Der Bestsellerautor Daniel Glattauer lässt in seinem neuen Roman Menschen zu Wort kommen, die keine Stimme haben – ein Sittenbild unserer privilegierten Gesellschaft.
Die Binders und die Strobl-Marineks gönnen sich einen exklusiven Urlaub in der Toskana. Tochter Sophie Luise, 14, durfte gegen die Langeweile ihre Schulfreundin Aayana mitnehmen, ein Flüchtlingskind aus Somalia. Kaum hat man sich mit Prosecco und Antipasti in Ferienlaune gechillt, kommt es zur Katastrophe.
Was ist ein Menschenleben wert? Und jedes gleich viel? Daniel Glattauer packt große Fragen in seinen neuen Roman, den man nicht mehr aus der Hand legen kann und in dem er all sein Können ausspielt: spannende Szenen, starke Dialoge, Sprachwitz. Dabei zeichnet Glattauer ein Sittenbild unserer privilegierten Gesellschaft, entlarvt deren Doppelmoral und leiht jenen seine Stimme, die viel zu selten zu Wort kommen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
5/5
03.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Vielschichtigkeit, Tiefgang und Menschlichkeit
Ein zu tiefst berührendes Buch über die Verstrickungen zweier Familien aus Wien und eine somalische Flüchtlingsfamilie- verpackt mit viel Wiener Schmäh und einem derart trockenen Humor, daß einem die Luft weg bleibt. Die vielen Erzählperspektiven- Wechsel bereiten Lese Vergnügen.
Und die Glattauer Enden sind einfach legendär... Lesen!
Daniela B.
5/5
13.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wieder ein starker Glattauer
Ein Roman, den ich für den Lesekreis in meiner Stadtbücherei gelesen habe. Von Glattauer habe ich seit Jahren nichts mehr gelesen, aber war gleich wieder von seinem Stil begeistert. Er kann Charaktere so herrlich treffend und sarkastisch beschreiben, dass man ständig lachen muss. Der Roman nimmt recht schnell eine tragische Wendung. Die Handlung um den Gerichtsprozess zog sich etwas in die Länge, aber zum Schluss macht alles einen Sinn. Ein toller, tiefgründiger Roman.
Lesenswege
5/5
02.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Vom Umgang mit dem größtmöglichen Unglück
Sophie Luise, 14, möchte eine Freundin mit in den Toskana-Urlaub nehmen. Aber Aayana ist nicht irgendeine Freundin, sie ist ein Flüchtling aus Somalia. Und Sophie Luise ist auch nicht irgendein Teenager, sondern die Tochter von Elisa Strobel-Martinek, einer hochrangigen Politikerin Österreichs. Doch Aayanas Eltern erlauben die Reise nicht. Das kann die Politikerin nicht auf sich sitzen lassen. Sie bemüht verschiedene Stellen, und nach deren sanftem Druck darf Aayana mitfahren.
Am Urlaubsort passiert die größtmögliche Katastrophe: Aayana, die die Flucht über den halben afrikanischen Kontinent und über das Mittelmeer überlebt hat, ertrinkt im Pool, denn sie kann nicht schwimmen. Niemand möchte dafür die Verantwortung übernehmen. Alle möchten schnell in ihr altes Leben zurück und das Unglück ganz schnell vergessen, denn das war es doch, ein tragisches Unglück, oder? Oder? Schon nach wenigen Seiten dieses Romans blickt man fassungslos auf den Umgang der Beteiligten mit diesem Unglück. Jede/r versucht auf seine Weise, es aus der Welt zu schaffen (als ob das möglich wäre!) und weiterzumachen, als wäre gar nichts passiert. Verantwortung übernehmen? Fehlanzeige. Man ist doch daran nicht schuld! Aber so ganz gut funktioniert das mit dem Wegschweigen nicht. Sophie-Luise, von lange von den Eltern vernachlässigt, denn sie ist ja so vernünftig, um sie braucht man sich nicht groß zu kümmern, wird alleine gelassen, denn die Eltern sind vollauf damit beschäftigt, den Schaden für sich selbst zu begrenzen, denn sie sehen sich als die Opfer dieses tragischen Unglücks. Auch das hat schlimme Folgen. Aber was ist eigentlich mit Aayanas Familie? Wer kennt ihre Geschichte, und wichtiger noch, wen interessiert sie? Die Oberflächlichkeit der meisten Beteiligten, ihre Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid der Hinterbliebenen machen sprachlos.
Glattauer hat einen distanzierten, manchmal zugespitzt überzeichneten Blick für seinen Roman gewählt. Der Einstieg erfolgt über einen Bericht, ganz sachlich, ganz nüchtern, und trotzdem oder gerade deshalb ist man entsetzt.
Es folgen Zeitungsmeldungen und die entsprechenden Kommentare im Chat, Sophie Luises Wahrnehmung, die sich im Laufe des Romans verändert, warum, verrate ich hier nicht, und die Innenperspektive ihrer Mutter, alles immer im Wechsel mit E-Mail-Austausch und Chat-Verläufen.
Ich bin erst spät zu diesem Buch gekommen, und abgesehen von der Ausgangssituation wusste ich nicht viel darüber. Nach der Lektüre fragt man sich, in was für einer Welt wir leben. Und mehr noch, ob das die Welt ist, in der wir leben wollen. „Die spürst du nicht“ ist eine Geschichte, die einen nicht so schnell wieder loslässt, eine Geschichte, über die man lange nachdenken kann. Ich musste sie erst ein paar Tage sacken lassen, bevor ich mich dazu äußern konnte. Und ich habe nicht das Gefühl, dem Roman hier mit meinen Worten gerecht zu werden. Aber wenn ich mehr kommentiere, einordne, beurteile müsste ich spoilern. Ich denke aber, dass es ist wichtig ist, so unvoreingenommen an den Roman heranzugehen, wie es bei mir der Fall war.
Der Titel „Die spürst du nicht“ steht laut Glattauer für die vielen Schicksale von Geflüchteten, die in den meisten Fällen niemand kennt. Die Menschen sind hier, sie leben unter uns, wir nehmen sie wahr, aber wir wissen fast nichts über sie. Auch Sophie Luise und ihre Eltern haben sich nicht die Mühe gemacht, vor der Urlaubsreise etwas über Aayanas Vorgeschichte und die Hintergründe und den Ablauf ihrer Flucht zu erfahren. Wenn es sie interessiert hätte, wäre es mit größter Wahrscheinlichkeit nicht zu dem Unglück gekommen.
Ein Roman, den ich uneingeschränkt empfehle.
Daniel Glattauer, 1960 geboren, stammt aus Wien. Bekannt wurde er 2006 mit seinem sehr unterhaltsamen Roman „Gut gegen Nordwind“, einem modernen Briefroman in Form einer E-Mail-Korrespondenz zwischen einem alleinstehenden Mann und einer verheirateten Frau. Er brachte ihm die Nominierung für den Deutschen Buchpreis ein.
Nicole
aus Oberösterreich
5/5
06.01.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr spannend aber auch traurih
Sehr spannende Geschichte aber auch sehr traurig. Im vordergrung steht nicht der Unfall selbst sondern das ganze ,,danach". Nichts für schwache Nerven musste Weinen am Schluss. Kann es sehr empfehlen
Klaus Effing
aus Köln
5/5
20.07.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gesellschaftsdrama und subjektive Katastrophen
Daniel Glattauer ist ein hervorragender Beobachter der Gesellschaft. In seinem Roman „Die spürst Du nicht“ führt er uns nach Wien. Wir tauchen kurz in weit gut situierte Familien (Politikerin, Unternehmer) mit wohlgeratenen Kindern ein. In den Urlaub nimmt man eine Mitschülerin von Sophie mit. Ayana stammt aus einer nach Österreich geflüchteten Familie. Am Urlaubsort kommt es zur Katastrophe. Und dann seziert Glattauer dezidiert den Umgang damit. Die Familien wollen unbeschadet aus der Sache herauskommen. Trotz aller Zweifel nehmen sie ihre Verantwortung für das schreckliche Ereignis nicht an. Glattauer führt uns vor Augen: Lügen, Abschottung, außereheliche Verhältnisse, teure Anwälte. All das reicht am Ende nicht, sich von Verantwortung freizumachen. Zum Schluss kommt Glattauer mit dem erschütternden Familiendrama, das zuvor bei der Flucht der Familie stattgefunden hat. Tote Kinder, verletzte Erwachsene und kein echtes Ankommen in Österreich. Beschämend nehmen die Leser:innen den krassen Widerspruch zur Kenntnis zwischen Wohlstandsproblemen, die auch massiv und das Leben verändern können, und „echten“ Problemen, wenn es um das Leben geht. Und das Zusammenprallen subjektiver Ereignisse macht das Buch zu einem zum Schluss wuchtigen Erleben!
Das Cover zeigt den Zustand kurz vor der einen Katastrophe!
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5/5
17.01.2026
eBook (ePUB)
Aufrüttelnd
Eine meisterliche Geschichte über Moral und Schuld, die aufrüttelt, bewegt und einen nicht so schnell loslässt.
Alles beginnt mit einer verhängnisvollen Urlaubsreise und deren schicksalhaften Folgen.
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5/5
17.12.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Daniel Glattauer
Die spürst du nicht
Als die bereundeten Familien Binder und Strobe-Marinek in der Toskana einen exklusiven Kurzurlaub machen, darf Tochter Sophie Luise ihre Schulfreundin Aayana mitnehmen. Eines Abends nach Antipasti und Prosecco kommt es zur Kathastrophe...
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5/5
20.11.2024
Buch (Taschenbuch)
Jetzt als Taschenbuch!
Höchst gesellschaftskritisch, wortgewandt und gespickt mit spitzen Phrasen schildert der Autor eine Tragödie die nachdenklich macht.
Die Geschichte erreicht ihren Höhepunkt durch gewagte Kommentare von Presse und Privatpersonen, denn natürlich hat jeder eine Meinung zum Geschehen abzugeben. Wie das heutzutage eben so ist...
Große Empfehlung!
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5/5
21.04.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Dieser Roman bewegt, fesselt und regt zum Nachdenken an.
Ein Roman, der die Vorurteile und die Ignoranz mancher Menschen beleuchtet, Missverständnisse und widrige Umstände bildgewaltig beschreibt und in leisen Tönen von Neid und menschlichem Versagen berichtet.
Seiten, die berühren, die die menschliche Seite in jedem von uns anspricht und betroffen macht und doch das Leben zeigt, so wie es ist.
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5/5
07.06.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was ist ein Menschenleben wert?
Daniel Glattauer hat eine Sozialstudie in Romanform geschrieben, deren Botschaft zum Nachdenken anregt. Eine Geschichte, die unter die Haut geht und nachhallt.
Mit einem ganz feinen Humor schafft es der Autor, eine tragische Geschichte zu erzählen und denen eine Stimme zu verleihen, die sonst nie gehört werden.
Als gelungen empfand ich auch die wechselnden Perspektiven und die große zeitliche Spanne der Erzählung. So wird das Unglück wirklich von vielen Seiten beleuchtet und besondere gesellschaftliche und mediale Reaktionen herausgearbeitet.
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