Produktbild: Revolutionär und Staatsgründer

Revolutionär und Staatsgründer Jósef Pilsudski - Eine Biografie

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19,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

14.03.2022

Verlag

Ch. Links Verlag

Seitenzahl

448 (Printausgabe)

Dateigröße

8545 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783862845231

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Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

Nein

Dieses eBook können Sie uneingeschränkt auf allen Geräten der tolino Familie, allen sonstigen eReadern und am PC lesen. Das eBook ist nicht kopiergeschützt und kann ein personalisiertes Wasserzeichen enthalten. Weitere Hinweise zum Lesen von eBooks mit einem personalisierten Wasserzeichen finden Sie unter Hilfe/Downloads.

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Ja

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Ja

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

14.03.2022

Verlag

Ch. Links Verlag

Seitenzahl

448 (Printausgabe)

Dateigröße

8545 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783862845231

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Polen, der zweibeinige Schemel

Gesellschaftliche Betrachterin aus Großraum Halle (Saale) am 11.06.2023

Bewertungsnummer: 1958879

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Lesen und Polen verstehen. Eine zutiefst beeindruckende Biografie, was nicht nur der Recherche ihres Autors Wolfgang Templin, sondern dem facettenreichen Lebensweg von Józef Piłsudski (1867 – 1935) zu verdanken ist. Den an sich selbst gestellten Anspruch, sich in die Persönlichkeit Piłsudskis hineinzuversetzen und dabei die notwendige Distanz zu bewahren hat der Autor stets erfüllt. Bereits Piłsudski selbst hatte zu Lebzeiten gerne Anekdoten aus seinem bewegten Leben erzählt, besonders gegenüber hochgestellten Besuchern, auf deren politische Wünsche er nicht eingehen wollte – er beeindruckte sie mit seinen Erlebnissen und unversehens war die vereinbarte Besuchszeit abgelaufen. Piłsudski war ein ewiger Aufständischer, anfangs glühender Sozialist in der Narodnaja Wolja und im erweiterten Zirkel eines in der Planungsphase noch gescheiterten Attentatsversuchs auf Zar Alexander II, was ihm repressive fünf Jahre Verbannung nach Sibirien einbrachte, dann nach seiner Rückkehr als Untergrundkämpfer als steckbrieflich gesuchter Chefredakteur des Parteiblattes „Robotnik“ (Der Arbeiter). Weiter eintretend für ein eigenstaatliches sozialistisches Polen verhielt er sich sowohl gegen die Nationalismus-Bestrebungen seines Gegenspielers Roman Dmowski als auch gegen den streng internationalistischen Kurs von Rosa Luxemburg. Nach dem Ersten Weltkrieg erreichte er als Führungsperson die Errichtung des polnischen Staates, zu dessen Erhalt er bis zu seinem Tod auf geschickt ausgewählte Unterstützer und auf militärische Stärke setzte. Wer diese Biografie liest, erfährt viel über die polnische Seele und das sich bildende Wollknäuel unterschiedlicher europäischer Interessen und Bestrebungen während der Lebenszeit Piłsudskis. Die 20ger Jahre sind eine Zeit der politischen Attentate, in Polen noch zahlreicher als in der Weimarer Republik und stets von fanatischen Rechten begangen. Piłsudski scheint als einziger vorherzusehen, welche Gefahr für Europa durch den Aufstieg Hitlers bevorsteht. Um seine politischen Unterstützer davon abzuhalten, sich diesem Deutschland oder der stalinistischen Sowjetunion zuzuwenden verwendet er das Bild des zweibeinigen Schemels, der mit dem darauf Sitzenden umkippt, wenn dieser sich zu einer Seite neigt.

Polen, der zweibeinige Schemel

Gesellschaftliche Betrachterin aus Großraum Halle (Saale) am 11.06.2023
Bewertungsnummer: 1958879
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Lesen und Polen verstehen. Eine zutiefst beeindruckende Biografie, was nicht nur der Recherche ihres Autors Wolfgang Templin, sondern dem facettenreichen Lebensweg von Józef Piłsudski (1867 – 1935) zu verdanken ist. Den an sich selbst gestellten Anspruch, sich in die Persönlichkeit Piłsudskis hineinzuversetzen und dabei die notwendige Distanz zu bewahren hat der Autor stets erfüllt. Bereits Piłsudski selbst hatte zu Lebzeiten gerne Anekdoten aus seinem bewegten Leben erzählt, besonders gegenüber hochgestellten Besuchern, auf deren politische Wünsche er nicht eingehen wollte – er beeindruckte sie mit seinen Erlebnissen und unversehens war die vereinbarte Besuchszeit abgelaufen. Piłsudski war ein ewiger Aufständischer, anfangs glühender Sozialist in der Narodnaja Wolja und im erweiterten Zirkel eines in der Planungsphase noch gescheiterten Attentatsversuchs auf Zar Alexander II, was ihm repressive fünf Jahre Verbannung nach Sibirien einbrachte, dann nach seiner Rückkehr als Untergrundkämpfer als steckbrieflich gesuchter Chefredakteur des Parteiblattes „Robotnik“ (Der Arbeiter). Weiter eintretend für ein eigenstaatliches sozialistisches Polen verhielt er sich sowohl gegen die Nationalismus-Bestrebungen seines Gegenspielers Roman Dmowski als auch gegen den streng internationalistischen Kurs von Rosa Luxemburg. Nach dem Ersten Weltkrieg erreichte er als Führungsperson die Errichtung des polnischen Staates, zu dessen Erhalt er bis zu seinem Tod auf geschickt ausgewählte Unterstützer und auf militärische Stärke setzte. Wer diese Biografie liest, erfährt viel über die polnische Seele und das sich bildende Wollknäuel unterschiedlicher europäischer Interessen und Bestrebungen während der Lebenszeit Piłsudskis. Die 20ger Jahre sind eine Zeit der politischen Attentate, in Polen noch zahlreicher als in der Weimarer Republik und stets von fanatischen Rechten begangen. Piłsudski scheint als einziger vorherzusehen, welche Gefahr für Europa durch den Aufstieg Hitlers bevorsteht. Um seine politischen Unterstützer davon abzuhalten, sich diesem Deutschland oder der stalinistischen Sowjetunion zuzuwenden verwendet er das Bild des zweibeinigen Schemels, der mit dem darauf Sitzenden umkippt, wenn dieser sich zu einer Seite neigt.

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von Wolfgang Templin

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