In ihrem Buch setzt sich die Autorin mit ihrer großen Herausforderung, der Diagnose Krebs auseinander und sucht nach Antworten auf ihre Fragen. Sie lernt in jener Zeit sich selbst zu unterstützen, sich zu stärken und immer wieder in einen guten Zustand zu bringen. Die Quintessenz ihrer Erfahrungen, Erkenntnisse und Veränderungen beschreibt sie entlang der Gesundheitsfelder Bewegung, Ernährung, Entspannung, mentale Arbeit, Beziehungen und Selbstsein. Heute weiß sie, dass tiefe Freude etwas in ihr in Bewegung bringt, dass der Jakobsweg vor der Haustür beginnt, dass die Dinge, die sie wirklich braucht, in einen Rucksack passen und dass ein einfaches Dasein erfüllend und heilend sein kann.
So sieht sie ihr Buch als eine Aufforderung an das Leben selbst. "Es ist eine Aufforderung in Bewegung zu kommen und herauszufinden, was wirklich wichtig ist im Leben", sagt Andrea Frömming.
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Das Buch ist für die Menschen, die vom Lesen ins Handeln kommen wollen. Saustark und berührend!
Bewertung am 19.06.2023
Bewertungsnummer: 1964435
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Das Wort "JETZT" hat für mich eine neue Bedeutung bekommen, als ich das Buch gelesen habe. Es ist für mich die Erinnerung daran, dass allein die Erkenntnis zu einem Thema und das zum Teil vertiefte Wissen, nicht ausreicht, um in Aktion zu kommen. Die Autorin ist für mich ein Mensch der Aktion und gleichzeitig ist sie ausgestattet mit einer Gabe, andere Menschen zu begeistern, um ihren Hintern in Bewegung zu bringen und sich von ihrem Selbstmitleid zu lösen. Sie hält mir und vielen anderen Menschen den ungeschminkten Spiegel vor, wie wir in schweren Lebenskrisen so viel für uns tun können. Es ist ein starkes Buch, welches mich tief berührt und mich jedesmal, wenn ich es in der Hand halte, daran erinnert, wie leichtsinnig wir mit unserer Gesundheit umgehen. Danke Andrea für dieses lebensnahe "JETZT"!
Ein Buch, das mich sehr ermutigt hat meine Erkrankung anzunehmen!
Bewertung am 08.10.2021
Bewertungsnummer: 1585064
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Steh auf! Jetzt! Denn Bewegung ist Leben – ist eine persönliche Schilderung einer Frau, die eine Krebserkrankung zunächst in die Knie zwingt und die am Ende gestärkter daraus hervorgeht.
Das Buch ist im Juli 2021 bei BOD erschienen und ist zweierlei:
Eine ganz persönliche Aufarbeitung einer schweren Krankheit, wie sie uns alle jeden Tag treffen kann. Daneben aber auch ein sehr erfrischender Bericht, wie Leben eigentlich gelebt werden sollte und was es zu einem erfüllten Leben letztendlich braucht. Die Zutaten hierfür sind beispielweise tägliche Bewegung, ein gesunder Eigensinn und Selbstverantwortung, welche in der heutigen Medizin besonders wichtig erscheint. Wer auf seine Intuition vertraut, kann auch eine schwere Erkrankung bewältigen. Andrea Frömming schreibt aber auch über den Mut verletzlich zu bleiben und auf Menschen zuzugehen.
Die Autorin erfährt mit 48 Jahren, dass sie an Brustkrebs erkrankt ist. Es beginnt ein Marathon an Behandlungen und Therapien. Sie lernt Eigenverantwortung zu übernehmen und für sich einzustehen. Bereits die Einnahme von Begleitmedikamenten gegen Übelkeit und Schmerzen stellen die bisher gesunde Frau vor schier unüberwindbare Entscheidungen.
Und hier entfaltet das Buch seinen besonderen Reiz. Anstatt weiter in (etwas langatmigen) Schilderungen über die schwer zu ertragenden, da sehr invasiven schuldmedizinischen Behandlungen zu bleiben, findet Andrea Frömming ihren eigenen Weg zur Bewältigung der Krankheit. Dieser führt sie in die Vergangenheit, eine Kindheit in den 60er Jahren der DDR, wo der Krebs auf Wunden hinweist, die nie aufgearbeitet wurden. Besonders die Aufarbeitung ihrer Beziehung zu ihrer verstorbenen Mutter öffnet ihr neue Türen zur Heilung. Die Autorin findet ihre Medizin in täglicher Bewegung, Meditation, Affirmationen und dem Schreiben von Tagebüchern, die ihr Stück um Stück helfen zu sich zu finden und alte Verletzungen loszulassen.
Es ist dieser anstrengende Weg in ihr Inneres, aus dem sie am Ende gestärkt und neu geboren hervorgeht. Sie orientiert sich beruflich um und lebt heute ein erfüllteres und authentischeres Leben als zuvor.
Besonders beeindruckend ist die Geschichte mit dem Stein, den sie als Sinnbild für alte Verletzungen sich endlich loszulassen traut. Hierfür besteigt sie in der härtesten Phase ihrer Chemotherapie einen Gipfel und stellt ihn zur Orientierung für Wanderer auf.
Andrea Frömming ist es wichtig, zu vermitteln, dass jeder Mensch Zugriff auf bestimmte Ressourcen hat. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Leser sich auf den Weg macht – hierfür braucht es einen täglichen ersten Schritt. Andrea Frömming subsumiert dies mit dem Aufruf: Steh auf! Jetzt!
Wichtig ist dabei eine gute Portion Eigensinn. Anstatt einer von Ärzten verschriebenen Reha, geht Andrea Frömming lieber den Jakobsweg und findet dort ihre eigene Medizin. Andrea Frömming ist überzeugt, dass jeder Mensch den Schneeballeffekt in seinem eigenen Leben erfahren wird, der mit vielen ersten Schritten beginnt.
Ein Buch, das mich ermutigt hat, meine Erkrankung anzunehmen und trotz ärztlicher Prognosen einfach weiter zu gehen und jedem Tag eine Chance zu geben. Ich stehe noch am Anfang meines Weges, der zwischen Zuversicht, Hoffnung, Ängsten und Trauer hin und her schwankt. Ich teile die Meinung der Autorin, dass die Ursachen für Krebs oft tief in der Vergangenheit liegen und es sich lohnt dorthin zu schauen und Konflikte aufzulösen. Für mich waren aufgrund ähnlicher Interessen viele Inspirationen und Erinnerungen dabei, z.B. das tägliche Schreiben, um Gedanken und Sorgen loszulassen und natürlich das Wandern als Quelle der Lebensfreude und Achtsamkeitspraxis.
Alles in allem ein sehr spannendes und authentisches Zeugnis von einem mutig gelebten Leben.
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