Bauer Willi, Deutschlands bekanntester bloggender Landwirt, erzählt vom Dilemma unserer Essensmacher. Dieses Dilemma verläuft zwischen Wunsch und Wirklichkeit, zwischen dem Anspruch des Bürgers und dem tatsächlichen Kaufverhalten des Verbrauchers. Bauer Willi erzählt vom gesellschaftlichen Klimawandel und dem Artensterben der bäuerlichen Landwirtschaft. In verständlicher Sprache und ohne erhobenen Zeigefinger schreibt er über die kritischen Themen unserer Gegenwart; über Massentierhaltung, Nitrat, Pflanzenschutz, Insektensterben, Gentechnik und schildert dabei seine Sicht der Dinge. Seine Meinung ist provokant, reizt zum Widerspruch, ist geradeheraus, unbequem und direkt. Genau das macht das Buch so spannend und wichtig.
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Ein sehr wichtiges Buch, das unbedingt gelesen und gesamtgesellschaftlich ausdiskutiert gehört.
Wedma am 30.03.2023
Bewertungsnummer: 1911457
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ein sehr wichtiges Buch, das unbedingt gelesen und gesamtgesellschaftlich ausdiskutiert gehört. Eine der existentiellen Fragen, die jeden betrifft und über die man kaum emotionslos reden kann, wurde hier zur Sprache gebracht: Wie das Essen hierzulande gemacht wird, gemacht werden darf und wie die Zukunft der Branche aussieht.
Jede Menge Zündstoff steckt in diesem Werk. Und auch deshalb gehört es gelesen und ausdiskutiert.
Nach seiner langjährigen Berufserfahrung als Landwirt schreibt Dr. Kremer-Schillings über die schwierige gegenwärtige Situation der Landwirte: Nicht nur die grundliegenden Konflikte wie Klima-, Umwelt-, Artenschutz kommen hier deutlich zur Sprache, auch die oft unerfüllbaren, diametral gesetzten Forderungen, mit denen sich die Landwirte konfrontiert sehen, und was sie aus der Landwirtschaft machen.
Im letzten Kapitel „Der Blick nach vorn“ liefert Dr. Kremer-Schillings eine realistische Einschätzung, wie es weitergehen wird und äußert zum Schluss seinen Wunsch: „Handeln Sie so, wie Sie reden. Sie wissen jetzt: Wir Bauern können alles. Aber nicht zum Nulltarif.“
Man muss sich nicht in allen Punkten mit dem Autor einverstanden erklären. Das erwartet keiner. Aber!
Es ist wichtig, dass die Menschen über die Lage der Landwirte und um ihre Probleme wissen und entsprechend handeln/einkaufen, denn wer sich stets im Supermarkt von der Maxime „Geiz ist geil“ leiten lässt, sollte lieber nicht die hochqualitative (und hierzulande entsprechend teuer produzierte) Bioprodukte lauthals im Netz und auf den Demos einfordern. Alles hat seinen Preis. Folgende Situation, die keine Seltenheit ist: Der Landwirt hat die Forderungen ernst genommen, entsprechend seine Abläufe angepasst, ggf. neue Maschinen etc. besorgt. Die Herstellungskosten sind entsprechend gestiegen. Nun ist die politisch korrekte Ware da, wird aber im Supermarkt ausgelistet: Der Kunde bezahlt diesen Preis nicht.
Noch mehr Aspekte beinhaltet dieses Werk. Die hier zu bringen, würde den Rahmen sprengen. Besser: Lesen Sie selbst.
So ein Buch, in dem „das Dilemma der Essensmacher“, die wichtigsten Dinge zum Thema „Landwirtschaft heute“ so zugänglich, für jeden leicht verständlich aufbereitet wurde, hat es wirklich gebraucht. Und dafür gilt mein Dank an den Autor und den Verlag.
Fazit: Unbedingt lesen. Für Schulde, Studium, Beruf, Gespräche mit Freunden und Familie liefert es jede Menge Diskussionsstoff und vor allem die Grundlage zum Umdenken und für entsprechendes Handeln.
Gefährliche Lobbyarbeit, welche die Klimarealität völlig ignoriert
Bewertung am 03.11.2024
Bewertungsnummer: 2332084
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Dieses Buch sollte niemand lesen. Es wird die industrielle, intensive Landwirtschaft verteidigt. Dabei werden sehr teilweise fadenscheinige Argumente, falsche Tatsachen und zurechtgestutzte Fakten präsentiert, um zu rechtfertigen, dass eine weiter wie bisher in der Landwirtschaft notwendig wäre. Dies ist leider eine sehr gefährliche, nicht haltbare Position. Die Biodiversität und das Klima können einem weiter wie bisher in der Landwirtschaft nicht standhalten und werden letztlich zu erheblichen Problemen bei der Nahrungsmittelversorgung führen. Der Autor ist sehr kurzsichtig und liefert mit seiner Argumentation Argumente für ein unmögliches "weiter wie bisher". Hier wird aktiv für eine Verschärfung der bereits realen Krise geworben.
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