Mark Twain am Neckar – eine literarische Biografie über die Deutschlandreise, die Weltliteratur schuf. Im Frühjahr 1878 flieht Samuel Clemens vor einer tiefen Krise nach Europa. Im Gepäck: ein unvollendetes Manuskript, das später als Huckleberry Finn Geschichte schreiben wird.Thomas Fuchs erzählt humorvoll und kenntnisreich, wie sich der große amerikanische Humorist in Heidelberg verliebt – in die Schlossruine, den sich durch das Tal windenden Neckar und das wilde Treiben der Studentenverbindungen. Er begleitet Twain durch den Schwarzwald, in Wagners Opernwelt und in den legendären Kampf mit der deutschen Sprache, den dieser später in seinem berühmten Essay verewigte.Diese unterhaltsame Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts zeigt, wie Reiseliteratur und Biografie ineinandergreifen – und wie ein beschauliches Flusstal am Neckar zum Geburtsort eines Mississippi-Meisterwerks wurde.Ideal für Literaturliebhaber, die Mark Twain neu kennenlernen und Deutschlands verborgene Rolle in der Literaturgeschichte erleben möchten.
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Juti
aus HD
2/5
28.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Abklatsch einer Biografie…
Abklatsch einer Biografie Dieses Buch bietet nicht, was der Titel verspricht, sondern bringt nur wenig Neues für den Neckar, wenn das Buch „Ein Amerikaner in Heidelberg“ schon gelesen wurde. Auf Seite 13 lesen wir, dass Mark Twain Schriftsetzer, deswegen viel las. Auf Ähnlichkeiten mit Nikodemus Dodge in Kapitel XXIII im Bummel durch Europa wird aber nicht hingewiesen. Schon bekannt ist, dass Twain bevor er nach Europa kam, in Amerika Probleme hatte. Das Ziel Deutschland wählte er, weil er Katholiken nicht traute, Franzosen nicht mochte und Skandinavien und Benelux nicht kannte.(35) Die Anekdote von Bayards Bedienstesten auf dem Atlantik kann gefallen, die Art der Schilderung von Heidelberg ist dagegen sehr schwach und gibt die heutige Situation gar nicht wieder. Die Fotos im Buch sind noch unpassender als Twains Zeichnungen im Original. Kurios ist, wie der Autor das deutsche Gewitter schildert: Erst folgt der Blitz, dann der Donner. (64) Ist das nicht immer so? Was der Autor gut kann sind kleine Bonmots: „Die Musik von Wagner ist besser, als sie klingt.“ (64) könnte von Twain sein, ist es aber nicht. Von ihm stammt: „Musik ohne Worte macht traurig, aber Musik ohne Musik kann noch schlimmer sein.“ (65) Von Fuchs selbst stammt wahrscheinlich: „ Durch [Wien] zu laufen und keine Musik zu hören, das hatte bislang nur Beethoven geschafft.“ (67) Weitere Beispiele: „Seitdem ich wusste, wie man Vorträge hält, musste ich nie wieder arbeiten.“ (84) „Als ich 17 war, war mein Vater so dumm, dass ich mich mit ihm nirgendwo blicken lassen konnte. Aber als ich 24 wurde, bemerkte ich mit Erstaunen, wie viel der alte Mann in den letzten Jahren dazugelernt hatte.“ (103) „Die Meldung von meinem Tod war übertrieben.“ (122) Auf Seite 78 schreibt Fuchs: „Als Mark Twain in Heidelberg weilte, wurde er mittelbarer Zeuge von zwei Attentatsversuchen auf Wilhelm I.“ Das hätte gerne noch entfaltet. Fuchs erkennt, dass Reisen witziger werden, wenn man dauernd das Verkehrsmittel wechselt. Als Vorbild diente Laurence Sterne „Empfindsame Reise durch Frankreich und Italien.“ Italien wird gar nicht erreicht. (113) Für die Schwarzwaldreise diente Berthold Auerbach „Schwarzwälder Dorfgeschichten“ als Anregung. Der Autor hat seine Twain-Biografie, die ich sicher nicht lesen werden, zum Anlass eines neuen Buches genommen. Aber nicht einmal zur Wiederentdeckung des Brunnenstollen zum Neckar sagt er ein Wort. 2 Sterne für ein nicht eingelöstes Thema
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