John Lennons Weg zum Superstar ist gespickt mit Andeutungen auf einen faustischen Pakt. Tragische Ereignisse, mehrdeutige Songtexte, vergessene Interviews sowie Wegbegleiter, die von Lennons ständigen Todesahnungen berichten, nähren die Legende, dass Lennon für den Erfolg der Band seine Seele verkauft hat. Was, wenn der gigantische Erfolg der Beatles tatsächlich einem faustischen Deal mit dunklen Dimensionen zu verdanken ist? Was, wenn der Tag im Dezember 1980, an dem Lennon erschossen wurde, der Zahltag gewesen ist? Was, wenn die Wandlung zum Friedensapostel der Versuch war, seine knapp bemessene Lebenszeit mit Sinn zu füllen? Was, wenn die Hinwendung zu Gott am Ende seines Lebens ein Flehen war, ihn aus der teuflischen Verstrickung zu befreien?
Der bekennende Beatlesfan Martin Häusler wagt in diesem Roman ein Gedankenexperiment und erzählt Lennons turbulente Jahre zwischen 1960 und 1980 unter der Annahme, dass es den diabolischen Deal tatsächlich gegeben hat. Seine äußerst unterhaltsame Geschichte verwebt er mit einer zweiten Erzählebene, in der die zahlreichen Indizien enthalten sind – und die selbst die größten Beatlesfans ins Grübeln kommen lassen
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eine fantastische Geschichte - ein brilliantes Buch
kerstin_aus_obernbeck aus Ostwestfalen am 09.03.2023
Bewertungsnummer: 1896319
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Gezählte Tage – Als John Lennon seine Seele verkaufte / Martin Häusler
Das Cover ist schrill, in bunten Farben finden sich hier Jesus, kreischende Girls, die Beatles und im Vordergrund John Lennon mit etwas um den Hals, was wohl der Seeleneinkäufer ist.
Das Buch beginnt in den 1960ern, eine talentierte, jedoch vom Glück eher nicht verfolgte Tanzkapelle aus Liverpool träumt vom großen Erfolg und bemüht sich dafür in Hamburg den Grundstein zu legen. Wer die Geschichte der Beatles ein wenig kennt, weiß, dass die Jahre auf der Reeperbahn kein Ponyhof waren. Und dort soll John Lennon zu Tony Sheridan gesagt:
„Ich weiß, dass die Beatles Erfolg haben werden wie keine andere Gruppe.
Ich weiß es genau, denn für diesen Erfolg habe ich dem Teufel meine Seele verkauft.“
ZACK – und da haben wir die Geschichte, denn genau um diesen diabolischen Deal geht es in dem Buch.
Die Beatles werden in den 60ern weltweit gefeiert und schreiben Songs für die Ewigkeit. Erfolg, Ruhm, Geld, ein feines Leben – alles, was sich John, Paul, George und Ringo gewünscht haben, wird wahr.
Jedoch basiert dieser Ruhm auf der verkauften Seele von John Lennon.
Das Buch handelt primär von ihm, einem Mann, der „Das Gute, das Böse, das Schöne, das Hässliche, der Friede, die Gewalt, die Genügsamkeit, die Gier“ in einer Person ist. So beschreibt sich John Lennon nach einem Traum und genau so habe ich ihn beim Lesen des Buches empfunden.
Wie es John Lennon vom Abschluss des Deals bis zum 8.12.1980 ergeht, wie er lebt, liebt, sich musikalisch entwickelt und experimentiert, wer ihn umgibt, wen er verlässt und wie er versucht mittels Spiritualität, Glaube und Liebe einen Ausweg aus dem Pakt zu finden, wird in der Geschichte von Martin Häusler auf sehr lesbare Art erzählt. Man trifft Freunde, Familie und Weggefährten in einer Geschichte mit fließenden Übergängen zwischen Fakt und Fiktion.
„Gezählte Tage“ ist speziell im allerbesten Sinne, ebenso weird wie berührend, es macht nachdenklich und wirft Fragen auf. Ein tolles Buch – unbedingt lesen!
Den Teufel mit Liebe austreiben
Bewertung aus Alfter am 28.01.2023
Bewertungsnummer: 1868463
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Martin Häusler macht in seinem Roman „Gezählte Tage“ ernst mit John Lennons Aussage, er habe für den Erfolg der Beatles dem Teufel seine Seele verkauft. In ferner Anlehnung an den faustischen Pakt nach Goethe lässt er den Teufel in gestaltwandlerischer Form immer wieder im Roman als Verführer auftauchen. Er erscheint als Kraft hinter der Beatlemania, durch die seine Botschaft in die Welt ergehe und die den Beatles ihren unvergleichlicher Erfolg beschert habe, der sie quasi zu Göttern es Musikolymps machte. Dafür bezahlt John zwanzig Jahre später den Preis mit seinem Leben. Geprägt von der Angst vor dem gewaltsamen Tod beginnt John die Suche nach einem Ausweg aus dem teuflischen Pakt. Dabei stellt der Autor ihm, ohne dass er es wüsste, zwei Helfer an die Seite, zwei recht harmlose Stimmen aus dem Off, Gott und Jesus. Sie schicken ihm die Liebe in Form von Yoko, die ihn retten soll, damit er selbst weiter die Botschaft der Liebe in die Welt senden kann. Doch so ganz einfach ist das alles nicht, auch wenn „All you need is love“ ein simples Prinzip zu sein scheint.
Auch für Nicht-Beatles-Fans ist die Tour de Force durch den zeitlich kurzen, aber von der Intensität her wohl mehrere Leben füllende Abschnitt aus der Leben John Lennons eine ungewöhnliches, sehr interessantes und eindrückliches Lesevergnügen. Mit Hilfe vieler Originalzitate aus Interviews, Berichten und Büchern über die Beatles oder John Lennon himself, aber auch aus ihren Songtexten untermauert der Autor sein Gedankenexperiment mit den Ahnungen der historischen Person John Lennons, der seinen Tod lange vorausahnte, fürchtete und dem Satan zurschrieb. Dabei verbindet Häusler seine Erzählung mit vielschichtigen Einsichten in das Lebensgefühl der Zeit – LSD, transzendentale Meditation, Uri Geller, Satanismus in Hollywood, gepaart mit Hippietum à la Manson Familiy - und bietet spannende Einblicke in den Karriereverlauf der Beatles und die Lebenswege von John und seinen Gefährten. Dies lässt beim Leser das unangenehme Gefühl aufkommen, John Lennon könnte mit seinen Vermutungen recht gehabt haben: Gibt es wirklich einen Teufel? Auf jeden Fall stellt sich beim Lesen ein großes Verständnis für das Seelenleben des Protagonisten ein, der selbstkritisch-reuevoll sein gleichzeitig egomanisch-exzentrisches und doch liebesuchend-sympathisches Wesen reflektiert. Bei allem Romanhaften hat der Leser das Gefühl, es könnte tatsächlich so gewesen sein, zumindest aber wird im Kontext der Zeit und bei der Kausalität der tödlichen Zusammenhänge plausibel, warum John Lennon sein Leben und die Welt so von den Mächten des Bösen und der Liebe beeinflusst sah. Da akzeptiert man auch schon mal ein Ufo. Vielleicht um dann letztlich doch nicht zu sehr der Idee eines realexistierenden Satans anheim zu fallen, wechselt der Autor gekonnt zwischen ernsten, philosophischen, teils auch grotesk-schockierenden und heiter, lustig, naiv anmutenden Erzählsequenzen und -tönen.
Für mich ein in jeder Hinsicht gelungenes Projekt von großer Sogwirkung, um den Begriff des Pageturners nicht überzustrapazieren,originell, lehrreich, nachdenklich, hintergründig, bereichernd, befreiend und erheiternd. Und dabei auch optisch ein Hingucker!
Meinung aus der Buchhandlung
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Es ist "nur" ein biografischer Roman, aber was, wenn John Lennon tatsächlich Höllenqualen erlitten haben muss für den Erfolg der Beatles? Hat er dafür seine Seele an den Teufel verkauft, wie er selbst gesagt haben soll? So kommt die spannende Geschichte rüber, denn nach Lennon's Aussagen und Liedtexten zufolge weist alles auf einen diabolischen Akt der inneren Zerrissenheit hin: Drogenexzesse, Gewalt, Suche nach Frieden, Gott und Liebe. Nebenbei erfährt man etwas von den Beatles und der Musikszene damals. Eine Geschichte, die so lebendig und schon fast authentisch wirkend geschrieben ist, dass ich mich selbst davon berauschen habe lassen die innerlichen Prozesse nachzuvollziehen um mich einem phantastischen Gedankenexperiment hinzugeben.
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