Jerusalem, 1947: Der jungen amerikanischen Journalistin Ellie Warne werden antike Schriftrollen zum Kauf angeboten, die angeblich jahrtausendealt sind. Aber wie soll sie die Echtheit der Dokumente feststellen? Schließlich ist sie nicht als Archäologin vor Ort, sondern als Fotografin. Als solche will sie die Welt für das Schicksal der jüdischen Bevölkerung in Jerusalem sensibel machen. Als sie mit ihrer Kamera etwas fotografiert, das nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist, kann sie nicht ahnen, in welcher Gefahr sie schwebt. Und mit ihr die Schriftrollen.
Band 1 der Zion Chroniken, einer großangelegten Serie, die vor dem Hintergrund der Staatsgründung Israels im Mai 1948 spielt. Packend schildert die Bestsellerautorin Bodie Thoene das Schicksal mutiger Menschen, die alles dafür riskieren, dass die Juden nach dem Holocaust ein neues Zuhause finden.
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Shalom Israel
Hopeandlive am 31.08.2024
Bewertungsnummer: 2280562
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Wir befinden uns in Jerusalem im April 1948. Das Land Israel steht kurz vor seiner Staatsgründung und viele Länder haben daran ganz unterschiedliche Interessen. Sie wollen Palästina nach dem Abzug der Briten unter sich aufteilen, wobei alle diese länderspezifischen Protagonisten rein egoistische Ziele für sich haben, etwas, das sich bis heute durchzieht. Niemand will bis heute den Juden ihr Land zugestehen, deren Wurzel in früher biblischer Zeit gegründet ist.
Die damaligen Staatsführer David Ben-Gurion und Golda Meir bemühen sich unter äußerstem Einsatz und fast bis zum Ende ihrer Kräfte um eine diplomatische Lösung. Bei der arabischen Liga möchte jeder für sich das fetteste Stück vom Kuchen Israels abhaben, die fanatischen Palästinenser sind für sie eher ein lästiger Blinddarm, den man eine Weile mitschleift um ihn dann zu entfernen. Deren Leiter Haj Amin versucht geschickt zu lavieren um nicht in Ungnade zu fallen. Die Präsidenten Amerikas und Russlands haben ihren ganz eigenen Konflikt und für sie ist Israel nichts weiter als ein Spielball eigener Machtinteressen und die Rolle Großbritanniens wirkt blass und beschämend. Für die UNO ist der Standort Jerusalem auch aus ganz eigenen Gründen wichtig, es interessiert sie nicht, dass auf beiden Seiten Menschen weiter sinnlos sterben. Der große Krieg hat nichts positives an den Herzen der Menschen verändert, was jeder heute wieder sehr eindrücklich beobachten kann.
Doch kommen wir zu unseren vertrauten Protagonisten der Geschichte. David und Ellie sind noch immer auf geheimer Mission in Europa unterwegs und haben ihre Aufgabe erfüllt, jedoch ziehen sie auf ihrer Flucht eine breite Spur, die außer zwielichtigen Reportern auch noch andere Menschen auf den Plan bringt und der Mossad überlegt, wie er den Schaden so gering wie möglich halten kann. Nicht gerade ungefährlich für David und Ellie. Wer ist Freund und wer Feind, werden sie dieses sich anbahnende Inferno überleben?
Rachel und Moshe haben in der eingeschlossenen Altstadt ganz andere Probleme. Sie halten fest an Jeshua, der Einzige, der Israel und der Welt wirklich Frieden bringen kann und stehen vor fast unüberwindlichen Hindernissen. Beide finden eine junge Araberin, die Opfer von jüdischen Extremisten waren, diese Spezies gibt es auf beiden Seiten, und sie stellen fest, dass die größten Hürden in den eigenen Herzen sind. Die Entwicklung Rachels finde ich am eindrücklichsten, denn sie überwindet den alten Hass mit Jesu Liebe und Vergebung und ist ein ganz wunderbares Zeugnis, wie Feindesliebe wirklich lebendig wird und die Herzen berührt. Moshe, der nach wie vor in der Haganah aktiv ist, muss sich einigen inneren Schatten stellen. Derweil nimmt die Geschichte ihren Lauf....
Bodie Thoene ist mal wieder ganz hervorragend gelungen, historisch weltpolitisches Geschehen spannend und gut recherchiert darzustellen und dabei die Entwicklung der Protagonisten emphatisch, sensibel und authentisch zu schildern. Ich war wieder völlig in der Lektüre verschwunden, die 1948 kurz vor der Staatsgründung Israels endet, einen Ausblick auf 1967 im Epilog gibt und wenn der Leser auf das aktuelle Geschehen in Israel und Palästina schaut, kann er nicht anders als dafür zu beten, dass die Menschen auf beiden Seiten Jeschua erkennen und annehmen. Ein gelungener Abschluss einer nach wie vor aktuellen Reihe, die ich jedem empfehle zu lesen.
Möge Er Sein Volk beschützen
Bewertung am 17.03.2023
Bewertungsnummer: 1902281
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Am 14. Mai feiert der Staat Israel seinen fünfundsiebzigsten Geburtstag. Leon Uris schon, der jüdische Autor aus den USA, hat dem Gelobten Land schon ein immortales Denkmal in Form des Buches "Exodus" errichtet, mit dem jüdischen Schauspieler Paul Newman als Ari Ben Kanaan in der Hauptrolle, als das Werk verfilmt worden war.
Das Buch hier ist der Auftakt einer Pentalogie, die sich ebenfalls der Gründung des Staates Israel widmet. Hier ist die Handlung zunächst im Jahre 1947 angesiedelt.
Zunächst jedoch gibt es einen Zeitsprung ins Jahr 68 nach Christus. Die Römer machen Jerusalem dem Erdboden gleich. Schon der Beginn der jüdischen Diaspora. Simon Bar Giora schreibt die Rollen, die später als diejenigen von Qumran berühmt werden sollen.
1947. Ellie ist eine Fotografin für LIFE. Der Krieg in Europa und der Welt an sich ist zu Ende. Die Shoa eine unleugbare Tatsache. Viele Juden sind displaced persons. Wollen endlich eine sichere Zuflucht, nicht mehr um ihr Leben bangen müssen.
Die Araber wollen die Juden ins Meer jagen und vernichten, weil mächtige Propaganda verfängt. "Israel" kämpft darum geboren zu werden.
Es wird gemordet, auch von der arabischen Seite aus. Die Haganah, eine Widerstandsgruppe der Juden, schlägt aber zurück. Eskalation droht. Bomben werden gelegt. Gnadenlosigkeit regiert. Hat Elohim kein Einsehen mit seinem auserwählten Volk?
Mosche, in den sich Ellie verliebt, arbeitet für die Haganah, David, ihr ehemaliger Freund auch, ebenso Onkel Howard und Golda Meir.
Die Briten gehen ziemlich brutal gegen die Juden vor. (Siehe das Schiff Exodus). Schiffe aufbringen und Flüchtlinge auf Zypern internieren, gehört zum Alltag, damit nicht mehr Juden ins Land kommen als geplant.
So müssen diese meist ohnehin bereits traumatisierten Menschen sehr listenreich vorgehen, um die Briten auszutricksen.
Der Mufti von Jerusalem hasst auch alles, was jüdisch ist und schart ehemalige Nazis um sich. Die sind ebenso für viele Attentate, Morde und Verletzte verantwortlich.
Das Buch ist emotional packend, auch wegen der Verwicklungen, in die die überzeugenden Protagonisten geraten. Sie besitzen Tiefe.
Das Werk ist exzellent recheriert und historisch genau, so weit das möglich ist.
Ich finde nicht, dass das Buch übertrieben grausam ist und man es deswegen nur in kleinen Etappen lesen kann. So war und ist nun einmal die Realität. Leider kein Zuckerschlecken.
Wer den heutigen Nahost-Konflikt verstehen will, kommt gar nicht umhin, sich mit der Historie, auch lange vor 1947/1948 zu beschäftigen. Sonst wird dieser dem/der Betreffenden ewig unverständlich bleiben.
Wer Israel einseitig verurteilt und diesen seltsamen Boykott fordert, betreibt Schwarz-weiß-Malerei. Nur wer dezidiert beide Seiten berücksichtigt, kann ein klareres Bild erhalten. Denn es gibt auch Palästinenser, die die Spirale der Gewalt verurteilen, ebenso Israelis.
Und wer sich heute noch über die Gewalt wundert und diese Wurzeln nicht nachvollziehen kann oder will, hat sich offenbar mit der Zeitgeschichte noch nicht näher befasst. Das heißt nicht, dass ich Gewalt gutheiße, aber hat Israel kein Recht auf Selbstverteidigung, wenn es angegriffen oder gar vernichtet werden soll? (Man denke nur an den Iran).
Jedenfalls leistet die Autorin einen sehr gewichtigen und eminenten Beitrag zur Literatur über Israel bzw. Zion. Wer noch etwas lernen will und die Thematik faszinierend findet, ist hier genau richtig.
Danke!
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