1938: Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Alice nach Deutschland zurück, um die Erbschaft zu regeln. Doch sie erkennt ihr geliebtes Berlin nicht wieder. Die Stimmung ist umgeschlagen, viele Freunde sind in Gefahr. Verzweifelt nutztdie Familie alle Möglichkeiten, um die Galerie zu halten und geliebte Kunstwerke zu retten.Aber Alice erkennt schnell, welch unheilvolle Macht die Nazis bereits auf dem Kunstmarkt haben. Bald schon geht es nicht mehr nur um Gemälde von unschätzbarem Wert, sondern um Leben und Tod. Der Einzige, der ihr jetzt noch helfen kann, ist ein alter Vertrauter - und ihr schlimmster Feind.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Philiene
aus Süsel
4/5
21.08.2022
eBook (ePUB)
Kunst, Familie, schwere Zeit
Der zweite Teil rund um die Galerie am Potsdamer Platz. Alice lebt mittlerweile in London, doch eine Erbschaft führt sie zurück nach Berlin. Hier hat sich viel verändert und auch in ihrer Familie ist einiges anders als vor ihrem Umzug....
Der Roman spielt fast komplett im Jahr 1938. Diese Zeit war eine schwarze Zeit, auch für den Kunstmarkt. Ich fand es sehr interessant zu erfahren wie die Nationalsozialisten mit Kunst umgegangen sind und wie viel sie sich ergaunert haben. Auch die Rolle der Galeristen in der Zeit war gut beleuchtet. Welche Rolle haben sie dabei gespielt Menschen auf der Flucht ihre Schätze abzukaufen. Wären sie immer fair? Aber auch die Situation der Juden wird anhand einer kleinen Familie emotional erzählt.
Ich fand es sehr gut das eine relativ kurze Zeitspanne behandelt wurde, dadurch wurden die Themen gut behandelt und es kam nichts zu kurz oder würde nur kurz angeschnitten.
Ich würde auf jeden Fall empfehlen den ersten Teil gelesen zu haben, einige Zusammenhänge sind dann besser zu verstehen.
Bewertung
5/5
19.04.2023
Buch (Taschenbuch)
Spannung bis zum Schluss mit einer starken Heldin - am Vorabend des 2. Weltkrieges!
Auch der zweite Band der Trilogie hat mich in den Bann gezogen und sich als echter Pageturner erwiesen. So setzt die Geschichte in London ein, einem interessanten zweiten Schauplatz, wo sich Alice und John inzwischen ihr Leben in Freiheit aufgebaut haben. Hinzu kommen neue Figuren, wie etwa Max Prendergast, Galerist und Alices exzentrischer Freund, mit seinem Hund Strudel. Im Gegensatz zu dem ersten Buch baut der zweite Band, der am Vorabend des 2. Weltkriegs spielt, vor allem noch mehr Spannung auf durch aufregende Ereignisse und Konflikte. Alice hat nicht nur mit Ressentiments in England zu kämpfen, weil sie Deutsche ist, sondern beobachtet auch besorgt die zunehmende Bedrohung durch die Nazis. Besonders die sogenannte "Verwertung entarteter Kunst" löst Entsetzen in ihr aus.
Ihr neues Abenteuer beginnt mit einigen Rückschlägen. Gelangweilt von der Arbeit im Fotolabor und mit wenig journalistischem Talent ausgestattet, sucht sie verzweifelt nach beruflichen Perspektiven, als auch noch ihr Vater Heinrich Lux stirbt. Doch bei aller Trauer öffnet sich eine neue Tür, denn sein Nachlass von zwölf Gemälden könnte ihr Startkapital sein für eine eigene Galerie in London zusammen mit Max. Die Herausforderung ist nun jedoch: Die Bilder wurden inzwischen als "entartet" beschlagnahmt und sind in die Hände des Reichsministeriums gelangt. Alice wäre aber nicht Alice, wenn sie sich davon aufhalten ließe. So kehrt sie zurück nach Berlin und nimmt mit Johns Beistand den Kampf gegen die Behörden und das Regime auf.
Aber die Stadt und ihre Bewohner haben sich verändert - auch Alices Familie. Unter der nationalsozialistischen Herrschaft und ihren Gesetzen geht es für ihre Familie vor allem darum, zu überleben, während Alice sich zunächst bedingungslos für ihre freiheitlichen Werte einsetzt und die Welt in Schwarz-weiß sieht. Dass sie sich damit Feinde schafft, dürfte klar sein. Gleichzeitig schließt sie in Berlin auch neue Freundschaften im Künstlermilieu und mit der Familie Hirschberger. Dann jedoch begegnet sie wieder ihrem Todfeind Erik Wolffert, dessen kriminelle Geschäfte auch ihre Familie betreffen. Ambivalent ist ebenfalls die Hilfe ihrer Familie jüdischen Flüchtlingen gegenüber, die das Land verlassen wollen, wie Alice herausfindet.
Je mehr sie in das Spannungsfeld zwischen Anpassung und Widerstand gerät, desto mehr kommen Alices Werte ins Wanken, und so muss sie sich zunehmend die Frage nach der eigenen Moral stellen, nach ihren Entscheidungen unter den Bedingungen eines Systems diktatorischer Kontrolle. Als sich schließlich die Ereignisse zuspitzen, die nun auch Todesopfer in ihrem Kreis fordern, und John Deutschland verlassen muss, ist Alice gezwungen, eine Wahl treffen - für sich und ein Kind. Doch sie bedeuten Kompromisse, die Alice alle Überwindung kosten und durch die sie selbst in Lebensgefahr gerät. Wird Alice es schaffen, aus Deutschland zu entkommen? Ist sie bereit, den notwendigen Preis zu zahlen?
Die Geschichte bleibt bis zum letzten Satz spannend. Doch neben den sympathischen Figuren und der mitreißenden Heldin entfaltet der Roman gründlich und fachkundig auch das Thema des Kunstraubs im Nationalsozialismus mit all seinen schwerwiegenden kulturellen und politischen Konsequenzen. So macht es Freude, den Geschehnissen zu folgen. Wer darüber hinaus etwas zu den wirklichen, geschichtlichen Ereignissen erfahren will, kann im schön aufbereiteten Glossar am Ende des Buches nachlesen.
Bewertung
5/5
30.07.2022
Buch (Taschenbuch)
Muss man gelesen haben
Sowie der erste und der zweite Band haben mich völlig begeistert und abgeholt. Man merkt dass die Autorin aus einer Kunsthändlerfamilie stammt. Spannend und lebendig geschrieben.
Bin gespannt wie es weitergeht. Freue mich auf den 3. Band
JDaizy
aus Berlin
5/5
07.07.2022
Buch (Taschenbuch)
Starke Bilder, straffe Dramaturgie und eine Geschichte, die den Leser abholt!
"Alice, es ist leider nicht immer alles so einfach, wie wir es gern hätten ... Schwarz oder Weiß. Egal, wie sehr man versucht, das Richtige zu tun: Irgendwie macht man sich immer die Finger schmutzig."
Nach "Die Galerie am Potsdamer Platz" liefert die Autorin nun mit "Zeitenwende am Potsdamer Platz" den zweiten Teil der Galeristinnen-Trilogie. Wie auch schon bei Teil Eins komme ich nicht umhin, das wunderschöne Cover zu erwähnen. Nicht nur, weil es wirklich einen starken Wiedererkennungswert hat. Nein, es ist auch jetzt wieder farblich perfekt abgestimmt. Ein großes Lob an die Autorin und das Verlagsteam von HarperCollins. Titel, Cover und Klappentext sind, zumindest für mich, ein schlagkräftiges Kaufargument.
Alice, die nun seit fünf Jahren in England lebt, verdient ihren Lebensunterhalt weiterhin mit der Fotografie. Sie vermisst ihre Familie, die Arbeit in der Galerie und sucht weiterhin nach ihrem Platz. Auch die Beziehung zu John muss sich weiteren Widrigkeiten stellen. Werden die Zwei sie meistern können? Warum will Alice John nicht heiraten? Und was soll sie mit ihrem Leben in England anfangen?
Als ihr Vater stirbt und ihr Erbe von den Nazis beschlagnahmt wird, trifft Alice eine folgenschwere Entscheidung. Sie kehrt zurück nach Deutschland und bringt dort nicht nur sich, sondern auch ihre Familie in Gefahr. Schon bald geht es nicht mehr nur um ihr Erbe, sondern ums nackte Überleben.
Teil Eins hat mir, abgesehen von kleineren Schwächen, schon gut gefallen. Ich war wirklich gespannt, wie es weitergeht. Was ich bei Buch-Reihen auch immer gern verfolge, ist, wie und ob sich AutorInnen weiterentwickeln. Und für mich ist hier eine ganz klare Entwicklung zu sehen. Im Schreibstil, der sich deutlich flüssiger liest als in Band Eins, im Spannungsbogen und auch in der Art und Weise wie Gefühle und Stimmungen zum Leser transportiert werden. Ich liebe die kürzeren Kapitel und die Kapitelüberschriften. Letztere gab es auch schon in Teil eins. Dort sind sie mir aber nicht so stark im Gedächtnis geblieben.
Auch Teil Zwei ist wieder sehr gut recherchiert und ich freue mich, dass wir hier noch stärker und intensiver in die Geschichte der damaligen Zeit und in die Arbeit der Künstlerfamilie eintauchen dürfen. Ganz besonders nachdrücklich ist mir der Satz in Erinnerung geblieben, dass man nie wusste, was passiert, weil sich alles stündlich ändern konnte. Und das nicht immer alles so sein muss, wie es auf den ersten Blick erscheint. Nicht nur die oft unbedachte Alice bringt durch leichtfertiges, überstürztes Handeln sich selbst und andere in Gefahr.
Und in "Zeitenwende am Potsdamer Platz" hat sie sich jetzt endlich in mein Herz geschlichen.
Unbedingt erwähnen möchte ich noch die Ausflüge in die Kunst und der krasse Gegensatz, was mit ihr passieren kann, wenn sie den gesellschaftlichen Ansprüchen plötzlich nicht mehr genügt. Das macht mich noch jetzt betroffen und nachdenklich.
Fazit:
Eine mehr als gelungene Fortsetzung. Starke Bilder, straffe Dramaturgie und eine Geschichte, die den Leser abholt. Hoffentlich muss ich nicht so lange auf das Finale warten.
Meine klare Leseempfehlung!
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.