Dale
Der Streit mit Emil hängt Dale noch schwer in den Knochen. Was gibt es da Besseres, als die alte Sardinenhalle aufzusuchen, in der illegale Boxkämpfe stattfinden? Dort kann er Frust ablassen und die Gedanken ausblenden. Normalerweise, denn genau an jenem Abend lernt er Cecil kennen.
Cecil ist witzig, frech und flirtet gerne. Die beiden freunden sich an und Cecil wird einerseits eine Hilfe für Dale, Emils Herz zurückzuerobern, andererseits hindert er ihn auch genau daran. Warum flirtet Cecil ihn überhaupt an und was soll dieser Kuss?
Arne und Ben
Arne kämpft weiterhin mit seinen mentalen Problemen. Seine Vergangenheit wird ihm schmerzlich bewusst und damit auch alles, was er geliebt hat und aufgeben musste. Er möchte Ben Einblicke in seine Gefühlswelt gewähren und ihm auch von einem seiner schlimmsten Tage erzählen.
Ben ist fest entschlossen, sich als bisexuell zu outen und Arne seinen Eltern vorzustellen. Zuhause angekommen, stellt er sich nicht nur seiner Familie, sondern auch den Problemen, die durch Arnes Asexualität aufkommen.
Taschenbuch: ~516 Seiten
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Sensibel geschrieben, tiefgründige Figuren
Bewertung am 21.03.2023
Bewertungsnummer: 1905146
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
»Du brauchst keinen Karrieretraum, um leben zu dürfen. Du darfst einfach nur leben, um das Leben zu genießen. Was glaubst du, machen Schmetterlinge den ganzen Tag? [...] Die chillen auf Blumen, sehen dabei hübsch aus und flattern tanzend durch die Luft. Und das darfst du auch. Wir alle dürfen das.«
*** Triggerwarnung: Referenz auf toxische Beziehungen und häusliche Gewalt ***
Hach, wie sehr habe ich auf den zweiten Band hingefiebert! Und ich wurde nicht enttäuscht. Aber überrascht.
Nachdem Band 1 auf einem Bruch geendet hat, bin ich davon ausgegangen, dass sich Band 2 darauf konzentrieren würde, die Scherben zusammenzufegen und (hoffentlich) wieder zusammenzufügen. Stattdessen legt das Buch seinen Fokus auf die Bruchstücke selbst und darauf, wie weit sie voneinander verstreut liegen: Emil blockt Dale ab, nachdem er einen Platz an einer Eliteuniversität erhalten hat, während Dale versucht, sich bei illegalen Kämpfen abzureagieren - und auf Cecil trifft.
Cecil, ähm ... Ich liebe ihn? Ich glaube, das fasst es ganz gut zusammen. Offen, flirty und sehr empathisch gewinnt er nicht nur das Lesendenherz in Windeseile - Dale erwischt es noch schlimmer. Was für beide schwierig ist, denn: Dale ist nach wie vor vergeben, Cecil sogar verlobt.
Und wenn wir schon dabei sind. Auch Cecils Verlobten kennt man zu diesem Zeitpunkt bereits: Mike, Emils charismatischer Mentor an der Uni, der Drogen verkauft und mit elitärem Gedankengut um sich wirft. Ja, er hat ein paar emotionale ... Auffälligkeiten, nennen wir Psychopathie mal so.
Jede Szene mit ihm ist ein Adrenalinkick, weil er absolut unberechenbar ist. Insbesondere gegenüber Cecil. Die Beziehung der beiden ist mehr als toxisch, und Hiroki Jäger macht das schnell klar: Mike, der König des Gaslightings, geht mit dem Ring am Finger ganz offen fremd, während er eine offene Beziehung propagiert - und wenn Cecil mal davon Wind bekommt, lädt Mike alle Schuld bei ihm ab, weil er ihn nicht genug »auslaste« und seine Stimmung darunter leide (ich kotze ). Es bleibt leider nicht bei verbalem Missbrauch. Zwar ist die BDSM-Komponente ihrer Beziehung von Cecil initiiert worden, doch Mike nutzt sie als Ausrede für häusliche Gewalt, spontane Erniedrigungen und Missachtung sexueller Grenzen.
Kurzum: Ich hasse Mike, aber er ist verdammt realistisch geschrieben, und die traumatische Jugend, die bei ihm angedeutet wird, macht ihn einfach spannend!
Ehrlich gesagt, hatte ich nicht damit gerechnet, dass ein drittes »Pärchen« vorgestellt wird, aber es war eine Wendung, die der Geschichte gut getan hat, und von Cecils und Dales Chemie könnte ich zehn Bände lesen.
Das Beste zum Schluss: Ben und Arne, die Zuckersüßen. Ich liebe die Asexuellendarstellung und wie die beiden versuchen, einen Weg zu finden, damit (und mit Arnes psychischer Labilität) umzugehen. So einfühlsam und liebenswürdig geschrieben!
Mein einziger Abzug gilt Emil, der seinen Traum mit seinem Trauma verwechselt, was ich angesichts seiner Reflektiertheit im ersten Band so nicht erwartet hätte. Sein geringer Selbstwert führt zur Selbsterhebung durch gedankliches Herabwürdigen anderer (insbesondere seiner Zirkusfamilie), was mir beim Lesen wehgetan hat.
Fazit: Wie den ersten Band habe ich »Zirkuslichter 2« verschlungen. Einfach wunderschön leicht und tiefgründig zugleich.
4,5/5
Hochschaubahn der Gefühle
Claudia Stadler aus Bad Ischl am 11.03.2023
Bewertungsnummer: 1897774
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Das Buch "Zirkuslichter 2" wurde von Hiroki Jäger verfasst und erschien 2023.
Das Buch setzt genau dort an, wo Teil 1 geendet hat und man ist sofort mitten drinnen im Geschehen. Man begegnet wieder alt bekannte Charaktere und lernt neue kennen. Es gibt Konflikte zu bewältigen, Liebe zu entdecken, Hass, Zwietracht, Erkenntnis in Bezug auf die Vergangenheit und auch neue in Bezug auf die Zukunft. Man kann mit ihnen erkunden und neu entdecken, denn oft ist nicht alles so, wie man glaubt oder auch nicht immer in Stein gemeißelt.
Die Wortwahl und der Sprachstil sind toll, man schafft es sofort wieder in der Geschichte zu sein, die Protagonisten zu greifen und mit ihnen gemeinsam so manche schwierige, lustige und auch verwirrende Situation zu überstehen. Man kann mit ihnen lachen, entdecken, fühlen, weinen und auch über sich selbst nachdenken. Fragen werden aufgeworfen und man such mit ihnen gemeinsam nach Lösungen oder Wegen, alles wieder gangbar zu machen oder so manche Situation vergessen zu können.
Man sitzt auch schon mal vor dem Buch und möchte die Charaktere schütteln, aufwecken oder einfach in den Arm nehmen und mit ihnen gemeinsam an eine andere Zeit denken. Alles in allem nimmt uns dieses Buch mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle und regt auch an so manches vielleicht zu überdenken, was in der eignen Umgebung passiert.
Jeder, der gerne Gay-Romance mit Tiefgang liest, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen.
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