Annalie traut ihren Augen kaum. Mit roter Farbe hat irgendjemand "Schlitzaugen" auf die Garage geschmiert. Es fühlt sich an wie ein Schlag in den Magen.
Bisher hat Annalie in den Ferien in der örtlichen Eisdiele gejobbt und sich nichts sehnlicher gewünscht, als dass der süßeste Junge der Schule sie endlich wahrnimmt. Ihre ältere Schwester Margaret hingegen will die verschlafene Kleinstadt endlich hinter sich lassen und hat ihr Praktikum in New York auch deshalb angetreten, um ihrem Ex-Freund nicht mehr zu begegnen.
Doch als die Familie Opfer eines rassistischen Anschlags wird, kommt Margaret zurück nach Hause und versucht alles, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Annalie dagegen will so schnell wie möglich wieder zur Tagesordnung übergehen.
Die Own-voices-Autorin XiXi Tian schreibt ergreifend und sensibel von alltäglichem Rassismus und der Schwierigkeit der Opfer sich dagegen zur Wehr zu setzen. Ein beeindruckendes Debüt!
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Bewertung
4/5
20.10.2023
eBook (ePUB 3)
Ein bewegendes Jugendbuch über Rassismus, die erste große Liebe und Familie
Das könnte Annalies großer Sommer werden, denn endlich interessiert sich Thom für sie! Doch ein Ereignis überschattet ihre großen Gefühle: Unbekannte schmieren eine rassistische Beleidigung an das Haus ihrer Familie. Ihre Schwester, die das komplette Gegenteil zu Annalie ist, möchte direkt herausfinden, wer dahinter steckt. Doch Annalie möchte an ihrem traumhaften Sommer festhalten... In diesem Jugendbuch trifft eine sommerliche Liebesgeschichte auf ein wichtiges und allgegenwärtiges Thema: Rassismus. Trotzdem hatte ich beim Lesen oft das Gefühl, dass es hier im Großteil um die Beziehung der beiden Schwestern geht. Außerdem werden viele Themen aufgegriffen, die Teenager beschäftigen. Dafür rückt für mich das Rassismus-Thema ein bisschen zu sehr in den Hintergrund.
Insgesamt ist es aber eine tolle Sommergeschichte mit Tiefgang!
Nadja
5/5
09.07.2023
Buch (Taschenbuch)
Gelungenes Debüt
Ich mag es sehr, dass es aus den Sichten der beiden Schwestern geschrieben ist, denn das bringt einem die Geschehnisse aus verschiedenen Blickwinkeln nahe. Rassismus ist ein wichtiges Thema, weshalb ich froh bin, dass dieses Buch übersetzt wurde. Hier werden unterschiedliche Arten des Rassismus thematisiert. Ein absolut gelungenes Buch.
PaulaJosina
4/5
25.07.2023
Buch (Taschenbuch)
Ein bewegendes Buch über Rassismus, Erwachsen werden und die erste Liebe.
Ein bewegendes Buch über Rassismus, Erwachsen werden und die erste Liebe.
Zuallererst möchte ich mich für das Rezensionsexemplar bedanken, welches mir von Carlsen bereitgestellt wurde. Dieser Fakt beeinflusst aber in keiner Weise meine persönliche Meinung zu diesem Buch. Der Post enthält Werbung und die Rechte liegen bei Carlsen.
Natürlich ist dies nur meine persönliche Meinung und nur weil ich diesem Buch diese Bewertung zukommen lassen, heißt es nicht, dass es auf jeden anderen zutrifft.
Das Cover ist ein richtiger Eyecatcher. Ich liebe das Design und besonders nach dem Lesen des Buches fallen einem ein paar kleine Details auf.
Der Schreibstil war angenehm zu lesen und ich habe das Buch komplett an einem Tag weglesen können. Ich fand es sehr gut, dass wir die Sichten von beiden Schwestern bekommen. Ich habe mich am meisten in Margaret wiedergefunden. Mein Teenager Ich hätte sich aber wahrscheinlich sehr in Annalie gesehen.
Das Buch behandelt, wie erwartet, eher schwere Themen und ich wurde euch auch empfehlen nur zum Buch zu greifen, wenn ihr in dem richtigen mentalen Status dazu seid. Ich finde, dass dies ein sehr gutes Buch ist um sich mit Microagressionen und Rassismus auf eine Art und Weise auseinanderzusetzen, die kein „trockenes“ Sachbuch ist. Ich könnte mir tatsächlich such gut vorstellen, dieses Buch im Unterricht zu nutzen und zu analysieren.
Fazit
Ein bewegendes Buch über Rassismus, Erwachsen werden und die erste Liebe.
Jenny Wons
aus Bergheim
3/5
15.04.2025
Buch (Taschenbuch)
Anstrengende Protagonistin
Ich muss leider sagen, dass mich das Buch insgesamt nicht wirklich überzeugen konnte. Was anfangs wie eine vielversprechende Geschichte mit interessanten Figuren wirkte, hat sich für mich zunehmend als frustrierende Lektüre entpuppt – hauptsächlich wegen der Figur Annalie, mit der ich einfach nicht warm geworden bin. Anfangs fand ich sie noch sympathisch, fast schon charmant in ihrer Unsicherheit. Doch je weiter die Handlung fortschritt, desto weniger Geduld hatte ich mit ihr.
Annalie mangelt es an so vielem: an Selbstvertrauen, an Selbstreflexion, an Durchsetzungsvermögen – und manchmal auch einfach an gesundem Menschenverstand. Es fiel mir schwer, Mitgefühl für sie zu empfinden, weil sie immer wieder gute Ratschläge ausschlägt, vor allem von ihrer besten Freundin, die eigentlich eine ziemlich tolle Figur ist. Annalie scheint nicht einmal aus ihren Fehlern lernen zu wollen. Die einzige Szene, in der ich wirklich Respekt für sie empfand, war, als sie sich gegen Margaret stellte – da wirkte sie für einen Moment reflektiert und standhaft, und ich konnte ihre Argumente nachvollziehen. Ich verstehe auch den Wunsch, unangenehme Dinge ruhen zu lassen und einfach weiterzumachen, auch wenn ich selbst wohl anders reagieren würde. Aber abgesehen von diesem kurzen Lichtblick war sie für mich eine durchgehend enttäuschende Hauptfigur – eine mit der Ausstrahlung eines nassen Lappens. Es war tatsächlich so schlimm, dass ich ihr nicht einmal ein glückliches Ende gegönnt habe.
Margaret dagegen ist ebenfalls nicht fehlerfrei – sie trifft oft impulsive und unüberlegte Entscheidungen, wirkt selbstbezogen und wenig einfühlsam. Und doch: Ich fand sie deutlich interessanter und menschlicher. Trotz aller Ecken und Kanten konnte ich sie viel besser verstehen und mich sogar mit ihr identifizieren. Sie kämpft für ihre Überzeugungen und setzt sich für Gerechtigkeit ein, auch wenn sie manchmal übers Ziel hinausschießt. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich ihr ähnlicher fühle – mehr die intellektuelle, leicht zynische ältere Schwester als die beliebte kleine. In ihren Kapiteln wurde ich emotional, habe mitgefühlt, mitgelitten. Einige ihrer inneren Konflikte haben mich tief berührt. Besonders nachvollziehbar fand ich den Schmerz, sich gegen die eigenen Eltern stellen zu müssen – sei es noch unter ihrem Dach oder auch später, wenn man längst ausgezogen ist, aber dennoch das Gefühl hat, ihre Erwartungen nicht erfüllen zu können.
Trotz meiner Kritik an den Hauptfiguren – besonders an Annalie – muss ich zugeben, dass das Buch in einem Punkt doch überzeugt hat: dem Thema der Schwesternbeziehung. Die ständige Vergleicherei, die unausgesprochenen Verletzungen, das gegenseitige Missverstehen – all das wird sehr authentisch dargestellt. Ich konnte viele dieser Dynamiken aus meinem eigenen Leben wiedererkennen. Es ist traurig, aber realistisch, dass solche Verletzungen dazu führen können, dass man nicht mehr richtig miteinander kommuniziert und sich ständig im Weg steht. Auch wenn das für manche Leser:innen frustrierend sein mag, finde ich es durchaus nachvollziehbar, dass die Figuren so lange brauchen, um ihre Muster zu durchbrechen.
Ein weiterer Aspekt, der mich zum Nachdenken gebracht hat, war der Umgang mit Rassismus – sowohl offener als auch subtiler. Ich selbst bin in einer Gegend aufgewachsen, in der viele aus den Ostblock-Ländern kamen (u.a. meine Familie), und hatte daher das Privileg, mir über rassistische Übergriffe kaum Gedanken machen zu müssen. Klar, es gab hin und wieder Mikroaggressionen von Unwissenden, aber nie in einem Ausmaß, das mich wirklich gefährdet hätte. Umso mehr berührt es mich, wenn in Büchern wie diesem deutlich wird, wie verletzlich man sich fühlen muss, wenn man einer kleinen Minderheit angehört – und wie groß die Angst sein kann, durch das Thematisieren solcher Erfahrungen noch mehr Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Insgesamt bleiben meine Eindrücke gemischt. Die zentralen Themen des Romans – Familie, Identität, Ungerechtigkeit, Schwesterndynamiken – sind ohne Frage relevant und wichtig. Das Potenzial war auf jeden Fall da. Leider lässt die Umsetzung viel zu wünschen übrig. Der Schreibstil ist oft zu steif, zu erklärend, zu wenig lebendig. Und Annalies ewiges Rumgejammer und die nervige Liebesgeschichte, die sich wie ein Fremdkörper in die Handlung schiebt, haben mir das Leseerlebnis zusätzlich erschwert.
Fazit:
Trotz einzelner starker Szenen und einiger emotionaler Tiefe, vor allem in Margarets Perspektive, konnte mich das Buch insgesamt nicht überzeugen. Die unausgewogene Figurenzeichnung, insbesondere bei Annalie, sowie die eher schwache sprachliche Umsetzung mindern den Gesamteindruck erheblich. Ich bereue die Lektüre nicht – es gab definitiv Passagen, die mich berührt oder zum Nachdenken gebracht haben – aber ich hätte mir sehr gewünscht, dass die Geschichte das, was sie thematisch anstößt, auch konsequenter und überzeugender zu Ende bringt.
3 von 5 Sternen!
Fina vom Buchlabyrinth
3/5
09.07.2023
Buch (Taschenbuch)
Leider vergessenswert
Gestaltung:
Das Cover gefällt mir gut. Ich bin ohnehin Fan von gezeichneten Figuren bei der Buchgestaltung, und die beiden Schwestern Annalie und Margaret wurden hier äußerst gut getroffen. Der blaue Hintergrund passt zur sommerlichen Atmosphäre der Geschichte und auch der Titel bekommt am Ende noch seinen Bezug zum Buch.
Darum geht's:
Annalie hat sich auf einen entspannten Sommer gefreut, in dem sie in der örtlichen Eisdiele jobbt und ihren Schwarm Thom um den Finger wickelt. Doch als die Garage ihrer Familie mit einer rassistischen Parole beschmiert wird und ihre Schwester Margaret aus New York zurückkehrt, kommt doch alles anders...
Idee/ Umsetzung:
Den Anfang fand ich sehr gut, ich bin direkt reingekommen in die Geschichte. Ich mochte die leichte, sommerliche Atmosphäre und Annalie als Protagonistin. Mit der Beschmutzung von ihrem Garagentor kommt eine spannende Komponente hinzu: Alltagsrassismus. Annalie und Margaret sind Halbchinesinnen und werden in der Geschichte immer wieder damit konfrontiert. Auf der Straße, im Internet. Margaret möchte das nicht mehr auf sich sitzen lassen und geht damit an die Öffentlichkeit.
Die Thematik schwebt die ganze Zeit über der Handlung, wurde für meinen Geschmack aber zu wenig eingebunden. Ja, Margaret geht zur Presse und hält mal ein Plakat hoch, aber so richtig emotional kam mir das Thema nicht nahe. Da wurde Rassismus in meinen Augen von vielen Büchern wesentlich besser und nahbarer behandelt, wie z. B. in "The Hate You Give. Ich, die ohnehin nicht von Rassismus betroffen ist, kann die Gefühle und Gedanken nicht nachvollziehen, hätte mir aber gewünscht, mehr Zugang zu dem Thema zu bekommen.
Stattdessen entspinnt sich in beiden Perspektiven der Schwestern eine Coming-of-age Liebesgeschichte. Die Handlungsstränge waren nett, aber für meinen Geschmack viel zu präsent. Ich hätte mir eine intensivere Behandlung der Schwestern-Dynamik gewünscht, nicht erst zum Ende der Geschichte. Über die Lovestories kann ich nicht so viel sagen, weil ich die eher als durchschnittlich, solide Young Adult erlebt habe. Nett, aber leider vergessenswert.
Mein größter Kritikpunkt ist leider das fehlende Tempo des Buches. Der Schreibstil ist locker und flüssig zu lesen, aber die Autorin verliert sich häufig in unwichtigen Details oder streckt Szenen viel zu lang, sodass ich viele Passagen einfach nur langweilig fand. Die Handlung plätscherte deshalb so vor sich hin, bis dann und wann mal etwas halbwegs interessantes passierte. Die Grundmessage des Buches kam rüber und ist gut und wichtig, aber der Weg dahin eher beschwerlich.
Charaktere:
Die Figuren hat die Autorin ganz gut gezeichnet, besonders Annalie und Margaret. Während die jüngere Schwester eine echte Sympathieträgerin ist, war Margaret besonders zu Anfang ziemlich egoistisch und borstig, was sich erst im Verlauf der Handlung verändert hat. Ich mochte Margarets Perspektive sogar etwas lieber, da sich diese authentisch und nicht-perfekt anfühlte, weshalb die Figuren viel Potenzial zum Entwickeln hatte. Die Love Interests waren okay, sind mir aber nicht besonders in Erinnerung geblieben. Da war eher noch die Mutter der beiden Mädchen interessant, auch wenn sie wenig Raum bekommen hat. Die Autorin hat ein gewisses Talent, Figuren zu schreiben, das sich vielleicht in weiteren Geschichten noch mehr entfalten kann.
Ende:
Das Ende war versöhnlich und hat mir Freude bereitet. Generell zieht es sich so durch, dass die Autorin Fingerspitzengefühl für Figuren und eine gewisse Stimmung hat, aber das hier leider noch nicht so ausgereift umgesetzt hat. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass wir von XiXi Tian noch einiges erwarten können und da Potential für noch bessere Geschichten schlummert.
Fazit:
"Hier ist es immer noch schön" von XiXi Tian hat viele spannende Ansätze, die mich letztlich aber nicht ganz überzeugen konnten. Das Thema Alltagsrassismus wird aufgegriffen, aber bleibt leider im Schatten von recht durchschnittlichen Young Adult Plots. Hier hätte ich mir einen anderen Fokus gewünscht, um für das Thema Rassismus sensibilisiert zu werden. Für YA Leser*innen nett, aber nichts, was groß in Erinnerung bleibt.
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