Einst war Shizuka Satomi ein Star, heute ist sie die gefragteste Geigenlehrerin der Welt. Wer bei ihr studiert, dem ist eine glänzende Karriere gewiss. Niemand ahnt, dass Shizuka einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat: Sieben Musikerseelen muss sie ihm bringen. Sechs davon hat sie bereits der Hölle übergeben. Nur mit der siebten will es nicht klappen, und langsam läuft Shizuka die Zeit davon. Als sie eines Tages das Geigenspiel der jungen Katrina hört, ist Shizuka sich sicher, die letzte Seele gefunden zu haben. Doch dann begegnet Shizuka der geheimnisvollen Lan Tran, die von geradezu außerirdischer Schönheit ist, und mit einem Mal werden all ihre Pläne über den Haufen geworfen. Es ist der Beginn eines mitreißenden Abenteuers voll Magie und Hoffnung. Eines Abenteuers, das zeigt, dass man für die Liebe manchmal ganze Sternensysteme überwinden muss ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Barbaras Bücherbox
aus Niederbayern
5/5
27.03.2024
Buch (Taschenbuch)
Zauberhaft und melancholisch
Der Tag ist gekommen, an dem es Katrina zuhause nicht mehr aushält. Die Scham, die Schläge, die Ablehnung – es ist zu viel. Nur mit einer Notfalltasche und ihrer geliebten Geige bepackt, verlässt sie ihre Heimat und reist nach Los Angeles. Doch auch dort erwartet sie nicht der erhoffte Safe-Place. Als sie in einem Park, aufgelöst und ziemlich am Ende, auf die unglaublich schöne Stargeigerin Shizuka Satomi trifft und diese nett – aus Katrinas Sicht viel zu nett – zu ihr ist, kann Katrina deren Freundlichkeit weder glauben noch annehmen. Und flieht erneut. Doch irgendwann sieht sie keinen Ausweg mehr, und geht auf das Shizukas Angebot ein, bei ihr zu wohnen und ihre Geigen-Schülerin zu werden.
Und nicht nur glaubt Katrina, dass es zu schön ist, um wahr zu sein – das ist es auch. Denn Shizuka hat einen Pakt mit der Hölle geschlossen. Dieser muss sie sieben Seelen liefern, um ihre eigene zu retten. Sechs hat sie bereits der Hölle überantwortet.
Und Katrina soll die siebte werden.
Der Klang einer Geige ist unvergleichlich. Kein Instrument, nicht einmal das Klavier, schafft es, so viele Gefühle zu erzeugen, wie sie. Sie kann liebevoll klingen, aggressiv, schnell, langsam und anhand ihres Klangs eine Geschichte erzählen. Ich selbst bin nicht musikalisch, liebe aber die Musik und bewundere deren Schöpfer sehr. Nichts kann einen stärker berühren als Musik.
Dass Katrina und Shizuka – die eine verletzt, beinah gebrochen, die andere stark, aber nah am Abgrund – mir sofort an Herz wuchsen, war da nicht verwunderlich. Katrinas junges Leben war bisher geprägt von Mobbing, Ablehnung und Außenseitertum. Denn Katrina ist trans und – aus Sicht ihrer Eltern – eine Schande. Bis sie auf Shizuka trifft (und auch dann noch) begegnen ihr die Menschen zu einem großen Teil negativ. Doch Shizuka schafft es, Katrina etwas Selbstbewusstsein zu geben, indem sie ihre Berühmtheit und Stärke für ihre Schülerin einsetzt. Und so befindet man sich als Leser in der Zwickmühle, in der man sich wünscht, dass Katrina die erfolgreiche Geigerin wird, die sie es verdient hat, zu werden, gleichzeitig aber hofft, dass Shizuka nicht zur Hölle fährt – wofür sie aber eine Seele opfern muss. Bis zum Ende hin habe ich mitgefiebert – war unentschlossen, wem ich das Glück wünsche, denn nur eine kann es am Ende bekommen.
Ein unglaublich schönes Buch, das so viele Themen zusammenfasst, ohne dabei jedoch den roten Faden zu verlieren. Selbst der sehr häufige Perspektivwechsel trägt zur Atmosphäre bei – wir lernen viele unterschiedliche Personen kennen, die alle – mal mehr, mal weniger – zu Katrinas und Shizukas Geschichte etwas beitragen – wie kleine Stellschrauben, die die Weichen des Lebens verändern. Zu keinem Zeitpunkt war die Geschichte plakativ, ich konnte mit allen mitfühlen und -leiden – auch als Außenstehende.
Eine absolute Empfehlung, für alle, die tragische und gleichzeitig hoffnungsvolle Geschichten lieben.
P.S.: Checkt auf jeden Fall vor dem Lesen die Trigger-Warnungen, wenn ihr diese benötigt, denn das Buch fasst viele Themen auf, die vielleicht für den ein oder anderen schwer zu lesen sein können. Passt auf euch auf.
Fina vom Buchlabyrinth
5/5
15.01.2024
Buch (Taschenbuch)
Ein emotionales Feuerwerk
Gestaltung:
Das Cover wurde vom Original übernommen und fängt diese Geschichte symbolisch sehr gut ein. Ich mag den Galaxy-Hintergrund, der gleichzeitig das Wasser für den Fisch darstellt. Fische werden in der Geschichte direkt thematisiert, und die Kombination mit dem Weltall ist eine sehr gelungene Metapher für die gesamte Geschichte und die Botschaft dieser. Hier haben sich die Künstler richtig was einfallen lassen und ich bin begeistert.
Darum geht's:
Katrina ist ein trans Mädchen und fasst den Mut, aus ihrer gewaltvollen Familie auszubrechen. Doch wohin? Als sie bei ihrem vermeintlichen Freund Evan ebenfalls schikaniert und hintergangen wird, trifft sie im Park auf die Geigerin Shizuka Satomi, die in ihr ein großes Geigen-Talent erkennt. Doch Shizuka unterrichtet Katrina nicht aus gutem Willen - sie hat einen Pakt mit einem Dämon geschlossen und soll eine siebte Seele opfern, um sich selbst zu befreien. Nach und nach wächst Katrina ihr ans Herz und sie muss sich entscheiden...
Idee/ Umsetzung:
Ich habe erst gezögert, diese Geschichte lesen zu wollen. Das Geigen-Thema schien sehr dominant, und damit habe ich selbst gar keine Berührungspunkte. Doch mich reizte die Kombination mit dem Thema der Außerirdischen; die Geschichte klang nach etwas ganz besonderem.
Nach dem Lesen kann ich sagen, dass das Thema des Geigenunterrichts und der -Karriere tatsächlich dominant ist, aber auf eine sehr interessante Art und Weise, dir mir als Laie dieses Instrument sehr nahe brachte und auch als Metapher fungiert.
Aufbau:
Insgesamt haben wir vier Erzählperspektiven, die immer wieder wechseln und verschiedene Schwerpunkte behandeln. Da haben wir zum einen trans Mädchen Katrina, die sich innerhalb ihres kühlen Elternhauses und aufgrund von Diskriminierung in Geigenmusik flüchtete und nach einem neuen Zuhause sucht.
Shizuka, eine gefeierte Geigerin, die sich auf den Pakt mit einem Dämon einließ und bereits sechs junge Seelen der Hölle übergab, um sich aus dem Pakt zu befreien.
Lan Tran, eine außerirdische Kommandantin, die sich mit ihrer Familie auf der Erde niederließ und eine Donutbäckerei übernahm.
Etwas später kommt noch Lucy Matia hinzu, die in ihrem Geschäft in die Fußstapfen ihrer männlichen Ahnenlinie tritt und das Geigengeschäft weiterführt.
So unterschiedlich wie die Personen hier schon auf den ersten Blick scheinen, so vielfältig sind auch die Themen dieses Buches. Der rote Faden ist das Geigenspielen, das hier aus verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet wird: als Realitätsflucht, als emotionales Ventil, als Bündnis zwischen verschiedenen Menschen (und Dämonen), als Familienbürde und Leidenschaft.
Zu diesem konventionellen Thema kommen Handlungselemente hinzu, die die Dynamik der Geschichte komplett aufbrechen. Durch Lan Tran als Außerirdische (mit einem Sternentor in einem Riesendonut!) und den dämonischen Pakt Shizukas haben wir es mit einer Art magischem Realismus zu tun, da die Erzählelemente einfach da sind und nicht hinterfragt werden. Diesen handwerklichen Kniff fand ich sehr beeindruckend, er hat die Geschichte zu etwas ganz besonderem gemacht.
Im Grund ist "Das Licht ungewöhnlicher Sterne" eine Liebesgeschichte, aber in der Tiefe ist es so viel mehr. Wir bekommen in emotionaler Weise geschildert, wie Katrina sich als trans Mädchen fühlt und in welchen Lebensbereichen dies alles ein Hindernis ist, wie Shizuka sich von allen Menschen distanziert hat und plötzlich Zuneigung verspürt, wie Lucy Gefallen an ihrem Familienerbe findet und Lan versucht aus der Haut der Kommandantin auszubrechen. Die Geschichte nimmt sich dieser Themen leise und ruhig an, wodurch sie aber erst ihre emotionale Gewalt entfacht. Ich wurde gerade durch die leisen Zwischentöne der Geschichte berührt und zum Nachdenken angeregt. Und obwohl die Handlung eher ruhig erzählt ist, habe ich mich nicht eine Sekunde gelangweilt.
Charaktere:
Die Figuren reiße ich hier nur an, man muss sie einfach selbst erleben. Ich konnte mit allen sehr mitfühlen, obwohl ich teilweise wenig Idenitifikatonspotenzial hatte. Die Geschichte erlaubt uns, für kurze Momente in unterschiedliche Perspektiven hineinzufallen und all den Schmerz, die Ängste und Zweifel zu spüren. Am meisten konnte ich mich mit Shizuka identifizieren, die nicht nur Lan in ihr Leben lässt, sondern auch zerrissen wird von der Zuneigung zu Katrina und ihrer Abmachung mit dem Dämon der Hölle. Zu diesen emotionalen Höhepunkten der Geschichte passt die Musik der Geige natürlich sehr gut, ich konnte die Musik in vielen Passagen der Handlung förmlich hören.
Auch die Nebenfiguren möchte ich nicht unterschlagen, hier habe ich auch einige Favoriten, wie die Haushälterin Astrid oder Lans Tochter Shirley, sie alle würden eine eigene Geschichte verdienen.
Zu der Liebesgeschichte zwischen Shizuka und Lan möchte ich gar nicht so viel sagen, außer, dass sie eher am Rande miterzählt wird und sehr unaufdringlich daherkommt. Sie ist nicht der Fokus der Geschichte, aber ein Handlungsstrang, den ich sehr genossen habe. Aber die Geschichte ist dennoch eine Liebesgeschichte, eine Liebeserklärung an das Leben.
Ende:
Das Ende hat mich tatsächlich überraschen können und nochmal sehr berührt. Die Autorin hätte für mich keinen perfekteren Ausgang für die Figuren finden können. Die Geschichte hallt nach und ich habe nicht nur einmal drüber nachgedacht, Geige spielen lernen zu wollen.
Fazit:
"Das Licht ungewöhnlicher Sterne" ist eine emotionale Reise in allen Facetten. Das Geige spielen ist ein dabei das zentrale Erzählelement, aber für Laien gut nachvollziehbar und eine wunderbare Metapher für das Leben. Ich habe jeden Handlungsstrang gerne verfolgt, mit den Figuren mitgelitten und wurde am Ende dennoch zufrieden zurückgelassen. Lasst Euch auf diese besondere Geschichte ein und lernt diese zauberhaften Figuren kennen, es lohnt sich!
Bewertung
4/5
26.01.2024
Buch (Taschenbuch)
Einzigartiges Buch
Das Cover hatte mich tatsächlich direkt neugierig gemacht, auch wenn es eigentlich eher ruhig gehalten ist. Ich mag es aber wirklich sehr gerne.
Der Schreibstil von Ryka Aoki ist ziemlich interessant. Es gibt unglaublich viele kleine Details, durch die die Geschichte lebendig wirkt. Dann muss ich aber leider sagen, hatte ich wirklich sehr lange Probleme, um in die Geschichte rein zu kommen. Ich war am Anfang irgendwie total verwirrt und wusste oft nicht, um wen es gerade geht, weil ich die ganzen Protas noch nicht kannte. Das hat ich dann aber nach und nach etwas gelegt. Der Schreibstil ist durchaus flüssig und trotzdem bin ich neugierig, wie manche Dinge im Original geschrieben sind. Vielleicht lese ich ja noch mal rein.
Die Charaktere sind wirklich toll beschrieben. Man lernt sie nach und nach etwas besser kennen. Man erfährt mehr über ihre Wünsche, Ängste und auch so einige Geheimnisse. Der Wunsch nach Freiheit, Liebe, Akzeptanz und noch so einigen anderen Dingen war deutlich spürbar. Die Beziehungen zwischen den verschiedenen Charakteren waren wirklich toll beschrieben. Ich fand ja die Genremischung ziemlich spannend.
Insgesamt also ein wirklich interessantes und tolles Buch. Ich persönlich hätte, wie oben schon erwähnt, nur einige Zeit Probleme, so richtig durchzublicken. Wer Musik mag, dem wird das Buch bestimmt auch super gefallen, denn natürlich spielt diese eine unglaublich wichtige Rolle. Es werden so einige wichtige Themen angesprochen und besprochen und trotzdem bleibt ein cozy Gefühl zurück.
Anita
aus Bonn
3/5
04.02.2024
Buch (Taschenbuch)
Geschichte schön, Übersetzung nicht
Worum geht es?
Eine junge Frau, Katrina, flüchtet sich in ihr Geigenspiel nachdem sie von daheim geflohen ist. Sie ahnt nicht, dass sie damit die Aufmerksamkeit von der meisterhaften Lehrerin Shizuka auf sich lenkt, die nicht ohne Grund „Herrin der Hölle“ genannt wird.
Worum geht es wirklich?
Musik, Akzeptanz und Chosen Family.
Lesenswert?
Leider nur teilweise. Die Geschichte ist wirklich schön und interessant, die Übersetzung manchmal leider richtig schlecht und voller diskriminierender Begriffe.
Beginnend mit der Geschichte: Der SciFi-Anteil ist relativ gering, Musik hingegen spielt eine sehr große Rolle. Selbst wenn man von Geigen keine Ahnung hat, macht dieses Buch super neugierig auf all die Namen von großen Geigenbauern und Künstler*innen.
Die Figuren haben mir sehr gut gefallen, ich fand sie sympathisch und nahbar. Sie hatten Ecken und Kanten und waren trotz allem überwiegend wohlwollende Personen. Gerade Nebenfiguren wie die Haushälterin Astrid haben mich jedes Mal total erfreut. Was für eine wunderbare Figur!
Auch der hohe Anteil an Protagonistinnen verschiedenen Alters war positiv und überraschend.
Neben dem Geigenspiel bekommt auch der Geigenbau und die Reparatur einen großen Part in der Geschichte, was ebenfalls interessant und bereichernd war - wobei ich nicht weiß, was alles wahr und was nur ausgedacht ist.
Ich finde es wunderbar, dass Katrina, die trans ist, mit all ihren Ängsten dargestellt wird und nicht von allen Leuten auf ihre Identität reduziert wird.
Kleiner Warnhinweis: Hass, Gewalt und Hasskommentare online gegenüber Katrina werden in einigen Szenen beschrieben.
Hier möchte ich auch zu dem negativen Aspekt der Übersetzung kommen: An sich ist die Übersetzung so schön zu lesen, das Buch ist super lesbar und man wird direkt von der Handlung eingesogen. Während im Original Katrina als trans oder transgender beschrieben wird, verwendet der Übersetzer in der deutschen Ausgabe auch transsexuell. Hier hätte ich mir entweder mehr Wissen gewünscht oder ein anschließendes Sensitivity Reading von einer Person, die sich in dem Themenbereich auskennt.
Verärgert und frustriert hat mich dann folgende Stelle. Shizuka denkt über ihre Schülerin im Original „That she was a runaway, queer, transgender, survivor - was irrelevant.“, in der Übersetzung hingegen wird diese neutrale Aussage diskriminierend zu „Dass Katrina eine Ausreißerin und eine Transgender-T**te war, änderte nicht das Geringste.“.
Es stört mich maßlos, dass dadurch Shizuka ganz anders wirkt, nämlich nicht neutral und wohlwollend, und in einem Buch, das doch damit beworben wird, dass es eine schöne trans Repräsentation hat, DURCH DIE ÜBERSETZUNG Diskriminierung eingebaut wird! Das, was der Übersetzer dort verwendet, sind keine neutralen Bezeichnungen!
Mir zerreißt es das Herz, wenn ich daran denke, dass es vielleicht junge trans Menschen gibt, die dieses angepriesene Buch in der Übersetzung lesen und dann mit solchen Begriffen konfrontiert werden. Ich würde hier definitiv zur Originalausgabe raten und würde die Übersetzung nicht empfehlen.
Brombeere
3/5
04.02.2024
Buch (Taschenbuch)
Geschichte schön, Übersetzung…
Geschichte schön, Übersetzung nicht Worum geht es? Eine junge Frau, Katrina, flüchtet sich in ihr Geigenspiel nachdem sie von daheim geflohen ist. Sie ahnt nicht, dass sie damit die Aufmerksamkeit von der meisterhaften Lehrerin Shizuka auf sich lenkt, die nicht ohne Grund „Herrin der Hölle“ genannt wird. Worum geht es wirklich? Musik, Akzeptanz und Chosen Family. Lesenswert? Leider nur teilweise. Die Geschichte ist wirklich schön und interessant, die Übersetzung manchmal leider richtig schlecht und voller diskriminierender Begriffe. Beginnend mit der Geschichte: Der SciFi-Anteil ist relativ gering, Musik hingegen spielt eine sehr große Rolle. Selbst wenn man von Geigen keine Ahnung hat, macht dieses Buch super neugierig auf all die Namen von großen Geigenbauern und Künstler*innen. Die Figuren haben mir sehr gut gefallen, ich fand sie sympathisch und nahbar. Sie hatten Ecken und Kanten und waren trotz allem überwiegend wohlwollende Personen. Gerade Nebenfiguren wie die Haushälterin Astrid haben mich jedes Mal total erfreut. Was für eine wunderbare Figur! Auch der hohe Anteil an Protagonistinnen verschiedenen Alters war positiv und überraschend. Neben dem Geigenspiel bekommt auch der Geigenbau und die Reparatur einen großen Part in der Geschichte, was ebenfalls interessant und bereichernd war - wobei ich nicht weiß, was alles wahr und was nur ausgedacht ist. Ich finde es wunderbar, dass Katrina, die trans ist, mit all ihren Ängsten dargestellt wird und nicht von allen Leuten auf ihre Identität reduziert wird. Kleiner Warnhinweis: Hass, Gewalt und Hasskommentare online gegenüber Katrina werden in einigen Szenen beschrieben. Hier möchte ich auch zu dem negativen Aspekt der Übersetzung kommen: An sich ist die Übersetzung so schön zu lesen, das Buch ist super lesbar und man wird direkt von der Handlung eingesogen. Während im Original Katrina als trans oder transgender beschrieben wird, verwendet der Übersetzer in der deutschen Ausgabe auch transsexuell. Hier hätte ich mir entweder mehr Wissen gewünscht oder ein anschließendes Sensitivity Reading von einer Person, die sich in dem Themenbereich auskennt. Verärgert und frustriert hat mich dann folgende Stelle. Shizuka denkt über ihre Schülerin im Original „That she was a runaway, queer, transgender, survivor - was irrelevant.“, in der Übersetzung hingegen wird diese neutrale Aussage diskriminierend zu „Dass Katrina eine Ausreißerin und eine Transgender-T**te war, änderte nicht das Geringste.“. Es stört mich maßlos, dass dadurch Shizuka ganz anders wirkt, nämlich nicht neutral und wohlwollend, und in einem Buch, das doch damit beworben wird, dass es eine schöne trans Repräsentation hat, DURCH DIE ÜBERSETZUNG Diskriminierung eingebaut wird! Das, was der Übersetzer dort verwendet, sind keine neutralen Bezeichnungen! Mir zerreißt es das Herz, wenn ich daran denke, dass es vielleicht junge trans Menschen gibt, die dieses angepriesene Buch in der Übersetzung lesen und dann mit solchen Begriffen konfrontiert werden. Ich würde hier definitiv zur Originalausgabe raten und würde die Übersetzung nicht empfehlen.
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