Produktbild: Das Zeitalter der Roten Ameisen (ungekürzt)
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Tanya Pyankova

1. Das Zeitalter der Roten Ameisen (ungekürzt)

Das Zeitalter der Roten Ameisen (ungekürzt) Roman | Ein Dorf in der Ukraine der 30er Jahre in einem Notstand, der aktueller kaum sein könnte

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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Lena Drieschner

Spieldauer

10 Stunden und 19 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

25.10.2022

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

70

Verlag

Harper Audio

Übersetzt von

Beatrix Kersten

Sprache

Deutsch

EAN

9783365003763

Beschreibung

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Family Sharing

Ja

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Lena Drieschner

Spieldauer

10 Stunden und 19 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

25.10.2022

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

70

Verlag

Harper Audio

Übersetzt von

Beatrix Kersten

Sprache

Deutsch

EAN

9783365003763

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  • Buch_im_Koffer

    aus Münster

    5/5

    06.02.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein sprachliches Meisterwerk über eine sehr dunkle Zeit, den Holodomor in der Ukraine

    Dieses Buch hat alles von mir abverlangt, ist hart, grausam, furchteinflößend – und hat mich doch so viel gelehrt. 1933, zur Zeit des Holodomor in der ukrainischen sozialistischen Sowjetrepublik, der kleine Ort Matschuchy. Dusja, ihr Bruder und ihre Mutter, einst eine wohlhabende Bauernfamilie, leiden entsetzlichen Hunger. Jeden Tag drohen neue Zwangsenteignungen, jeder Tag ist geprägt von furchtbarem Leid, Hunger und Tod. Solja wird im Sanatorium von Matschuchy wegen ihres Übergewichts behandelt. Ihr Mann Oleksij ist Beamter der kommunistischen Partei und leitet vom Dorfsowjet aus mit unnachgiebiger Härte und Grausamkeit die systematische „“Verhungerung“ der Bevölkerung. Swyryd ist ein Bürger Matschuchys, der sich zum eigenen Vorteil als Handlanger der parteipropagandistischen Maschinerie angeschlossen hat und Dusjas Mutter liebt – unerwidert. Selten, vielleicht noch nie, habe ich ein Buch gelesen, dass das Leid und die Qualen der Protagonisten so grausam, erschütternd und schockierend darstellt und sich dabei gleichzeitig einer solch gewaltigen, poetischen Sprache bedient. Tanya Pyankova ist mit diesem Roman ein emotionales, aufrüttelndes Meisterwerk gelungen. Eine große Lehrstunde in Geschichte und Menschenkunde über eine Zeit, die viel zu lange unbekannt war, verschwiegen und verdrängt wurde. Beeindruckend auch das Nachwort, in dem Pyankova die eigene familiäre Geschichte zum Holodomor schildert und Verbindungen zum jetzigen Krieg in der Ukraine zieht. Dieser Roman ist nichts für „schwache Nerven“, Hunger, Tod, Vergewaltigung, Grausamkeiten sind allgegenwärtig. Und doch: Dieses Buch wird den Blick verändern, so wie es meinen verändert hat.

  • dracoma

    aus LANDAU

    4/5

    30.10.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Normalerweise liest man erst…

    Normalerweise liest man erst das Buch und anschließend das Nachwort. Trotzdem ist es sinnvoll, in diesem Fall sich erst dem Nachwort zuzuwenden, weil die Intention und Gestimmtheit der Autorin für das Buch wesentlich sind. Das Nachwort nimmt tatsächlich die Stelle eines Vorworts ein. „Dieser Roman“, sagt sie, „handelt vom Unterschied zwischen den Ukrainern und den lügnerischen moskowitischen Horden, deren Methoden ständige Angriffskriege, Propaganda, Manipulation und Geschichtsfälschung sind“ (S. 287). Sie erhebt schwerste Vorwürfe gegen Russland. Sie sieht die aktuellen Kriegsereignisse als eine Fortsetzung des Genozids an, dem ihr Land und ihre Landsleute in den 30er Jahren ausgesetzt waren. Wieder „vergewaltigen russische Verbrecher ukrainische Frauen und Kinder, töten, zerstören, bestehlen sie mein Land, entwenden Getreide, setzen Felder in Brand“ (S. 286). Daher sei die Vergangenheit für sie aktueller denn je, denn „das durch den Völkermord verursachte Trauma“ (S. 287) sei nach wie vor spürbar und zeige sich nicht nur im öffentlichen Leben, sondern auch im privaten Bereich. Und hat man dieses Buch gelesen, wird einem wieder einmal klar, dass man die Vergangenheit kennen muss, um die Gegenwart zu verstehen. Die Autorin entfaltet ihre Geschichte mit drei Stimmen, mit denen sie die Bandbreite der damaligen Gesellschaft abdecken kann und die Opfer und Täter gleichzeitig zu Wort kommen lassen. Da ist einmal Dusja, die Kulakentochter, deren Vater wie so viele Bauern in die Zwangsarbeit verschickt wurde, während die Mutter in der Kolchose arbeitet, ohne mit dem Verdienst ihre beiden Kinder ernähren zu können. Ihre Stimme erzählt dem Leser von dem großen Sterben in ihrem Dorf und ihre Versuche, mit Gras, Baumrinde, Schuhsohlen das Aushungern zu überstehen. Eine andere Stimme gehört Solja, der Frau des verantwortlichen Kommissars, die auch unter Hunger leidet – aber im Unterschied zur Dorfbevölkerung hungert sie in einem Sanatorium, um ihr Übergewicht zu reduzieren. Sie ist das Sprachrohr ihres Mannes, ein Opfer der Propaganda, die die Kulaken als Staatsfeinde sieht, und sie bricht zusammen, als sie mit der Wirklichkeit konfrontiert wird. Die dritte Stimme gehört einem Dorfbewohner, der sich zum Handlanger der Kommunisten macht und in ihrem Dienst arbeitet. Diese drei Stimmen sprechen jeweils für sich, aber im Verlauf der Handlung werden sie Stück für Stück immer dichter miteinander verwoben. Dazu kommt eine vierte Stimme, die die Autorin immer wieder zu Wort kommen lässt: das ist die Stimme des personifizierten Hungers, der mit baumelnden Beinen auf dem Ofen sitzt, der die Menschen begleitet, sie quält und sie verhöhnt. So entsteht ein in sich stimmiges Gesamtbild. Das Gesamtbild ist schlimm. Wir lesen von Zwangsarbeit, von Propagandamaßnahmen und Täuschung, von der Zerstörung der Kirchen und ihres Kulturgutes, vom Personenkult um den „schnauzbärtigen Tod“ (S. 88), vom täglichen Einsammeln der Leichen, von gewalttätigen Requirierungen, von Treulosigkeit, Egoismus und vor allem von den verzweifelten Versuchen der Menschen, Nahrung zu finden: Frösche, Mäuse, Vögel, Insekten, Baumrinde, Gras, Erdwürmer, Spelzen etc., immer heimlich, um nicht angezeigt zu werden und den Roten Kommissaren in die Hände zu fallen. Wir lesen auch von Auswegen aus dieser Not, um die Essensrationen zu sichern: das Gemeinmachen mit den Kommissaren und die Erledigung von Hilfsdiensten und auch Prostitution. Wie Brecht schon sagte: „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.“ Oder wie Dusja sagt: „Wir verlieren, was uns zu Menschen macht“ (S. 221). Die Autorin verschont ihre Leser auch nicht vor grausamen Szenen wie Kindsaussetzung, Ermordung von Neugeborenen und Kannibalismus. Das Bild der Ameisen zieht sich durch das ganze Buch hindurch. Es sind die Roten Ameisen, in Anspielung an die Roten Kommissare, die als Bild für die menschenverachtenden und im übertragenen Sinn „gefräßigen“ Kommunisten immer wieder zitiert werden. Das Buch enthält sehr viele innere Monologe und Reflexionen der drei Stimmen, und dadurch kommt es zu Redundanzen. Hier wären Straffungen angebracht gewesen. Ein weiterer Kritikpunkt ist das Pathos, das natürlich verständlich ist (s. Nachwort), aber doch gelegentlich zu dick aufgetragen ist. Sätze wie „Ihre nackte Wehrlosigkeit trifft wie die Sichel des Todes die schwankende Ähre des Menschenschicksals“ (S. 254) empfand ich als überzogen, aber auf der anderen Seite zeigen sie auch die starke und bildhafte Sprache der Autorin, die durchgängig zu beobachten ist.

  • Shilo

    aus Ulm

    4/5

    25.10.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Völkermord durch Hunger

    Dieser Roman erzählt die Leidensgeschichten der Menschen in der Ukraine in den 1930er Jahren. Von 1932 bis 1933 gelang es Russland durch den Holodomor Millionen Menschen sterben zu lassen. Jeglicher Besitz wurde konfisziert und strengstens darauf geachtet, dass auch die Töpfe leer blieben. So wurden Hausdurchsuchungen durchgeführt, um sicherzustellen, dass keine Lebensmittel in den Häusern waren. Die Männer wurden unter fadenscheinigen Vorwänden nach Sibirien gebracht, so dass nur noch die Frauen und Kinder ungeschützt in den Dörfern blieben. Anhand der Familie der jungen Jawdocha und der reichen Solja, Frau des Parteivorsitzenden und Repräsentanten der sowjetischen Kommunalverwaltung Swyryd, erzählt die Autorin das schreckliche Leiden im Jahr 1933. Jawdocha, ihr Bruder und ihre Mutter kämpfen um das nackte Überleben, während Solja im Sanatorium an Fressattacken leidet und versucht ihre Pfunde zu verlieren. Dabei kämpft sie immer wieder mit Bildern aus der Vergangenheit, die unglaubliche Ausmaße annehmen. Swyryd dagegen möchte Jawdochas Mutter, die seine große Liebe ist, durch seine Position zurück gewinnen. Eindrucksvoll hat die Autorin den Genozid dargestellt. Hatte ich anfangs noch Probleme, mich in die Geschichte einzufinden, so verloren sich diese schnell mit dem Fortschreiten des Lesens und ich konnte mich in das Geschehen einfinden. Die furchtbaren und unfassbaren bis heute ungesühnten Verbrechen, die an der ukrainischen Bevölkerung verübt wurden, sind nachvollziehbar beschrieben. Leider weist das Buch für mein Empfinden einige Längen auf, die meinen Lesefluss etwas störten. Trotzdem kann ich diesen Roman, der ein Stück Zeitgeschichte aufweist, jedem empfehlen. 4 Sterne.

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