Ava ist 28 und arbeitet als Designerin in einer Werbeagentur. Das Arbeitsumfeld erscheint ihr zunehmend ausbeuterisch und oberflächlich, ihr Leben sinnlos. Erst die Begegnung mit Lina reißt Ava aus ihrer Lethargie. Sie nimmt Ava mit zu connect, einer Gemeinschaft, die von dem charismatischen Dev gegründet wurde. Deren Vision: eine post-digitale Gesellschaft, in der Menschen eng miteinander verbunden sind. Je mehr Zeit Ava bei dieser Gemeinschaft verbringt, desto mehr vernachlässigt sie ihre Arbeit und distanziert sich von Familie und Freund*innen, die in connect eine gefährliche Sekte sehen. Eines Tages trifft Ava eine radikale Lebensentscheidung: Sie will ihr Leben ausschließlich der Gemeinschaft widmen.
In ihrem Debütroman wirft uns Thea Mengeler in die Abgründe zwischenmenschlicher Beziehungen und verhandelt die aktuellsten Themen unserer Zeit. Wie wollen wir unser Leben gestalten? Wie drängend wird die Sehnsucht nach Gemeinschaft in einer digitalisierten Welt?
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
5/5
25.03.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Sog der Sekte
Bei Connect von Thea Mengeler geht es um Ava, eine junge erfolgreiche Frau, die sich in einer Sinnkrise befindet und peu a peu in eine sektenähnliche Gemeinschaft, connect, abrutscht.
Mich hat schon das Cover gefesselt. Der Kontrast zwischen schwarz und gelb/silber hat etwas anziehendes. Die vielen Einzelpunkte, die gemeinsam ein großes Ganzes ergeben spiegeln perfekt die Kernidee von connect. Der Einband unter dem Schutzumschlag verkehrt die Farbgebung. Zu einem absoluten Hingucker wird das Buch durch seinen ungewöhnlichen farbigen Buchschnitt.
Thea Mengeler schreibt ausschließlich aus Avas Perspektive. Ihr gelingt es mühelos den Leser mitzunehmen und mit ihrem Schreibstil und der Story regelrecht eine Sogwirkung aufzubauen.
Die Grundideen von Connect haben durchaus ihre Berechtigung. Beängstigend und sicherlich auch mühelos in die Realität zu übertragen, ist, wie schnell Menschen in einer Krise sich von solch sektenartigen Gruppen beeinflussen und vereinnahmen lassen.
Fazit: Ein Roman mit Sogwirkung zu einem durchaus aktuellen Thema. Unbedingt lesenswert!
Sikal
5/5
13.03.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Brisantes und aktuelles Thema
Die Protagonistin Ava scheint in einem erfolgreichen Leben zu stecken. Sie arbeitet als Werbedesignerin in einer Agentur, hat eine schöne Wohnung und einige Freunde sowie den Rückhalt ihrer Familie. Von außen betrachtet, scheint Ave es „geschafft“ zu haben – Erfolg, finanzielle Sicherheit … Alles Dinge, die in unserer Gesellschaft zum „Glücklich-sein“ reichen. Doch Ava scheint in einem Hamsterrat gefangen zu sein, steht am Rande eines Burnouts und kämpft mit den ausbeuterischen Arbeitsbedingungen.
Als Ava durch Zufall auf Lina trifft, kommt sie mit „Connect“ in Berührung. Einer Gemeinschaft, die den Menschen in den Fokus rückt und sich vom ungesunden digitalen Lebensstil abwendet. Es scheint, Ava hat nun für sich einen Weg aus ihrem Hamsterrad gefunden und gibt Connect immer mehr Raum in ihrem Leben. Als sich Ava auch von ihrer Familie und ihren Freunden zurückzieht, ergreifen diese Maßnahmen, um Ava aus den Fängen dieser Sekte zu befreien. Doch ist Connect tatsächlich eine Sekte oder einfach eine Möglichkeit, ein alternatives Leben zu führen? Hat nicht jeder Mensch selbst das Recht, diese Entscheidung über sein Leben zu treffen?
Die Autorin Thea Mengeler hat mit ihrem Debütroman „Connect“ einen Denkanstoß geliefert. Man fragt sich immer wieder, ob man selbst gefeit vor solchen Manipulationen und Gehirnwäschen wäre. Wie würde es aussehen, wenn die eigene Freundin, Schwester, Tochter, … was auch immer … in die Fänge einer Sekte geraten würde? Hätte man überhaupt eine Möglichkeit eine Person wieder daraus zu befreien? Wie würde man selbst handeln, um jemandem zu helfen (wenn derjenige das auch gar nicht möchte)?
Ein brillant umgesetztes Thema, das aufzeigt, mit welchen Methoden Sektenführer arbeiten und wie einfach es ist, Menschen zu manipulieren. Dabei möchte man meinen, intelligente und aufgeschlossene Menschen sind einem solchen Szenario nicht so leicht ausgeliefert. Doch Ava zeigt hier das genaue Gegenteil auf – sie ist intelligent und aufgeschlossen.
Der Schreibstil der Autorin fesselt und baut den Spannungsbogen nach und nach auf, dem man bis zum Ende nicht mehr entkommt.
Ein gesellschaftskritischer und aktueller Roman, dem ich sehr gerne 5 Sterne gebe.
SotsiaalneKeskkond
aus Moosburg
5/5
06.03.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Brisantes Thema, nicht nur sprachlich gut umgesetzt
Die junge Ava scheint ein erfolgreiches Leben als Werbetexterin zu führen. Sie verdient gut, hat Freunde und eine schöne Wohnung, Dinge, an denen in der europäischen Gesellschaft der Erfolg eines Lebens festgemacht wird. Doch so glücklich wie man meinen möchte, ist Ava dabei gar nicht. Sie fühlt sich ausgebrannt und hat das Gefühl, im Leben keinen Schritt mehr weiter zu kommen. An diesem Punkt ihres Lebens trifft sie auf Lina, eine ehemalige Studienkollegin, die ihr eine Alternative zu ihrem bisherigen Leben zeigt. Connect: Meditation, Bewusstseinsübungen, das Abgrenzen vom ungesunden westlichen Lebensstil. Begeistert widmet Ava immer mehr und mehr Zeit Connect, verliert dabei allerdings immer mehr und mehr den Bezug zu ihrem bisherigen Leben. Bei Familie und Freundinnen schrillen die Alarmglocken. Denn sie sehen in Connect eine Sekte, aus deren Fängen es gilt, Ava zu befreien, die diesen Versuchen allerdings wenig dankend ablehnt.
Die Autorin arbeitet in ihrem Buch ein äußerst wichtiges Thema auf, nämlich in wie weit das Gesellschaftsbild der Westlichen Welt den Mensch als Individuum ausblutet, und welche Alternative Gesellschaftsszenarien es gibt. So war ich während des Lesens für die Ideen, die Connect verbreitet, recht anfällige, hielt während der Lektüre immer wieder inne und horchte in mich hinein, reflektierte das Gelesene im Bezug auf mein eigenes Leben. So beinhaltet vor allem das erste Drittel des Buches im Hinblick auf Veränderungen, die man im eigenen Alltag machen könnte viele interessante Anregungen. Schleichend zieht sich aber über das Buch der Wandel hin zu einer Sekte, die mit aller Kraft versucht, ihre Anhängerschaft zu kontrollieren. Dabei gibt es aber wie gesagt keine eindeutige Linie in der Beschreibung von Connect, die überschritten wird, und bei der man diese nun deutlich als Sekte bezeichnen könnte. Man bekommt beim Lesen nur mehr und mehr ein beklemmendes Gefühl, je weiter die Geschichte voranrückt. Die Wahrnehmung von Connect hin zur Sekte ist sehr authentisch dargestellt, was auch auf die Protagonist:innen zutrifft. Mir gefällt sehr, dass Ava nicht dieser typische Maincharakter ist, vollgepumpt mit Eigenschaften, die sie sympathisch erscheinen lassen sollten. Sie strahlt eine Ruhe aus, auf die man sich gerne einlässt und ist mit ihren Problemen wirklich sehr Nahe am heutigen Menschen gebaut. Dazu kommt noch der tolle sprachliche Stil der Autorin, der einen sanft durch die Geschichte leitet und begleitet. Denn immer wieder gibt es äußerst poetische Stellen, an denen man beim Lesen gerne innehält.
Rundum ist das Buch gelungen und für mich eine sehr große Leseempfehlung, vor allem, da sich hier mit einem äußerst brisanten Thema kritisch auseinandergesetzt wird, ohne dabei einseitig zu wirken.
Bewertung
aus Luckenwalde
5/5
04.03.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gemeinschaft erleben
"Connect" von Thea Mengeler ist ein Buch, das einem sofort ins Auge fällt. Es ist wunderschön gestaltet mit einem tollen Schutzumschlag, passendem Vorsatzpapier und einem außergewöhnlichen farbigen Buchschnitt.
Aber nicht nur äußerlich, auch innerlich weiß dieses Buch zu punkten. Wir haben hier Ava, eine junge Designerin in einer Werbeagentur. Au den ersten Bick hat sie alles, was sie braucht, eine gute Arbeit, eine schöne Wohnung, Arbeitskolleginnen als Freundinnen. Aber immer öfter fühlt sie sich ausgebrannt, überarbeitet, sieht kein Ziel und keinen Sinn in ihrem Leben. Zu diesem Zeitpunkt taucht eine frühere Freundin wieder auf und nimmt Ava mit zu Gruppentreffen.
Die Treffen sind von" connect", einer sektenähnlichen Vereinigung, die Dev geschaffen hat, um einen alternativen Lebensstil zu leben und zu verbreiten. Aus der Sicht von Ava erleben wir mit, wie ihr Leben sich wieder ändert, sie macht keine Überstunden mehr und fühlt sich in der neuen Gemeinschaft sicher und geborgen. Ihre früheren Kontakte vernachlässigt sie dabei so, das sie sich um Ava sorgen und auch Maßnahmen ergreifen.
Der tolle Schreibstil zieht einen von Anfang an in seinen Bann und auch die Konzepte von "connect" sind überzeugend und lebenswert, man weiß aber bereits, dass es einen Haken an der Sache geben muss.
Dieses Buch läßt den Leser alles mit etwas Abstand, fast sachlich beobachten, fast wertungsfrei, aber grade dass macht gefühlsmäßig sehr viel aus. Es zeigt einen Lebensweg, eine Alternative, es zeigt aber auch eine große Gefahr, mir hat es sehr gut gefallen.
Ein sehr aktuelles und gesellschaftskritisches Buch, dass spannend und gut geschrieben ist, absolut lesenswert und zu empfehlen.
Bewertung
aus Leiben
5/5
25.02.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Alienation?
Die 28-jährige Ava arbeitet bei einer Werbeagentur. Sie schiebt täglich Überstunden und weiß in ihrer Freizeit eigentlich nichts mit sich anzufangen. Sie beginnt langsam aber sicher in ein Burn-Out zu schlittern. Ihre alte Schulkollegin Lina, die sie plötzlich wieder trifft, nimmt sie mit zu "connect", einer Gemeinschaft, die die Menschen einander näher bringen will. Mehr real, weniger digital, so lautet die Devise von Dev, dem Gründer der Gemeinschaft. Ava fühlt sich immer wohler dort und vernachlässigt dabei ihren Job und ihre bisherigen Freundinnen, die in "connect" eine gefährliche Sekte sehen.
Das Cover ist einfach wunderschön gestaltet, wie auch das ganze Buch in hochwertiger Qualität daherkommt. Auch der Querschnitt des Buches ist wundervoll gestaltet; eigentlich fehlt nur noch ein Lesebändchen zum perfekten Design.
Der Schreibstil der Autorin ist in ihrem Debütroman einfach grenzenlos gut; Orte und Charaktere werden ausgezeichnet dargestellt.
Der Plot ist nicht nur gut gewählt, man wird auch selbst immer mehr in die Welt von "connect" hineingezogen. Und man weiß als Leser selbst nicht, was man von dieser Gemeinschaft halten soll. Hat sie gutes im Sinn oder ist es wirklich eine gefährliche Sekte? Der kurze Abschnitt vor dem 1. Kapitel mag dem einen oder anderen Leser bereits ein Urteil erlauben, doch ist es wirklich so einfach?
Einerseits sind die Ideen von "connect" einfach wunderbar ohne in irgendeiner Form religiös zu sein oder andere ausnutzen zu wollen, andererseits zeigt das Buch aber auch die andere Seite der Gemeinschaft.
Obwohl es ein klares Ende gibt, bleibt es letztendlich dem Leser überlassen, wie er "connect" sieht, denn eine endgültige Antwort darüber gibt das Buch nicht, auch wenn der ein oder andere das anders sehen wird.
Mich konnte dieses Debüt-Werk auf jeden Fall in den Bann ziehen und ich wünsche mir mehr von dieser talentierten Autorin.
Fazit: zeitgenössische Literatur vom Besten. 5 von 5 Sternen
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