Produktbild: Nachts ist unser Blut schwarz

Nachts ist unser Blut schwarz Roman

5

11,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

14.03.2022

Verlag

Aufbau TB

Seitenzahl

160

Maße (L/B/H)

18,6/11,2/1,5 cm

Gewicht

151 g

Farbe

Aquamarin / Schwarz

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Frère d'âme

Übersetzt von

Andreas Jandl

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7466-3936-9

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

14.03.2022

Verlag

Aufbau TB

Seitenzahl

160

Maße (L/B/H)

18,6/11,2/1,5 cm

Gewicht

151 g

Farbe

Aquamarin / Schwarz

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Frère d'âme

Übersetzt von

Andreas Jandl

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7466-3936-9

Herstelleradresse

Aufbau Taschenbuch Verlag
Prinzenstraße 85
10969 Berlin
DE

Email: info@aufbau-verlag.de

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  • Bories vom Berg

    aus München

    4/5

    19.08.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Bei der Wahrheit Gottes Der…

    Bei der Wahrheit Gottes Der zweite Roman des französisch-senegalesischen Schriftstellers David Diop mit dem bezeichnenden Titel «Nachts ist unser Blut schwarz» erregte 2018 in Frankreich große Aufmerksamkeit, er wurde mit dem Prix Goncourt des lycéens ausgezeichnet. In Übersetzung folgte dann 2021 auch noch der britische International Booker Prize. In Deutschland hingegen blieb er weitgehend unbeachtet. Was erstaunlich ist, denn dieser Kurzroman ist eine literarisch anspruchsvolle Abrechnung mit dem Krieg, hier mit dem bis dato schrecklichsten, dem Ersten Weltkrieg. Wie der Autor in seiner «kurzen historischen Anmerkung» erklärt, ist er durch 1998 veröffentlichte Feldpostbriefe französischer Soldaten auf das Thema aufmerksam geworden. Über Feldpost von Senegalschützen, von denen bei den großen Schlachten gegen die Deutschen ca. 30.000 getötet wurden, gibt es hingegen keine Informationen. Ihnen fiktional eine Stimme zu geben war sein Ansporn für diesen Roman. Als der senegalesische Protagonist Alfa Ndiaye im Kugelhagel eines Angriffs seinen neben ihm liegenden, durch einen Bauchschuss schwer verletzten Freund töten soll, kann er das nicht, so sehr der todgeweihte Freund ihn auch bittet. Die von den weißen Kameraden «Schokosoldat» genannten Senegalesen haben für den Nahkampf statt dem Bajonett alle eine Machete, mit der sie die Gegner niedermetzeln sollen. Sein bester Freund aus Kindheitstagen fleht ihn an, aber er kann ihn nicht von seinem Leiden erlösen, kann ihm nicht die Kehle durchschneiden! Als der Freund wenig später qualvoll gestorben ist, schleppt er ihn unter Lebensgefahr durch das Niemandsland zum französischen Schützengraben zurück. Dieses Erlebnis, seine Ohnmacht der Tötung auf Verlangen gegenüber, macht ihn derart wütend, dass er fortan wie ein Racheengel über das Schlachtfeld zieht, feindliche Soldaten tötet und jeden Abend mit dem Gewehr eines Deutschen zurückkehrt, - und mit einer abgetrennten Hand von ihm. Die bewahrt er dann, ähnlich dem Skalp bei den Indianern, als Trophäe auf. Er bekommt einen Tapferkeits-Orden, der ihm rein gar nichts bedeutet, sein Antrieb ist Rache. Bei der vierten Hand beginnt die Bewunderung der Kameraden und des Kommandanten in Abscheu umzuschlagen, und bei der siebten schickt ihn der Kommandant schließlich, gegen Alfas Willen, in einen vierwöchigen Heimaturlaub. Eine längere Rückblende gilt seiner Jugendzeit in einem Dorf im Senegal, die von der Entführung seiner Mutter überschattet wurde. Ihr Schicksal blieb ungeklärt, ein Trauma, das ihn lebenslang verfolgen wird. Eine weitere Rückblende gilt der ersten Liebe des Ich-Erzählers, der sich sechzehnjährig in ein gleichaltriges, schönes Mädchen verliebt, das seine Liebe zwar erwidert, sich ihm aber nie hingegeben hat. Vier Jahre später, am Abend vor seiner Abreise an die Front, wurde im Kreis der Freunde Abschied gefeiert. Die Schöne verließ nach einem tiefen Blick in seine Augen schon früh das Fest. Er folgte ihr, sie ging in den Wald, wo sie sich ihm hingab. Ein letzter Liebesbeweis, sie würden sich wahrscheinlich nie wiedersehen. Denn die jungen Männer hatten nur geringe Chancen, überhaupt je wieder heimzukommen, und Alfa würde nach Dakar gehen und studieren. Sowohl von seiner Thematik her als auch von seiner Stilistik ist dieser grausam anmutende Roman über Menschlichkeit in unmenschlichen Zeiten alles andere als leichtverdaulich. Kann man seine Menschlichkeit verlieren? Hat allein die rasende Wut den Protagonisten in den Wahnsinn getrieben? David Diop hat sich für die Innenschau als stilistisches Mittel entschieden, «um den Schock eines Senegalschützen zu veranschaulichen», wie er im Nachwort schreibt. Dementsprechend ist dessen simple Sprache sprunghaft, kurzatmig, traumatisch, zudem auch mit in Schleifen ständig wiederholten Phrasen durchsetzt. Von denen ist «Bei der Wahrheit Gottes …» die häufigste. Verstörend zu lesen, aber bereichernd und sogartig mitreißend bis zum Ende!

  • J. Kaiser

    4/5

    26.02.2022

    Buch (Taschenbuch)

    Auswirkungen wie der Krieg Menschen verändert

    Klapptext: Alfa Ndiaye kämpft im Ersten Weltkrieg für die französische Kolonialmacht gegen die Deutschen. Ein Schokosoldat, wie die Kameraden ihn nennen. Fazit: Die beiden Freunde Alfa Ndiaye und Mademba Diop kämpfen gegen die Deutschen. Diese Geschichte schildert eines der dunkleren Kapitel der Kolonialherrschaft. Dass viele der Schwarzafrikaner ihr Leben in diesem Krieg gelassen haben, ist bekannt. Was die Menschen dachten und fühlten hat niemanden interessiert. David Diop beschreibt in diesem Roman über ein Thema, welches verdrängt wurde. Der Krieg lässt Menschen Dinge tun, welche man sich fast nicht vorstellen kann. Man liest wie nach dem Tod von Mademba sein Freund Alfa nur noch von blinder Wut getrieben wird. Der Roman ist kurz, aber prägnant geschrieben und auch so zu Lesen. Das Buch empfehle ich sehr. Nach dem Lesen halt der Inhalt sicher nach. Bei mir war das so.

  • Alexandra

    aus Kerzers

    5/5

    04.10.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Denkmal für die Senegalsoldaten im 1.Weltkrieg

    “Bei Gottes Gnade, Alfa, wenn du mein Bruder bist, wenn du wirklich der bist, für den ich dich halte, schneide mir die Kehle durch, wie einem Opferschaf, lass nicht den Tod mit seinem Maul meinen Körper zerreisen! Erspare mir diesen Schmutz. Alfa…Alfa…töte mich…ich flehe dich an!” Alfa kann seinem besten Freund, seinem Seelenbruder diesen letzten Wunsch nicht erfüllen. Sein Seelenfreund wird im 1.Weltkrieg tödich verwundet. Alfa wurde beigebracht Gott und die Ahnen zu Ehren. Ein Mord schliesst dies aus. Doch der Todeskampf, das Röcheln, das Schreien vor Schmerzen verändert Alfa. Und ein Atemzug nachdem sein bester Freund verstorbn ist, erkennt Alfa, dass er seinen Seelenbruder hätte erlösen müssen. Dieses Ereignis verändert Alfa grundlegend, im Innersten. Er erweit seinem besten Freund die letzte Ehre indem er ih zurück in den Graben trägt und Alfa wird von seinen Kameraden “gefeiert”. Doch Alfa sagt ihnen nicht, dass sein besster Freund ihn 3x angefleht hat seinem Leid ein Ende zu bereiten. In diesem kraftvollen, hypnotischen Roman fragt David Diop nach der Menschlichkeit in unmenshclichen Zeiten und setzt den Senegalsoldaten, welche im 1.Weltkrieg für Frankreich gekämpft haben, ein Denkmal. Gewinner des “The 2021 International Booker Prize”.

  • yellowdog

    5/5

    13.09.2019

    eBook (ePUB 3)

    Im Krieg

    David Diops preisgekrönter Roman besitzt eine beeindruckende Sprache mit hoher Intensität, die auch aufgrund der gewählten Erzählform entsteht. Der Autor thematisiert Ereignisse der französischen Armee aus dem ersten Weltkrieg, Frankreich setzt da Soldaten ein, die aus Senegal oder anderen kolonisierten Ländern stammen und die als Kanonenfutter verheizt wurde. Der Icherzähler ist so ein Soldat aus Senegal, der nicht mal französisch spricht und von den Kriegserlebnisse, in erster Linie durch den Tod seines Freundes und Waffenbruder, den er hautnah miterleben musste. Das treibt ihn selbst dazu, mit Grausamkeit gegen den Feind vorzugehen. Er verliert sich selbst und sogar nach dem Kriegseinsatz kann er nicht wieder zu sich finden. Das Buch besitzt wegen der Umsetzung eine erschütternde Härte, die Sprache hat aber sogar etwas poetisches und zeigt, was Literatur vermag!

  • Bücherwelten

    5/5

    13.09.2019

    eBook (ePUB 3)

    Wie der Krieg aus einem Menschen ein Monster machte

    Alfa Ndiaye ist ein schwarzer Soldat im 1. Weltkrieg. Im Kampf fällt sein bester Freund und Seelenbruder Mademba Diop. Mit seinem Tod starben auch ein Stück Seele und das Gewissen von Alfa. Als Diop im Sterben lag bat er seinen Freund um einen letzten Gefallen, er sollte ihm die Kehle durchschneiden um ihn zu erlösen. Aber Alfa verwehrte ihm dies, er ließ in weinend und zitternd sterben, weil er es nicht über sich brachte, seinen Freund zu töten. Und so wird aus Alfa, geplagt von der Trauer über den Verlust seines besten Freundes, ein Monster. Er schleicht sich an die Lager der Feinde und nimmt sich einen von ihnen um sie auf bestialische Weise zu foltern. Und hier macht er wieder gut, was er bei seinem Freund versäumt hat. Um zu beweisen, dass noch ein letztes Stück Menschlichkeit in ihm steckt, erlöst er die Soldaten aus ihren Todesqualen indem er ihnen die Kehle durchschneidet. Das Buch wird in der 1. Person aus Alfas Sicht erzählt, was einfach super passt. Denn man erfährt so viel besser, dass er nicht zu dem Monster, das er letztendlich wird, geboren wurde oder so erzogen wurde. Er ist ein einfacher und hilfsbereiter Bauernjunge. Aber der Krieg macht jemand anderen aus ihm. Menschen verändern sich in bestimmten Situationen und das wird hier auf grauenhafte und geniale Art dargestellt. In diesem Buch geht es nicht darum Spannung aufzubauen, sondern darum zu verstehen, was der Krieg aus Menschen macht. Sie folgen blind den Befehlen ihres Hauptmanns, sie werden zu Tieren. Grade schwarze Soldaten wie Diop einer ist werden manipuliert und laufen brüllend in den Tod oder töten selbst ohne Gewissen. Dabei ist der Schreibstil absolut passend. Die Grausamkeiten werden detailliert und schonungslos erzählt, so dass die Taten eine gewaltige Auswirkung auf den Leser haben. Es ist schockierend und einfach nur heftig und realistisch ohne dass etwas beschönigt wird. Letztendlich gab es nur eine Kleinigkeit, die mich gestört hat und die ich auch irgendwann als nervend empfand. Alfa verwendet sehr sehr oft zu Satzbeginn die Worte: "Bei der Wahrheit Gottes...", das war mir irgendwann einfach zu viel, es störte mich beim Lesen dann doch sehr. Fazit Ein Buch, das eine schockierende Wahrheit erzählt. Auf eine besondere Weise ist dieses Werk wirklich fesselnd und faszinierend zugleich. Es ist sehr gut geschrieben und bis auf wenige Ausnahmen einfach großartig. Das Ende ist dann noch mal sehr berührend und versöhnlich. Mich haben das Buch und die ganze Geschichte auf besondere Art einfach mitgerissen und ich empfehle es sehr gerne weiter.

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    Jakob Rimmler

    OSIANDER Aalen

    Buchhändler*in

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    5/5

    21.08.2022

    Buch (Taschenbuch)

    Vom Verlust der Menschlichkeit

    Ein kurzes Buch, welches umso länger nachhallt. Erzählt wird die Geschichte von Alfa Ndiaye, der als Senegalsoldat im Ersten Weltkrieg auf der Seite der Franzosen kämpft und durch den Verlust seines Kindheitsfreundes von Wut und Wahnsinn gepackt wird. Dadurch wird eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt, die die Frage aufwirft, wie viel Menschlichkeit übrig bleiben kann, wenn man zur Unmenschlichkeit gezwungen wird. David Diop ist ein Name, den ich mir nach dieser Lektüre merken werde. Sein präziser und nachvollziehbarer Blick ins Innere von Alfa Ndiaye lässt niemanden kalt. Ein Psychogramm und Antikriegsbuch zugleich, gleichermaßen famos und mitreißend.

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