in die Charaktere hineinversetzen und mehr als einmal habe ich mich gefragt wie es mir damit ergangen wäre. "Helenes Versprechen" fesselte mich so sehr, dass ich das Buch in knapp drei Tagen gehört habe und fast traurig war, das Ende erreicht zu haben. Von mir eine klare Lese/Hörempfehlung!

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Helenes Versprechen

von Beate Rösler

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