Gabriel hat sechs Leben. Ein Privileg - mehr als viele andere in seiner Schule. Er fühlt sich wie im Rausch und riskiert in kurzer Zeit Leben um Leben. Doch eine Katastrophe zwingt ihn zum Handeln: Wird er als Held hervorgehen oder scheitern? Und wird er das Herz seiner großen Liebe Mila erobern?
„Sechs Leben“ hat er. Damit ist der 15-jährige Gabriel quasi unsterblich. Heimlich erfüllt er sich seinen Traum vom Fliegen mit dem Fallschirm - und schlägt tödlich auf: nur noch fünf. Gabriel verliert Leben um Leben - fahrlässig, naiv, sinnlos - und steht wie aus dem Nichts vor der Frage, was wirklich zählt: sein Ego oder die anderen.
Auf der Suche nach dem eigenen Glück reiht diese rasante Story Kick an Kick und stellt dabei meisterhaft leicht die großen Fragen, die zum Erwachsenwerden dazugehören.
Ein packendes Spiel mit dem Leben, das den Nerv der Jugendlichen trifft. Zur Taschenbuchausgabe ist in Unterrichtsmaterial in Vorbereitung.
Klimafreundlich und regional: Dieses Buch wurde in Deutschland gedruckt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Addicted2Books
aus Waiblingen
5/5
21.05.2023
Buch (Taschenbuch)
Großartig
Ein Gedankenspiel mit dem Véronique Petit sich auch mit den Fragen des Erwachsenenwerdens auseinandersetzt.
Was mich wirklich sehr beeindruckt hat, wie sie dies für die Altersgruppe der 12 Jährigen umgesetzt hat. Mich hat das Buch unheimlich gefesselt und zum Nachdenken angeregt.
Es ist einfach, dass man die Entwicklung von Gabriel wirklich mitmacht und auch wenn er mir zu Anfang der Geschichte durch sein Verhalten unsympathisch war. Konnte er mich am Ende durch seine Entwicklung mich von sich überzeugen und ich mochte ihn.
Man merkte, dass er erkennt, dass seine Handlungen Konsequenzen nach sich ziehen. Aber vor allem, dass nicht nur er allein davon betroffen ist.
Ich finde, dass Véronique Petit mit ihm einen Protagonisten erschaffen hat, mit dem sich junge Lesende identifizieren können.
Fazit
Dieses Buch wirft Fragen auf, mit denen man sich nur als Erwachsener auseinandersetzen muss. Umso schwerer ist es für Heranwachsende sich der Konsequenz ihres Handelns bewusst zu sein. All das vereint dieses Buch und gibt auf poetische Weise Denkanstöße.
Mich hat das Buch tief beeindruckt.
Fina vom Buchlabyrinth
3/5
07.02.2023
Buch (Taschenbuch)
Spannende Jugendbuchidee
Gestaltung:
Vermutlich wäre mir das Buch allein von der Gestaltung her nicht unbedingt ins Auge gestochen. Der fallende Mensch und die Kombination aus Blau und Orange haben bei mir erst mal den Eindruck von Action oder Dystopie erweckt, an so ein philosophisches Thema wie "Wie viele Leben braucht das Glück?" habe ich tatsächlich nicht gedacht. Doch das jüngere Publikum des Buches wird von knalligen Farben wahrscheinlich eher angezogen, von daher passt das schon.
An der Stelle möchte ich noch erwähnen, dass ich in den Zeiten, in denen auch Bücher gerade immens teurer werden, einen Preis von 9 Euro für dieses Buch wirklich fair finde.
Darum geht's:
Gabriel kann es nicht fassen! Als mit 15 Jahren endlich sein Brief ankommt, der verkündet, wie viele Leben ein Mensch hat, ist er einer der glücklichen Multis. Ganze sechs Leben hat er, und damit die Chance, Großes zu vollbringen. Doch im Laufe der Zeit merkt der Adrenalinjunkie, dass es gar nicht so einfach ist, diese Leben beisammenzuhalten...
Idee/ Umsetzung:
Die Autorin Véronique Petit hat sich hier einer ziemlich großen Aufgabe angenommen, wie ich finde. Der Wert des Lebens ist ja ohnehin eine viel diskutierte philosophische Frage, und diese auch noch jugendgerecht zu verpacken, da gehört schon etwas dazu. Mich hat der Klappentext direkt sehr angesprochen, und etwas überrascht war ich über die Dicke des Buches. Wir haben es hier mit einem recht dünnen Buch zu tun, das gerade mal 223 Seiten umfasst. Umso gespannter war ich, wie die Autorin dieses Thema der Leserschaft in dieser Kürze näherbringen wird.
Handlung:
Wir begleiten hier Gabriel, der ein ziemlich typischer 15-jähriger zu sein scheint. Er quält sich durch den Schulunterricht, möchte dazugehören und seinen Schwarm Mila beeindrucken. Als die Gleichaltrigen mitbekommen, dass Gabriel sechs Leben hat, tritt er erstmals aus der unscheinbaren Masse heraus, was ihm langsam, aber sicher zu Kopf steigt. Außerdem ist er ein leidenschaftlicher Fallschirmspringer, und möchte sein Hobby mit sechs Leben in der Hinterhand noch riskanter auskosten als ohnehin schon. Dadurch befindet sich Gabriel in einer verzwickten Lage, da er einerseits die Leben für sich und seine Leidenschaften nutzen möchte, von anderen jedoch erwartet wird, dass er heldenhaft für andere Leben opfert. Diesem Zwiespalt stellt sich Gabriel hier und bemerkt, wie schnell Leben doch vorbei sein können.
Die Handlung ist in Anbetracht der Kürze der Geschichte recht knapp und prägnant geschildert. Zu Anfang lernen wir Gabriels Alltag kennen. Über die Welt und weshalb es überhaupt Menschen mit mehreren Leben gibt, wird nicht im Detail eingegangen. Wir erfahren, dass über das Blut analysiert werden kann, wie viel Leben ein Mensch (noch) hat, und dass dies erst im Jugendalter bestimmt werden kann. Viel mehr wird nicht verraten, sodass man hier nicht erwarten sollte, dass es sich um eine detaillierte Zukunftsvision handelt, die im Fokus steht. Viel mehr geht es tatsächlich darum, was Menschen mit Multileben anfangen und welchen Wert diese haben, also eher einen moralisch-philosophischen Ansatz. Da ich dies auch erwartet habe, haben mir weitere Erklärungen der Welt nicht wirklich gefehlt.
Im weiteren Verlauf verliert Gabriel das ein oder andere Leben, mal durch Leichtsinn, mal durch sehr mutige Entscheidungen. Doch je mehr Leben verrinnen, desto bewusster wird sich Gabriel über seine Vergänglichkeit und weiß das Leben mehr und mehr zu schätzen. Somit haben wir es hier mit einer schönen Message für jung und alt zu tun.
Figuren:
Die Figuren bekommen in der Geschichte in Anbetracht der Länge nicht so viel Raum. Wir bekommen vor allem Gabriels Sicht der Dinge geschildert und haben immer mal wieder Einblicke in sein Familienleben. Mit seiner Mutter und dem Stiefvater rasselt er immer mal wieder aneinander, seine kleine Schwester gibt stichelnde Kommentare ab. Hier wird ein ganz normales Familienleben dargestellt, in dem lediglich die Besonderheit besteht, dass einige mehr Leben haben als andere. Dieser Aspekt wird aber leider nur angerissen, wir erfahren nicht näher, was das beispielsweise mit der Beziehung der Eltern macht.
In der Schule lernen wir zwei, drei Charaktere genauer kennen, unter anderem Gabriels Freund Tely. Obwohl die meisten Szenen in der Schule spielen, blieben die Figuren hier etwas blass. Die Autorin versucht, verschiedene Perspektiven aufzumachen, die der Monos (die nur ein Leben haben), und die verschiedener Multis. Das bleibt allerdings etwas an der Oberfläche.
Im Klappentext wird bereits die Schwärmerei Gabriels für Mila erwähnt, diese vermeintliche Liebelei empfand ich als ziemlich überflüssig, und las sich für mich eher als "es ist ein Jugendbuch, wir brauchen noch eine Liebesgeschichte".
Für die Länge der Geschichte hat die Autorin spannende Charaktere gezeichnet, die sich leider nicht voll entfalten konnten. Nur Gabriel war wirklich greifbar, ich fand ihn nur nicht sonderlich sympathisch. Während des Lesens habe ich mich immer wieder gefragt, wie ich mit 15 Jahren wohl gehandelt hätte, und das wäre im Vergleich zu Gabriel recht konträr gewesen. Ich konnte manchmal nur schwierig verstehen, weshalb er leichtsinnige Entscheidungen trifft, und selbst am Ende noch unüberlegt und unreif handelt. Da würde mich wirklich interessieren, ob andere Jugendliche sich mit ihm identifizieren können.
Ende:
Das Ende war in meinen Augen ganz gut gelöst. Die Ereignisse überschlagen sich ziemlich, was auch wieder der Kürze des Buches geschuldet ist. Generell hätte es der Geschichte gut getan, vielleicht 100 Seiten mehr zu haben, um einfach mehr ins Detail gehen zu können, und nicht so durch die Handlung zu hetzen. Die Auflösung war okay für mich und nach dem Lesen kann ich sagen, dass die Geschichte bei mir sehr nachwirkt.
Fazit:
"Sechs Leben" ist ein hochinteressantes Jugendbuch, das auf altersgerecht Weise die Frage nach dem Wert des Lebens stellt. Ich wurde mit unserem Protagonisten nicht ganz warm, habe aber dennoch einige spannende Denkanstöße bekommen. In meinen Augen hätten dem Buch ein paar mehr Seiten gut getan, um mehr in die Tiefe gehen zu können und sich bei einigen Szenen mehr Zeit zu lassen. Dennoch ist diese Lektüre eine Empfehlung von mir, und sicherlich als Schullektüre sehr gehaltvoll.
Der Duft von Büchern und Kaffee
5/5
11.02.2021
eBook (ePUB)
Who wants to live forever
Inhalt:
91 % der Menschen haben nur ein Leben, 6 % können sich über ein Ersatzleben freuen, 2 % werden dreimal wiedererweckt, bevor sie der Tod holt. Lediglich 1 % der Bevölkerung darf sich über vier bis sechs Leben freuen.
Als Gabriel an seinem fünfzehnten Geburtstag getestet wird, kann er sein Glück kaum fassen. Sechs Leben wurden ihm geschenkt! Das bedeutet grenzenlose Freiheit. Endlich kann er einen Fallschirmsprung aus riskanter Höhe von einer Klippe herab wagen. Jetzt kann er seinen Adrenalinspiegel jeden Tag so richtig schön in die Höhe treiben und das ohne mögliche letale Konsequenzen. In der Schule werden ihn alle bewundern. Jeder wird zu ihm aufblicken. So viel ist ausgemacht.
Doch schon bald holt Gabriel die bittere Realität ein und er muss sich fragen, was es wirklich bedeutet, ein Multileben zu sein.
Meinung:
Wie alle anderen Menschen auch, erfährt Gabriel an seinem 15. Geburtstag, ob er wie 91 % der Bevölkerung ein Monoleben ist oder ob er zu den 9 % gehört, die ein bis sechs weitere Leben geschenkt bekommen. Gabriel erwartet nicht viel und wird dann doch überrascht: Sechs Leben. Was sich damit nicht alles anstellen lässt.
Damit die Jugendlichen auf die Implikationen und Perspektiven des Befunds vorbereitet werden, haben sie die Möglichkeit, an der Schule an einer Gruppentherapie teilzunehmen. Gabriel findet diese Treffen eher nervig, fügt sich aber dem Willen seiner Eltern.
Nach und nach muss er sowohl von seinen Mitschülern als auch von seinen Eltern erfahren, dass mehrere Leben nicht nur Vorteile mit sich bringen. Wahrhaben möchte er diese Tatsache aber nicht. Unerschütterliche Todesverachtung genießt schließlich die volle Bewunderung so vieler Menschen. Vor allem gilt es Mila, das Mädchen aus seiner Klasse, zu beeindrucken. Doch auch seine relative Unsterblichkeit scheint sie so gar nicht zu beeindrucken.
Jugendliche können, so liest man, Gefahren durchaus einschätzen. Die schlechte Nachricht: Das soll nur gelten, wenn sie alleine sind. Sobald sie mit Altersgenossen zusammen sind, ist es ihnen wichtiger, denen zu imponieren (ein Antrieb, den Gabriel noch nicht einmal braucht). Vor diesem Hintergrund nachvollziehbar schildert die Autorin einen Jungen, der meint, plötzlich nichts mehr zu verlieren zu haben.
Im starken Kontrast zu dem unüberlegt handelndem Gabriel stehen die Menschen in seinem Umfeld. So gibt es in der Therapiegruppe einen Jungen namens Tely, ebenfalls ein Multileben, der mittlerweile einige Leben verloren hat und sich in Schweigen hüllt. Er wirkt jeden Tag unglücklich, spricht davon ein Opfer zu sein und dass Multileben menschliche Bomben wären. Dann gibt es da noch Hozorine, ein Vierleben, die sich Gedanken macht, wie sie der Allgemeinheit mit ihren Leben etwas Gutes tun könnte. Gabriels Mutter hingegen beschäftigt sich stets mit Lebensrisiken. Selbst sechs Leben können sehr schnell vorüberziehen, das weiß sie. Als Mutter von drei Kindern und mit einem Ersatzleben gesegnet, versucht sie alles, um dieses für Eventualitäten aufzubewahren. Denn sie möchte für die Kinder da sein, nachdem schon der Vater durch einen Unfall von ihnen gehen musste.
Fazit:
„Mit dem Tod habe ich nichts zu schaffen. Bin ich, ist er nicht. Ist er, bin ich nicht.“
Véronique Petit weiß es besser als der antike Philosophen Epikur; ein Nachdenken über den Tod ist nicht sinnlos, sondern richtig interessant. Mit „Sechs Leben“ legt sie ein wortgewaltiges und bedeutungsschweres Buch vor, das die menschliche Sehnsucht nach Unsterblichkeit, eine anthropologischen Grundkonstante, hinterfragt.
Wer ein flüssig und angenehm zu lesendes, aber anspruchsvolles Buch sucht. Wer eine klare, verständliche Sprache bevorzugt, wer eine glaubhafte, bewegende Geschichte sucht. Für all jene empfehle ich dieses Buch.
Wuschel
aus Nußloch
4/5
11.02.2021
eBook (ePUB)
Was wäre wenn?
Dieses Buch ging mir richtig unter die Haut. Es ist relativ neutral geschrieben. Man weiß nicht ob es diese Sache mit den Leben schon immer gab oder wie es dazu kam, es ist einfach so. Man wird vor eine Tatsache gestellt, dass man in einer Welt lebt, in der Menschen verschieden viele Leben haben können. Anfangs fand ich das etwas komisch, da man so vor vollendete Tatsachen gestellt wird, aber wie schon bei "Insel der Waisen" hat der Verlag hier einfach ein Buch veröffentlicht, in dem es nicht um das Warum geht, sonder um das dahinter. Das Leben selbst, unserer Entwicklung und das Spiel mit der Frage "was wäre wenn?". Und wie man vermutlich schon aus der Stimmung meiner Worte erkennen kann, bin ich wieder sehr begeistert.
Die Autorin legt ein gewisses Tempo vor. Die Kapitel sind knackig und gut zu lesen. Der Erwachsene könnte sich schwer tun am für junge Leser ausgelegten Stil, aber dennoch hat er mich direkt abgeholt. Trotz der Leichtigkeit vermittelt er Emotionen. Ich weiß gerade gar nicht wo ich anfangen soll, denn da ich schon früh einige Verluste erleiden musste, lehrte mich das Leben es wert zuschätzen sowie die Momente mit meinen Liebsten. Etwas das wir oft als viel zu selbstverständlich sehen. Doch hier fragt man sich, wie hätte man selbst mit 15 Jahren gehandelt, wenn man plötzlich 6 Leben zur Verfügung gehabt hätte? Eine Frage, die ich mir auch auch heute noch stelle. Ich muss gestehen, dass ich es vermutlich nicht anders gemacht hätte wie unser Protagonist Gabriel. Nicht, wenn ich so aufgewachsen wäre wie er und genau das ist für mich auch so einer der Punkte warum mich dieses Buch nachhaltig begeistert.
Ich weiß nicht, ob ich darauf so eingehen kann, wie ich es jetzt gerne möchte ohne zu viel zu verraten. Nur so viel dazu: Das Buch zeigt meiner Meinung nach wichtige Punkte auf. Punkte die lehrreich für junge sowie alte Menschen sind. Risiken zu kalkulieren und deswegen ein Kind nicht in Watte zu packen, es aber auch einfach nicht machen zu lassen was es will. Ihm beizubringen, dass das Leben kostbar ist, man es aber deswegen nicht in Angst vor dem Tod verbringen sollte. Wir haben (leider?) nur ein Leben, aber wie viel besser ist es mehrere davon zu haben, wenn man dessen wahren Wert nicht erkennt, weil man es nie gelernt hat oder erst noch lernen muss!? Ist es da nicht sinnvoller einmal zu leben und dafür richtig? (Hier streichen wir gedanklich bitte noch den YOLO-Trend. Danke.) Vermutlich könnte ich jetzt noch zeilenweise darüber sinnieren, besonders mit dem Buch als Hintergrund, aber das will sicher keiner lesen. Deswegen lest lieber das Buch.
Fazit:
Ein unfassbar tolles Buch über den Wert des Lebens und wie schnell es anders kommen kann als man denkt.
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