Trister DDR-Alltag Ende der 1970-er Jahre. Von der Freundin verlassen, ertränkt der junge Journalist Martin seinen Frust im Alkohol. Doch dann zwingen ihn eine schicksalhafte Begegnung, ein ungewolltes Versprechen und eine neue Liebe zu einer Odyssee durch die Zeit. Erst vier Jahrzehnte später, als ein junger Mann vor zwei einsamen Gräbern steht, findet diese ein Ende. Martin ist da schon seit vielen Jahren tot.
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Ein wahrer Pageturner
Bewertung am 21.02.2022
Bewertungsnummer: 1661511
Bewertet: eBook (ePUB)
Absolute Leseempfehlung. Ich war so überrascht, dass die Geschichte so spannend wurde. Ein wahrer Pageturner. Man legt es wirklich sehr ungern beiseite, da man einfach wissen will, wie das Schicksal hier lenkt. Es ist sehr emotional - bis zum Schluss und so unerwartet Spannend, dass ich es manchmal zur Seite legen musste um diese Spannung zu halten und auch mal durchzuatmen.
War es wirklich so? – Möglich wäre es!
Daniela aus Hörselberg-Hainich am 18.02.2022
Bewertungsnummer: 1659661
Bewertet: eBook (ePUB)
Oha, dieses Buch ist kurz, aber alles andere als leichte Literatur. Auch wenn es sich hier um einen Roman handelt, kann es trotz allem genau so passiert sein. – Ich war von Anfang bis Ende gefesselt und konnte kaum von dem Stoff lassen.
Schon zu Beginn habe ich ganz genau diese düstere DDR-Stimmung gespürt. Dieser marode Staat wurde nicht so explizit beschrieben, kam aber genau so rüber. Alles scheint irgendwie gelenkt zu werden. Der Einzelne glaubt, seinen Job nach bestem Wissen und Gewissen zu machen, weiß aber ganz genau, dass dem eben nicht so ist. Da hat der Autor mit dem Journalismus ein wirklich sehr markantes Beispiel raus geholt. Die Presse war nicht frei. Zwar war der Protagonist auf Recherchereise, aber es wurde ihm eben am Ende doch diktiert, was er zu schreiben hatte. – Ein wirklich sehr bildhaftes Beispiel für die nicht vorhandene Meinungsfreiheit in der DDR.
Diese Recherchereise ist so etwas wie ein Aufhänger für die eigentliche Story. Denn durch sie kommen die Antagonisten ins Spiel. Die Leute, die sich dann jahrelang als Fluchthelfer betätigen, sich immer wieder der Gefahr aussetzen und so selber jede Menge Lebensqualität einbüßen.
Von Anfang an konnte ich nicht glauben, dass eine Mutter ihrer Tochter wirklich so ein Stiefvater antut. Auch in der DDR wurde dir nicht vorgeschrieben, wen du heiraten darfst. So schlimm war das System nun wieder nicht. Von daher hätte die Mutter diesen komischen und gewalttätigen Mann mit seinem Sohn nicht in ihr Leben lassen müssen.
Dass die Tochter mit 18 Jahren schon kurz der Entbindung ihres ersten Kindes steht, war dann allerdings nicht wirklich unüblich. Damals war man der Meinung, mit zwanzig Jahren schon spät gebärend zu sein. – So gesehen war die ganze Story schon auch irgendwie richtig gut recherchiert und glaubhaft konstruiehrt. Wohl auch so ein Faktor, der zu Glaubhaftigkeit beigetragen hat und somit die Faszination hochgetrieben hat.
Dieses ganze Durcheinander mit der Flucht vor diesem Roman und der Stasi gleichzeitig hat eine wahnsinnige Spannung erzeugt. Ich habe öfter mal die Luft angehalten, wenn es knapp war. Dann habe ich nicht verstanden, warum mittendrin so ein Alleingang von diesem Claus war und dann diese hochdramatische Flucht. – Von da an habe ich mich bis zum Ende gefragt, was denn nun aus Delphin geworden ist. Mit dieser Auflösung hat der Autor wirklich bis zum Ende gewartet und mich damit noch einmal extra bei der Stange gehalten.
Die ganze Story war in angenehm kurzen Kapiteln gehalten, die dann noch komplett übersichtlich in Absätzen unterteilt waren. Dadurch konnte ich der Story wirklich richtig gut folgen und die einzelnen Szenen für mich zu einem schlüssigen und gut verständlichen Film zusammensetzen.
Alles war so beschrieben, dass man alle nötigen Infos bekommen hat, ohne dass die Handlung zum Stehen kam. Es ging kontinuierlich immer schön vorwärts und ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, auf der Stelle zu treten. Somit gab es auch keine Langeweile. Außerdem hatte ich die ganze Zeit einen wirklich authentischen Film vor meinem geistigen Auge, der auch noch mit der vollen Ladung Gefühle gespickt war. Nicht selten hatte ich die Schockmomente der handelnden Personen oder eben Gänsehaut am ganzen Körper. – Gerade am Ende hatte ich wirklich die komplette Erpelfolie.
Das Ende ist ein abgeschlossenes Ende, birgt aber auch durchaus noch Raum für eine Art Fortsetzung. Das Schicksal der Fluchthelfer, des Kindes und der Mutter, sind geklärt, aber dann kommt ja noch eine verschwunden geglaubte Person in die Handlung zurück. Darauf könnte man durchaus noch aufbauen und ein Buch über dessen Erlebnisse, Gedanken, und Zukunft schreiben.
Dieses Buch hat mich gepackt, mich ein Stück weit in meine Kindheit zurückversetzt und mich für das Thema „Flucht“ irgendwie sensibilisiert. Super geschrieben, spannend erzählt und absolut aus der Geschichte.
Ich kann dieses Buch absolut empfehlen. Es handelt sich um einen Roman, der aber einen super Einblick in den Alltag der DDR gibt. Glaubhaft und fast so, als wäre diese Geschichte wirklich ganz genau so passiert.
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