Acht Jahre sind vergangen, seit Jack Burdette – einstiger Liebling der Kleinstadt und bewunderter Footballstar – über Nacht verschwand und so um Geld betrogene wütende Farmer und seine schwangere Frau samt Kindern zurückließ. Und dann ist er plötzlich wieder da, in einem roten Cadillac mitten auf der Main Street, und legt damit nicht nur den Finger in alte, nicht verheilte Wunden, sondern setzt Geschehnisse in Gang, die jeden Bewohner Holts betreffen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
5/5
31.12.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Als meine letzte Amtshandlung...
Als meine letzte Amtshandlung als Lieblingsbuchhändler muss ich Ihnen noch einmal einen meiner Lieblingsautoren ans Herz legen: Kent Haruf erzählt Geschichten, die das Leben schreibt, liebenswert und doch nüchtern.
Ihnen alles Gute für 2022, bleiben Sie gesund und mir gewogen!
Bewertung
5/5
19.12.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Once upon a time in Holt
Kennen Sie das, wenn man ein neues Buch eines geschätzten Autors liest und sich wie bei einem Wiedersehen mit einem lieben Freund fühlt?
"Ein Sohn der Stadt" führt uns zurück ins fiktive Holt. Eigentlich stellt der Roman die Stadt vor, denn hierbei handelt es sich um das erste Buch der Reihe, weswegen man auch keinen bekannten Figuren begegnet.
Himmel, konnte Haruf schreiben! Er schafft es immer wieder ausgezeichnet, die Atmosphäre in dieser typischen Kleinstadt zu beschreiben, mit all ihren kleinen Skandalen. Denn ein Skandal ist die Rückkehr des einstigen Footballhelden und Leiter der Landwirtschafts-Kooperative der Stadt nach 8 Jahren Abwesenheit durchaus. Damals hinterließ er eine schwanger Frau mit zwei kleinen Kindern, eine um viel Geld erleichterte Kooperative und jede Menge Kaufleute, denen er Geld schuldete. Und nun ist er zurück!
Herbstrose
aus 87772
5/5
11.12.2021
eBook (ePUB 3)
Verhängnisvolle Heimkehr …
Plötzlich ist er wieder da, nachdem er acht Jahre spurlos verschwunden war – Jack Burdette, der einstige Liebling und bewunderte Footballstar der verschlafenen Kleinstadt Holt im US-Bundesstaat Colorado. Damals, als er über Nacht verschwand, hinterließ er seine schwangere Frau Jessie samt seinen zwei kleinen Söhnen, sowie die wütenden Farmer und Mitglieder der lokalen Landwirtschafts-Kooperative, die er um 150.000 Dollar betrogen hatte samt einigen erbosten Kaufleuten, bei denen er sich zuvor noch auf Kredit neu eingekleidet hatte. Nun sitzt er in einem roten Cadillac mitten auf der Main Street, alt geworden, fett und verbraucht. Er hat nichts zu befürchten, seine Taten von damals sind verjährt – doch alleine seine Anwesenheit weckt alte Erinnerungen und manch einer leidet mehr, als ihm lieb ist …
„Ein Sohn der Stadt“ ist der zweite Roman des US-Schriftstellers Kent Haruf (1943-2014), erschienen erstmals erschienen 1990 unter dem Originaltitel „Where You Once Belonged“ in New York und wurde nun, 2021, in deutscher Sprache herausgebracht. Der in Colorado beheimatete Lehrer schrieb insgesamt sechs Romane, von denen fünf bereits ins Deutsche übersetzt wurden. Alle Romane des Autors, für die er einige Preise und Auszeichnungen erhielt, spielen in der fiktiven Kleinstadt Holt in Colorado.
Wir sind wieder in Holt, der beschaulichen Kleinstadt in Colorado, und erfahren von den Sorgen und Nöten, aber auch von fröhlichen und alltäglichen Erlebnissen der Bewohner. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Pat Arbuckle, dem Herausgeber der örtlichen Zeitung, der früher mit Jack Burdette befreundet war. Wir erfahren von dessen Kinder- und Jugendzeit, seinem Elternhaus, seinem rabiaten Vater und seiner streng gläubigen Mutter, die maßgeblich zu seinem späteren Verhalten beitrugen. Nicht nur die um ihr Geld betrogenen Bürger Holts sind über Jacks Rückkehr erbost, auch unser Erzähler Pat hat unter dessen Auftauchen zu leiden. Muss er doch befürchten, dass ihm Jack das bisschen Glück und Frieden, das er nach dem Tod seiner Tochter und nach der Trennung von seiner Frau gefunden hat, zunichtemachen kann.
Wie von Kent Haruf gewohnt, ist der Schreibstil eher nüchtern und sachlich und erinnert, da der Erzähler aus dem Zeitungsmilieu kommt, manchmal gar an eine Reportage. Wir lesen über einfache, normale Menschen, über alltägliches und banales, und sind beeindruckt, denn Kent Haruf gelingt es großartig, den Gefühlen der einzelnen Charaktere breiten Raum zu geben. Beinahe ausweglose Situationen wechseln mit Momenten voller Hoffnung, Not und Leid sind hier ebenso zuhause, wie Freundschaften und Liebe. Der Schauplatz des Romans, das fiktive Provinzstädtchen Holt in Colorado, vermittelt dabei ein einzigartiges Bild der Mentalität des Mittleren Westens der USA in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts.
Fazit: Wie von allen bisher übersetzten Büchern des Autors bin ich auch hier restlos begeistert und kann „Ein Sohn der Stadt“ nur wärmstens weiter empfehlen.
claudi-1963
aus Schwaben
5/5
05.12.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Herzlose Menschen scheint es überall zu geben
"Wenn man sich selbst am meisten liebt, bleibt kaum Zeit, andere Dinge zu lieben." (Dieter Gropp)
Der Footballstar Jack Burdette ist in der Kleinstadt Holt aufgewachsen und eines Tages verschwunden. Zurückgelassen hat er viel Frust und Hass, den er hat all die Menschen enttäuscht und betrogen, die ihn bisher geliebt und vertraut hatten. Ebenfalls hat er seine schwangere Frau mit den beiden Kindern im Stich gelassen. Acht Jahre später nun steht er plötzlich mit seinem roten Cadillac inmitten der Main Street. Seine Wiederkehr bringt nicht nur Unruhe und die erneute Wut in den Menschen auf, sondern er setzt erneut Prozesse in den Gang, welche die Bewohner Holts niemals vergessen werden. ---
Meine Meinung:
Für mich ist es das zweite Buch des Autors und seiner fiktiven Stadt Holt. Mir gefällt vor allem der Schreibstil von Kent Haruf, der selbst in der Kürze des Buches den Leser mitnimmt. Er beschreibt Vorgänge und spiegelt Begebenheiten wider, wie ich es bisher selten erlebt habe. Aus Sicht seines Freundes Pat Arbuckle, dem späteren Zeitungsredakteur, erfahre ich mehr über Jack. Ich tauche ein in ihre Kindheit und Schulzeit der beiden bis hin zur Gegenwart. Dabei spiegelt Holt für mich mehr oder minder eine Kleinstadtidylle wieder, wie ich es bisher nur von amerikanischen Filmen kenne. Jeder kennt jeden, man vertraut einander und alles scheint in bester Ordnung zu sein. Doch es täuscht den hinter den Häuserfassaden sehen wir die ganze Wahrheit. Besonders Jack ist einer, der schon als Kind Schwierigkeiten hat, sich einzufügen. Er fällt in der Schule auf, weiß sich allerdings dort mithilfe anderer durchzusetzen. Dabei hat es ihm besonders Pat angetan, mit dem er sich anfreundet. Trotz aller Schwierigkeiten wird er irgendwann von den Bewohnern ins Vertrauen gezogen und erhält einen guten Posten. Doch wie nicht anders zu erwarten bugsiert sich Jack in weitere Schwierigkeiten und ehe er zur Rechenschaft gezogen wird, haut er einfach auf nimmer Wiedersehen ab. Dass die Menschen dies natürlich nicht vergessen haben, kann ich gut verstehen, insbesondere den Hass auf ihn. Lange frage ich mich, warum ist Jack zurückgekehrt? Wegen seiner Heimatstadt oder ist es seine Familie, die er jahrelang drangsaliert und misshandelt hat? Nach und nach zeichnet der Autor ein ganz anderes Bild von Jack auf, als der eigentliche Titel es hier verspricht. Jack entpuppt sich für mich immer mehr zum Egoisten, Narzissten und Lebemensch, der auf Kosten anderer lebt. Nicht nur, dass er sein eigenes Leben zerstört, macht auch das Leben seiner Frau und Kinder kaputt und dies nur, weil er es kann und möchte. Traurig macht es mich, dass er es wieder einmal auf Kosten seines besten Freundes macht. Leider lässt mich das Ende etwas fraglos zurück, ich hätte mir einen harmonischeren Schluss gewünscht.Trotzdem hat mich die Geschichte sehr gut unterhalten und überzeugt. Besonders da es wieder einmal zeigt, welche Macht Geld und Egoismus hat und was man alles dafür tut, um es zu besitzen oder auszuleben. Ich vermute, Menschen wie Jack gibt es sicher mehrere auf dieser Welt. Von mir bekommt das Buch 4 1/2 von 5 Sterne.
Bewertung
aus Zillis
5/5
18.11.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kent Haruf, Ein Sohn der Stadt
Berührend und anrührend wie immer, aber doch irgendwie beklemmend. Man muss amerikanische Kleinst-Städte und -dörfer verstehen und auch dort gelebt haben, um die Gedankengänge und Handlungen vollziehen zu können.
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