Eine urkomische Geschichte über einen Lehrer, der sein Unterbewusstsein plötzlich persönlich kennenlernt. Für Leser:innen, die mal wieder herzhaft lachen wollen und die Geschichten von David Safier, Joey Goebel und Tommy Jaud lieben
»Die beiden sind ein komisches Gespann, wie sie da durch die Innenstadt nach Hause laufen. Wahrscheinlich, weil einer von ihnen nur für den anderen sichtbar ist und der sich wirklich, wirklich merkwürdig vorkommt.«
Lars ist pragmatisch – und ganz schön langweilig. Als Physiklehrer wird er nicht ernst genommen, selbst sein bester Freund Dirk macht sich ständig über ihn lustig. Und dann hat ihn seine Frau Kati auch noch erst betrogen und dann verlassen. Was tut Mann nun, wenn wieder sturmfreie Bude ist? Richtig. An einer Studie für ein Medikament gegen Reizdarm teilnehmen. Dumm nur, wenn dieses Medikament plötzlich zu einer verrückten, sehr nervtötenden Begleiterscheinung führt: Lars' Unterbewusstsein personifiziert sich zu ... einem zweiten Lars! Der Doppelgänger, nun auf Ferris getauft, will Lars' Leben verbessern – und macht damit alles nur schlimmer!
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Die Leiden des mittleren Werther!
Samantha Faye aus Freihung am 03.10.2021
Bewertungsnummer: 1578443
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Lars, nicht alt, aber auch nicht mehr ganz jung, ist Lehrer für Physik und Mathematik. Er ist eher introvertiert sowie nüchtern und scheint dröge.
Seine Schüler nehmen ihn nicht für voll. Sein angeblich bester Freund und Mitlehrer Dirk reißt auf seine Kosten Witze.
Sein Ehegespons Katie setzt ihm nicht nur Hörner auf, sondern macht endgültig die Flatterfrau.
An einer Medikamentenstudie teilzunehmen, Reizdarm betreffend, ist vielleicht doch keine solch gloriose Idee. Denn die dunkle Macht Ferris erwacht ....
Könnte es in der Tat sein verrückt spielendes Unterbewußtsein sein? Oder ist es zur selbständigen Entität, independent von Lars, geworden? Oder ist es eine Nebenwirkung der eingeworfenen Chemie? Oder? Bruhahahaha! Das womöglich zweite, erweckte, "böse" Ich Larsens?
Ferris ist gekommen, um zu bleiben? Um Larsens Ich eine Generalsanierung zu verpassen? Pimp up the Lars, pimp him up, pimp him up ...
Es kommt zu peinlichen Fettnäpfchen, aber ebenso Witziges ereignet sich. Doch der hartnäckige Ferris scheint gar nicht mehr Abschied nehmen oder gar leise Serves, bzw. Tschüss, bzw. Ciao, bzw. Cheerio sagen zu wollen ...
Ich mutmaße, daß es in der Tat Larsens Unbewußtes ist, aber fleischgeworden, sein "dunkler" Zwilling. Nur meine Interpretation selbstredend! Es gibt viele andere potentielle Lesarten.
Der Zwiespalt zwischen Larsens Selbstbild und der Realität klafft enorm. Man verfolgt gerne die Genese dieses "Doppelsterns", die durchaus authentisch anmutet. Vor allem, daß Ferris immer düsterere Züge annimmt. Und Lars? Muß er sich erst verlieren, um sich selbst wiederzufinden? Könnte es bedrohlich werden oder erlebt Lars eine immense Selbstbefreiung?
Das Reflektierende des Buches regt an, sich darüber klarzuwerden, ob man integer bleiben oder sich um jeden Preis verändern muß, nur um besser anzukommen? Bei anderen? Sich selbst treu bleiben um im Gleichklang mit dem Inneren zu sein?
Das Buch hat philosophischen Impetus, durch den Humor und die düsteren Anklänge wie Kehren sehr unterhaltsam. Simon Wasner, 1987 in Karlsruhe geboren, ist selbst Lehrer, der Deutsch, Geschichte, Religion und Philosophie unterrichtet. Er weiß selbst also aus erster Hand aus Himmel, Hölle und dem Dazwischen sehr realistisch zu berichten. Lehrer werden ist nicht schwer, Lehrer sein dagegen schwer! Danke, Simon Wasner!!!!!
Grandios verrückt!
Tine.bloggt am 26.09.2021
Bewertungsnummer: 1574402
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Verrückt werden für Fortgeschrittene-Ferris und ich von Simon Wasner
Dieses Buch handelt von einem Lehrer, wurde von einem Lehrer geschrieben und nun liest es eine Lehrerin. So schließt sich der Kreis.
Doch kann ich das überhaupt objektiv bewerten? Ein Selbstversuch.
Lars ist ein „langweiliger“ Physiklehrer, bei dem momentan ganz schön was los ist: Seine Frau Kati hat ihn verlassen, die Schüler nehmen ihn nicht ernst und sein bester Freund und Kollege Dirk macht ständig Witze über ihn. Als er an einer Medikamentenstudie gegen Reizdarm teilnimmt, entwickelt sich in seinem Unterbewusstsein ein zweiter Lars. Er tauft ihn Ferris und soll sein Leben verbessern.. da ist das Chaos vorprogrammiert!!!
Simon Wasner lässt mich als Leser durch dieses Buch rasen. Dabei werden Verkehrszeichen ignoriert und der Fuß auf dem Gaspedal gelassen. Jetzt stellt euch vor, dass dabei noch ein irrer Typ namens Ferris sitzt, um euch zu sagen, was ihr alles noch besser machen könntet. Irre !
Gelungene Charaktere, ein fulminanter Schreibstil und eine Story, die am Ende vor den Baum fährt. Ich habe mich super gut unterhalten gefühlt
ACHTUNG ! Die nachfolgenden Inhalte könnten für Nicht-Lehrer verstörend wirken
Ich muss auch einfach mal anmerken, dass diese Geschichte einfach so wunderbar die Lehrerrealität widerspiegelt. Machen wir uns nichts vor, es ist ein Job, der mich in 6 Stunden am Stück manchmal nicht zum Trinken kommen lässt. Einfach weil verrückt viel los ist. Das allein ist schon verrückt! Die ganzen kleinen Details wie zB das Problem mit dem Kopieren wenn man Aufsicht hat oder Klassen, in die man nicht gerne reingeht, sind real. Denn es ist leider immer noch so, dass man sich tagtäglich alleine vor Menschen stellen muss, egal welches Sozialgefüge es ist! Das macht einen meines Erachtens umso stärker!
DANKE und von mir gibt es 5/5 Sternen. Grandios!
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