Nur 300 Kilometer – ein Roadmovie der besonderen Art
Ein Flip-Flop verändert Carls Leben. Der Schuh triff ihn am Kopf, als er in einem hässlichen Strandrolli an der Ostsee steht. Carl verbringt dort mit seiner Mutter die Sommerferien, obwohl er lieber in einem Rollstuhlskater-Camp wäre. Der Flip-Flop gehört der gleichaltrigen Fee. Sie stürmt in Carls Leben wie ein Taifun, ein Orkan, ein Tornado. Alles auf einmal. Als Fee erfährt, dass Carls Verhältnis zu seinem Vater seit seinem Unfall gestört ist, überredet sie Carl, ihn in Berlin zu besuchen … sind ja nur 300 Kilometer.
Unterwegs wird Carl klar, dass Fee noch ein ganz anderes Ziel verfolgt und in eigener Mission eigentlich nur die Ex-Kanzlerin treffen will. Die kennt sein Vater, weil er früher ihr Chauffeur war. Aber da sind die beiden schon mittendrin in ihrem Rolli-Roadtrip in Richtung Hauptstadt ...
Ein Roadmovie der besonderen Art mit dem starken Thema Inklusion – feinfühlig, unterhaltsam und mit viel Leichtigkeit erzählt
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Nina Albert
5/5
12.07.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
„On the road!“ Der Jugendliche…
„On the road!“ Der Jugendliche Carl sitzt im Rollstuhl. Aber das ist gar nicht sein größtes Problem. Sondern, dass sein Vater sich die Schuld dafür gibt. Die Lage ist ganz schön „verfahren“; bis aus heiterem Himmel eine quirlige „Fee“ in sein Leben rast… Ihr Schuh trifft ihn am Kopf, am Strand, genauer gesagt an der Ostsee. Dort muss er mit seiner Mutter die Sommerferien verbringen. Dabei wäre er viel lieber ins „Rolli-Skater-Camp“ gefahren. Doch dann stürmt besagte Fee, eine Teenagerin, in das Leben des Jungen, „wie ein Taifun, ein Orkan, ein Tornado“ und wirbelt die beiden auf einem Rolli-Roadtrip nach Berlin mal so ordentlich durcheinander. Denn das Ziel, das sie verfolgt, wird nicht nur Carls Windrichtung ändern… Das Buch „Nur 300 km“ erzählt aus der Ich -Perspektive Carls Leben. Schnörkellos plädiert der Autor, zwischen den Zeilen, für mehr Barrierefreiheit, Akzeptanz und Inklusion. Das Mädchen Fee zeigt keinerlei Berührungsängste und reduziert Carl weder auf seinen Rollstuhl noch verhält sie sich sonderlich feinfühlig. Die Charaktere schlittern authentisch und temporeich durch die Geschichte und nach Berlin - denn es sind ja nur 300 Kilometer. Ein amüsanter Rolli-Roadtrip.
chuckipop
aus Bünde
5/5
13.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Freundschaft, Abenteuer und wichtige Gespräche - zusammen schafft man (fast) alles!
"Nur 300km" von Rüdiger Bertram ist als Hardcover mit 256 Seiten beim cbj Verlag erschienen und beschäftigt sich mit dem Thema Inklusion .
Carl ist mit seiner Mutter an der Ostsee - aber nur, weil sie ihn nicht in das Rollstuhl-Skater-Camp fahren lassen wollte, weil sie sich immer so viele Sorgen um ihn macht. Dass etwas passieren könnte. Dabei ist ja schon etwas passiert - seit einem Unfall sitzt Carl im Rollstuhl. Viel schlimmer ist aber, dass Carls Vater danach ausgezogen ist. Und dass Carl nun anders ist als die Anderen - denn eigentlich wünscht er sich nichts mehr, als ganz normal behandelt zu werden - denn schließlich ist er immer noch Carl!
Zufällig und äußerst schwungvoll lernt er Fee kennen, die wie ein Wirbelwind in sein Leben fegt und ganz schön Staub aufwirbelt. Als sie mitbekommt, dass Carl mit seinem Vater einiges zu klären hat, beschließen die Beiden (oder ehr Fee), in einer geheimen Aktion nach Berlin zu reisen, um mit ihm zu reden - schließlich sind es ja nur 300 km. Fee ist zwar stets laut und ungestüm, erzählt aber nur wenig von sich selbst. Sie scheint es jedenfalls sehr spannend zu finden, dass Carl der Fahrer der Ex-Kanzlerin war - oder hat sie Beweggründe für einen Besuch bei Carls Vater, über die sie nicht spricht?!
Eine abenteuerliche Reise mit Höhen und Tiefen, viele Emotionen und noch mehr Zusammenhalt beginnt - ein echter Roadmovie, der noch viel mehr Tiefgang hat, als es zunächst den Anschein hat!
Rüdiger Bertram schreibt bildhaft und offen, ungeschönt und ausgesprochen einfühlsam zugleich. Er vermittelt wunderbar, dass Menschen mit Behinderungen eben nicht auf diese reduziert werden wollen, sondern ja tatsächlich sind wie alle anderen - nur eben mit gewissen Einschränkungen. Und darum ist der Rollstuhl auch nicht das zentrale Thema, wenngleich er natürlich eine wichtige Rolle spielt. So wird hier sensibel und fast spielerisch auf viele wichtige Themen eingegangen, über die sich "normale" Menschen selten Gedanken machen.
Ein fesselndes Buch für Leserinnen und Leser zwischen 10 und 99 Jahren, das vortreffllich unterhält, zum Nachdenken anregt und wichtige Themen sensibel und leicht vermittelt.
lesenmitausblick
5/5
12.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Rolli-Roadtrip Richtung Hauptstadt - humorvoll und tiefgründig zugleich
Ein Rolli-Roadtrip nach Berlin? Völliger Quallenquatsch, sagt ihr? Nicht mit Rüdiger Bertram! Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie Rüdiger Bertram es schafft, aber neben seinen vielen Lesungen für Kinder und Jugendliche in ganz Deutschland und darüber hinaus, haut er auch noch ein neues Buch nach dem anderen raus. Gerade erst habe ich „Nur 300 km – Bin mit Fee in Berlin, abends zurück“ , erschienen bei cbj, beendet. Da legt er mit „Bookmän“ schon wieder sein neuestes Werk vor.
Doch nun erstmal zu Carlchen-Schlau und Fee. Carl sitzt nach einem schweren Autounfall im Rollstuhl. Sein Vater, der das Auto fuhr, macht sich schwere Vorwürfe, kann mit der Situation nicht umgehen. Carls Eltern haben sich getrennt. Während Carl nur allzu gern seine Sommerferien in einem coolen Camp für Rollstuhl-Skater verbringen würde, fährt seine Mutter mit ihm an die Ostsee! Ausgerechnet! Schon mal versucht, mit einem Rolli durch Ostseesand zu schieben!?
Als Carl jedoch den Flip-Flop von Fee an den Kopf bekommt, die von ihren viel beschäftigten Eltern für einen Tanz-Workshop in der benachbarten Jugendherberge angemeldet wurde, den sie nur zu gern schwänzt, wird alles anders. Fee kennt keine Hemmungen, anders als all die Menschen mit denen es Carl jeden Tag zu tun hat - die nicht wissen, wie sie mit einem Jungen im Rollstuhl umgehen sollen, die ihm mit Mitleid und nicht auf Augenhöhe begegnen. Fee erinnert mich an eine moderne Pippi Langstrumpf. „Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich sicher, dass ich es schaffe.“…und dabei auch noch immer als Beste, scheint ihr Motto zu sein. Und so ist es kein Wunder, dass Fee Carl dazu überredet, nach Berlin abzuhauen, damit Carl sich mit seinem Vater aussprechen kann.
Ein wilder Rolli-Roadtrip nimmt seinen Lauf. Auf ihrer Reise begegnen die beiden vielen Vorurteilen, ob nun gegenüber behinderten Menschen, Minderheiten oder Alten. Selbst Carl kann nicht leugnen, Vorurteile zu haben. Dabei wünscht er sich doch nur, dass die Menschen ein echtes Interesse an ihm hätten. Aber über Fragen, warum er im Rollstuhl sitzt und wie er sich dabei fühlt, geht das Interesse nie hinaus.
Während ihrer Reise wird die Freundschaft von Carl und Fee auf eine harte Probe gestellt. Auch Fee hat so ihre Sorgen und reist nicht ganz uneigennützig nach Berlin. (Vorsicht! Spoiler!) Sie will die Ex-Kanzlerin treffen, um die Abschiebung ihrer Freundin Jamila zu verhindern…
Rüdiger Bertram schafft es auf seine ganz eigene Weise, ein sehr sensibles Thema in den Fokus zu rücken. Auch ich als Sonderpädagogin weiß nicht immer, wie ich mit dem Thema Behinderung in Familien umgehen soll – hinschauen oder wegsehen, ansprechen oder nicht!? Das Buch ist ein Plädoyer für gesellschaftliche Teilhabe, keiner soll ausgeschlossen werden. Thematisiert wird auch Barrierefreiheit. Es sind manchmal nur kleine Details, die das Leben von Menschen im Rollstuhl erheblich behindern. Was mich beim Lesen fasziniert hat ist, wie Rüdiger Bertram es schafft zwischen seinen sehr witzigen und schlagfertigen Dialogen ernste Töne anzuschlagen. In einem Moment musste ich laut losprusten, so witzig ist die Geschichte geschrieben. Im nächsten Moment blieb mir das Lachen im Halse stecken, standen mir die Tränen in den Augen. Das ist was das Buch ausmacht. Mit einer unbeschwerten, humorvollen Leichtigkeit werden wichtige Themen angesprochen und in den Fokus gerückt. In all ihrer Wildheit, Hemmungslosigkeit, fast schon Dreistigkeit ist es doch Fee, die Carl nimmt wie er ist. Die Dinge anspricht, die sich sonst niemand traut zu fragen. Die vielleicht auch Grenzen überschreitet, aber Carl so die Möglichkeit gibt, über seine Sorgen und Gedanken zu reden, auszusprechen, was er sonst nie sagen würde.
„Nur 300 km“ ist ein tolles, gleichsam unterhaltsames wie auch tiefgründiges Buch, das ich sehr gern weiterempfehle.
Robert
aus Leipzig
5/5
02.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Inspirierende Reise: 'Nur 300 km' - Ein humorvolles und berührendes Jugendbuch über Freundschaft, Inklusion und familiäre Bindungen
Das Buch erzählt die Geschichte von Carl, einem zwölfjährigen Jungen, der im Rollstuhl sitzt. Im Urlaub an der Ostsee lernt er die quirlige Fee kennen, die ihn überredet, seinen Vater in Berlin zu besuchen. Die anschließende Reise von Carl und Fee ist voller Abenteuer, Humor und Überraschungen. Dabei werden nicht nur die Höhen und Tiefen der Freundschaft der beiden beleuchtet, sondern auch sensible Themen wie Carls Beziehung zu seinem Vater und die Herausforderungen von Rollstuhlfahrer*innen.
Die Handlung ist lebendig und abwechslungsreich. Die Charaktere, insbesondere Carl und Fee, sind gut ausgearbeitet und bieten eine Mischung aus Humor, Tiefe und Authentizität. Die Geschichte setzt sich sensibel mit dem Thema Behinderung und Inklusion auseinander, indem Alltagssituationen und Herausforderungen von Rollstuhlfahrer*innen in den Erzählfluss integriert werden. Der Roadtrip bietet nicht nur Spannung und Abenteuer, sondern auch eine emotionale Reise, die die Leser*innen mit den Charakteren mitfühlen lässt.
"Nur 300 km" ist ein spannendes Jugendbuch, das nicht nur junge Leser*innen, sondern auch Erwachsene anspricht. Die Kombination aus humorvollen Dialogen, tiefgründigen Charakteren und der thematischen Einbindung von Inklusion machen das Buch zu einer empfehlenswerten Lektüre. Die lebendige Erzählweise und die gelungene Darstellung zwischenmenschlicher Beziehungen tragen dazu bei, dass das Buch weit über reine Unterhaltung hinausgeht. Es regt dazu an, über eigene Vorurteile nachzudenken und Verständnis für die Vielfalt menschlicher Erfahrungen zu entwickeln. Alles in allem gebe ich diesem Buch gerne fünf Sterne und empfehle es sowohl Jugendlichen als auch Erwachsenen.
liesmal
aus Wilhelmshaven
5/5
21.09.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Langeweile war gestern
Carl macht Urlaub mit seiner Mutter an der Ostsee. Gelangweilt sitzt er in seinem Rollstuhl am Strand, als er Fee trifft. Na ja, das ist vielleicht nicht ganz richtig ausgedrückt, eher trifft Fee ihn – mit einem ihrer Flipflops, der plötzlich auf Carl zugeflogen kommt und ihn am Kopf trifft. Diese Begebenheit ist erst der Beginn der Geschichte und gibt aber doch schon einen kleinen Einblick in den weiteren Verlauf. Es wird auf keinen Fall langweilig, so viel kann ich jetzt schon versprechen.
„Bin mit Fee in Berlin, abends zurück“ steht auf dem Cover als kleine Notiz irgendwo unterhalb des Buchtitels „Nur 300 km“. Als Fee von Carl erfährt, dass das Verhältnis zu seinem Vater, der in Berlin lebt, nicht ganz einfach ist, dauert es nicht lange, bis sie Carl überredet, sich heimlich auf den Weg zu machen und den Vater zu besuchen. Dass sie für sich selbst auch gute Gründe hat, nach Berlin zu kommen, verschweigt sie erstmal.
Damit beginnt eine aufregende und spannende Reise mit guten und weniger guten Begegnungen und Überraschungen. Die flippige Fee weiß eigentlich genau, wie der Roadtrip ablaufen wird, wenn es da nicht die eine oder andere Schwierigkeit gäbe…
Rüdiger Bertram hat diese Geschichte für Kinder – nach meiner Einschätzung ab 12 Jahre – geschrieben, doch sie hat auch mich als Seniorin restlos begeistert. Fee gibt ein tolles Beispiel dafür, Menschen mit körperlicher Einschränkung ebenso zu begegnen und zu behandeln wie andere. So ganz nebenbei macht der Autor noch auf einige Missstände im Bereich von Barrierefreiheit aufmerksam. Da ist zum Beispiel die Rede von Stehtischen, die von Rollstuhlfahrer nur genutzt werden können, um die Kaugummis zu betrachten, die unter der Tischplatte kleben. Besonders originell demonstriert er das Schneckentempo des Treppenlifts im barrierefreien Ferienhaus.
Ich gebe gern meine volle Leseempfehlung für dieses Buch, das prall gefüllt ist mit Humor und Spannung, mit Überraschungen und auch mit ein paar Tränen, die vergossen werden (dürfen).
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.