Produktbild: Im Prinzip ist alles okay

Im Prinzip ist alles okay

25

22,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

38591

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.09.2023

Verlag

GOYA

Seitenzahl

338

Maße (L/B/H)

20,5/13,1/3,3 cm

Gewicht

460 g

Farbe

Schwarz / Mauve

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8337-4563-8

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

38591

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.09.2023

Verlag

GOYA

Seitenzahl

338

Maße (L/B/H)

20,5/13,1/3,3 cm

Gewicht

460 g

Farbe

Schwarz / Mauve

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8337-4563-8

Herstelleradresse

Jumbo Neue Medien + Verla
Henriettenstraße 42a
20259 Hamburg
DE

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  • Daniela Heinen

    aus Sankt Augustin

    5/5

    17.06.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Mutter sein ist nicht immer leicht

    Dieses Buch fand ich wirklich gut und sehr berührend. Es ist eine Geschichte über das Mutter sein, das in diesem Fall nicht rosarot und herrlich ist. Die Protagonistin Miryam leidet unter postnataler Depression und hat mit den Erfahrungen ihrer eigenen Kindheit zu kämpfen. Sie ist zerrissen zwischen ihren Gefühlen und der Angst, ihrem Kind keine gute Mutter sein zu können und dem Traum, eben diese Mutter zu sein. Darum versucht sie alles, um eine glückliche Fassade aufrecht zu erhalten. Mir hat es sehr gut gefallen, dass hier ganz deutlich das Bild einer Mutter gezeigt wird, die eben nicht Influencer-like alle Aufgaben und Gefühle ihrer Mutterschaft genießen und meistern kann. Es macht deutlich, wie man an den Erwartungen der Gesellschaft und seiner Umgebung auch kaputtgehen kann. Und es zeigt, dass es manchmal nötig ist, andere Wege einzuschlagen. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Die Autorin konnte mich schnell fesseln, und ich habe das Buch auch kaum aus der Hand gelegt.

  • mari_liest

    5/5

    02.12.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wichtiges Buch und tolles Debüt

    „[…] ich könnte Papa verzeihen, […] und endlich eine Familie werden. […] Und er hat ja nicht nur schlechte Seiten. Er hat sogar echt viele gute Eigenschaften: Er ist zum Beispiel großzügig. Er hat mir eine Wohnung besorgt und mir geholfen, von meinem schlimmen Exfreund freizukommen. Er will mich eigentlich immer vor allem Übel beschützen (bis auf vor sich selbst). […]“ (S. 128) Im Prinzip ist NIX ok. Miryam wurde gerade ungeplant Mutter und lebt mit Baby und Freund Robert nun gemeinsam als kleine Familie. Nix ok ist, weil sie an einer postnatalen Depression leidet, weil sie an einer traumatisch erlebten Kindheit leidet, weil sie daran leidet nicht ernst genommen zu werden und weil sie daran leidet, dass sie nicht perfekt für ihr Kind ist. Sie möchte es besser machen. Ihr Vater: Gewalttäter gegenüber der Mutter, arbeitete seinen Narzissmus und Minderwertigkeitsgefühle an ihr ab. Heute will er davon nix mehr wissen. Darüber sprechen, es nur anzusprechen oder auszusprechen, sich zu entschuldigen, endet immer in einer Katastrophe. Ihre Mutter ließ dies über sich ergehen; als Schutz für die Kinder, konstatiert sie heute, um sich nicht ihrem minderen Selbstwertgefühl stellen zu müssen; romantisiert immer wieder. Miryam schlittert in jungen Jahren in eine Beziehung mit einem gewalttätigen Partner und landet irgendwann in einer Psychotherapie. Ihr einziger Leuchtturm ist ihr Bruder. Lebenspartner Robert scheint DER verständnisvolle Mensch zu sein, den Miryam zur eigenen Rettung (was im Grunde ja nicht möglich ist) benötigt. Und doch zieht er irgendwann ihr Verhalten mit Vorwürfen und eingelassenen Bädern mit Badesalz ins Lächerliche. Und die Schwiegermutter, ja die ist ja ein ganz besonders übles Geschenk. „Robert sei doch auch nur fertig gewesen, weil ich es ihm mit meinen Launen, meiner Depression so schwer gemacht habe. Sein „Handeln“ sei nur ein Hilfeschrei gewesen, den ich hätte erhören müssen. Es gehe so vielen Frauen auf der Welt so viel schlechter als mir.“ (S. 323) Und da sind wir nun, meine Lieben. In der Realität. Wie oft ist uns so etwas schon untergekommen?? Vermutlich in anderer Konstellation, mit anderen Themen. Was alle Personen in diesem Roman vereint: ein klassisches Generationentrauma und Epigenetik! Beschönigung und Romantisierung, schönreden. Sehr gruselig! Dies alles gepaart mit Depressionen, massiver Gewalterfahrung (egal ob körperlich oder verbal) oder Ignoranz. Persönliche Übergriffigkeiten formen das Geschehen(e). Doch was Miryam unterscheidet ist ihr Wille dies zu ändern. Sich aus diesen toxischen Mustern zu befreien und es anders zu machen. Dieser Stress, den sie sich selbst auferlegt, gepaart mit Perfektionismus, lässt sie gefühlt immer scheitern und mehr verzweifeln. In regelmäßigen und kurzen Abständen, wird Miryam alles abgesprochen, was sie fühlt, was sie psychisch niederringt. Sie ist verbal übergriffigen Gesprächen ausgesetzt und reagiert dann in erlernter „Normalität“ darauf. Ihre Schuldgefühle dehnen sich immer mehr aus, ihr Selbstwert rauscht zum Erdmittelpunkt, und dies alles versucht sie mit gefilterten Social-Media-Bildern zu übertünchen, um sich kurzfristig eine heile Welt vorzugaukeln. „Sie war ein Opfer, ja. Aber meist wirkt sie eher traurig auf mich, dass ihre Ehe vorbei ist, nicht darüber, was in der Ehe passiert ist. Ihr schleppendes Siechtum kommt mir oft vor wie eine Trauer um eine verlorene Identität.“ (S. 215) Ja, auch Robert ist so einer, den ich gerne mal in der Wanne in den Schaum getunkt hätte. Auch eine Person, die nie zu reflektieren gelernt hat. Vogelstraußpolitik regelt Dinge, das ist sein Motto. Und wenn das nicht hilft, ja dann geht’s mit Wahrheit(en) passend machen, Demütigung oder Vorwürfen. Im Grunde auch eine arme Haut. „Ich würde Robert in diesen Momenten so gern so richtig eine aufs Maul geben. Und dass ich das gern tun würde, macht mir Angst. […] Mein gesamter Zustand beschämt mich.“ (S. 149) „Und Robert ist gut im Lügen. Jeder andere Mensch würde ihm glauben. Aber ich habe nicht nur Traumata, sondern auch Skills aus meiner Kindheit mitgenommen.“ (S. 164) Diese Beklemmung habe ich beim Lesen gespürt, diese Angst, was als Nächstes geschehen wird. Auch ihre „Skills“ Menschen zu lesen, konnte ich so gut nachvollziehen. Ich möchte diese junge Frau einfach nur in den Arm nehmen, drücken und ihr ein Quäntchen Halt geben. Ihr sagen, dass sie auf einem guten Weg ist und es besser werden wird. Yasmin Polat bildet in nicht chronologischen Rückblenden das Leben von Miryam ab und fügt die Geschichte wie ein Puzzle nach und nach zusammen. Die eingearbeiteten Themen wie Generationentraumata, Depression, Mutterschaft, Partner*innenschaft, Erwartungen, Narzissmus, dysfunktionale Familien, Täter*innen, Opfer, Selbstliebe, Grenzen (ich könnte noch weiter schreiben …) kommen ganz heimtückisch daher und sind in die Geschichte nahtlos verwoben. Nichts davon ist zu viel oder zu wenig. Und im Grunde sind auch die anderen Personen gefangen in sich selbst; haben alle nicht die Kompetenz (und auch nicht den Willen!) über ihre eigenen Handlungen und Aussagen zu reflektieren oder Fehler zuzugeben. Schuld sind ja, bekanntlich, meist „die Anderen“. Trotz der Schwere der Themen schafft es die Autorin an vielen Stellen einen humorvollen Ton zu bewahren. Sie vermittelt die Geschichte in einer direkten und authentischen Sprache, die die emotionalen und psychologischen Aspekte des Romans stark zum Ausdruck bringt. Toller #Debütroman und von mir eine fette #leseempfehlung und viele Leser*innen!

  • Bewertung

    aus Rösrath

    5/5

    11.11.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine lange, schmerzvolle Reise

    Irgendwie bin ich froh, dieses Buch jetzt zuklappen zu dürfen. Und ich habe das dringende Bedürfnis, mich jetzt wieder den leichteren Dingen des Lebens zuwenden zu können, vielleicht als nächstes ein Buch an die Hand zu nehmen, welches nicht so an die Substanz geht. Wer sich aber auf "Im Prinzip ist alles okay" von Yasmin Polat einlassen kann, für den wird es eine Bereicherung sein. Ein Buch wie eine schwere Geburt. Und wie heißt es so schön in der Story: "Werden tut weh!" Ja, über all die 333 Seiten hinweg ist soetwas wie 'Wachstumsschmerz' spürbar. Etwas über ein Jahr hinweg dürfen die Leser:innen einsteigen in das Leben von Miryam, um die 30, junge Mutter, mit Partner Robert in Berlin lebend. Der Beginn der Story setzt die Zeichen für das Folgende: Myriam, Partner Robert und das Baby sind auf eine Hochzeit eingeladen, bei der eine Freundin sich selbst heiratet - ein symbolischer Akt der die Selbstliebe befördern soll... Miryam hadert mit ihrer Rolle als junger Mutter, hat wenig Vertrauen in sich selbst, ständig Befürchtungen, nicht gut genug zu sein. Was folgt ist der Weg Miryams zur Annahme ihrer selbst. In Rückblenden wird verstehbar, weshalb Miryam sich nicht aufgehoben fühlt in dieser Welt und bei sich selbst: Der gewalttätige Vater, die wenig empathische, beständig vorwurfsvolle Mutter, die erste Partnerschaft, aus der sie wegen Gewalttätigkeit flüchtet, und schließlich der Ausbruch einer Depression; Beziehungsabbrüche; der Weg in die Therapie und später dann auch in die Paartherapie mit Robert... Und am Ende dann ein erstes, noch ein wenig zögerliches JA zur eigenen Person, zum eigenen Leben. Keine leichte Kost, aber ein ungeheurer Gewinn. Yasmin Polat ist ein wichtiges Buch gelungen! Unbedingte Leseempfehlung!!!

  • MissSophi

    5/5

    06.11.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Was für ein Buch

    Miryam ist dreißig Jahre alt und gerade Mutter geworden. Eigentlich sollte doch alles gut sein. Aber sie leidet an einer postnatalen Depression und hadert mich sich selbst und vor allem mit der Mutterrolle. Sie bemüht sich sehr, alles so normal wie möglich wirken zu lassen, aber die Geister der Vergangenheit stehen wieder vor der Tür. Die Autorin arbeitet mit Zeitrückblenden und so tauchen wir ab in das Leben Miryam vor der Mutterschaft und erfahren somit von viel Gewalt in der Kindheit. In jungen Jahren flüchtet sie sich in eine Beziehung zu einem viel älteren Mann, der ihr auch wieder mit Gewalt begegnet. Wir erfahren von der Ehe der Eltern und von der Beziehung zu ihrem Bruder. Und wundern uns als Leser nicht, dass sie noch immer mit diesen auch generationsübergreifenden Traumata zu kämpfen hat. Der Autorin gelingt es fabelhaft das Wesen einer Depression einzufangen und findet deutliche Worte für all das, was ihr wiederfahren ist. Sie schildert drastisch, wie Miryam immer wieder auf der Suche nach Beziehung und Liebe ist und immer wieder gegen die Wand läuft. Immer wieder gibt sie ihrer Herkunftsfamilie eine Chance, möchte aufarbeiten und findet einfach kein Gegenüber. Die Beziehung zu dem Vater ihres Kindes ist zwar nicht gewalttätig, aber dennoch irgendwie lieblos und sie schafft es auch nicht, die Bindung zu ihrem Kind aufzubauen, die sie sich eigentlich wünscht. Dies Buch ist ein Zeugnis eines Lebens, welches zunächst auf Trümmern aufgebaut wurde, aus denen sie sich im Erwachsenenalter nun langsam befreien muss. Sie ist es, die das Muster zu durchbrechen vermag, die Verantwortung für sich und ihre Familie übernimmt und eine für sie bahnbrechende Entscheidung trifft. Eine Entscheidung zum Leben. Es macht Mut, sich seiner Geschichte zu stellen und die Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Es ist möglich die Verkettung von traumatischen Erlebnissen zu überwinden und sich zu lösen. Es ist keine leichte Lektüre, aber eine ehrliche und schonungslose. Mir hat das Buch sehr gefallen, da ich es als sehr realistisch einschätze und ich im Anschluss Hochachtung vor dieser Protagonistin hatte, die mühsam, aber stetig ihren Weg geht.

  • Adele

    aus Bremen

    5/5

    03.11.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Im Prinzip ist alles okay, abgesehen davon, dass NICHTS okay ist

    Miryam, studierte Anthropologin, knapp 30 Jahre alt, Mutter eines Säuglings, seit 1,5 Jahren in einer Beziehung mit Robert, eigentlich könnte alles gut sein, eigentlich sieht von außen alles ganz okay aus, mehr als ok, nahezu perfekt - dank Instagramfilter! Doch was kann sich hinter den perfekt anmutenden Stories und lächelnden Frauen verbergen? Yasmin Polat legt den Finger in die Wunden unserer Gesellschaft, vor denen allzu oft die Augen verschlossen werden, als ob sie dann aufhören würden zu existieren. Wie lebt man gesunde Beziehungen, wenn man selbst als Kind nur Gewalt und Kälte vorgelebt bekommen hat? Wie wird man ein guter Elternteil, wenn man selbst nie Kind sein durfte? Wie findet man zu sich selbst, wenn man nie herausfinden durfte, wer das ist? Sie thematisiert psychische Erkrankungen, Wochenbettdepressionen, Gewalt in Beziehungen und was sie mit Familien über Generationen machen kann, aber auch ein idealisiertes Mutterbild, das Erwartungen an junge Frauen vermittelt, an der jeder echte Mensch eigentlich nur scheitern kann, potenziert durch die gesellschaftliche Entwicklung einer extrovertierten Bewertungsgesellschaft. Dabei beweist sie ein Gespür für Details und die Tiefen und Untiefen menschlicher Beziehungen. Der Schreibstil ist oft eher umgangssprachlich, und passt damit gut zur Ich-Perspektive der jungen Erzählerin. Immer wieder entwirft die Autorin jedoch auch sehr starke sprachliche Bilder, die die Emotionen der Protagonistin anschaulich einfangen, einen so fast mitfühlen lassen, was bei diesen Themen auch beim Lesen schmerzhaft sein kann. Das Thema Depression hat sich durch diese Erzählweise für mich zum ersten Mal unglaublich nah angefühlt. Diese Leere und die Verwirrung und später Verzweiflung darüber, nicht wirklich benennen zu können und erst recht nicht zu verstehen, was mit der Ich-Erzählerin passiert, fand ich sehr eindringlich und nachvollziehbar dargestellt. Der Roman, er ist ein Freischwimmen der Protagonistin, aus ihrer Vergangenheit, Prägung und gesellschaftlichen Zwängen, hin zu sich selbst, jedoch eines mit einigen schmerzhaften Tauchgängen. Wie leider auch im wahren Leben! Im Prinzip ist alles Okay, ist ein intensiver, bewegender Roman, der einen Blick dorthin wirft wovor gesellschaftlich nur allzu gern die Augen verschlossen werden, und der damit keinen Moment zu früh kommt!

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