Produktbild: Töchter Haitis

Töchter Haitis Übersetzt von Nathalie Lemmens, mit einem Nachwort von Kaiama L. Glover

8

28,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

28.09.2022

Verlag

Manesse

Seitenzahl

288

Maße (L/B/H)

21,8/14,2/2,9 cm

Gewicht

445 g

Farbe

Beige / Rost

Originaltitel

Fille d'Haiti

Übersetzt von

Nathalie Lemmens

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7175-2550-9

Beschreibung

Rezension

»Sorgfältig editiert, mit ausführlichen Anmerkungen und einem Nachwort der Romanistin und Afrikanistin Kaiama L. Glover versehen. Der Roman beweist, dass Marie Vieux-Chauvet eine selbstbewusste Stimme der haitianischen Literatur ist. Das Werk weist – wie alle wirklichen Klassiker – immer wieder über sich selbst hinaus. Der Roman macht klar, dass die aktuellen Probleme Haitis auch als Folgen von Fehlentwicklungen der darin beschriebenen Zeit gelesen werden können.« ("NZZ Bücher am Sonntag, Valeria Heintges")
»Das Debüt dieser modernen Klassikerin der karibischen Literatur ermöglicht einen veränderten Blick auf Haiti.« ("Deutschlandfunk, Büchermarkt, Julia Schröder")
»Sehr schöne Übersetzung von Nathalie Lemmens, mit hervorragenden Anmerkungen und einem kenntnisreichen Nachwort von Kaiama L. Glover. ... Seine Kraft zieht Marie Vieux-Chauvets Roman aus dem scharfen Blick auf die gesellschaftliche Wirklichkeit Haitis, deren Klassen sich durch Neid und Verachtung, Arroganz und Ressentiment gegenseitig in Schach halten. « ("perlentaucher.de, Thekla Dannenberg")
»Die Beibehaltung einiger französisch-haitianischer Redewendungen gibt den ›Töchtern Haitis‹ eine besondere Klangfarbe, das informative Nachwort zeigt Vieux-Chauvets radikalen Blick auf ethnische Absolutheitsansprüche und die Spaltung der Gesellschaft als Folge der amerikanischen Besatzungsjahre. Eine bemerkenswerte Erweiterung von Manesses Reihe ›Mehr Klassikerinnen‹!« ("Buchkultur (A), Maria Leitner")
»Eine absolute Leseempfehlung.« ("piqd.de")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

28.09.2022

Verlag

Manesse

Seitenzahl

288

Maße (L/B/H)

21,8/14,2/2,9 cm

Gewicht

445 g

Farbe

Beige / Rost

Originaltitel

Fille d'Haiti

Übersetzt von

Nathalie Lemmens

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7175-2550-9

Herstelleradresse

Manesse Verlag
Neumarkter Str. 28
81673 München
DE

Email: produktsicherheit@penguinrandomhouse.de

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  • nil_liest

    aus Frankfurt

    5/5

    17.05.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein authentisches Haiti der…

    Ein authentisches Haiti der 40er Jahre Wer letzten Sommer die St. Kunigundis Kirche in Kassel zur Documenta besucht hat, wurde mit Kunst des Künsterkollektivs Atis Rezistans aus Haiti konfrontiert. Ich merkte dort wie wenig ich über die Geschichte des Landes wusste. Umso besser, dass nun Marie Vieux-Chauvet wiederentdeckt wurde und ihr Roman Haitis Töchter nun endlich auch ins Deutsche übertragen und im Manesse Verlag erhältlich ist. Marie Vieux-Chauvet war eine haitianische Schriftstellerin. Dieser Roman wurde 1954 auf Französisch veröffentlicht und ist nun endlich auch auf Deutsch zu lesen. Ein Genuss, denn die Übersetzung von Nathalie Lenmmens aus dem Französischen ist extrem gut gelungen! Es geht um eine junge Frau, der französische Vater hat sich aus dem Staub gemacht, die Mutter prostituiert sich und sie sucht Schutz in einer verfallenen Villa. Ein Blick auf ein Haiti am Ende des 2. Weltkrieges, aber doch so brandaktuell, beleuchtet es die Diskriminierungen auf verschiedensten Ebenen. Sie wird von anderen als hellhäutig, ergo privilegiert wahrgenommen, dabei ist sie einsam und kämpft auch ums Überleben. Durch ihre Weiblichkeit ist sie den Männern schutzlos ausgeliefert. Was auch sehr gegenwärtig ist, wie sie als Frau sich in ihrer Einsamkeit wiederfindet und machtlos gegenüber den Strukturen. Bis sie einen Mann kennenlernt, der wiederum auch sie schamlos ausnutzt. Ein wirklich äußerst gelungener Roman, den es wiederzuentdecken gilt! Nach der Lektüre war ich recht fassungslos, dass erst jetzt eine Übertragung ins Deutsche vorgenommen wurde. Ich freue mich auf die nächste Übersetzung mit „Der Tanz auf dem Vulkan“. Fazit: Mehr Klassikerinnen!

  • nil_liest

    aus RheinMain Gebiet

    5/5

    17.05.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein authentisches Haiti der 40er Jahre

    Wer letzten Sommer die St. Kunigundis Kirche in Kassel zur Documenta besucht hat, wurde mit Kunst des Künsterkollektivs Atis Rezistans aus Haiti konfrontiert. Ich merkte dort wie wenig ich über die Geschichte des Landes wusste. Umso besser, dass nun Marie Vieux-Chauvet wiederentdeckt wurde und ihr Roman Haitis Töchter nun endlich auch ins Deutsche übertragen und im Manesse Verlag erhältlich ist. Marie Vieux-Chauvet war eine haitianische Schriftstellerin. Dieser Roman wurde 1954 auf Französisch veröffentlicht und ist nun endlich auch auf Deutsch zu lesen. Ein Genuss, denn die Übersetzung von Nathalie Lenmmens aus dem Französischen ist extrem gut gelungen! Es geht um eine junge Frau, der französische Vater hat sich aus dem Staub gemacht, die Mutter prostituiert sich und sie sucht Schutz in einer verfallenen Villa. Ein Blick auf ein Haiti am Ende des 2. Weltkrieges, aber doch so brandaktuell, beleuchtet es die Diskriminierungen auf verschiedensten Ebenen. Sie wird von anderen als hellhäutig, ergo privilegiert wahrgenommen, dabei ist sie einsam und kämpft auch ums Überleben. Durch ihre Weiblichkeit ist sie den Männern schutzlos ausgeliefert. Was auch sehr gegenwärtig ist, wie sie als Frau sich in ihrer Einsamkeit wiederfindet und machtlos gegenüber den Strukturen. Bis sie einen Mann kennenlernt, der wiederum auch sie schamlos ausnutzt. Ein wirklich äußerst gelungener Roman, den es wiederzuentdecken gilt! Nach der Lektüre war ich recht fassungslos, dass erst jetzt eine Übertragung ins Deutsche vorgenommen wurde. Ich freue mich auf die nächste Übersetzung mit „Der Tanz auf dem Vulkan“. Fazit: Mehr Klassikerinnen!

  • Katrin

    aus Kiel

    5/5

    25.01.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Coming-of-age im politischen Kontext

    Haiti ist ein Land, das mich literarisch schon eine Weile begleitet, allerdings habe ich bisher eher zeitgenössische Autor*innen gelesen. Deshalb war ich umso gespannter auf diesen Klassiker der haitianischen Literatur. Marie Vieux-Chauvet wurde 1916 in Port-au-Prince geboren, „Töchter Haitis“ war ihr erster Roman, der 1954 erschien. Er spielt in den Vierzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts in ihrer Geburtsstadt und handelt von den damaligen politischen Ereignissen sowie den gesellschaftlichen Herausforderungen der Zeit. Mittelpunkt der Geschichte ist die junge Lotus, die zwar aufgrund ihrer helleren Haut und ihres Vermögens eher zur Oberschicht gehört, allerdings aufgrund der Tatsache, dass ihre Mutter ihr Vermögen durch Prostitution verdient hatte, von den meisten Nachbar*innen geächtet wird. Lotus lässt sich durchs Leben treiben, und erst als sie dem Revolutionär Georges Caprou begegnet und sich in ihn verliebt, beginnt sie, die Ungerechtigkeiten der haitianischen Gesellschaft nicht nur zu erkennen, sondern auch ändern zu wollen. An einigen Stellen des Romans wird deutlich, dass er vor fast 70 Jahren erschienen ist, denn natürlich blickt Lotus zu Georges auf, sie lässt zu, dass er sie aufgrund ihres Geschlechts nicht ernst nimmt und ist trotzdem gewillt, alles für ihn zu tun. Doch über diese dem Zeitpunkt des Entstehens geschuldeten Details lässt sich hinwegsehen, denn die Autorin entwirft ein lebendiges Bild vom Leben in einem von den Nachwirkungen des Kolonialismus und dem damit einhergehenden colorism und den kaum zu überwindenden Klassengrenzen geprägten Land. Es ist eine Art Coming-of-age-Geschichte, allerdings geht das Erwachsenwerden hier mit einer politischen Bewusstseinswerdung und einer Radikalisierung im Kampf gegen die herrschenden Ungerechtigkeiten einher. Ungerechtigkeiten, die sich mit den unterschiedlichen Präsidenten verändern, sodass sich die Revolutionär:innen plötzlich dem Volkszorn ausgesetzt sehen, weil ihre Hautfarbe zu hell ist und obwohl sie doch eigentlich für die Befreiung der einfachen Bevölkerung kämpfen. Grenzen werden nicht durchlässig, sie verschieben sich nur, und Lotus muss sich irgendwann fragen, wie weit sie gehen kann und will. Dieser Roman ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie ein Klassiker durch eine einfühlsame Übersetzung und umfangreiche Anmerkungen zu den Übersetzungsentscheidungen sowie den im Original belassenen kreolischen Ausdrücken einem modernen Publikum nahegebracht werden kann. Auch das Nachwort hilft bei der Einordnung des Textes. Ich habe diesen Roman jedenfalls sehr gern gelesen.

  • MarcoL

    aus Füssen

    5/5

    13.11.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Kampf einer Frau um Gleichberechtigung und Emanzipation im Haiti der Nachkriegszeit

    Dieser sehr bewegende und mit Preisen ausgezeichnete Roman erschien erstmals im Original 1954. Er stellt ein intimes, aufwühlendes Sittenbild der damaligen Zeit in Haiti dar. Und der Bogen, der hier inhaltlich gespannt wird, ist wahrlich groß und überdeckt sehr viele verschiedene Grundthemen. Hauptsächlich ist dieses Buch, so sehe ich es, ein Aufschrei gegen alle patriarchalischen Strukturen des Landes, gegen die stete Unterdrückung der Frauen, und ein Manifest gegen Rassismus. Es herrschte ein Streit zwischen den ethnischen Gruppen des Landes, der seinen vorläufigen (im Roman fiktiven) Höhepunkt in Eskalationen und brutalen Machtspielen zwischen zwischen Schwarzen und Mulatten findet. Nur drei Jahre nach Erscheinen des Romanes zeigte sich im Land die wahre Wirklichkeit, welche der fiktiven Vorlage im Lande um nichts nachstand. Zur Erzählung selbst: Es ist die Geschichte der Ich-Erzählerin Lotus, eine Mulattin, welcher wir schon als Kind begegnen und bei einer sehr intensiven Reise durch die Stationen ihres Lebens begleiten dürfen. Aufgewachsen als Tochter einer Prostituierten, voererst angeekelt von der Erwerbstätigkeit ihrer Mutter, fühlt sich Lotus in keiner Gesellschaftsschicht wohl oder aufgehoben. In der Schule hängt sie mit Freundinnen ab, aber im privaten Bereich wird der Umgang untereinander von den Eltern nicht erlaubt. Als ihre Mutter stirbt, erbt Lotus zwei Häuser – in einem lebt sie samt Bedienstete, das andere wird vermietet und beschert ihr ein Einkommen. Lotus macht im Laufe der Zeit eine Wandlung durch, wird von einer arroganten, boshaften Göre zu einer helfenden, mutigen Frau mit Herz und Kämpferin für die Emanzipation. Und all das geschieht immer mit den begleiteten Umständen der politischen Gegebenheiten. Auch die Gesellschaftspolitik, der Umgang der Menschen untereinander, Patriarchat, Rassentrennung, Unterdrückung verstand die Autorin sehr geschickt in ihren wirklich lesenswerten Roman einzuweben. „class, color, race & gender“, wie es im Klappentext heißt, war radikal in jener Zeit, und sind die grundlegenden Themen von Vieux-Chauvet. Die Sprache ist klar, flüssig, erzeugt einen Sog und weckt wirklich großes Interesse an der Geschichte. Auch die vielen kreolischen Wörter, welche bewusst von der Übersetzerin im Text gelassen wurde (und im Anhang in einer editorischen Notiz erläutert werden) stören dabei nicht. Auch befindet sich am Ende ein sehr aufschlussreiches und interessantes Nachwort über Marie Vieux-Chauvet von Kaiama L. Glover. Aufgewachsen in Port-au-Prince, Haiti, musste sie 1968 in die USA flüchten und ins Exil gehen. Ihre kritischen Texte passten dem Regime nicht. Die Autorin (1916-1973) hat fünf Romane geschrieben, nächstes Frühjahr bringt der Verlag ein weiteres Buch von ihr heraus. Man kann sich darüber sehr freuen. Ganz klare Leseempfehlung

  • MarcoL

    aus Füssen

    5/5

    13.11.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Kampf einer Frau um…

    Der Kampf einer Frau um Gleichberechtigung und Emanzipation im Haiti der Nachkriegszeit Dieser sehr bewegende und mit Preisen ausgezeichnete Roman erschien erstmals im Original 1954. Er stellt ein intimes, aufwühlendes Sittenbild der damaligen Zeit in Haiti dar. Und der Bogen, der hier inhaltlich gespannt wird, ist wahrlich groß und überdeckt sehr viele verschiedene Grundthemen. Hauptsächlich ist dieses Buch, so sehe ich es, ein Aufschrei gegen alle patriarchalischen Strukturen des Landes, gegen die stete Unterdrückung der Frauen, und ein Manifest gegen Rassismus. Es herrschte ein Streit zwischen den ethnischen Gruppen des Landes, der seinen vorläufigen (im Roman fiktiven) Höhepunkt in Eskalationen und brutalen Machtspielen zwischen zwischen Schwarzen und Mulatten findet. Nur drei Jahre nach Erscheinen des Romanes zeigte sich im Land die wahre Wirklichkeit, welche der fiktiven Vorlage im Lande um nichts nachstand. Zur Erzählung selbst: Es ist die Geschichte der Ich-Erzählerin Lotus, eine Mulattin, welcher wir schon als Kind begegnen und bei einer sehr intensiven Reise durch die Stationen ihres Lebens begleiten dürfen. Aufgewachsen als Tochter einer Prostituierten, voererst angeekelt von der Erwerbstätigkeit ihrer Mutter, fühlt sich Lotus in keiner Gesellschaftsschicht wohl oder aufgehoben. In der Schule hängt sie mit Freundinnen ab, aber im privaten Bereich wird der Umgang untereinander von den Eltern nicht erlaubt. Als ihre Mutter stirbt, erbt Lotus zwei Häuser – in einem lebt sie samt Bedienstete, das andere wird vermietet und beschert ihr ein Einkommen. Lotus macht im Laufe der Zeit eine Wandlung durch, wird von einer arroganten, boshaften Göre zu einer helfenden, mutigen Frau mit Herz und Kämpferin für die Emanzipation. Und all das geschieht immer mit den begleiteten Umständen der politischen Gegebenheiten. Auch die Gesellschaftspolitik, der Umgang der Menschen untereinander, Patriarchat, Rassentrennung, Unterdrückung verstand die Autorin sehr geschickt in ihren wirklich lesenswerten Roman einzuweben. „class, color, race & gender“, wie es im Klappentext heißt, war radikal in jener Zeit, und sind die grundlegenden Themen von Vieux-Chauvet. Die Sprache ist klar, flüssig, erzeugt einen Sog und weckt wirklich großes Interesse an der Geschichte. Auch die vielen kreolischen Wörter, welche bewusst von der Übersetzerin im Text gelassen wurde (und im Anhang in einer editorischen Notiz erläutert werden) stören dabei nicht. Auch befindet sich am Ende ein sehr aufschlussreiches und interessantes Nachwort über Marie Vieux-Chauvet von Kaiama L. Glover. Aufgewachsen in Port-au-Prince, Haiti, musste sie 1968 in die USA flüchten und ins Exil gehen. Ihre kritischen Texte passten dem Regime nicht. Die Autorin (1916-1973) hat fünf Romane geschrieben, nächstes Frühjahr bringt der Verlag ein weiteres Buch von ihr heraus. Man kann sich darüber sehr freuen. Ganz klare Leseempfehlung

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