Mindestens 500 Beiträge pro Tag, maximal 7 Minuten Pause, beim Gang aufs Klo läuft die Stoppuhr – die Arbeitsbedingungen bei HEXA sind hart. Aber Kayleigh gefällt der neue Job, das Gehalt ist gut, und die schrecklich verstörenden Bilder, die sie für die Plattform prüfen muss, behandelt sie mit professioneller Distanz. Als sie sich in ihre Kollegin Sigrid verliebt, scheint ihr Glück vollkommen. Bis ihre Kollegen plötzlich zusammenbrechen oder Verschwörungstheorien anhängen, und Sigrid sich immer mehr distanziert. Ist Kayleigh dem Job als Einzige gewachsen? Oder merkt sie nur nicht, wie auch ihr moralischer Kompass sich auf gefährliche Weise zu verschieben beginnt?
Dieser Roman ist ein Werk der Fiktion, die Figuren und ihre Erlebnisse sind frei erfunden. Übereinstimmungen mit der Wirklichkeit sind jedoch alles andere als zufällig. Bei den Recherchen zu den Arbeitsbedingungen von Content-Moderator*innen weltweit wurde auf folgende Bücher, Studien, Artikel und Dokumentarfilme zurückgegriffen: the-aos.com/dieser-beitrag-wurde-entfernt-quellenverweise
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Absolute Leseempfehlung!
Lavinia am 25.01.2023
Bewertungsnummer: 1866593
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Dieser sehr ansprechender kurze Roman kommt in einem Hardcover Umschlag mit einem wunderschönen farbenfrohen Cover, welches an einen Himmel spät abends erinnert, auch ein Mond ist auf dem Cover zu erkennen.
Das Innere des Buches ist dagegen nur sehr schlicht gehalten, sodass man sich komplett auf die Geschichte konzentriert.
Das Buch handelt von Kayleigh, oder viel mehr ihrem sehr offenen und ausführlichen Brief an Herrn Stitic (ein Anwalt). Unsere Protagonistin berichtet ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen von ihrem Leben in der Firma Hexa, welche von den MitarbeiterInnen durch Herrn Stitic verklagt werden soll, Kayleigh verweigert jedoch eine Klage und möchte das Kapitel hinter sich lassen. Was ihr alles widerfahren ist und warum sie die Firma mit den unmenschlichen Arbeitsbedingungen nicht verklagen möchte, müsst ihr selbst nachlesen!
Ich konnte während dem Lesen nicht nur vieles über die Welt der sozialen Medien lernen, sondern auch über mich und was der Konsum mit uns Menschen eigentlich macht.
Für mich eine absolute Kauf - und Leseempfehlung, besonders für die Generation Internet!
Kayleigh arbeitet bei Hexa,…
Desiree aus Wanne-Eickel am 13.10.2022
Bewertungsnummer: 2867670
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Kayleigh arbeitet bei Hexa, einem Unternehmen, das Posts bewertet und gegebenfalls löscht, wenn diese vorgegebene Richtlinien verletzen. Sex, Gewalt, Tierquälerei, Selbstverletzung, Verschwörungstheorien, Hass in jeder nur denkbaren Form flimmern während der Arbeitszeit über ihren Bildschirm, wobei sie eine bestimmte Anzahl erreichen muss. Doch das ist nur die Kulisse dieses Romans, denn eigentlich geht es um eine gescheiterte Beziehung. Bei Hexa lernt Kayleigh Sigrid kennen und schnell kommen sie zusammen, verbringen viel Zeit miteinander, auf der Arbeit und auch zu Hause. Bis Sigrid sich verändert. Der Content, den sie täglich sichten muss, geht ihr zusehends näher. Kayleigh hat dieses Problem nicht. Zwar bemerkt sie, dass sie alles in ihrer Umgebung nach den Richtlinien von Hexa zu bewerten beginnt, aber sie erkennt nichts falsches daran. Irgendwie hatte ich von „Dieser Beitrag wurde gelöscht“ von Hanna Bervoets etwas anderes erwartet und die Liebesgeschichte (nicht Schnulze!), die sich darin verbirgt, hat mich überrascht. Die titelgebende Thematik bildet nur den Hintergrund, wirkt sich aber sehr auf das Leben und die Liebe der beiden Frauen aus. Und zwar auf unterschiedliche Weise. Während Kayleighs moralischer Kompass immer weniger ausschlägt und sich ihre Grenze in eine gewisse Abgebrühtheit verschiebt, driftet Sigrid in eine ganz andere, genauso gefährliche Richtung ab. Beide werden mehr von der Arbeit, dem Content, dem sie täglich ausgesetzt sind, beeinflusst als sie wahrnehmen. Der Roman ist subtiler als er scheint. Er verdeutlicht wie gefährlich ungefilterter SocialMedia-Konsum sein kann und verpackt das in eine scheinbar leicht verdauliche Geschichte. Seine Kürze lädt dazu ein, ihn einfach wegzusnacken, genauso wie seine leichte Lesbarkeit. Gut finde ich auch, dass die Liebesbeziehung zweier Frauen thematisiert wird. Meiner Meinung nach, wäre das ein gutes Buch für Schullektüre: aktuell, kurz, interessant und absolut wichtig.
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