Produktbild: Vaters Meer

Vaters Meer Roman | Ausgezeichnet mit dem Bayerischen Buchpreis

3

12,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

22.08.2023

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

384 (Printausgabe)

Dateigröße

1935 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783518777497

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

Nein

Dieses eBook können Sie uneingeschränkt auf allen Geräten der tolino Familie, allen sonstigen eReadern und am PC lesen. Das eBook ist nicht kopiergeschützt und kann ein personalisiertes Wasserzeichen enthalten. Weitere Hinweise zum Lesen von eBooks mit einem personalisierten Wasserzeichen finden Sie unter Hilfe/Downloads.

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Barrierefreiheit

  • navigierbares Inhaltsverzeichnis
  • alle Texte können angepasst werden
  • logische Lesereihenfolge eingehalten
  • hoher Kontrast zwischen Text und Hintergrund
  • entspricht der Vorgabe EPUB Barrierefreiheit 1.0 AA
  • entspricht der Vorgabe WCAG Level AA

Erscheinungsdatum

22.08.2023

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

384 (Printausgabe)

Dateigröße

1935 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783518777497

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  • Kata_____Lović

    aus Bremen

    5/5

    13.09.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    »Wenn ein Mensch stirbt,…

    »Wenn ein Mensch stirbt, verschwindet das Wasser nicht. Es verdunstet in die Welt, wenn er verbrannt wird. Es sickert in den Boden, wenn er begraben wird. Es regnet ab, es nährt die Pflanzen und andere Lebewesen. Es wird zu anderen Körpern, findet sich in einer Eizelle, in einem Auge, im Herzen, im Hirn. Von jemand anderem. Der Mensch geht, das Wasser bleibt in dieser Welt.« |342 Vordergründig ist »Vaters Meer« eine laut hallende Liebeserklärung an den verschwindenden Vater und eine hintergründig tragende Liebeserklärung an die Mutter. Schlicht und elegant erzählt es die Geschichte von Yunus, der als Kind zweier stolzer aus dem Südosten der Türkei eingewanderter Eltern in Hannover aufwuchs. Die Geschichten, Konflikte und Beziehungen der Eltern streifen ihn, zerrieseln wie Sand, doch für den kindlichen Yunus fügen sie sich in der Unendlichkeit des weit entfernten eigenen Erwachsenseins. Als der Vater nach zwei Schlaganfällen plötzlich ins Koma fällt und viele Jahre im Locked-In-Syndrom nur die Augen bewegen kann, beginnt Yunus sich seiner selbst bewusst zu werden. Den gefüllten Leerstellen des Vaters beginnt er Imaginationen, Geschichten und Selbsterzählungen hinzuzufügen. Er sucht sich in der Seele seines Vaters, erschafft ein kohärentes Bild, balanciert auf Brüchen und Irritationen, während die Erzählstimme das eigene Tun und die Interpretationen in Frage stellt. »Ich habe es mit mehreren Vätern zu tun: dem Verstorbenen, dem imaginierten und seinem Geist. Der Geist bestärkt mich in meinen Versuchen, Vater zu gedenken, ihn zu treffen in seiner Vergangenheit, in die ich reise, aber er ist auch leicht gekränkt, zeig meine Imagination ihn in düsterem Licht. Bisher kehrt er dennoch zurück. Der verstorbene Vater gibt mir Orientierung. Der Mensch, den ich mir vorstelle, die Imagination ist eher mein Kind als umgekehrt.« |317 Während sich die Suchbewegungen und Gedanken des Protagonisten permanent um den Vater drehen, webt sich in einer weiblich-mütterlichen Hintergründigkeit die Mutter ein; eine beeindruckende und leidende Figur, die eine Kulisse bildet, deren Kraft und Potenzial immer drängender auf die Bühne tritt. . »In dieser Ewigkeit im Weltall suchte ich meinen Vater. Ich traf meine Mutter. Ich sah sie, sie sah mich nicht. Sie war allein. Sie kämpfte.«|228 . Über den Zungenschlag der Kritik an Utlus Romanauszügen auf den 47. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt möchte ich nicht sprechen. Ich muss aber sagen, auch mir ging es so, dass der vorgetragene Auszug mich nicht sonderlich beeindruckte, vielleicht auch enttäuschte. Denn die Tiefe des Romans konnte ich nicht erspüren. »Vaters Meer« ist ein Text, der über die Länge funktioniert, der Seite um Seite braucht, um sich zu entfalten, der zuerst die vordergründige Geschichte vernehmen lässt und dann den Einstieg bietet in universelle Fragen von Menschwerdung, der Rolle von Eltern und Herkünften, sowie der Emanzipation von diesen. »Vaters Meer« ist ein großer Roman, der Beachtung findet und erstaunlicherweise bisher an den großen Preisen vorbeigekommen ist. Eine Nominierung für die Longlist des Deutschen Buchpreises wäre mehr als verdient gewesen.

  • Bewertung

    5/5

    13.09.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Suchbewegungen

    »Wenn ein Mensch stirbt, verschwindet das Wasser nicht. Es verdunstet in die Welt, wenn er verbrannt wird. Es sickert in den Boden, wenn er begraben wird. Es regnet ab, es nährt die Pflanzen und andere Lebewesen. Es wird zu anderen Körpern, findet sich in einer Eizelle, in einem Auge, im Herzen, im Hirn. Von jemand anderem. Der Mensch geht, das Wasser bleibt in dieser Welt.« |342 Vordergründig ist »Vaters Meer« eine laut hallende Liebeserklärung an den verschwindenden Vater und eine hintergründig tragende Liebeserklärung an die Mutter. Schlicht und elegant erzählt es die Geschichte von Yunus, der als Kind zweier stolzer aus dem Südosten der Türkei eingewanderter Eltern in Hannover aufwuchs. Die Geschichten, Konflikte und Beziehungen der Eltern streifen ihn, zerrieseln wie Sand, doch für den kindlichen Yunus fügen sie sich in der Unendlichkeit des weit entfernten eigenen Erwachsenseins. Als der Vater nach zwei Schlaganfällen plötzlich ins Koma fällt und viele Jahre im Locked-In-Syndrom nur die Augen bewegen kann, beginnt Yunus sich seiner selbst bewusst zu werden. Den gefüllten Leerstellen des Vaters beginnt er Imaginationen, Geschichten und Selbsterzählungen hinzuzufügen. Er sucht sich in der Seele seines Vaters, erschafft ein kohärentes Bild, balanciert auf Brüchen und Irritationen, während die Erzählstimme das eigene Tun und die Interpretationen in Frage stellt. »Ich habe es mit mehreren Vätern zu tun: dem Verstorbenen, dem imaginierten und seinem Geist. Der Geist bestärkt mich in meinen Versuchen, Vater zu gedenken, ihn zu treffen in seiner Vergangenheit, in die ich reise, aber er ist auch leicht gekränkt, zeig meine Imagination ihn in düsterem Licht. Bisher kehrt er dennoch zurück. Der verstorbene Vater gibt mir Orientierung. Der Mensch, den ich mir vorstelle, die Imagination ist eher mein Kind als umgekehrt.« |317 Während sich die Suchbewegungen und Gedanken des Protagonisten permanent um den Vater drehen, webt sich in einer weiblich-mütterlichen Hintergründigkeit die Mutter ein; eine beeindruckende und leidende Figur, die eine Kulisse bildet, deren Kraft und Potenzial immer drängender auf die Bühne tritt. . »In dieser Ewigkeit im Weltall suchte ich meinen Vater. Ich traf meine Mutter. Ich sah sie, sie sah mich nicht. Sie war allein. Sie kämpfte.«|228 . Über den Zungenschlag der Kritik an Utlus Romanauszügen auf den 47. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt möchte ich nicht sprechen. Ich muss aber sagen, auch mir ging es so, dass der vorgetragene Auszug mich nicht sonderlich beeindruckte, vielleicht auch enttäuschte. Denn die Tiefe des Romans konnte ich nicht erspüren. »Vaters Meer« ist ein Text, der über die Länge funktioniert, der Seite um Seite braucht, um sich zu entfalten, der zuerst die vordergründige Geschichte vernehmen lässt und dann den Einstieg bietet in universelle Fragen von Menschwerdung, der Rolle von Eltern und Herkünften, sowie der Emanzipation von diesen. »Vaters Meer« ist ein großer Roman, der Beachtung findet und erstaunlicherweise bisher an den großen Preisen vorbeigekommen ist. Eine Nominierung für die Longlist des Deutschen Buchpreises wäre mehr als verdient gewesen.

  • MarieOn

    4/5

    15.12.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine Ode an die Eltern

    Yunus ist der kleine Junge mit der großen Familie. Er ist das zweite Kind seines Vaters Zeki, und seine Mutter Senem die zweite Frau. Beim ersten Mal hatte Zeki großes Pech, seine erste Frau hat ihn verlassen und ist mit ihrer Tochter zurückgegangen, in die Türkei. Obwohl er den beiden hinterherreiste, hat er sein Mädchen nicht wieder gesehen. Danach folgten die acht traurigsten Jahre seines Lebens, acht Jahre Einsamkeit. Yunus sah seinen Vater das erste Mal Fallen, als sie zu Besuch in Vaters und Mutters Heimatort Mardin waren. Ein Arzt eilte herbei, gab dem Vater eine Spritze und rief den Rettungswagen. Alle waren verwirrt, seine Mutter ganz grau im Gesicht. Nach wenigen Tagen war Zeki wieder da, hatte sich selbst entlassen. In der Küche sprach er vor dem zu Bett gehen noch kurz mit Yunus, er möge sich vor seinen Freunden in Acht nehmen, die älter waren als er. Doch Yunus machte ihm Vorwürfe, was er jetzt wolle, er habe sich doch nie wirklich um ihn gekümmert, er ginge besser wieder dorthin zurück, wo er hergekommen sei. In dieser Nacht fällt Vater zum zweiten Mal und verliert seine Sprache, seine Gesten, sein Lachen, alles. Yunus macht sich auf den Weg herauszufinden, wer sein Vater war. Dieser stolze Mann, der nur seine arabische Muttersprache sprach, wenn er schimpfte oder jemanden verfluchte. Sein Sinn für Musik und das geschriebene Wort. Seine Präsenz, wenn er Menschen begegnete. Ich schämte mich, wenn ich erlosch. Mein Vater hatte zu unterhalten gewusst, unvorstellbar: er in einer Ecke auf einer Party, ein Schatten seiner selbst. Hatte ich mir nur das Schweigen von ihm geholt und nicht das Reden? Ich, missraten. Sohn des Nichts und nicht des Sein. S. 268 Fazit: Die ersten achtig Seiten habe ich gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden. Danach habe ich Deniz Utlu gerne zugehört und die Stimmung, die er erzeugt hat wahrgenommen. Die Figur des Vaters hat zum Ende der Geschichte immer mehr an Kontur gewonnen. Die kluge bestimmte Zärtlichkeit der Mutter wurde gut dargestellt. Seine Schreibtechnik ist großartig aber auch langatmig, für ungeduldige Menschen wie mich. Und, ich fühlte nicht mit. Es war, als betrachte ich ein Bild, das sich erst entfaltet, je mehr Abstand ich nehme. Jetzt nachdem ich meine Bewertung geschrieben habe, bin ich bewegter, als während des Lesens.

Kundinnen und Kunden meinen

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