Herzogtum Österreich 1272: Als der König des Heiligen Römischen Reichs stirbt, setzt Přemysl Ottokar alles daran sein Nachfolger zu werden. Grafen, Ritter, Waffenschmiede bis hin zu den kleinsten Bauern und Knechten am Land – von allen fordert er Unterstützung für sein ehrgeiziges Ziel. In dem Dorf Raming, in dem auch der rebellische Knecht Claus wohnt, sollen die Männer Holz für die zahlreichen Rüstungsschmiede in der Stadt Styra liefern. Dabei treibt Graf Irenfried seine Hörigen so harsch voran, bis ein großes Unglück geschieht. Gleichzeitig entdeckt die junge Magd Ännlin die Liebe. Doch kaum, dass ihre zarte Beziehung begonnen hat, verschwindet ihr Geliebter spurlos über Nacht.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
23.01.2023
Buch (Taschenbuch)
Hat alles, was ein historischer Roman braucht
Wie der Titel schon andeutet, spielt dieser Roman in einer Zeit, in der sich das Heilige Römische Reich durch den Tod des Königs in einer Art Schwebezustand befindet. Die Zukunft des Reiches und auch seiner Bewohner liegt im dichten Nebel.
Der österreichische Herzog Premysl Ottokar setzt alles daran, als Nachfolger in Betracht gezogen zu werden und spannt das ganze Land mit ein, um sein Ziel zu erreichen. Intrigen werden gesponnen, Eheversprechen werden abgegeben und der ein oder andere muss sogar mit dem Leben bezahlen.
Doch nicht nur die politische Umbruchphase, sondern vor allem die persönlichen Lebenssituationen verschiedenster Menschen sind es, die dieses Buch so lesenswert machen. Die widrigen Lebensumstände von Knechten und Mägden werden genauso beleuchtet wie der sicher komfortablere, aber darum nicht unbedingt weniger sorgenvolle Alltag der höhergestellten bzw. adligen Bevölkerung.
Im Mittelpunkt steht hier der sehr fortschrittlich denkende Knecht Claus, der nach vielen Jahren die Frau wiedersieht, die er nie vergessen konnte: Ännlin, eine junge Magd, die einige Jahre alleine im Wald lebte bevor sie in den Dienst der Edeldame Euphemia trat.
Euphemia wiederum, klug und wissbegierig, ist ziemlich unglücklich verheiratet mit Dietmar von Losenstein. Doch statt sich ihrem Schicksal zu ergeben, verfolgt sie mutig und geschickt ihre Interessen.
„Die Welt im Nebel“ ist der zweite Teil der „Österreich-Saga“ von Ana Pawlik ,und obwohl ich den ersten Band nicht kannte, fiel es mir leicht, in die Geschichte einzusteigen und mich mit den Begebenheiten des 13. Jahrhunderts im Herzogtum Österreich vertraut zu machen.
Die Charaktere sind durchwegs wunderbar herausgearbeitet, sodass sie sehr greifbar und lebendig sind.
Historische Fakten werden geschickt in die Handlung eingebaut, genauso wie ich es mir für einen guten historischen Roman wünsche - Wissen erweitern, ohne es zu merken.
Fazit:
Ein wirklich toller historischer Roman, atmosphärisch, informativ und durch interessante Charaktere sehr lebendig.
Bewertung
5/5
22.12.2022
Buch (Taschenbuch)
Absolute Leseempfehlung! Extrem spannend, bildgewaltig, überzeugende Charaktere und sehr gut recherchiert
Schon der erste Band der Österreich Saga „In den Klauen der Macht“ hat mir sehr gut gefallen. Ebenso wunderbar ist Ana Pawlik auch „Die Welt im Nebel“ gelungen. Überzeugende Charaktere bewegen sich vor einer bildgewaltigen Szenerie des österreichischen Mittelalters. Wunderbar in die spannende Handlung eingearbeitet sind die historischen Hintergrundinfos. Ich konnte viele Details über die Wahl des ersten Habsburgers auf den deutschen Thron erfahren und über die letzten Jahre des böhmischen Königs Premysl Ottokar. Aber auch das Alltagsleben der einfachen Menschen, war extrem gut und echt beschrieben. An vielen Stellen war das Buch so mitreißend, dass ich es kaum noch aus der Hand legen konnte. Oft habe ich mich beim Lesen wie im 3D-Kino gefühlt, so sehr drin war ich in der Handlung. Besonders gut fand ich auch die starken Frauenpersönlichkeiten im Roman. Absolute Leseempfehlung!!!
Bewertung
aus Kindberg
5/5
20.12.2022
Buch (Taschenbuch)
Spannendes Zeitpanorama
Die Geschichte spielt ab 1271 bis Ende 1273 in Österreich.
Nach dem Tod Richard von Cornwells als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches herrscht ein Machtvakuum. Zu der Zeit regiert Premysl Ottokar als König von Böhmen und Herzog von Österreich, Steiermark und Kärnten. Auch ihn gelüstet es nach der Kaiserwürde. Im Adel regt sich jedoch auch Widerstand. Klaus arbeitet als Knecht auf Rudwins Hof, Ännlin als Zofe Euphemias.
Bereits das Cover besticht durch phantastische Gestaltung, die dem Titel entspricht und neugierig macht. Auf der Umschlaginnenseite erleichtern Landkarten die Region kennenzulernen. Hilfreich ist auch das Personenregister.
Danach geht es rasant los.der Prolog führt un den Hintergrund ein,es folgen Kapitel, die jeweils eine Person in den Mittelpunkt stellen. Die Sprache ist flüssig, die Spannung steigt stetig. Man ist ohne den ersten Teil gelesen zu haben,sofort im Geschehen. Am besten gefällt mir, daß das Leben der unterschiedlichen Stände realistisch betrachtet wird und man von Anbaumethoden über Einzelschicksale bis zur politischen Gesamtsituation ein genaues Bild bekommt und das lebendig und packend.
Empfehlenswert für jeden, der viele Facetten des wahren Mittelalters kennen lernen möchte und dabei packend unterhalten werden will
Büchertanz.de
aus Freiburg
5/5
06.12.2022
Buch (Taschenbuch)
Ein absolutes MUSS für alle Mittelalter-Fans und Liebhaber Historischer Romane
Das Buch „Die Welt im Nebel“ von Ana Pawlik ist der zweite Teil einer Reihe, welche im 13. Jahrhundert zur Zeit des ‚Heiligen Römischen Reiches‘ spielt und eine teils fiktive Geschichte vor historischen Hintergrund erzählt.
1274 im Herzogtum Österreich: Als der König und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Friedrich II. ohne direkten Nachfolger verstirbt, setzt der österreichische Herzog Přemysl II. Ottokar alles daran, dieses Amt zu beerben.
Um sein ehrgeiziges Ziel zu erreichen ist dem Herzog jedes Mittel recht, Gegner und Verräter werden gnadenlos verfolgt und vernichtet. In den Adelskreisen wächst jedoch zunehmend der Unmut über den machtbesessenen Herzog und es werden Pläne geschmiedet, wie dessen Thronbesteigung verhindert werden kann. Pläne, die allen Beteiligten das Leben kosten können.
Graf Irenfried von Styra steht hingegen an der Seite Ottokars und erhofft sich selbst einen gesellschaftlichen Aufstieg, sollte dieser König werden. Irenfried treibt seine Untergebenen unerbittlich an, Holz für die Rüstungsschmiede zu beschaffen – auch die Bewohner des kleinen Dorfes Raming müssen liefern und vor allem spuren. Unter den Bewohnern des Dorfes ist der Knecht Claus, welcher noch immer auf einem Meierhof lebt und arbeitet. Dort ist er ständig den Launen des bösartigen Bauern und Meier Rudwin ausgesetzt. In Claus wächst der Wunsch in Freiheit zu leben. Als sich sein Weg wieder mit dem der Zofe Ännlin kreuzt, entdecken die Beiden ihre Liebe zueinander. Doch sie müssen sich entscheiden: Ein sicheres, aber unfreies und voneinander getrenntes Leben – oder ein unsicheres, dafür gemeinsames Leben in Freiheit?
Vorne im Buch befindet sich ein farbig gestaltete Karte von Mitteleuropa zur Zeit der Handlung. Das Heilige Römische Reich bildet auf dieser Karte das Zentrum, oben und links sind Teile des Königreiche Dänemark, Frankreich und England zu sehen, links schließen sich die Königreiche Polen und Ungarn an. Einige Städte und Ortschaften, welche auch im Buch eine Rolle spielen, sind dort eingezeichnet.
Hinten im Buch befindet sich eine, ebenfalls farbig gestaltete Karte – diese zeigt einen Ausschnitt des Herzogtums Österreichs mit dem angrenzenden Königreich Ungarn. Auch hier sind wieder wichtige Handlungsorte verzeichnet und bieten so einen guten Überblick über diese.
Zu Beginn des Buches befindet sich eine ausführliche Zusammenstellung über die Personen – hier zeigt sich, dass einige historische Persönlichkeiten den Weg in den Roman gefunden haben – aber auch einige fiktive.
Den Abschluss des Buches bildet ein ausführliches Nachwort der Autorin, in welchem sie noch einmal auf historische Begebenheiten/ Figuren und Fiktion eingeht und sie macht zudem noch sehr neugierig auf den dritten Teil der Reihe.
Abgerundet wird das Buch mit einer Leseprobe zum ersten Teil.
Viele der Figuren sind bereits aus dem ersten Band bekannt, es kamen aber auch einige neue Figuren hinzu. Wie im ersten Band hat die Autorin ihre vielen, größtenteils fiktiven, Figuren sehr authentisch beschrieben und nicht überzeichnet. Es gibt ganz klar die guten und die weniger freundlichen Charaktere, doch sie alle haben ihre Beweggründe und konnten mich mit ihrer Tiefe sehr überzeugen. Aber auch die historischen Figuren hat Ana Pawlik sehr lebensecht und teilweise ambivalent beschrieben und zeichnet gemeinsam mit den fiktiven Figuren ein gutes Bild der Gesellschaft des ausgehenden Hochmittelalters/ des beginnenden Spätmittelalters.
Meine Lieblingsfigur ist nach wie vor Ännlin. Sie ist fernab der Zivilisation im Wald aufgewachsen und hat sich erst nach dem Tod ihrer Mutter dauerhaft unter andere Menschen begeben. Dort hat sie nun als Zofe der Euphemia von Eberstorf ihr Auskommen und einen sicheren Platz im Leben gefunden – allerdings hat sie dafür ihre Freiheit aufgegeben. Ännlin verliert nie ihren Lebensmut, sie erkennt Unrecht und handelt schnell. Ihre authentische Entwicklung hat mir sehr gefallen und ich bin jetzt schon sehr gespannt, wie es mit ihr und ihrer spannenden Geschichte weitergehen wird.
Neben Ännlin steht der Knecht Claus im Zentrum der Geschichte. Als unfreier Knecht ist er den Launen des Bauers schutzlos ausgeliefert, immer wieder träumt der von der Freiheit und plant seine Flucht. Er sagt vielen Menschen offen und ehrlich seine Meinung, was ihn oft in Schwierigkeiten bringt. Mit Ännlin, Claus und den Bauern der Ortschaft Raming lernen wir die unterste Gesellschaftsschicht des Mittelalters kennen: Die Abhängigen (Unfreien).
Euphemia, ihr Gatte Dietmar von Losenstein und dessen besten Freund Arnulf bilden die Gesellschaftsschicht des niederen Adels (Untervasallen). Auch diese Figuren konnten mich mit ihrer Lebendigkeit sehr begeistern – allen voran aber Euphemias wechselvolle Geschichte zog mich sehr in ihren Bann. Dietmar ist auch wieder etwas schwer zu fassen und verblasst gegenüber Arnulfs spannender Geschichte etwas.
Der zwielichtige Graf Irenfried von Styra ist ein Teil der Gesellschaftsschicht der Kronvasallen. Er strebt nach größerer Macht, wofür ihm jedes Mittel recht ist – auch wenn es Menschenleben fordert. Hier sind sich Graf Irenfried und Herzog Přemysl II. Ottokar sehr ähnlich – beide streben nach immer größerer Macht – egal wie.
Neben diesen genannten Figuren spielen noch viele weitere Figuren in „Die Welt im Nebel“ mit, auf die ich nicht einzeln eingehen kann, da es sonst den Rahmen dieser Rezension sprengen würde. Wie bereits geschrieben, bilden sie alle zusammen ein sehr authentisches Bild der damaligen Gesellschaft und Ana Pawlik ist es außerordentlich gut gelungen, diese mit der packenden und stimmigen Handlung ihres Buches und auch untereinander mit ihren einzelnen Geschichten zu verbinden.
Die Handlung des Buches wird chronologisch und mit hohen Tempo erzählt. Teilweise wurde es so spannend, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte und die Seiten flogen nur so dahin. Im Nu waren die 600 Seiten gelesen, auf denen nie Langeweile aufkam. Mit ihrem bildhaften, lebendigen und packenden Sprachstil hat Ana Pawlik eine so spannende Geschichte geschrieben, in welche ich völlig abtauchen konnte.
Den geschichtlichen Hintergrund bildet das Heilige Römische Reich im Jahr 1274 nach dem Tod des Königs/ Kaisers Friedrich II., dessen Nachfolge völlig ungeklärt war. Die Bevölkerung war tief verunsichert, wie es nun weitergehen sollte.
Es ist sehr spannend, wie aus einem kleinen Rahmen (Herzogtum Österreich) plötzlich der Schwenk zur Weltgeschichte (Heiliges Römisches Reich, Nachfolge des Königs) vonstatten ging.Wie auch im ersten Teil spielt das Lehenswesen wieder eine wichtige und zentrale Rolle: Im 13. Jahrhundert war das Lehnswesen die in Europa herausgebildete Herrschafts- und Besitzordnung. Sie beruhte auf dem umfassenden erblichen Nutzungsrecht, das ein Lehnsherr seinen Vasallen oder Lehnsmännern an einer ihm gehörenden Sache, dem Lehen, überließ, sowie auf einem wechselseitigen Treuegelöbnis. Ana Pawlik hat diese Herrschafts- und Besitzordnung in ihrer bisher zweiteiligen Reihe hervorragend herausgearbeitet und bringt dem Leser/ der Leserin so längst vergangene Zeiten auf unterhaltsame und spannende Art näher.
Vor diesen sehr gut recherchierten geschichtlichen Hintergründen erzählt Ana Pawlik ihre intensive Geschichte, welche sie immer wieder fiktiv ausgeschmückt hat und beschreibt einzelne Örtlichkeiten und Begebenheiten so detailliert und farbenprächtig, dass ich das Gefühl hatte, dass sich wahrlich alles so abgespielt haben könnte.
Ganz herzlichen Dank an Ana Pawlik für diesen wunderbaren und lehrreichen Roman und die unterhaltsamen Lesestunden. Ich freue mich schon so sehr auf den dritten Teil der Reihe.
Fazit: Was für ein imposanter und intensiver Roman, welcher mich von der ersten bis zur letzten Seite gepackt hielt und mit Sicherheit noch einige Zeit nachklingen wird. Ein absolutes MUSS für alle Mittelalter-Fans und Liebhaber historischer Romane.
Bewertung
5/5
10.12.2025
eBook (ePUB)
Neue Abenteuer mit vielen Wendungen
Spannende neue Abenteuer führen den Blick nun stärker in die Welt des Adels, ohne dass der einfache Stand aus dem Fokus gerät. Die klug platzierten, listigen Wendungen halten die Handlung lebendig und überraschend. Besonders gefallen hat mir, wie die Autorin bekannte Figuren weiterentwickelt und neue Herausforderungen einführt, die sowohl persönliche als auch politische Konflikte zeigen. Der regionale Bezug und die sorgfältige historische Recherche verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe. Ich freue mich schon riesig auf den dritten Band und bin gespannt, wie sich die Machtspiele und das Schicksal der Figuren weiter entfalten werden.
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