Die lang erwartete Fortsetzung des Weltbestsellers »Der Junge im gestreiften Pyjama«1946. Drei Jahre nach dem katastrophalen Ereignis, das ihre Familie zerriss, fliehen eine Mutter und ihre Tochter von Polen nach Paris. Blind vor Sorge und Schuldgefühlen begreifen sie nicht, wie schwer es ist, der Vergangenheit zu entkommen.Fast achtzig Jahre später führt Gretel Fernsby in ihrem Londoner Villenviertel ein ruhiges Leben, Welten entfernt von der traumatischen Kindheit. Als eine junge Familie in die Wohnung unter ihr zieht, hofft sie, dass die eingespielte Hausgemeinschaft nicht aus dem Gleichgewicht gerät. Doch der neunjährige Henry weckt Erinnerungen, denen sie sich nicht stellen will.Gretel steht plötzlich vor der Wahl zwischen ihrer eigenen und Henrys Sicherheit. Eine Wahl, der sie sich ganz ähnlich schon einmal gegenübersah. Damals wurde sie mit ihrer unentschuldbaren Entscheidung zur Mittäterin. Aber sollte sie jetzt eingreifen, riskiert sie, Geheimnisse zu enthüllen, die sie ein Leben lang gehütet hat …
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Edith Berger
aus 3istau
5/5
19.06.2023
Hörbuch-Download (MP3)
großes, berührendes Leseerlebnis
Trotz ihres hohen Alters von 90 Jahren lebt Gretel Fernsby allein in ihrer komfortablen Altbauwohnung in einem ruhigen Londoner Villenviertel. Gretel schätzt die Anonymität. Außer zur wesentlich jüngeren, aber etwas beeinträchtigten Nachbarin Heidi hält Gretel kaum Kontakt zu ihren MitbewohnerInnen. Als eines Tages eine junges Ehepaar mit ihrem 9 jährigen Sohn Henry in die Wohnung unterhalb einzieht, wird Gretel von ihrer, nur mit ständiger Anstrengung verdrängter Vergangenheit eingeholt
Lotti's Bücherwelt
5/5
10.01.2023
Hörbuch-Download (MP3)
Kann Schuld auf die ein oder andere Art gesühnt werden?
1946. Die 14-jährige Gretel flieht nach dem Krieg mit ihrer Mutter aus Polen nach Frankreich, wo sie in Paris unter falschem Namen versuchen, der Vergangenheit zu entkommen. Doch das gestaltet sich als schwer, denn da ist nicht nur die Trauer um den tragischen Verlust des kleinen Bruders Bruno, sondern auch der Tod des Vater, der als ranghoher SS Offizier und Kommandeur des KZ Auschwitz gehängt wurde. Wie kann man sowas denn je hinter sich lassen? Besonders ohne darüber reden zu können? Und wie kann man in diesen Zeiten, mit der ständigen Angst aufzufliegen, Menschen vertrauen? Gar nicht, muss Gretel schmerzlich feststellen.
2022. Rund achtzig Jahre später lebt die verwitwete Gretel Fernsby ein ruhiges, ziemlich zurückgezogenes Leben in einer Eigentumswohnung in einem noblen Londoner Villenviertel. Niemand kennt ihre Geschichte, niemand weiß um ihre traumatische Kindheit.
Als eine junge Familie in die Wohnung unter ihr einzieht, fürchtet Gretel nicht nur um das Gleichgewicht der eingeschworeneren Hausgemeinschaft, sondern insbesondere um ihre persönliche Ruhe. Und so kommt es auch. Der neunjährige Henry weckt lange verdrängte Erinnerungen an ihren kleinen Bruder, denen sie sich nicht stellen will. Nicht stellen kann. Niemals stellen wollte.
Doch dann geht es plötzlich um Henrys Sicherheit. Um diese zu gewährleisten, muss sie jedoch selbst ihre lange gehüteten Geheimnisse enthüllen. Eine Wahl, vor der sie einst vor vielen Jahren schon einmal stand. Eine Entscheidung, die sie unentschuldbar zur Mittäterin machte...
„Als Die Welt Zerbrach“ ist die lang erwartete Fortsetzung des Weltbestsellers „Der Junge Im Gestreiften Pyjama“ von John Boyne.
Zuerst will ich sagen, dass ich zutiefst berührt bin von dieser Geschichte. Die Kernfrage der Schuld hat in der Nachkriegszeit sicher viele Familien beschäftigt und bemüht heutzutage immer noch die Gerichte. Es geht nicht nur um das schlechte Gewissen eines Kindes, es geht um soviel mehr. Denn Gretel wusste, was im KZ hinter dem Zaun passiert. Direkt hatte sie zwar nichts damit zu tun, und sie ist nicht verantwortlich für die Taten ihres Vaters. Dennoch hat sie bewusst geschwiegen.
In diversen, in sich verwobenen Einzelsträngen erfahren wir Gretels brutale Lebensgeschichte, und das in einer fesselnden, mitreißenden Erzählweise.
Auch eine überraschende, für mich unerwartete Wendung kommt am Ende aus Licht.
Die aufkommende Frage zum Schluss: Kann Schuld auf die ein oder andere Art gesühnt werden? Oder geht es nur um das eigene Gewissen?
Ich durfte das Audiobook hören, dass von Elisabeth Günther mit einer angenehm warmen Erzählstimme eingelesen wurde.
gst
aus Pirna
5/5
25.12.2022
Hörbuch-Download (MP3)
Das Trauma der Kriegskinder
Bisher hatte ich von John Boyne nur „Das Vermächtnis der Montignacs“ gelesen, was mich mäßig begeisterte. Doch inzwischen habe ich so viele begeisterte Stimmen zu dem Autor vor Augen bekommen, dass ich mich noch einmal an ihn heranwagte. Diesmal jedoch als Hörbuch, da meine Lesezeit etwas knapp war und das Zuhören auch mal nebenbei geht. Nun kann ich die begeisterten Simmen verstehn!
In diesem Buch erzählt Gretel aus ihrem Leben. Geboren kurz vorm zweiten Weltkrieg verbrachte sie zusammen mit ihren Eltern einige Zeit in Auschwitz. Allerdings nicht als Jüdin, sondern als Tochter eines Lagerkommandanten. Nach dem Krieg floh sie zusammen mit ihrer Mutter nach Frankreich, wo sie aber entlarvt wurden. Immer wieder versuchte sie, festen Boden unter den Füßen zu bekommen, reiste von einem Ort zum nächsten und rechnete damit, aufs Neue entlarvt zu werden.
Inzwischen lebt die über neunzigjährige Witwe in einer feudalen Wohngegend in London und erinnert sich an ihr von Angst geprägtes Leben. Ihr Sohn würde gerne die Wohnung verkaufen, um mit dem Erlös seine Schulden zu begleichen. Doch sie weigert sich, in eine Seniorenresidenz zu gehen. Stattdessen freundet sie sich mit dem Sohn ihres neuen Nachbarn an. Mit Entsetzen bemerkt sie, dass der Neunjährige misshandelt wird und setzt sich für das Kind ein – was sie letztlich in große Bedrängnis bringt …
Der Aufbau dieses Buches in mehreren Zeitebenen ist äußerst gelungen. Wie ein Puzzle setzt sich die Geschichte zusammen. Die Charaktere sind gut herausgearbeitet, so dass ich Gretels Schuldgefühle angesichts ihrer Vergangenheit gut nachvollziehen konnte - obwohl sie damals ein Kind von zwölf Jahren war. Dass das Grauen aber nicht nur damals stattfand, sondern bis in die heutige Zeit reicht, wurde auch deutlich.
Elisabeth Günter als Sprecherin war eine gute Wahl. Sie intoniert mit angenehmer Stimme Gretels Gedanken und Erinnerungen ebenso wie die anderer Redner, mit denen Gretel zu tun hatte.
Dieses Buch hat mich neugierig gemacht auf „Der Junge im gesteiften Pyjama“, in dem das gleiche Thema behandelt wird und für mich wie ein Vorgänger zu diesem Buch wirkt.
Gerade zu einer Zeit, in der Hochbetagte wegen ihrer lang zurückliegenden Vergangenheit vor Gerichte gezerrt werden, finde ich es gut, die Welt aus deren Sicht erzählt zu bekommen.
Grete
aus Gudensberg
5/5
12.12.2022
Hörbuch-Download (MP3)
Schuld
.....lebte Gretel weiter. Sie lebte mit der Schuld ihren Bruder in den Tod geschickt zu haben (was wohl Thema des ersten Buches: Der Junge im gestreiften Pyjama war, das ich aber nicht gelesen/gehört habe).
Sie lebt mit der Schuld die Tochter des Auschwitzkommandanten zu sein. Sie lebt mit der Schuld, das Leben in der Nazizeit genossen zu haben - als 12-15jährige! und sie lebt mit der Schuld sich ihrer Verantwortung nach dem Krieg nicht gestellt zu haben.
Jetzt ist Gretel über 90, wohlhabend und lebt in einem besseren Viertel von London. Unruhe kommt auf als in ihrem Haus eine Wohnung frei wird und neue Eigentümer einziehen .
Diese Eigentümer werden Gretel erneut mit ihrer Vergangenheit und ihrer heutigen Verantwortung konfrontieren.
Wie wird sie reagieren? Reagiert sie?
Im Laufe des Buches lernen wir Gretels Stationen über Auschwitz nach Frankreich Australien und England kennen, man schwankt zwischen Sympathie und Unverständnis oder doch Verständnis - wie würde man selber mit der Schuld umgehen?
Hat man eben noch eine nette alte Damen ein bisschen eigenwillig kennengelernt, ist man am Ende des Buches entsetzt.
Das Hörbuch ist exzellent eingesprochen von Elizabeth Günther, die ich noch nicht gehört habe, aber nun auf der Liste meiner Stimmen gelandet ist!
Bewertung
aus Brandis
5/5
12.11.2022
Hörbuch-Download (MP3)
Die Schuld reicht weit...
Die gutsituierte, über 90jährige Gretel Fernsby führt in einem noblen Villenviertel in London ein beschauliches Leben. Als in das Appartement unter ihr neue Bewohner einziehen, befürchtet sie nichts mehr, als das das harmonische Gefüge der Hausgemeinschaft gestört werden könnte. Noch ahnt sie nicht, das damit viel Fürchterlicheres ausgelöst werden wird...
Ich habe mich für dieses Buch aufgrund der Buchvorstellung und nicht basierend auf der Information, das es sich hier quasi um die Fortsetzung von "Der Junge im gestreiften Pyjama" handelt, entschieden. Denn zu letzterem hatte ich nach dem Lesen und auch jetzt noch eine etwas widersprüchliche Meinung. Glücklicherweise hinterlässt "Als der Tag zerbrach" bei mir einen stimmig-überzeugenderen Eindruck.
Fasziniert bin ich von dem überaus fesselnden Schreibstil des Autors, der, gerade durch das Unausgesprochene, was der Leser aber unbedingt erfahren möchte, die Spannung extrem hochhält aber dadurch auch keine Lücken entstehen lässt. Unablässig nähert er sich damit der finalen Auflösung zu. In Verlauf setzt sich Gretels Leben, geschildert aus ihrer Sicht, immer mehr zusammen. Dabei überzeugt die alte, recht harmlos wirkende, Dame vor allem im Alltag der Gegenwart mit sehr pointierten, zum Teil fast bissigen Bemerkungen, die sehr deutlich machen, dass ihr das Leben und Mitmenschen keine Angst mehr machen können. Es offenbart, zunächst nur andeutungsweise, jedoch auch das Grauen, welches sie erleben musste, und die Schuld, welche sie fast erdrückt. Und einmal mehr wird deutlich, dass man seiner Vergangenheit nicht entkommen kann.
Trotz aller Begeisterung störten mich an der ganzen Geschichte doch einige Aspekte.
"Gretel", auch anders ausgesprochen, ist und bleibt für mich ein typischer deutscher Name. Umso verwunderlicher, dass das Deutsche in ihr nicht bereits dadurch erkannt wurde. Auch der Aspekt zu ihrer Tochter sowie damit zusammenhängende Wohnortwahl hätten meiner Meinung nach etwas näher beleuchtet werden können. Besonders diese Nähe hätte nicht unbedingt sein müssen, das Ganze wirkt auf mich irgendwie unvollständig.
Begeistert wiederrum bin ich von der Sprecherin Elisabeth Günter. Sie schafft es die jeweiligen Rollen mit einem derartigen Nachdruck sowie feinsten (Gefühls) Nuancen der jeweiligen Person zugeordnet, zu sprechen, das ich diese regelrecht vor mir sehen kann. Teilweise kam ich mir dadurch nicht nur als Zuschauer bzw. Zuhörer der Szene vor sondern fast wie mitten im Geschehen.
Unschlüssig bin ich mir auch weiterhin zu der Verknüpfung zu dem Vorgängerband "Der Junge im gestreiften Pyjama". Vor allem mit dem dort thematisierten Schicksal des Jungen stellt sich mir die Frage, ob in Fiktion alles möglich sein muss.
"Als der Tag zerbrach" ist bis auf die benannten Abschnitte ein Buch, welches mich sehr gefesselt hat hat und welches ich, vor allem in der Hörbuchversion sehr gern weiterempfehle!
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5/5
16.11.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine sehr bewegende Geschichte, mein absolutes Jahres- Highlight!
Die lang erwartete Fortsetzung von dem Bestseller" Der Junge im gestreiften Pyjama " geht einem richtig nah! Man ist von Anfang an gefesselt von der Geschichte von Gretel Fernsby! Bewegend und animiert zum Nachdenken, da es diese Generation im Alter von Gretel bald nicht mehr geben wird! Für mich eines der besten Bücher in diesem Jahr!
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5/5
09.11.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bewegend und beklemmend
John Boyne hat eine Fortsetzung seines Romans "Der Junge im gestreiften Pyjama" geschrieben. In seinem neuen Buch erzählt er die Geschichte von Brunos Schwester Gretel nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Vom Inhalt möchte ich nicht mehr verraten, es sei nur gesagt: Es ist ein großartiges Buch über Schuld!
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4/5
27.11.2022
Hörbuch (Audio)
Der Nachfolger zu "Der Junge im gestreiften Pyjama"
Gretel lebt mit einer großen Schuld auf ihren Schultern. Als Tochter eines Nazi-Kommandanten flieht sie nach dem Krieg mit ihrer Mutter durch Europa bis nach Australien. Immer die Angst im Nacken, dass ihre wahre Identität aufgedeckt wird, baut sie ihre Zukunft auf Lügen auf, verdrängt ihre Vergangenheit. Mit über 90 Jahren kann sie endlich nicht mehr wegsehen und schreitet zur Tat.
Eine berührende Geschichte!
Sehr schön und facettenreich gesprochen von Elisabeth Günther.
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