Produktbild: Ich steh hier und bügle

Ich steh hier und bügle Storys

3

20,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

11.10.2022

Verlag

Aufbau

Seitenzahl

160

Maße (L/B/H)

21,8/12,9/2 cm

Gewicht

281 g

Farbe

Anthrazit / Messing

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Tell Me A Riddle

Übersetzt von

Adelheid Dormagen + weitere

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-351-03982-0

Beschreibung

Rezension

»Das Werk der Tillie Olsen ist schmal zu nennen. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen überzeugen die vorliegenden Texte in jeder einzelnen Wendung durch eine aufs Äußerste zugespitzte Konzentration – durch emotionale Unverstelltheit und ein schriftstellerisches Temperament, das sich aus all dem zusammenfügt, was große, zeitlose Literatur ausmacht.« ("SR Kultur")
»Olsens Literatur lebt von Mündlichkeit, ihren unterschiedlichen Sprechweisen und -rhythmen. Die rasant verdichteten Dialogfetzen haben Adelheid und Jürgen Dormagen in aller Lakonie und Bildlichkeit ins Deutsche übertragen.« ("Deutschlandfunk Kultur")
»Ein faszinierendes Leseerlebnis.« ("ORF")
»Das ist eine großartige Entdeckung!« ("MDR Kultur")
»Schmerzhaft, komisch, nie sentimental: neu übersetzt zu entdecken.« ("nordbayern.de")
»Endlich ist sie neu übersetzt worden.« ("Donna")
»Do the work! Lest Tillie Olsen. Lest die Bücher der Frauen, die sie zitiert. Hört hin, schaut hin, seid offen für einen neuen Blick auf die Literaturgeschichte.« ("the_zuckergoscherl")
»Tillie Olsen hat einen klaren Blick für Unrecht, einen unerhört guten und sauberen Stil – es liest sich wunderbar. Sie sollten Tillie Olsen lesen!« - Elke Heidenreich ("SPIEGEL Online")
»Olsens Werk ist klein, aber ungeheuer vielschichtig. Sie zu lesen ist ein aufwühlendes Vergnügen.« ("WELT am Sonntag")
»Tillie Olsens Werk bezieht seine Aktualität und Stärke aus der Verbindung zeitgenössischer Ereignisse oder Umstände mit der Beschreibung nahezu zeitloser und existentieller Beziehungsdynamiken.« ("Buchkultur")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

11.10.2022

Verlag

Aufbau

Seitenzahl

160

Maße (L/B/H)

21,8/12,9/2 cm

Gewicht

281 g

Farbe

Anthrazit / Messing

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Tell Me A Riddle

Übersetzt von

  • Adelheid Dormagen
  • Jürgen Dormagen

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-351-03982-0

Herstelleradresse

Aufbau Verlage GmbH
Prinzenstraße 85
10969 Berlin
DE

Email: info@aufbau-verlag.de

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Immer noch aktuell

MarieOn am 10.02.2025

Bewertungsnummer: 2408645

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Während sie dasteht und bügelt, versucht sie ihre neunzehnjährige Tochter zu verstehen. Sie ist die älteste von fünf Kindern. Schon mit acht Monaten parkte sie Emily bei Nachbarn, weil sie Arbeit finden musste, nachdem ihr Mann sie verließ. Er war unfähig, die Armut weiter mit ihnen zu teilen. Die Kleine hat so viel geschrien, bis sie nachts in einer Bar anfing, dann wurde es besser. Nie hat Emily aufbegehrt, wie ihre anderen Geschwister später. Sie hatte sich an die Erziehungsratgeber gehalten. Man solle die Kinder nicht zu sehr verpäppeln, sie auch mal schreien lassen. Nach den Masern hatte sie Emily auf Anraten der Ärzte in ein Erholungsheim geschickt, sie war so dünn und schwächlich, erholte sich einfach nicht … Whitey steht am klebrigen Tresen tastet in seinen Taschen und findet siebzehn Dollar. Gestern hatte er Einhundertfünfzig abgeholt und weiß nicht, wo der Rest geblieben ist. Er trinkt weiter, wartet auf das gute Gefühl, aber da ist keins. Eigentlich wollte er noch Lennie, Carol und die Mädchen besuchen. Er torkelt zum Ausgang … Sie sind die einzigen weißen im Halbdunkel der Kirche der Schwarzen. Die junge Carol hat Angst, von einem Mitschüler erkannt zu werden. Sie befürchtet, in der Schule angesprochen zu werden, und dass andere das mitbekommen. Der Priester kommt in Fahrt, Halleluja, preiset den Herrn. Der Chor schwillt an. Im Mittelgang steht eine zappelnde Frau, sie schreit. Carol sieht sie an, die anderen stören sich nicht. Wieder ein Schrei. Carol zittern die Knie … Fazit: Tillie Olsen zeigt vier verschiedene Familien im Amerika der 20er-Jahre, die in der sozialen Hierarchie ganz unten stehen. Der Blick ist dabei nah und zeigt die echte Lebenswirklichkeit dieser Menschen, die sich durchs Leben schuften, um zu überleben. Nicht um sich Bedürfnisse zu erfüllen, sondern um weitermachen zu können. Die Autorin schönt nichts, zeigt die Hässlichkeit von Armut in der zivilisierten Welt und ihre Auswirkungen. Wenn Staat, Bildungssystem und Erziehung versagen, Intoleranz und Rassismus Menschen einengt und ihnen suggeriert wertlos zu sein. Im Grunde ist die Thematik zeitlos, wir haben ja heute das gleiche Problem des gesellschaftlichen Gefälles. Die Wirklichkeit von Kindergroßziehen, Haushaltbewältigen, Geldverdienen in der Literatur außer Acht zu lassen wäre in ihren Augen müßig und verlogen. S. 141 Das Erstaunliche an Tillie Olsens Schreibweise ist, dass sie die Leser*innen in die Geschichte zieht. Als würde man dabeisitzen und staunen. Wahrscheinlich, weil sie dieses Leben selbst so gut kennt. Sie wurde 1913 geboren, hatte fünf Geschwister und es mangelte an allem. Mit siebzehn nahm sie schlecht bezahlte Jobs an und widmete sich der Gewerkschaftsarbeit. Während eines von ihr mitorganisierten Arbeiterstreiks wurde sie verhaftet und kam ins Gefängnis. Eine Lungenentzündung zwang sie zur Ruhe und sie begann in zugespitzter Form über die Lebens- und Arbeitswirklichkeit der vermeintlichen glänzenden Zwanzigerjahre zu schreiben. Was für eine große Persönlichkeit!

Immer noch aktuell

MarieOn am 10.02.2025
Bewertungsnummer: 2408645
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Während sie dasteht und bügelt, versucht sie ihre neunzehnjährige Tochter zu verstehen. Sie ist die älteste von fünf Kindern. Schon mit acht Monaten parkte sie Emily bei Nachbarn, weil sie Arbeit finden musste, nachdem ihr Mann sie verließ. Er war unfähig, die Armut weiter mit ihnen zu teilen. Die Kleine hat so viel geschrien, bis sie nachts in einer Bar anfing, dann wurde es besser. Nie hat Emily aufbegehrt, wie ihre anderen Geschwister später. Sie hatte sich an die Erziehungsratgeber gehalten. Man solle die Kinder nicht zu sehr verpäppeln, sie auch mal schreien lassen. Nach den Masern hatte sie Emily auf Anraten der Ärzte in ein Erholungsheim geschickt, sie war so dünn und schwächlich, erholte sich einfach nicht … Whitey steht am klebrigen Tresen tastet in seinen Taschen und findet siebzehn Dollar. Gestern hatte er Einhundertfünfzig abgeholt und weiß nicht, wo der Rest geblieben ist. Er trinkt weiter, wartet auf das gute Gefühl, aber da ist keins. Eigentlich wollte er noch Lennie, Carol und die Mädchen besuchen. Er torkelt zum Ausgang … Sie sind die einzigen weißen im Halbdunkel der Kirche der Schwarzen. Die junge Carol hat Angst, von einem Mitschüler erkannt zu werden. Sie befürchtet, in der Schule angesprochen zu werden, und dass andere das mitbekommen. Der Priester kommt in Fahrt, Halleluja, preiset den Herrn. Der Chor schwillt an. Im Mittelgang steht eine zappelnde Frau, sie schreit. Carol sieht sie an, die anderen stören sich nicht. Wieder ein Schrei. Carol zittern die Knie … Fazit: Tillie Olsen zeigt vier verschiedene Familien im Amerika der 20er-Jahre, die in der sozialen Hierarchie ganz unten stehen. Der Blick ist dabei nah und zeigt die echte Lebenswirklichkeit dieser Menschen, die sich durchs Leben schuften, um zu überleben. Nicht um sich Bedürfnisse zu erfüllen, sondern um weitermachen zu können. Die Autorin schönt nichts, zeigt die Hässlichkeit von Armut in der zivilisierten Welt und ihre Auswirkungen. Wenn Staat, Bildungssystem und Erziehung versagen, Intoleranz und Rassismus Menschen einengt und ihnen suggeriert wertlos zu sein. Im Grunde ist die Thematik zeitlos, wir haben ja heute das gleiche Problem des gesellschaftlichen Gefälles. Die Wirklichkeit von Kindergroßziehen, Haushaltbewältigen, Geldverdienen in der Literatur außer Acht zu lassen wäre in ihren Augen müßig und verlogen. S. 141 Das Erstaunliche an Tillie Olsens Schreibweise ist, dass sie die Leser*innen in die Geschichte zieht. Als würde man dabeisitzen und staunen. Wahrscheinlich, weil sie dieses Leben selbst so gut kennt. Sie wurde 1913 geboren, hatte fünf Geschwister und es mangelte an allem. Mit siebzehn nahm sie schlecht bezahlte Jobs an und widmete sich der Gewerkschaftsarbeit. Während eines von ihr mitorganisierten Arbeiterstreiks wurde sie verhaftet und kam ins Gefängnis. Eine Lungenentzündung zwang sie zur Ruhe und sie begann in zugespitzter Form über die Lebens- und Arbeitswirklichkeit der vermeintlichen glänzenden Zwanzigerjahre zu schreiben. Was für eine große Persönlichkeit!

Große Literatur einer - zu Recht - Ikone der literarischen Selbstermächtigung

Isa.Literature.Love aus Hamburg am 31.10.2022

Bewertungsnummer: 1816733

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Tillie Olsen (1912-2007) gilt als Ikone der literarischen Selbstermächtigung und Feministin. Sie ist bekannt für ihre Kurzgeschichten, Essays und Vorträge sowie einen Romanentwurf, welche nun erstmals ins Deutsche übersetzt und vom Aufbau Verlage veröffentlicht worden sind. 
 Das Buch »Ich steh hier und bügle« enthält 4 Stories der Autorin und wird ebenfalls um ein sehr passendes Nachwort ergänzt. Olson schreibt hierin über die Herausforderungen, denen Frauen gegenüber stehen, über Mutterschaft & Berufstätigkeit, über Familie, Gesellschaftsklassen und Armut. Olson zeigt in ihren Essays, Vorträgen und Stories, dass sie intersektional Diskrimminierungsformen zusammendenkt und plädiert mit ihren Werken für eine Vision von einem literarischen Miteinander, in dem alle Stimmen gehört und gelesen werden. Eine große und nach wie vor sehr wichtige Vision ‍ Ich habe beide erschienen Bücher von Tillie Olson [»Was fehlt« & »Ich steh hier und bügle«] hintereinander gelesen und kann diese Kombination sehr empfehlen und finde, dass sich diese hervorragend ergänzen. Ich freue mich sehr über diese für mich literarische Entdeckung. Große Leseempfehlung

Große Literatur einer - zu Recht - Ikone der literarischen Selbstermächtigung

Isa.Literature.Love aus Hamburg am 31.10.2022
Bewertungsnummer: 1816733
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Tillie Olsen (1912-2007) gilt als Ikone der literarischen Selbstermächtigung und Feministin. Sie ist bekannt für ihre Kurzgeschichten, Essays und Vorträge sowie einen Romanentwurf, welche nun erstmals ins Deutsche übersetzt und vom Aufbau Verlage veröffentlicht worden sind. 
 Das Buch »Ich steh hier und bügle« enthält 4 Stories der Autorin und wird ebenfalls um ein sehr passendes Nachwort ergänzt. Olson schreibt hierin über die Herausforderungen, denen Frauen gegenüber stehen, über Mutterschaft & Berufstätigkeit, über Familie, Gesellschaftsklassen und Armut. Olson zeigt in ihren Essays, Vorträgen und Stories, dass sie intersektional Diskrimminierungsformen zusammendenkt und plädiert mit ihren Werken für eine Vision von einem literarischen Miteinander, in dem alle Stimmen gehört und gelesen werden. Eine große und nach wie vor sehr wichtige Vision ‍ Ich habe beide erschienen Bücher von Tillie Olson [»Was fehlt« & »Ich steh hier und bügle«] hintereinander gelesen und kann diese Kombination sehr empfehlen und finde, dass sich diese hervorragend ergänzen. Ich freue mich sehr über diese für mich literarische Entdeckung. Große Leseempfehlung

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