Unsere Wohngemeinschaft ist wie ein AdventskalenderEin Genossenschaftshaus, vier Generationen unter einem Dach. Mie ist erste Vorsitzende und dirigiert das Plenum. Lasse und Louise gibt’s nur im Doppelpack. Lisa lebt im Mittelalter, ihre Tochter Gudrun will lieber einen neuen Vornamen. In Elizabeth brodelt ein Vulkan, Agis trinkt fünf Ouzos hintereinander, Lotte schwärmt für Agis und nicht für seine Verlobte – und Oma und Ruth sind das Liebespaar des Jahrhunderts. Als sich herumspricht, dass die Ich-Erzählerin ein Talent zum Dichten hat, stehen sie alle Schlange, um der Neuzugezogenen ihre Geschichten zu erzählen. Mit ihren Liedern und Horoskopen schenkt sie den Hausbewohnern den feinen, roten Faden, der ihren Leben und Schicksalsschlägen den ersehnten Sinn verleiht.Ein musikalischer Roman, der das menschliche Miteinander besingt. Von Dänemarks erfolgreichster Gegenwartsautorin: eine Liedererklärung an das Leben.»Pilgaards perfektes Sprachgefühl, ihre genaue Beobachtungsgabe, ihr Sinn
für Situationskomik und ihre sprudelnde Erzähllust garantieren
höchstes Lesevergnügen.« Peter Urban-Halle, DeutschlandfunkAus dem Dänischen von Hannes LangendörferAuch als Audiobuch erhältlich
Gelesen von Caroline Peters
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Desiree Buchwald
aus Wanne-Eickel
5/5
22.11.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Leben in einer Hausgemeinschaft
Die Ich-Erzählerin, eine Horoskop- und Gelegenheitsliederschreiberin zieht mit Partner*in in ein Genossenschaftshaus, wo sie sofort in die Gemeinschaft aufgenommen wird. Sie soll für sie Lieder schreiben und hört ihre Geschichten, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Von Oma, die mit Ruth zusammenlebt, und die ihre Liebe in der Jugend verstecken mussten; von Sagaexpertin Lisa, die mehr in den Sagas lebt als in der Realität; von Aktivistin Lotte, die sich in Grieche Agis verliebt und viele mehr.
„Lieder aller Lebenslagen“ von Stine Pilgaard ist kein klassischer Roman. Es gibt keinen festen Erzählstrang, sondern nur den Kern, nämlich die Bewohner*innen des Hauses. Darauf muss man sich einlassen. Tut man es, wird man mit einer Bilderflut und Sprachintensität belohnt, die ich selten gelesen habe.
Die Geschichten sind ok, aber auch austauschbar und die schiere Masse an Figuren macht es manchmal schwer zu folgen, doch darauf lag nicht mein Hauptaugenmerk und hat mich deswegen nicht gestört. Stine Pilgaards Umgang mit Worten lässt mich neidisch werden und schon allein die Quantität der Metaphern ist beeindruckend. Für manche mag das Überladen wirken, aber zur Ich-Erzählerin, die ja Dichterin ist, passt das und wirkt nicht kitschig oder abgedroschen.
Und dann ist noch die böse Zunge der Erzählerin. Denn manchmal haut sie Sachen raus, die so wahr und treffend, wie bitterböse sind, ob es ihre heiratende Schwester, ihre langjährigen Beziehung oder Menschen betrifft, die sie aufs Kinderkriegen ansprechen. Damit brachte sie mich oft zum Schmunzeln.
Mit „Meine Mutter sagt“ hatte mich Stine Pilgaard bereits als Leserin gewonnen, mit „Lieder aller Lebenslagen“ hat sie meine Begeisterung noch verstärkt.
Desiree
aus Wanne-Eickel
5/5
22.11.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Ich-Erzählerin, eine…
Die Ich-Erzählerin, eine Horoskop- und Gelegenheitsliederschreiberin zieht mit Partner*in in ein Genossenschaftshaus, wo sie sofort in die Gemeinschaft aufgenommen wird. Sie soll für sie Lieder schreiben und hört ihre Geschichten, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Von Oma, die mit Ruth zusammenlebt, und die ihre Liebe in der Jugend verstecken mussten; von Sagaexpertin Lisa, die mehr in den Sagas lebt als in der Realität; von Aktivistin Lotte, die sich in Grieche Agis verliebt und viele mehr. „Lieder aller Lebenslagen“ von Stine Pilgaard ist kein klassischer Roman. Es gibt keinen festen Erzählstrang, sondern nur den Kern, nämlich die Bewohner*innen des Hauses. Darauf muss man sich einlassen. Tut man es, wird man mit einer Bilderflut und Sprachintensität belohnt, die ich selten gelesen habe. Die Geschichten sind ok, aber auch austauschbar und die schiere Masse an Figuren macht es manchmal schwer zu folgen, doch darauf lag nicht mein Hauptaugenmerk und hat mich deswegen nicht gestört. Stine Pilgaards Umgang mit Worten lässt mich neidisch werden und schon allein die Quantität der Metaphern ist beeindruckend. Für manche mag das Überladen wirken, aber zur Ich-Erzählerin, die ja Dichterin ist, passt das und wirkt nicht kitschig oder abgedroschen. Und dann ist noch die böse Zunge der Erzählerin. Denn manchmal haut sie Sachen raus, die so wahr und treffend, wie bitterböse sind, ob es ihre heiratende Schwester, ihre langjährigen Beziehung oder Menschen betrifft, die sie aufs Kinderkriegen ansprechen. Damit brachte sie mich oft zum Schmunzeln. Mit „Meine Mutter sagt“ hatte mich Stine Pilgaard bereits als Leserin gewonnen, mit „Lieder aller Lebenslagen“ hat sie meine Begeisterung noch verstärkt.
Adele
aus Bremen
5/5
18.11.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Poesie des Alltags
Lieder aller Lebenslagen ist weniger ein Roman, als viel mehr ein poetisches Buch für die Seele. Stine Pilgaard gibt uns darin episodenhafte Einblicke in das Leben und Zusammenleben der BewohnerInnen in einem Genossenschaftshaus in Aarhus. Dabei wechseln sich immer wieder Fließxtext, Lieder und kurze Horoskope (da die Ich-Erzählerin als Broterwerb Horoskope schreibt), ab. Eine warmherzige Melancholie durchzieht die Zeilen und nicht nur die Lieder erinnern immer wieder an Poesie, die in und zwischen so vielen Zeilen steckt in diesem Buch.
Über die Lieder und die Recherche zu deren Inhalt, die die Ich-Erzählerin für die HausbewohnerInnen für verschiedene Gelegenheiten schreibt, werden nach und nach Ausschnitte aus dem Leben der NachbarInnen, aber auch immer wieder dem eigenen Leben der Ich-Erzählerin offenbart. Besonders gefallen haben mir die immer wieder sehr emanzipierten Sichtweisen der Ich-Erzählerin, und, dass auch diese auf seltsam poetische Weise in den Text eingeflossen sind.
Das Lesegefühl war für mich ein bisschen wie Kurzgeschichten, die jedoch immer wieder auch lose Bezug aufeinander nehmen.
Lieder aller Lebenslagen ist ein ruhiges Buch, auf die poetische Sprache muss man sich einlassen können und wird dann sicher viel Freude daran haben und auch beim Wiederlesen noch Neues entdecken.
dracoma
aus LANDAU
5/5
30.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein junges Paar zieht in ein…
Ein junges Paar zieht in ein genossenschaftliches Mehrfamilienhaus. Von dieser alltäglichen Situation geht die Autorin aus, und Kapitel für Kapitel lernt der Leser nun die anderen Mitbewohner kennen, die der Zufall hier zusammengebracht hat: Singles, Paare, Familien, alle in unterschiedlichen Lebensphasen und mit unterschiedlichen Sorgen und Nöten belastet. Das Dachgeschoss entwickelt sich zu einem gemeinsamen Treffpunkt der Wohngemeinschaft, hier kreuzen sich die Wege, werden Neuigkeiten ausgetauscht und die Gemeinschaft wird lebendig gehalten. Die namenlose Ich-Erzählerin, aus deren Perspektive wir die Hausgemeinschaft erleben, ist eine junge Frau, Ende 20, die sich nach ihrem Studium mit dem Schreiben von Horoskopen für eine Zeitschrift durchschlägt. Passend dazu teilt die Autorin ihren Roman in 12 Kapitel auf, je eines für je ein Sternzeichen im Jahresverlauf. Die einzelnen Kapitel ähneln sich vom Aufbau her. Immer steht ein Horoskop am Anfang, das in seiner verschwurbelten Sprache alles und nichts besagt. Aber die Schlagworte des Horoskops werden im Kapitel aufgegriffen, sodass das Horoskop weniger als Vorhersage denn als Ideen-Steinbruch bzw. Assoziationsspeicher für den Fortgang des Kapitels dient, der wiederum aus einzelnen „Liedern“ besteht: „Lied von der Hygge“, „Lied vom Pärchenabend“, „Lied vom Duschabzieher etc. Hier erfahren wir dann Einzelheiten zur Wohngemeinschaft. Der Roman folgt dabei keinem Handlungsverlauf, sondern geht eher anekdotisch vor. Manchmal holt die Ich-Erzählerin weiter aus, etwa wenn sie die anrührende Geschichte der lesbischen Großmutter und ihrer Gefährtin Ruth erzählt. Andere Personen werden nur in Schlaglichtern vorgestellt, bei anderen Figuren wieder erkennt der Leser plötzlich das große Leid, das das Leben der Figur bestimmt. Auch für Skurrilität ist gesorgt mit der Figur der Lisa, einer verbohrten, aber liebenswerten Mediävistin, die die Welt mit den Weisheiten altnordischer Sagas retten will. Ihre Tochter Gudrun sieht das allerdings anders. Gudrun leidet unter ihrem Saga-Namen, sie möchte lieber Emma oder Laura heißen so wie alle, worauf die Mutter in aller Ernsthaftigkeit kontert: „Es hätte ja noch viel schlimmer kommen können, sagt Lisa, Torod Digtstump oder Torbjörg Skudebrust“. Es ist aber nicht nur dieser Humor, der den Roman so lesenswert macht, sondern eher diese Mischung aus Skurrilem, Traurigem, Besonderem und Alltäglichem. Der Blick der Ich-Erzählerin auf ihre Mitmenschen ist freundlich, niemals belehrend, sondern immer verständnisvoll. Niemals erhebt sie den moralischen Zeigefinger oder wird besserwisserisch, sondern sie betrachtet auch die Unzulänglichkeiten ihrer Mitbewohner freundlich und wohlwollend. Und auch wenn sie mit ihren unberechenbaren Assoziationen und sprachlichen Kapriolen für Verblüffung beim Leser sorgt und dort eigene Assoziationen freisetzt, bleibt sie dieser grundsätzlichen Menschenfreundlichkeit treu. Das letzte Kapitel, „Lied vom Dessert des Lebens“ endet mit dem „Lied über die Liebe“, und mit diesem liebe- und verständnisvollen Blick auf ihre Mitmenschen endet dieser originelle Roman. LESENSWERT!
mari_liest
5/5
15.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
... aus dem Leben ...
„Wenn du bloß begreifen würdest, dass ich keine Anlage zu irgendwas habe, in bin weder veranlagt noch angelegt, kein labyrinthischer Barockgarten, keine durchdachte Stadt. Meine Gefühle sind keine Wahl […], es steckt in mir. (S. 78)
Die namenlose Ich-Erzählerin und ihr Freund ziehen in eine Genossenschaftswohnung, wo wir recht schnell unterschiedliche Generationen als Nachbar*innen finden werden. Sie arbeitet bei einer Zeitung und verfasst dort Horoskope. Oft sitzt sie ihre Nächte aus und dichtet und schreibt und reimt für unterschiedliche Anlässe. Und schon bald entdecken auch die Bewohner*innen ihr Talent und es vergeht kein Tag, an dem sie nicht beieinandersitzen und irgendwer irgendetwas aus seinem Leben erzählt.
Die Bewohner*innen dieses Wohnkomplexes lernen wir in kurzen, miteinander verknüpften Kapiteln kennen, und das in all ihren vielfältigen Eigenheiten und Wesenszügen. Die Erzählung folgt dabei keiner stringenten Handlung. Mal erinnert sich die Erzählerin an ihre Kindheit, dann wieder berichtet sie von den aktuellen Ereignissen im Wohnkomplex. Wir sind Teil der Herzlichkeit und Wärme jeder einzelnen Person, deren Exzentrik (aber im positiven Sinne) und ihrer Zuneigung zueinander, was heutzutage nicht mehr so selbstverständlich ist.
Die Sprache von Pilgaard ist, wie in ihren anderen Büchern auch, sehr besonders, warmherzig, humorvoll, leicht melancholisch, dennoch unaufgeregt. Sie verpackt die Personen so unstrukturiert-strukturiert in ihre Werke, verwebt die Biographien mit ihrer Leichtigkeit in die Geschichte und genau das macht diese auch so einzigartig, erschafft eine Art Vertrautheit zu den Menschen, die ich gar nicht kenne. Ich musste an so vielen Stellen wieder lachen, hatte an einigen Stellen tiefergehende Gedanken, habe reflektiert über die Fragen, die mir in den Sinn kamen.
#stinepilgaard, mittlerweile eine meiner Lieblingsautorinnen, hat mich wieder sehr kurzweilig aus dem Alltag geholt. #leseempfehlung!
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