Produktbild: Der große Wunsch

Der große Wunsch Roman - Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2023

11

25,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

30.08.2023

Verlag

Luchterhand

Seitenzahl

384

Maße (L/B/H)

21,6/14,3/3,6 cm

Gewicht

552 g

Farbe

Schwarz / Grau

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-630-87737-2

Beschreibung

Rezension

»Fatah versteht es, dem scheinbaren Stillstand der Romanhandlung eine unheimliche Dynamik zu unterlegen, bis hin zu einer dramatischen, überraschenden und völlig unvorhersehbaren Schluss-Wendung.« ("Sigrid Löffler / Deutschlandfunk Kultur")
»Ein wirklich grandioser, sehr, sehr gut lesbarer, breiter, epischer, schöner Roman.« ("Jörg Magenau / rbb Kultur")
»Ein großartiger Roman.« ("Wolfgang Schneider / Tagesspiegel")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

30.08.2023

Verlag

Luchterhand

Seitenzahl

384

Maße (L/B/H)

21,6/14,3/3,6 cm

Gewicht

552 g

Farbe

Schwarz / Grau

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-630-87737-2

Herstelleradresse

Luchterhand Literaturvlg.
Neumarkter Str. 28
81673 München
DE

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  • nil_liest

    aus Frankfurt

    5/5

    25.10.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein suchender Vater Murad…

    Ein suchender Vater Murad heißt übersetzt der große Wunsch und das ist es auch was ihn durch den Roman trägt. Denn der Protagonist Murad reist in die unwirtliche Landschaft in das Grenzgebiet Türkei und Syrien. Er ist auf der Suche nach seiner Tochter Naima und möchte sie sehnlichst finden. Diese hat sich in seiner Abwesenheit, denn er ist getrennt lebend von seiner Ex-Frau Dorothee in Berlin, radikalisiert. Die junge 20jährige Tochter ist ihrem Mann in den Glaubenskrieg gefolgt in das Kalifat Syrien. Nun fragt sich Murad wie es dazu kommen konnte. Wir erleben den suchenden Vater, den wartenden Vater, den zur Reflektion seiner selbst gezwungenen Vater und das alles vor diesem massiven öden Bergpanorama, dass dem ganzen eine unerträgliche Bedrohung hinzufügt. Diese Natur ist omnipräsent im Roman und bestimmt die Szenerie. Diese Geschichte handelt von einem Kind, dass eine unglaubliche Richtung einschlug. Aber im gleichen Maße geht es um die Wurzeln des Vaters und wie er dieses kurdische Grenzgebiet erlebt aus dem einst sein Vater kam. Ein Roman der erst gegen Ende inhaltlich Fahrt aufnimmt, aber vorher die großen Themen des Lebens behandelt und das in einer überzeugenden Prosa. Im Kern geht es um Heimat, Wurzeln und wie auch die Fremdheit in der Heimat überbordend sein kann. Was mitschwingt ist auch die Frage der Zugehörigkeit. Dieser Roman steht auf der Longlist des deutschen Buchpreises 2023. Aus meiner Sicht zu Recht, denn Sherko Fatah ist mit seiner Sprache dicht an dem was viele Menschen innerlich erleben. Ein Grübeln und Durchdenken was ist Fremd, was ist ein Zuhause, wo ist die Heimat, wer bin ich. Ich habe es gern gelesen, denn es hat mich bereichert.

  • Barbara T.

    aus Hagen i.Bremischen

    4/5

    07.06.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    In der Fremde „Migration…

    In der Fremde „Migration verändert Menschen, vor allem aber deren Kinder.“ (17) meint Murad, der nach seiner in Nahen Osten verschollenen Tochter Naima sucht. Murad, ein Sohn der kurdischen Einwanderer, hat längst mit seinem Herkunftsland abgeschlossen; als Sozialarbeiter in Berlin hat er seinen Platz in der neuen Heimat gefunden. Völlig unvorbereitet traf ihn deswegen die Nachricht über das Verschwinden von Naima, die mit ihrem westlichen Lebensstil, kurzen Röcken, Make-up und Fingernägel-Design wie jedes andere Mädchen in Berlin wirkte. Aber Naima lernte einen französischen Glaubenskrieger kennen, ist ihm nach Syrien gefolgt, hat sich dem Kalifat angeschlossen. Voller Unverständnis für Naimas Entscheidung und von Selbstvorwürfen geplagt, will Murad seine Tochter in Syrien finden und sie zurück nach Deutschland bringen. Der Roman von Sherko Fatah spricht viele brisanten Themen unserer Zeit an. Eines der Wichtigsten ist die Migration, die seit dem Ausbruch des Krieges in Syrien sehr stark zugenommen hat. Überzeugend schildert der Autor das Leben in der Fremde, spricht über Parallelgesellschaften und die Sehnsucht nach dem Vertrauten, nach der Zugehörigkeit. Oft geschieht dann, dass „eine Hinterhofmoschee voller >Landsleute< aus aller Herrenländer zur Ersatzheimat“ wird. (29) Doch das Hauptthema des Romans ist die Suche nach der Tochter, die ihr westliches Leben aufgegeben hat, um in den barbarischen Krieg in einem fremden, ihr unbekannten Land zu ziehen. Murads Suche entpuppt sich als ständiges Warten; das Warten auf den Boten der Schleuser, das Warten auf irgendwelche Infos über Naima, an eine Nachricht von ihr. Es ist ein Warten voller Hoffnung und Zweifel. Wie schwer Naimas jetziges Dasein ist, erfährt Murad aus den Fragmenten des Audiotagebuches, die ihm die Schleuser in einiger Zeitabständen zusenden. Es sind verstörende Nachrichten, manche sind schwer zu ertragen, auch für mich als Leserin. Die Geschichte wirft viele Fragen auf, doch auf keine von ihnen findet man eine eindeutige, klare Antwort. Die Erzählung, auch wenn sie in einer bildhaften Sprache erfasst ist, zieht sich – genauso wie Murads Warten – in die Länge. Angeregt von der spannenden Kurzbeschreibung des Buches habe ich diesen Roman mit großem Interesse gelesen.

  • nil_liest

    aus RheinMain Gebiet

    4/5

    25.10.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein suchender Vater

    Murad heißt übersetzt der große Wunsch und das ist es auch was ihn durch den Roman trägt. Denn der Protagonist Murad reist in die unwirtliche Landschaft in das Grenzgebiet Türkei und Syrien. Er ist auf der Suche nach seiner Tochter Naima und möchte sie sehnlichst finden. Diese hat sich in seiner Abwesenheit, denn er ist getrennt lebend von seiner Ex-Frau Dorothee in Berlin, radikalisiert. Die junge 20jährige Tochter ist ihrem Mann in den Glaubenskrieg gefolgt in das Kalifat Syrien. Nun fragt sich Murad wie es dazu kommen konnte. Wir erleben den suchenden Vater, den wartenden Vater, den zur Reflektion seiner selbst gezwungenen Vater und das alles vor diesem massiven öden Bergpanorama, dass dem ganzen eine unerträgliche Bedrohung hinzufügt. Diese Natur ist omnipräsent im Roman und bestimmt die Szenerie. Diese Geschichte handelt von einem Kind, dass eine unglaubliche Richtung einschlug. Aber im gleichen Maße geht es um die Wurzeln des Vaters und wie er dieses kurdische Grenzgebiet erlebt aus dem einst sein Vater kam. Ein Roman der erst gegen Ende inhaltlich Fahrt aufnimmt, aber vorher die großen Themen des Lebens behandelt und das in einer überzeugenden Prosa. Im Kern geht es um Heimat, Wurzeln und wie auch die Fremdheit in der Heimat überbordend sein kann. Was mitschwingt ist auch die Frage der Zugehörigkeit. Dieser Roman steht auf der Longlist des deutschen Buchpreises 2023. Aus meiner Sicht zu Recht, denn Sherko Fatah ist mit seiner Sprache dicht an dem was viele Menschen innerlich erleben. Ein Grübeln und Durchdenken was ist Fremd, was ist ein Zuhause, wo ist die Heimat, wer bin ich. Ich habe es gern gelesen, denn es hat mich bereichert.

  • Katrin

    aus Kiel

    4/5

    12.10.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Vom Leben im Dazwischen

    Murad sucht seine Tochter, und dafür ist er bis ins syrisch-türkische Grenzland gereist, denn Naima hat überraschend einen religiösen Fanatiker geheiratet und ist mit ihm nach Syrien aufgebrochen, um sich dem IS anzuschließen. Da es für Murad zu gefährlich ist, sich auf eigene Faust auf den Weg über die Grenze zu machen, kontaktiert er Schlepper und andere Mittelsmänner, um an Informationen über seine Tochter zu gelangen. Nach einer Weile erhält er Fotos einer verschleierten Frau sowie Audioaufnahmen, die angeblich von Naima stammen. Doch ist sie es wirklich oder will er sie nur erkennen, um überhaupt einen Anhaltspunkt zu haben? Sherko Fatah bleibt in seinem Roman ganz dicht bei Murad, wir sehen die Welt aus seiner Perspektive, wir warten mit ihm auf Neuigkeiten, auf irgendeine Art von Entwicklung. Das ist oft zäh, die Tage sind lang und in dem kleinen Ort, in dem sich Murad einquartiert hat, gibt es nicht viel zu tun. In Rückblenden erfahren wir von Murads Leben in Deutschland, von seinem Aufwachsen mit Eltern, die aus dem Irak eingewandert waren und immer versuchten, unauffällig zu bleiben. Murad selbst hält sich für aufgeklärt, er wollte seine Tochter als freien Menschen erziehen. Trotzdem haben sie sich voneinander entfernt, vor allem seit seiner Trennung von ihrer Mutter Dorothee war der Kontakt zwischen Vater und Tochter nicht mehr so intensiv. Allerdings wurde auch Dorothee von Naimas plötzlicher Radikalisierung überrascht. Und Murad, eigentlich ein Sozialarbeiter und nicht für seine Abenteuerlust bekannt, bricht zu einer monatelangen Reise auf, um seine Tochter zu befreien und zurück nach Berlin zu holen. Vielleicht verständlich aus der Vaterperspektive, ist es für ihn völlig klar, dass Naima verführt wurde, dass sie inzwischen sicherlich bereut, sich einer terroristischen Gruppe angeschlossen zu haben. Doch Murat, im kargen Grenzgebiet gefangen, dessen Regeln er nicht versteht und dem er sich aufgrund der Familiengeschichte zugehörig fühlen sollte, ohne es zu tun, muss sich nicht nur vor Ort mit willkürlich gezogenen Grenzen auseinandersetzen, sondern zunehmend auch mit den Grenzen im eigenen Kopf sowie mit den verschwimmenden Grenzen zwischen realer und digitaler Welt. Da wir als Leser:innen nur seine Perspektive sehen, bleiben die Menschen um ihn herum schablonenhaft, denn ihm wie uns sind die lokalen Codes und Gepflogenheiten fremd. Selbst Murads bester Freund Aziz bleibt undurchsichtig, obwohl er ihm verspricht, zu ihm zu kommen und ihm zu helfen. Letztendlich ist auch Murad verblendet, er will seine Tochter so sehen, wie sie in sein Weltbild passt. Andere Möglichkeiten verdrängt er, auch die Tatsache, dass sie als Terroristin vermutlich nicht so einfach zurück in ihr altes Leben könnte, will er nicht wahrhaben. Sherko Fatah schreibt über das Leben im Dazwischen, über die willkürlichen Grenzen, die uns oft daran hindern, die größeren Zusammenhänge zu erkennen und die andere Seite zu verstehen. Es geht um Familie und Verantwortung, um migrantisches Leben in der zweiten und dritten Generation sowie die Schwierigkeit, sich für andere Perspektiven zu öffnen. Bei diesem Roman lohnt sich das Durchhalten, denn auch wenn manchmal nicht viel zu passieren scheint, hat die Handlung einen dunklen Unterton, der für Spannung sorgt. Und das Ende ist fulminant und vermittelt sehr gekonnt das Gefühl, einer Situation komplett ausgeliefert zu sein.

  • MarcoL

    aus Füssen

    4/5

    27.09.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die Suche eines Mannes nach seiner verschollenen Tochter im Islamischen Staat

    Murad ist im im Grenzgebiet der Türkei zu Syrien. Er streift umher, oft ohne Ziel, schlägt Nächte und Tage tot, nur um auf weitere Informationen zu warten. Er begab sich von Deutschland aus in das Land seiner Väter. Ein Land, mit dem er abgeschlossen hatte und sich in Deutschland angekommen fühlte. Sein Leben war dennoch nicht erfüllt. Die Ehe zerbrochen, seine Tochter Naima von ihm entfernt. Die Distanz war groß, geographisch wie emotional. Naima hatte sich einem „Bruder“, einem Glaubenskrieger, angeschlossen, wahrscheinlich aus Liebe, und ging nach Syrien. Der Kontakt nach Hause riss komplett ab, und so machte sich Murad auf die Suche nach ihr. Mit Hilfe von Schleusern, die ihn nur spärlich mit Informationen (gegen viel Geld) versorgten, lässt er sich im kurdischen Grenzgebiet nieder. Das Warten wurde zur Qual, die aufgezwungene Untätigkeit zur Nervenprobe. Auf sich allein gestellt reflektierte Murad viel über sich selbst nach. Als die ersten Voice-Mails mit der Stimme einer Frau, welche anscheinend seine Tochter ist, ihn erreichten, begannen Zweifel und Hoffnung einen Kampf in ihm, welcher sprachlich sehr gekonnt den Leser:Innen dargeboten wird. In diesen Audiofiles erfuhr Murad viel über das Leben dieser Frau in der Syrischen Stadt Rakka, über ihren Alltag, die Kämpfe, Grausamkeiten, den Krieg und den drohenden Angriff auf die Stadt. Weiterhin wurde Murad nur spärlich mit Informationen gefüttert, seine Ungeduld nahezu greifbar, und die Vergangenheit aus der neuen Heimat Deutschland holte ihn ein … besonders als sich sein Freund Aziz meldete … Es ist ein sehr vielschichtiger Roman, trotz der oftmals sehr überzeichneten Tristesse, den Ausflügen durch das trockene Land, stecken viele Botschaften und Wahrheiten im Text, welche sich manchmal wirklich mühsam erlesen werden müssen. Fatah scheint mit der Ungeduld von Murad zu spielen, verwebt diese derart im Text, dass dieses Gefühlt aus den Zeilen heraus lebendig zu werden scheint. Es war für mich keine leichte Lektüre, gegen Mitte des Buches war ich dem aufgeben nahe, und nun froh, durchgehalten zu haben. Der Roman hallt nach – und erst Tage nach Beendigung scheint sich vieles zu setzen und der ganze Nebel des Erzählten sich zu lichten und Klarheit zu schaffen. Insofern ist dies eine ganz große Erzählkunst – mensch muss sich nur darüber trauen. Und so bin ich der Meinung, dass dieses Buch sehr wohl seine Berechtigung auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis hat. Gerne gebe ich (trotz allem) eine Leseempfehlung ab, vor allem für jene, die sich aus der Komfortzone des Lesens herauswagen und mutig und neugierig sind.

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    Daniela Mayer

    OSIANDER Biberach

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    4/5

    17.09.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das lange Warten

    Murad, ein Migrant in zweiter Generation verbringt seine Tage wartend im kurdischen Grenzgebiet. Er wartet auf den Informanten, von dem er sich Neuigkeiten zum Verbleib seiner Tochter Naima erhofft. Naima hat sich dem Kalifat angeschlossen und ist überzeugte Glaubenskriegerin geworden. Murad will versuchen sie zu überzeugen, wieder mit nach Hause, nach Berlin zu kommen. Gezwungenermaßen findet Murad die Muße über Terrorismus, Migration und seine eigene Situation nachzudenken und nach Ursachen für das Verhalten seiner Tochter zu suchen. Ein vielschichtiger sprachlich exzellenter Roman der zum Nachdenken anregt.

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