Der verlassene jüdische Friedhof Słubice gehört zu Frankfurt an der Oder, liegt aber auf polnischem Staatsgebiet. An diesem besonderen Ort begegnet die Archäologin Mi-Ra zum einen dem Friedhofswärter Artur, zum anderen Horatio Beeltz, einem seltsamen, aus der Zeit gefallenen Verleger, der nicht nur alles über den Friedhof weiß – sondern sich auch sehr für Mi-Ra und Artur und ihre Geschichte interessiert. Mi-Ra hat ihre traumatische Kindheit und eine brutale Beziehung bloß halb überwunden; Artur lebt nach dem Tod seiner kleinen Tochter wie betäubt in einer nahezu wortlosen Ehe. Dann eröffnet ihnen Horatio Beeltz Ungeheuerliches: Er habe auf dem Friedhof in Słubice einen Zeitriss entdeckt, über den es möglich sei, in die eigene Vergangenheit zu reisen. Falls sich Mi-Ra und Artur dazu entschlössen, könnten sie an bestimmten Stellen in ihrem früheren Leben eine andere, vielleicht bessere Entscheidung treffen und den Dingen eine neue Wendung geben. Berni Mayer zeigt in seinem originellen, ebenso lakonisch wie berührend erzählten Roman, dass es nicht immer die offensichtlichen Fehlentscheidungen sind, die die Welt ins Unglück stürzen, und dass es manchmal Umwege braucht, um die Wunden zu heilen, die das Leben schlägt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Ines Zappen
aus Genthin
5/5
31.05.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein faszinierender und ungewöhnlicher Roman.
Ein faszinierender und ungewöhnlicher Roman. Was, wenn es möglich wäre, alles rückgängig zu machen und das Leben in eine andere Richtung zu lenken? Auf einem verlassenen jüdischen Friedhof treffen sie aufeinander, die Archäologin Mi-Ra und der Friedhofswärter Artur. Auch wenn sie unterschiedlicher nicht sein könnten, etwas verbindet sie. Beide tragen schwer an einem vergangenem Schmerz, der sie nicht loslässt. Doch dann erzählt ihnen ein geheimnisvoller älterer Herr namens Horatio Beeltz von der Möglichkeit, alles rückgängig zu machen und das Leben in eine andere Richtung zu lenken...Ein intensiver Roman darüber, dass uns auch die Entscheidungen, die wir bereuen, zu den Menschen machen, die wir sind, tröstlich, weise und pointiert erzählt. Der Autor Berni Mayer ist schlicht und ergreifend ein wunderbarer Erzähler.
Bewertung
5/5
17.05.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein mysteriöser Zeitriss, spannende Ideen und offene Fragen
Ein Riss in der Zeit und drei Charaktere, die mit der Vergangenheit und Gegenwart hadern. Kosmologe Horatius Beeltz lädt kurzerhand Friedhofswärter Artur und Journalistin und Archäologin Mi-Ra ein, eine Zeitreise zu wagen. Auf dem jüdischen Friedhof in Słubice nehmen die beiden halluzinogene Pilze und stellen sich jeweils ihrer Vergangenheit.
Obwohl am Anfang unklar ist, wohin die Geschichte den Leser führen wird – oder vielleicht gerade deshalb - zieht die Geschichte einen in ihren Bann. Mit vielen Details, einem starken Ortsbezug zur Gegend in und um Słubice/Frankfurt Oder sowie liebevoll gebastelten Charakteren, ist es leicht, den Zugang zu finden und schon bald mitzudenken. Was ist die Zeit? Welche Konzepte von Zeit gibt es? Wo und in welchen Kontext ist unsere Wirklichkeit? Wie und warum treffen wir Entscheidungen? Und was können wir daraus lernen?
Geschrieben ist das Buch in einem stets nüchternen, jedoch nie humorlosen Ton und liest sich so flüssig, als würde man selbst durch die Zeit gleiten. Ich habe die Geschichte sehr genossen und bin nur am Ende über einige vielleicht etwas zu schnell gekappte Handlungsstränge gestolpert.
Ein besonderes und ernstes Buch am unteren Ende der Science-Fiction, das mich überzeugt hat und noch ein paar Fragen offen lässt.
Miro
aus Wels
5/5
06.05.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Riss in der Zeit
Horatio Beeltz hat sich der Suche nach Zeitrissen verschrieben. Zusammen mit der kosmologischen Gesellschaft, ein eher geheimer Club, ist er überzeugt, dass die 4. Dimension ebenso begangen werden kann, wie die anderen. Man muss nur einen Eingang finden.
Und diesen entdeckt er überraschend auf einem alten jüdischen Friedhof in Slubice.
Verunsichert, ob er diese Reise antreten soll, sucht er sich erst mal zwei Probanden, als "Testpersonen". In Artur und Mi-Ra wird er schnell fündig. Beide haben traumatische Erfahrungen hinter sich, die ihre aktuelle Wirklichkeit stark beeinflussen. Um ihre Gehirne auf diesen Trip gehen zu lassen, gibt er ihnen spezielle Pilze. Das Psilocybin soll ihren Geist erweitern, damit sie die Reise in die Vergangenheit antreten können.
Beide fragen sich, ob dies echt sein kann, oder nur ein Trick und ein einfacher Pilztrip. Und beide müssen sich ihren Erfahrungen stellen und sich fragen, ob sie sie wirklich ungeschehen machen wollen und was das für Auswirkungen auf ihre Gegenwart haben wird.
Mit diesem Buch begeben wir uns auf eine spezielle Reise und als Leser*in sollte man einer Brise Surrealismus nicht abgeneigt sein. Doch Berni Mayer erzählt uns auch zwei Lebensgeschichten, die mit ihren Ecken und Kanten und Erfahrungen sehr berührend sind.
Gleichzeitig regt der Autor Gedanken über die eigene Vergangenheit an und die Idee, einmal getroffene Entscheidungen zu widerrufen. Ein spannender Ansatz und mache Antworten finden wir auch im Text.
Mich hat das Buch hervorragend unterhalten. Ich fand die Reise spannend, anregend, einfühlsam und berührend. Ein rundherum liebevoller Roman, der ruhig auch einen Blick in die Zukunft hätte werfen können.
Dennoch kann ich das Buch uneingeschränkt allen empfehlen, die offen sind für ein bisschen Magie in der Realität.
Miro76
aus Österreich
5/5
06.05.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Horatio Beeltz hat sich der…
Horatio Beeltz hat sich der Suche nach Zeitrissen verschrieben. Zusammen mit der kosmologischen Gesellschaft, ein eher geheimer Club, ist er überzeugt, dass die 4. Dimension ebenso begangen werden kann, wie die anderen. Man muss nur einen Eingang finden. Und diesen entdeckt er überraschend auf einem alten jüdischen Friedhof in Slubice. Verunsichert, ob er diese Reise antreten soll, sucht er sich erst mal zwei Probanden, als "Testpersonen". In Artur und Mi-Ra wird er schnell fündig. Beide haben traumatische Erfahrungen hinter sich, die ihre aktuelle Wirklichkeit stark beeinflussen. Um ihre Gehirne auf diesen Trip gehen zu lassen, gibt er ihnen spezielle Pilze. Das Psilocybin soll ihren Geist erweitern, damit sie die Reise in die Vergangenheit antreten können. Beide fragen sich, ob dies echt sein kann, oder nur ein Trick und ein einfacher Pilztrip. Und beide müssen sich ihren Erfahrungen stellen und sich fragen, ob sie sie wirklich ungeschehen machen wollen und was das für Auswirkungen auf ihre Gegenwart haben wird. Mit diesem Buch begeben wir uns auf eine spezielle Reise und als Leser*in sollte man einer Brise Surrealismus nicht abgeneigt sein. Doch Berni Mayer erzählt uns auch zwei Lebensgeschichten, die mit ihren Ecken und Kanten und Erfahrungen sehr berührend sind. Gleichzeitig regt der Autor Gedanken über die eigene Vergangenheit an und die Idee, einmal getroffene Entscheidungen zu widerrufen. Ein spannender Ansatz und mache Antworten finden wir auch im Text. Mich hat das Buch hervorragend unterhalten. Ich fand die Reise spannend, anregend, einfühlsam und berührend. Ein rundherum liebevoller Roman, der ruhig auch einen Blick in die Zukunft hätte werfen können. Dennoch kann ich das Buch uneingeschränkt allen empfehlen, die offen sind für ein bisschen Magie in der Realität.
Larissa
5/5
29.04.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein faszinierender Roman über Zeitreisen in die Vergangenheit
Der Roman „Das vorläufige Ende der Zeit“ von Berni Mayer fasst das Thema Zeitreisen mit einem außergewöhnlichen neuen Ansatz auf. Es geht um moralische Fragen und darum, was ein Mensch an seiner Vergangenheit ändern darf, beziehungsweise sollte. Was würde man an seiner Vergangenheit ändern, wenn man die Möglichkeit dazu bekommt? Welche Folgen hätte das?
Im Zentrum der Geschichte stehen die Archäologin Mi-Ra und der Friedhofswärter Artur, die beide mit Ereignissen aus ihrer Vergangenheit hadern und deshalb nicht richtig im Hier und Jetzt leben können. Beide treffen auf einem verlassenen jüdischen Friedhof die Entscheidung, in ihre Vergangenheit zurückzureisen, unter der Anleitung des mysteriösen Horatio Beeltz.
Ein besonderer Fokus liegt auf den Konsequenzen, die Veränderungen der Vergangenheit nach sich ziehen und dass diese in den seltensten Fällen vorhersehbar sind. Dementsprechend machen Mi-Ra und Artur spannende Entdeckungen, nachdem sie in die Vergangenheit gereist sind und sehen sich gleichzeitig mit etwas ähnlichem wie dem Schicksal konfrontiert.
Insgesamt ist „Das vorläufige Ende der Zeit“ ein Buch, das zum Nachdenken anregt und den Leser gleichzeitig durch die spannenden Erfahrungen der Protagonisten in seinen Bann zieht. Die Lektüre des Buches hat mir sehr gefallen und ich kann es wärmstens weiterempfehlen.
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