Auftakt der großen Saga über die Frauen von Bloomsbury
London, 1903. Während ihre Schwester Vanessa Kunst studieren möchte, will die hochintelligente Virginia nur eines: schreiben - und zwar in einer neuen Form, der modernen Welt angemessen. Mit ihren Brüdern gründen sie eine Wohngemeinschaft in Bloomsbury, die schon bald zum Hort geistiger Freiheit und Inspiration wird. Doch die Gesellschaft ihrer Zeit sieht für unverheiratete Frauen kein Leben in Freiheit vor, und immer wieder verlangt man von Virginia, sich einen Ehemann zu suchen ...
Ein so überraschender wie mitreißender Roman über Virginia Woolf - Ikone der literarischen Moderne und der Frauenbewegung
"Wer uns unserer Träume beraubt, beraubt uns unseres Lebens." Virginia Woolf
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Bewertung
aus Königswinter
5/5
15.07.2022
eBook (ePUB 3)
Leidenschaftliche Schwestern
Der Roman "Die Liebenden von Bloomsbury - Virginia und die neue Zeit" von Stefanie H. Martin erzählt die Geschichte der beiden Schwestern Vanessa und Virginia, die nach dem Tod des Vaters einen eigenen und sehr unkonventionellen Haushalt gründen. Die Eine schreibt leidenschaftlich, die Andere malt leidenschaftlich. Vanessa erlebt auch eine leidenschaftliche Liebe und Sexualität.
Das Cover passt wunderbar zu der Zeit, in der die Geschichte spielt.
Die Charaktere werden sensibel dargestellt und sind sympathisch. Auch die Personen drumherum sind interessant, teilweise sehr unkonventionell und eigenwillig, aber alle angenehm.
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen. Ich habe keine logischen Fehler gefunden, die Story ist schlüssig.
Insgesamt ein wirklich gutes Buch, wer das Genre mag. Ziemlich dick, aber trotzdem nicht langwierig...
Bewertung
aus Bühne
5/5
26.06.2022
eBook (ePUB 3)
Mega schön geschrieben!
Ein toller Auftakt zu einer Reihe um die 'Bloomsbury-Frauen' um Virginia Woolf herum mit einem sehr ansprechenden Cover dazu. Die eindringlich geschriebene Geschichte um drei hochinteressante Frauen - Virginia, Vanessa und Vita - die zwar als Roman und nicht als Biographie daher kommt, doch das tut dem Lesegenuss keinen Abbruch. Stefanie H. Martin fängt die Lebensart, die Gefühle und Hindernisse für Frauen um 1903 in England in einem flüssigen, plastischen Schreibstil prächtig ein. Ich fühlte mich gleich in die damalige Zeit zurückversetzt und es war, als schaue ich den Protagonisten quasi direkt über die Schulter.
Virginia und Vanessa gründen eine Wohngemeinschaft, etwas ganz und gar Unerhörtes zu der damaligen Zeit - sie wollen frei ihr eigenes Leben leben und ihren Neigungen nachgehen. Ein sehr schönes Buch, bei dem ich schon auf die beiden nachfolgenden teile gespannt bin, die sich um Vanessa und Vita drehen werden. Für mich ist dies Buch ein gut recherchiertes und klasse geschriebenes Highlight, nicht nur für Virginia Woolf - Fans.
MaliM
aus Rastatt
5/5
21.06.2022
eBook (ePUB 3)
Empfehlung
Die Liebenden von Bloomsbury
Dieses Buch bietet eine mitreißende Saga über die Frauen von Bloomsbury. Historisch, aber ganz aktuell irgendwie dann doch. Virginias Gedankengut bleibt einfach immer zeitlos und es ist zu jeder Zeit immer lesbar.
Zitat: >>In ihrer Trilogie »Die Liebenden von Bloomsbury« erzählt Stefanie H. Martin von der Bloomsbury Group, einer Gruppe junger Menschen, deren Leben und Lieben die Welt in die Moderne führen sollten.<<
Dieses Buch handelt zu Beginn des letzten Jahrhunderts, 1903 London. Es geht um Virginia S., die ihr Leben dem Schreiben widmen möchte, sie will ihre Passion zu ihrem Beruf machen - das ist in dieser Zeit - hauptsächlich männerdominiert -ganz und gar nicht einfach. Ihre Schwester hingegen möchte ein klassisches Kunststudium beginnen, eigentlich auch keine so einfach Sache zu dieser Zeit.
Die beiden Schwestern gründen mit ihren weiteren beiden Brüdern, wär hätte es gedacht - im Stadtteil Bloomsbury - die Bloomsbury Group - die sich dem freien Geist widmet... Spannend und lesenswert!
MarionHH
aus Schenefeld
5/5
16.06.2022
eBook (ePUB 3)
Auftakt der Bloomsbury Saga – Virginia, die Bloomsbury Group und die Kunst des Schreibens
London, 1904: Nach dem Tod ihres Vaters ziehen die Geschwister Stephen - Thoby, Vanessa, Virginia und Adrian - aus dem Elternhaus im noblen Stadtteil Kensington, in dem sie mit ihren Halbgeschwistern gewohnt haben, nach Bloomsbury. In der von Standesdünkeln und strengen Etiketten beherrschten noblen Gesellschaft kommt dies gar nicht gut an, doch für die Geschwister ist es eine Erleichterung und Befreiung. Besonders die beiden Schwestern Vanessa und Virginia sind eng verbunden und haben jede ein großes künstlerisches Talent: Vanessa als Malerin, Virginia als Schriftstellerin. Obwohl sie keine Schulausbildung haben, nehmen sie teil an den wöchentlichen Sitzungen der von ihrem Bruder Thoby mit seinen Studienkollegen gegründeten Bloomsbury Gruppe. Besonders Virginia besticht bald mit ihren klugen Bemerkungen zum Thema Literatur.
Ein wundervoller Roman über die Schwestern Vanessa und Virginia Stephen und deren Abnabelung von ihren dominanten und übergriffigen Halbbrüdern. Gleichzeitig eine Hommage an die Bloomsberries, die Gruppe junger Menschen, die Anfang des 20. Jahrhunderts im Hause der Stephen-Geschwister im Londoner Stadtteil Bloomsbury gegründet wurde und die das enge viktorianische Korsett in Frage stellten, über Politik, Literatur und Philosophie diskutierten und offen über Sexualität sprachen. In einer Zeit, in der alle Rechte beim männlichen Geschlecht lagen, Homosexualität mit Gefängnis bestraft wurde und Frauen weder wählen durften noch zu einer höheren Bildung zugelassen wurden, keinen Beruf ergreifen, ja nicht einmal allein wohnen oder reisen durften, setzen sich diese jungen Leute, die alle eine viktorianische Erziehung erhalten hatten, über die Schranken hinweg und leben, soweit möglich, ihre Talente und Neigungen aus. Mit ihren klaren Worten und sarkastischen Schriften brechen sie Tabus, kämpfen für freie Entfaltung und sprengen gesellschaftliche und moralische Zwänge.
Der Autorin gelingt ein außerordentlicher Spagat zwischen historischen Ereignissen, wahren Erlebnissen der Protagonisten sowie deren Gefühls- und Gedankenwelt und fiktiven Dialogen und Handlungen. Hervorragend recherchiert lässt sie das viktorianische England, besonders London, und andere europäische Schauplätze authentisch und lebendig auferstehen, macht historische Personen zu realen Menschen, gibt ihnen Persönlichkeit und lässt den Leser eintauchen in ihre Welt. Die fortlaufenden Kapitel, jeweils überschrieben mit Ortsangabe und Datum, sind keineswegs eine stumpfe Aneinanderreihung von Geschehnissen. Obwohl ein recht geringer Zeitraum betrachtet wird – nämlich Dezember 1904 bis Mai 1909 – beschreibt die Handlung ausführlich einschneidende Ereignisse im Leben von Virginia und Vanessa und widmet sich zudem ausgiebig und kritisch den wichtigen Fragen der Zeit, wie Frauenrechte und gesellschaftliche Klassenunterschiede. Aus verschiedenen Perspektiven erzählt und durch die Einschübe von Briefen perfektioniert erhält der Leser aber auch tiefe und intime Einblicke in die Gefühlswelt anderer Protagonisten, etwa Lytton Strachey oder Clive Bells, die bei weitem nicht zu reinen Nebenfiguren verkommen, sondern hervorragend herausgearbeitete, vielschichtige und komplexe Charaktere sind, mit denen man ebenfalls mit lebt. Mir gingen besonders Stracheys unerfüllte Liebe und sein Hadern mit seinem Leben und seiner Homosexualität zu Herzen.
Besonderer Fokus wird auf Virginia und ihre erwachenden literarischen Ambitionen gelegt. Die sensible und hochintelligente junge Frau hat eine labile Persönlichkeit, neigt zum Grübeln und leidet an manisch-depressiven Schüben. Gleichzeitig jedoch sprüht sie vor genialem Wortwitz, tiefschürfenden Gedanken und überbordender Fantasie. Ihre Kindheit war von strenger viktorianischer Erziehung und männlicher Dominanz geprägt. Die Autorin nennt auch explizit den Missbrauch durch den Halbbruder George beim Namen, der möglicherweise der Grund für ihre Krankheit und ihre Abneigung Männern gegenüber ist. Sie bezeichnet sich selbst als Sapphistin, also als jemanden, der Frauen liebt, doch zu dem einem oder anderen der Bloomsbury Gruppe hat sie ebenfalls eine enge freundschaftliche Beziehung. Besonderer Fixpunkt in ihrem Leben ist ihre Schwester Vanessa. Die beiden lieben sich sehr, sind aber gleichzeitig das Gegenstück der anderen. Sie neiden einander das Talent, dürsten aber gleichzeitig nach dem Lob der anderen. Als Vanessa heiratet und Virginia ausziehen muss, drängt sie sich doch immer wieder in das Leben und die Ehe ihrer Schwester. Ihre Hauptbeschäftigung ist schreiben - Briefe, Essays und anderes - und auch ihren Lebensunterhalt verdient sie mit Artikeln und Rezensionen (ihr Unterricht am Morley College wird nicht erwähnt, vielleicht weil es den Rahmen gesprengt hätte). Befeuert durch die Teilnahme am intellektuellen Zirkel der Bloomsberries und den Lobeshymnen ihres Schwagers Clive Bells beginnt sie außerdem ihren ersten Roman. Obwohl sie freizügig mitdiskutiert, thematisiert sie nie die Übergriffe ihres Bruders George. Virginia ist – wie auch ihre Zeitgenossen – absolut ein Kind ihrer Zeit, zwar voller Hoffnung auf Veränderung - der Befreiung von moralischen Zwängen und der männlichen Dominanz - und mit liberaler Grundeinstellung, aber dennoch gefangen in den viktorianischen Fesseln, deren Dogmen man ihr eingebläut hat. Doch trotz aller Schicksals- und Rückschläge weiß sie, dass sie ihre Bestimmung mit dem Schreiben gefunden hat.
Fazit: Eine wundervolle, zutiefst berührende Geschichte, ein literarisches Denkmal und ein großartiger historischer Roman – der Autorin ist ein hervorragender Einstieg in die Reihe gelungen, die nicht nur Lust auf die weiteren Bände macht, sondern auch zum Nachdenken anregt. Ich war begeistert von dem gehobenen und doch sehr eingängigen Schreibstil und gefesselt von den intensiven und faszinierenden Charakteren, und mich regte es sehr an, mich näher mit Virginia Woolf, ihrer Zeit und ihren Zeitgenossen zu befassen. Die Folgebände werden sich mit Vanessa Stephen/Bell und mit Vita Sackville-West beschäftigen, und damit wird auch Virginias Lebensgeschichte fortgeführt – ich freue mich drauf!
Bewertung
5/5
15.06.2022
eBook (ePUB 3)
Eine historische Saga um die Bloomsbury-Group – allumfassend beschrieben.
Eine historische Saga um die Bloomsbury-Group – allumfassend beschrieben.
In der Oberstufe unseres Gymnasiums lasen wir den Roman von Virginia Woolf: ‚To the Lighthouse‘, was für mich damals nicht leicht zu lesen war und tatsächlich in der Tiefenwirkung ihrer Wortwahl und Sprache nicht voll von mir gewürdigt wurde. Dieser Roman hier lässt sie als erfolgreiche Schriftstellerin in all ihrer Brillianz zu ihrer Schreibkunst und ihrem unermüdlichen Streben nach weiblicher und literarischer Unabhängigkeit erstehen. Das Viktorianische Zeitalter mit zeitgeschichtlichen Einflüssen auf das Denken und Verhalten der Menschen auch in sexueller Hinsicht kommt klar zur Geltung. Das verlogene, heuchlerische, moralische Korsett versuchen die Bloomberries zu sprengen als Rebellen, die trotz der drohenden Gefängnisstrafen bei Homosexualität mit drastischem Vokabular protestierten. Ebenso wird der Kampf der Suffragetten in London um 1900 erwähnt mit deren Wirken um das Wahlrecht der Frauen.
Das Cover zeigt eine sehr hübsche, junge Virginia Woolf als seitlich aufgenommenes Porträt.
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3/5
29.01.2023
Buch (Taschenbuch)
Die Romanbiografie beleuchtet...
Die Romanbiografie beleuchtet vorallem die amourösen Seiten der Schwestern Virginia und Vanessa Stephen. Nebenbei werden auch die künstlerischen Ambitionen erwähnt. Leichte Lektüre für entspanntes Lesen, die durchaus Lust auf mehr macht.
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