Mörderjahr

Mörderjahr

Düsseldorf 1929

Buch (Gebundene Ausgabe)

24,00 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

08.09.2023

Verlag

Droste

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

19,8/13,9/3,5 cm

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

08.09.2023

Verlag

Droste

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

19,8/13,9/3,5 cm

Gewicht

453 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7700-2529-9

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Rezension von Dr. H. M. Crass, Köln, zu Christa Holtei, Mörderjahr. Düsseldorf 1929; Düsseldorf (Droste Verlag GmbH) 2023

Bewertung am 05.01.2024

Bewertungsnummer: 2102555

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In der vierbändigen Stadtgeschichte Düsseldorfs, die in den Jahren 1988-1990 erschien, widmet sich der früh verstorbene Historiker Peter Hüttenberger (1938-1992, Heinrich-Heine-Universität) im dritten Band dem Thema „Düsseldorf als Industrie- und Verwaltungsstadt im 20. Jahrhundert“. Im Kapitel Düsseldorf in der Weimarer Republik befasst er sich auf den Seiten 408-412 mit dem „Fall Kürten“, den er präzise und eindrucksvoll formuliert beschreibt und als Vorzeichen des sich ausbreitenden und erstarkenden Nationalsozialismus auffasst: private Grausamkeit und perverse Mordlust gegenüber öffentlicher Verfolgung und Zerstörung bürgerlichen Lebens. Christa Holtei greift in ihrer bewährten Art dieses nur kurz behandelte aber immer in Düsseldorf präsente und belastende Thema auf und füllt mit ihm einen handlungsreichen historisierenden Roman, in dem das Geschehen in Düsseldorf in der Zeit zwischen dem 2. Februar 1929 und dem 24. Mai 1930 im Mittelpunkt steht. Verf. hat in den vergangenen Jahren bereits zweimal ein historisches Ereignis aus der Düsseldorfer Geschichte aufgegriffen, in seinem realen Ablauf voller Ortskenntnis beschrieben und mit einer romanhaften Handlung gewinnbringend ausgeschmückt. („Drei Tage im November. Düsseldorf 1811“, 2019 und „Sommer ohne Kaiserwetter. Düsseldorf 1902“, 2021). Nach umfangreichen Recherchen, vor allem mit Hilfe des Düsseldorfer Stadtanzeigers der Jahre 1929/30, hat sie die grauenhaften Morde, Mordversuche, Überfälle und Vergewaltigungen Peter Kürtens, des Vampirs von Düsseldorf, verfolgt und mit der Zeit nach dem verlorenen Krieg, vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten und der Weltwirtschaftskrise in Verbindung gesetzt. Damit und dabei fällt dann ein intensiver Blick auch auf die Arbeit der Polizei und der Behörden, sei es in Düsseldorf oder in Berlin (hier besonders hervorgehoben Ernst Gennat und Otto Busdorf). Die grausigen Taten in Düsseldorf tragen zu einer Aufbereitung und Verbesserung der bisherigen polizeilichen Arbeit bei und bringen neue Methoden, Vorgehens- und Sichtweisen, auch in psychologischer Hinsicht mit der Einführung des Begriffs des Serienmörders. Die Arbeit der Polizei, die Verfolgung von kaum sichtbaren Spuren an den verschiedenen Tatorten und der unzähligen Hinweisen aus der Bevölkerung, die oft aus Imponiergehabe erwachsen sind, tragen zur Steigerung der Spannung bei. Dagegen stehen Schilderungen aus dem gestörten Ablauf des Alltags einer in Schrecken verharrenden Stadt, deren lokale und soziale Gegebenheiten minutiös beschrieben werden. Bewundernswert ist wieder das Wissen der Verf. um Struktur und Funktion der Stadt bis in Einzelheiten in diesen Jahren. Als Aufhellung im tristen „Mörderjahr“ dient eine Gruppe von sechs jungen Menschen, die trotzdem versuchen in gewissem Umfang die „Goldenen Zwanziger“ zu genießen und dabei die Wirklichkeit aus Depression und Mörderjagd, nationalsozialistischen Krawallen und wachsendem Antisemitismus und deutlicher Judenverfolgung zu vergessen oder zumindest zu überspielen. Mit der Verhaftung, Verurteilung und Hinrichtung (in Köln) Peter Kürtens hat das Buch noch nicht sein Ende erreicht. In einem Anhang wird zuerst ein historischer Abriss über Düsseldorf in den zwanziger Jahren gegeben, der den Hintergrund zur spannungsgeladenen Handlung beleuchtet. Darauf folgt das Personal des Geschehens, unterteilt in die wenigen fiktiven und die zahlreichen realen Personen, wobei diese mit ihren Biographien und Lebensdaten vorgestellt werden. Hinweise auf benutzte Quellen und Literatur beschließen den trotz des unfrohen Inhaltes wieder gut gearbeiteten und sehr lesenswerten Band, der die Balance hält zwischen Kriminalroman, Lokal- und Sozialgeschichte und das in einer ausgewogenen, nie zu drastischen Sprache.
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Rezension von Dr. H. M. Crass, Köln, zu Christa Holtei, Mörderjahr. Düsseldorf 1929; Düsseldorf (Droste Verlag GmbH) 2023

Bewertung am 05.01.2024
Bewertungsnummer: 2102555
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In der vierbändigen Stadtgeschichte Düsseldorfs, die in den Jahren 1988-1990 erschien, widmet sich der früh verstorbene Historiker Peter Hüttenberger (1938-1992, Heinrich-Heine-Universität) im dritten Band dem Thema „Düsseldorf als Industrie- und Verwaltungsstadt im 20. Jahrhundert“. Im Kapitel Düsseldorf in der Weimarer Republik befasst er sich auf den Seiten 408-412 mit dem „Fall Kürten“, den er präzise und eindrucksvoll formuliert beschreibt und als Vorzeichen des sich ausbreitenden und erstarkenden Nationalsozialismus auffasst: private Grausamkeit und perverse Mordlust gegenüber öffentlicher Verfolgung und Zerstörung bürgerlichen Lebens. Christa Holtei greift in ihrer bewährten Art dieses nur kurz behandelte aber immer in Düsseldorf präsente und belastende Thema auf und füllt mit ihm einen handlungsreichen historisierenden Roman, in dem das Geschehen in Düsseldorf in der Zeit zwischen dem 2. Februar 1929 und dem 24. Mai 1930 im Mittelpunkt steht. Verf. hat in den vergangenen Jahren bereits zweimal ein historisches Ereignis aus der Düsseldorfer Geschichte aufgegriffen, in seinem realen Ablauf voller Ortskenntnis beschrieben und mit einer romanhaften Handlung gewinnbringend ausgeschmückt. („Drei Tage im November. Düsseldorf 1811“, 2019 und „Sommer ohne Kaiserwetter. Düsseldorf 1902“, 2021). Nach umfangreichen Recherchen, vor allem mit Hilfe des Düsseldorfer Stadtanzeigers der Jahre 1929/30, hat sie die grauenhaften Morde, Mordversuche, Überfälle und Vergewaltigungen Peter Kürtens, des Vampirs von Düsseldorf, verfolgt und mit der Zeit nach dem verlorenen Krieg, vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten und der Weltwirtschaftskrise in Verbindung gesetzt. Damit und dabei fällt dann ein intensiver Blick auch auf die Arbeit der Polizei und der Behörden, sei es in Düsseldorf oder in Berlin (hier besonders hervorgehoben Ernst Gennat und Otto Busdorf). Die grausigen Taten in Düsseldorf tragen zu einer Aufbereitung und Verbesserung der bisherigen polizeilichen Arbeit bei und bringen neue Methoden, Vorgehens- und Sichtweisen, auch in psychologischer Hinsicht mit der Einführung des Begriffs des Serienmörders. Die Arbeit der Polizei, die Verfolgung von kaum sichtbaren Spuren an den verschiedenen Tatorten und der unzähligen Hinweisen aus der Bevölkerung, die oft aus Imponiergehabe erwachsen sind, tragen zur Steigerung der Spannung bei. Dagegen stehen Schilderungen aus dem gestörten Ablauf des Alltags einer in Schrecken verharrenden Stadt, deren lokale und soziale Gegebenheiten minutiös beschrieben werden. Bewundernswert ist wieder das Wissen der Verf. um Struktur und Funktion der Stadt bis in Einzelheiten in diesen Jahren. Als Aufhellung im tristen „Mörderjahr“ dient eine Gruppe von sechs jungen Menschen, die trotzdem versuchen in gewissem Umfang die „Goldenen Zwanziger“ zu genießen und dabei die Wirklichkeit aus Depression und Mörderjagd, nationalsozialistischen Krawallen und wachsendem Antisemitismus und deutlicher Judenverfolgung zu vergessen oder zumindest zu überspielen. Mit der Verhaftung, Verurteilung und Hinrichtung (in Köln) Peter Kürtens hat das Buch noch nicht sein Ende erreicht. In einem Anhang wird zuerst ein historischer Abriss über Düsseldorf in den zwanziger Jahren gegeben, der den Hintergrund zur spannungsgeladenen Handlung beleuchtet. Darauf folgt das Personal des Geschehens, unterteilt in die wenigen fiktiven und die zahlreichen realen Personen, wobei diese mit ihren Biographien und Lebensdaten vorgestellt werden. Hinweise auf benutzte Quellen und Literatur beschließen den trotz des unfrohen Inhaltes wieder gut gearbeiteten und sehr lesenswerten Band, der die Balance hält zwischen Kriminalroman, Lokal- und Sozialgeschichte und das in einer ausgewogenen, nie zu drastischen Sprache.

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super spannende Unterhaltung

Bewertung aus Düsseldorf am 12.12.2023

Bewertungsnummer: 2086931

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Meine Meinung: Düsseldorf, Ende der 20er Jahre. Die jungen Leute wollen sich amüsieren. Sie wollen ausgehen, Spaß haben und tanzen. Die jungen Frauen nähen sich ihre Kleider selbst, denn kaufen war zu teuer. Die Autorin stellt mir Elisabeth, Gertrud und Elfriede vor. Aber halt, so wollen sie gar nicht angesprochen werden, sie finden, das sind verstaubte Namen und lassen sich jetzt Lilli, Gerti und Elfi rufen. Alle drei haben zum Glück eine Arbeitsstelle und treffen sich kurz in ihrer Mittagspause und unternehmen nach Feierabend einiges. Durch sie erfahre ich vieles über das damalige Familien-, Berufs- und Alltagsleben. Es macht mir Spaß, sie zu begleiten, zumal ich viele Örtlichkeiten kenne. Entweder gibt es sie heute noch oder ich weiß, wo die Gebäude standen. Es täuscht allerdings, wenn ich als Leserin nun denke, hach, das war eine schöne Zeig. Nein leider bildeten sich Gruppen, die später für reichlich Angst, Kummer und Trauer sorgen sollten. Die ersten Anzeichen waren jetzt schon da. Außerdem trieb sich in Düsseldorf ein Messerstecher herum, der immer Frauen und Kinder schwer verletzte, wenn nicht sogar tötete. Auch er verbreitete Angst und Schrecken. Die Polizei war ziemlich hilflos. Es gingen zwar reichlich Hinweise ein, aber meist sind es Spuren, die ins nichts führen. So lernte ich dann auch noch Martin Römer kennen, er ist Kriminalassistent-Anwärter. Er und seine Kollegen versuchten natürlich alles mögliche, um den Täter zu finden. Dies ist nicht das erste Buch von Christa Holtei, das ich mit Begeisterung lese. Leider konnte ich nicht zur Premierenlesung ihres Buches gehen, denn bei ihren Lesungen erzählt sie sehr viel über ihre Recherchearbeit und gibt auch Hintergrundwissen weiter. Das Buch ist wunderbar flüssig geschrieben und ich konnte es auch in einem Rutsch lesen. Mir gefällt, dass sie nicht den Mörder in den Vordergrund stellt, er ist eine Figur in der ganzen Geschichte, die leider einiges beeinflusst. Die Autorin hat das Leben in Düsseldorf wunderbar beschrieben und auch den Zeitgeist sehr gut rüber gebracht. Außerdem habe ich berühmte Düsseldorfer Personen in dem Buch gefunden, alles wurde so hervorragend eingebunden. Auch die Schlagzeilen der damaligen Zeit, die genau, wie die Lieder, die damals gesungen wurden, immer am Anfang eines Kapitels stehen, vermitteln mir sehr viel, Fazit: Eigentlich sollte jede Düsseldorferin und jeder Düsseldorfer dieses Buch lesen. Natürlich ist es auch für andere sehr interessant, denn es ist unterhaltsam und auch spannend. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und gerne gebe ich hier eine Leseempfehlung.
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Bewertung aus Düsseldorf am 12.12.2023
Bewertungsnummer: 2086931
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Meine Meinung: Düsseldorf, Ende der 20er Jahre. Die jungen Leute wollen sich amüsieren. Sie wollen ausgehen, Spaß haben und tanzen. Die jungen Frauen nähen sich ihre Kleider selbst, denn kaufen war zu teuer. Die Autorin stellt mir Elisabeth, Gertrud und Elfriede vor. Aber halt, so wollen sie gar nicht angesprochen werden, sie finden, das sind verstaubte Namen und lassen sich jetzt Lilli, Gerti und Elfi rufen. Alle drei haben zum Glück eine Arbeitsstelle und treffen sich kurz in ihrer Mittagspause und unternehmen nach Feierabend einiges. Durch sie erfahre ich vieles über das damalige Familien-, Berufs- und Alltagsleben. Es macht mir Spaß, sie zu begleiten, zumal ich viele Örtlichkeiten kenne. Entweder gibt es sie heute noch oder ich weiß, wo die Gebäude standen. Es täuscht allerdings, wenn ich als Leserin nun denke, hach, das war eine schöne Zeig. Nein leider bildeten sich Gruppen, die später für reichlich Angst, Kummer und Trauer sorgen sollten. Die ersten Anzeichen waren jetzt schon da. Außerdem trieb sich in Düsseldorf ein Messerstecher herum, der immer Frauen und Kinder schwer verletzte, wenn nicht sogar tötete. Auch er verbreitete Angst und Schrecken. Die Polizei war ziemlich hilflos. Es gingen zwar reichlich Hinweise ein, aber meist sind es Spuren, die ins nichts führen. So lernte ich dann auch noch Martin Römer kennen, er ist Kriminalassistent-Anwärter. Er und seine Kollegen versuchten natürlich alles mögliche, um den Täter zu finden. Dies ist nicht das erste Buch von Christa Holtei, das ich mit Begeisterung lese. Leider konnte ich nicht zur Premierenlesung ihres Buches gehen, denn bei ihren Lesungen erzählt sie sehr viel über ihre Recherchearbeit und gibt auch Hintergrundwissen weiter. Das Buch ist wunderbar flüssig geschrieben und ich konnte es auch in einem Rutsch lesen. Mir gefällt, dass sie nicht den Mörder in den Vordergrund stellt, er ist eine Figur in der ganzen Geschichte, die leider einiges beeinflusst. Die Autorin hat das Leben in Düsseldorf wunderbar beschrieben und auch den Zeitgeist sehr gut rüber gebracht. Außerdem habe ich berühmte Düsseldorfer Personen in dem Buch gefunden, alles wurde so hervorragend eingebunden. Auch die Schlagzeilen der damaligen Zeit, die genau, wie die Lieder, die damals gesungen wurden, immer am Anfang eines Kapitels stehen, vermitteln mir sehr viel, Fazit: Eigentlich sollte jede Düsseldorferin und jeder Düsseldorfer dieses Buch lesen. Natürlich ist es auch für andere sehr interessant, denn es ist unterhaltsam und auch spannend. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und gerne gebe ich hier eine Leseempfehlung.

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