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Lydia Conradi

1. Das Haus der Granatäpfel

Das Haus der Granatäpfel

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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Saskia Kästner

Spieldauer

20 Stunden und 33 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

12.08.2022

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

753

Verlag

The Aos

Sprache

Deutsch

EAN

4066339005686

Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

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Saskia Kästner

Spieldauer

20 Stunden und 33 Minuten

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Ja

Erscheinungsdatum

12.08.2022

Hörtyp

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Fassung

ungekürzt

Medium

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753

Verlag

The Aos

Sprache

Deutsch

EAN

4066339005686

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Warum musstest du untergehen, Smyrna?

Bewertung am 05.06.2023

Bewertungsnummer: 1955198

Bewertet: eBook (ePUB)

Wenn Sie regelmäßig meine Buchbesprechungen lesen, dann kennen Sie Lydia Conradi bereits, denn das ist das Pseudonym einer deutschen Autorin, die unter weiteren Namen schreibt. Ich gebe einmal ein paar Hinweise, ohne Namen, Titel oder Verlage zu nennen. Erinnern Sie sich noch an die 4 Berliner Freunde, die wir von der Kaiserzeit bis zur Machtergreifung Hitlers verfolgen durften? Das war das erste sepiafarbene Buch dieser Autorin, welches 2014 ein großer Erfolg war. Unter diesem Name kamen dann jedes Jahr weitere Bücher. 2015 ging es um eine Bogenschützin, die unbedingt an der Olympiade 1936 in Berlin teilnehmen wollte, 2016 war es eine junge Frau, die im Berliner Zoo arbeitete und in diesem Jahr eine Französin, die zwischen zwei Männern stand. Und dann ist da noch die Autorin, die zwei Bücher über einen jungen armenischen Künstler und eine deutsche Archäologin geschrieben hat, die sich in den 30er Jahren bei einer Ausgrabung kennenlernten. Klingelt es bei Ihnen? All diese Bücher, die ich grad erwähnt habe, zeichnet aus, dass sie geschichtlich sehr fundiert, aber dabei ausgesprochen spannend und gut zu lesen sind. Für mich immer die optimale Kombination – Unterhaltung auf gutem Niveau und viel Information! Als Lydia Conradi hat sie jetzt einen großen Smyrna-Roman geschrieben. Smyrna – ein untergegangenes Paradies, wo die verschiedensten Menschen aus unterschiedlichen Ländern und mit unterschiedlicher Religion friedlich zusammenlebten. So, wie ich es mir auch für heute wünschen würde. Aber leider hat es damals nicht geklappt. Und auch heute deutet alles darauf hin, dass wir lieber wieder zurück in die Kleinstaaterei gehen wollen, statt endlich zu erkennen, dass wir alles Menschen sind, die gemeinsam glücklich werden können. Kennen Sie Smyrna? Die Stadt, die seit den 20er Jahren endgültig diesen Namen verloren hat und nun Izmir heißt? Folgen Sie Lydia Conradi bei ihrer Geschichte und lernen Sie wenigstens in einem großartigen Roman kennen, was wir so nicht mehr besuchen können. Hat das Hardcover nicht ein wunderschönes Buchcover? Da denkt man doch sofort an den opulenten Orient, oder? Leider wurde es bei dem jetzt erschienenen Taschenbuch nicht übernommen. Aber vielleicht findet es so nun mehr Leser. Ich wünsche es diesem Buch so sehr! Und dann der Klappentext – ein immer wiederkehrendes Übel für mich. Auch dieses Mal lügt er nicht, aber er gibt eben auch nur einen Teil des Inhalts wieder. Die Geschichte ist viel vielschichtiger, als es den Anschein hat. Und ich warne Sie bereits an dieser Stelle – es ist ein großartiges Buch, was aber sehr traurig und teilweise auch durchaus sehr hart ist. Nichts für zarte Gemüter! Wobei die Autorin uns durchaus noch geschont hat. Lydia Conradi hat keine seichte Liebesgeschichte geschrieben, sondern eine sehr geschickt gewebte Familiengeschichte, bei der sie die ganze Vielfalt der Grsellschaft in Smyrna darstellen konnte. Klara, die junge Deutsche, heiratet auf eigenen Wunsch Peter Delacloche, einen Levantiner und Erben einer Kaufhausdynastie. Und sie heiratet damit in eine große Familie ein. Ihre Schwiegermutter ist eine sogenannte Rayah (eine im Osmanischen Reich geborene Griechin, die nicht griechischer, sondern osmanischer Nationalität war). Peter hat einen Bruder Nimrod, der mit seiner Cousine Theria verlobt ist. Dann gibt es die ältere Schwester Xenia, die auf Grund einer schweren Erkrankung keinen Ehemann gefunden hat, und die jüngere Schwester Kiki, eine lebenslustige, junge Frau. Zu dem Haushalt gehören dann noch einige Onkel und Tanten und Bedienstete. Für die Geschichte ist besonders Tuncay wichtig, ein Türke, der nach dem Tod seines Vaters für seine Mutter und seine jüngere Schwester sorgen muss. Tuncay ist Türke und Moslem und ursprünglich der Bursche von Peter. Und der bereits im Klappentext erwähnte Sevan ist ein armenischer Arzt. Er hat Xenia das Leben gerettet und ist seitdem ein gern gesehener Gast im Hause der Familie Delacloche. Das Haus der Granatäpfel – Nar Evi – ist die Sommerresidenz der Familie und ein wichtiger Zufluchtsort für Klara. Wir folgen der Familie Delacloche und ihrer Freunde über die Zeit vom Mai 1912 bis zum bitteren Ende im Frühjahr 1922, und damit erleben wir die wechselvolle Zeit in einer Stadt, in der ursprünglich Türken, Griechen, Armenier, Juden und Levantiner friedlich zusammenlebten. Es gab Moscheen, Synagogen und Kirchen der griechisch-orthodoxen Christen, der Katholiken und der armenisch-apostolischen Christen. Doch dann besannen sich die Menschen auf ihre Wurzeln und zerstörten das Paradies. Es gab immer wieder wechselnde Allianzen und einen Mann, der besonders erwähnt werden muss – Rahmi Bey, der Gouverneur der Stadt Smyrna, der sich immer für die Vielfalt in seiner Stadt eingesetzt hat, auch wenn es der Regierung in Konstantinopel nicht gefallen hat. Und ihm ist es zu verdanken, dass es erst so spät zur Katastrophe gekommen ist. Ich fand diesen Roman großartig und schrecklich, da die Geschichte so erschütternd ist, zugleich. Lydia Conradi hat es geschafft, die Stadt Smyrna mit all ihrer Lebenslust, ihren Geschmäckern und Gerüchen lebendig werden zu lassen. Aber sie hat es auch geschafft, uns die Geschichte und den Untergang Smyrnas und des Osmanischen Reich aufzuzeigen und zu erläutern. Ich bin immer noch fassungslos ob der Brutalität und des Hasses zwischen den Menschen. Ganz besonders schlimm empfinde ich, dass es sich anscheinend immer wieder zu wiederholen scheint. Für mich ist dieser Roman eine Geschichtsstunde par Excellence und ein Appell an uns, dass so etwas nicht wieder vorkommt. Wenn Sie sich für dieses Thema interessieren und weitere Bücher dazu lesen möchten, kann ich Ihnen die folgenden nur empfehlen: Carmen Lobato, Die Stadt der schweigenden Berge Louis de Bernière, Traum aus Stein und Federn (leider nur noch antiquarisch zu bekommen) Antonia Arslan, Das Haus der Lerchen (ebenfalls leider nur noch antiquarisch zu bekommen) Jeffrey Eugenides, Middlesex John Dos Passos, Orient Express Victoria Hislop, The Thread

Warum musstest du untergehen, Smyrna?

Bewertung am 05.06.2023
Bewertungsnummer: 1955198
Bewertet: eBook (ePUB)

Wenn Sie regelmäßig meine Buchbesprechungen lesen, dann kennen Sie Lydia Conradi bereits, denn das ist das Pseudonym einer deutschen Autorin, die unter weiteren Namen schreibt. Ich gebe einmal ein paar Hinweise, ohne Namen, Titel oder Verlage zu nennen. Erinnern Sie sich noch an die 4 Berliner Freunde, die wir von der Kaiserzeit bis zur Machtergreifung Hitlers verfolgen durften? Das war das erste sepiafarbene Buch dieser Autorin, welches 2014 ein großer Erfolg war. Unter diesem Name kamen dann jedes Jahr weitere Bücher. 2015 ging es um eine Bogenschützin, die unbedingt an der Olympiade 1936 in Berlin teilnehmen wollte, 2016 war es eine junge Frau, die im Berliner Zoo arbeitete und in diesem Jahr eine Französin, die zwischen zwei Männern stand. Und dann ist da noch die Autorin, die zwei Bücher über einen jungen armenischen Künstler und eine deutsche Archäologin geschrieben hat, die sich in den 30er Jahren bei einer Ausgrabung kennenlernten. Klingelt es bei Ihnen? All diese Bücher, die ich grad erwähnt habe, zeichnet aus, dass sie geschichtlich sehr fundiert, aber dabei ausgesprochen spannend und gut zu lesen sind. Für mich immer die optimale Kombination – Unterhaltung auf gutem Niveau und viel Information! Als Lydia Conradi hat sie jetzt einen großen Smyrna-Roman geschrieben. Smyrna – ein untergegangenes Paradies, wo die verschiedensten Menschen aus unterschiedlichen Ländern und mit unterschiedlicher Religion friedlich zusammenlebten. So, wie ich es mir auch für heute wünschen würde. Aber leider hat es damals nicht geklappt. Und auch heute deutet alles darauf hin, dass wir lieber wieder zurück in die Kleinstaaterei gehen wollen, statt endlich zu erkennen, dass wir alles Menschen sind, die gemeinsam glücklich werden können. Kennen Sie Smyrna? Die Stadt, die seit den 20er Jahren endgültig diesen Namen verloren hat und nun Izmir heißt? Folgen Sie Lydia Conradi bei ihrer Geschichte und lernen Sie wenigstens in einem großartigen Roman kennen, was wir so nicht mehr besuchen können. Hat das Hardcover nicht ein wunderschönes Buchcover? Da denkt man doch sofort an den opulenten Orient, oder? Leider wurde es bei dem jetzt erschienenen Taschenbuch nicht übernommen. Aber vielleicht findet es so nun mehr Leser. Ich wünsche es diesem Buch so sehr! Und dann der Klappentext – ein immer wiederkehrendes Übel für mich. Auch dieses Mal lügt er nicht, aber er gibt eben auch nur einen Teil des Inhalts wieder. Die Geschichte ist viel vielschichtiger, als es den Anschein hat. Und ich warne Sie bereits an dieser Stelle – es ist ein großartiges Buch, was aber sehr traurig und teilweise auch durchaus sehr hart ist. Nichts für zarte Gemüter! Wobei die Autorin uns durchaus noch geschont hat. Lydia Conradi hat keine seichte Liebesgeschichte geschrieben, sondern eine sehr geschickt gewebte Familiengeschichte, bei der sie die ganze Vielfalt der Grsellschaft in Smyrna darstellen konnte. Klara, die junge Deutsche, heiratet auf eigenen Wunsch Peter Delacloche, einen Levantiner und Erben einer Kaufhausdynastie. Und sie heiratet damit in eine große Familie ein. Ihre Schwiegermutter ist eine sogenannte Rayah (eine im Osmanischen Reich geborene Griechin, die nicht griechischer, sondern osmanischer Nationalität war). Peter hat einen Bruder Nimrod, der mit seiner Cousine Theria verlobt ist. Dann gibt es die ältere Schwester Xenia, die auf Grund einer schweren Erkrankung keinen Ehemann gefunden hat, und die jüngere Schwester Kiki, eine lebenslustige, junge Frau. Zu dem Haushalt gehören dann noch einige Onkel und Tanten und Bedienstete. Für die Geschichte ist besonders Tuncay wichtig, ein Türke, der nach dem Tod seines Vaters für seine Mutter und seine jüngere Schwester sorgen muss. Tuncay ist Türke und Moslem und ursprünglich der Bursche von Peter. Und der bereits im Klappentext erwähnte Sevan ist ein armenischer Arzt. Er hat Xenia das Leben gerettet und ist seitdem ein gern gesehener Gast im Hause der Familie Delacloche. Das Haus der Granatäpfel – Nar Evi – ist die Sommerresidenz der Familie und ein wichtiger Zufluchtsort für Klara. Wir folgen der Familie Delacloche und ihrer Freunde über die Zeit vom Mai 1912 bis zum bitteren Ende im Frühjahr 1922, und damit erleben wir die wechselvolle Zeit in einer Stadt, in der ursprünglich Türken, Griechen, Armenier, Juden und Levantiner friedlich zusammenlebten. Es gab Moscheen, Synagogen und Kirchen der griechisch-orthodoxen Christen, der Katholiken und der armenisch-apostolischen Christen. Doch dann besannen sich die Menschen auf ihre Wurzeln und zerstörten das Paradies. Es gab immer wieder wechselnde Allianzen und einen Mann, der besonders erwähnt werden muss – Rahmi Bey, der Gouverneur der Stadt Smyrna, der sich immer für die Vielfalt in seiner Stadt eingesetzt hat, auch wenn es der Regierung in Konstantinopel nicht gefallen hat. Und ihm ist es zu verdanken, dass es erst so spät zur Katastrophe gekommen ist. Ich fand diesen Roman großartig und schrecklich, da die Geschichte so erschütternd ist, zugleich. Lydia Conradi hat es geschafft, die Stadt Smyrna mit all ihrer Lebenslust, ihren Geschmäckern und Gerüchen lebendig werden zu lassen. Aber sie hat es auch geschafft, uns die Geschichte und den Untergang Smyrnas und des Osmanischen Reich aufzuzeigen und zu erläutern. Ich bin immer noch fassungslos ob der Brutalität und des Hasses zwischen den Menschen. Ganz besonders schlimm empfinde ich, dass es sich anscheinend immer wieder zu wiederholen scheint. Für mich ist dieser Roman eine Geschichtsstunde par Excellence und ein Appell an uns, dass so etwas nicht wieder vorkommt. Wenn Sie sich für dieses Thema interessieren und weitere Bücher dazu lesen möchten, kann ich Ihnen die folgenden nur empfehlen: Carmen Lobato, Die Stadt der schweigenden Berge Louis de Bernière, Traum aus Stein und Federn (leider nur noch antiquarisch zu bekommen) Antonia Arslan, Das Haus der Lerchen (ebenfalls leider nur noch antiquarisch zu bekommen) Jeffrey Eugenides, Middlesex John Dos Passos, Orient Express Victoria Hislop, The Thread

Leider ein schlechter Roman

Bewertung aus Winsen am 19.05.2021

Bewertungsnummer: 1427059

Bewertet: eBook (ePUB)

Die historischen und kulturellen Umstände während des Unterganges des osmanischen Reichs hätten einen besseren Roman verdient. Die Familiengeschichte ist sehr trivial und unrealistisch und hat die Qualität eines Groschenromans. Schade. Es hätte ein großartiges Buch werden können. Die Umschlaggestaltung ist wunderschön und war sehr verheißungsvoll.

Leider ein schlechter Roman

Bewertung aus Winsen am 19.05.2021
Bewertungsnummer: 1427059
Bewertet: eBook (ePUB)

Die historischen und kulturellen Umstände während des Unterganges des osmanischen Reichs hätten einen besseren Roman verdient. Die Familiengeschichte ist sehr trivial und unrealistisch und hat die Qualität eines Groschenromans. Schade. Es hätte ein großartiges Buch werden können. Die Umschlaggestaltung ist wunderschön und war sehr verheißungsvoll.

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